Neue Wege, Patienten zu informieren

MMW - Fortschritte der Medizin, Mar 2018

Red

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Neue Wege, Patienten zu informieren

MMW Fortschritte der Medizin Neue Wege, Patienten zu informieren Dr. Dirk Einecke 0 1 0 Nach Informationen von Berlin-Chemie 1 Dr. Dirk Einecke • Schutzimpfungen gegen In uenzaund Pneumokokken, • körperliches Training, • Patientenschulung, • physiotherapeutische Atemtherapie, • Ernährungsberatung, • Mukolytika bei Patienten mit viskösem Sekret und Exazerbationen und • Substitutionstherapie bei α1Protease-Inhibitor-Mangel. In bestimmten Fällen können Langzeitsauersto„herapie, nicht -invasive Beatmung, Lungenvolumenreduktion und die Lungentransplantation indiziert sein. Weitere Informationen unter www.atemwegsliga.de/copd.html; pneumologie.de/publikationen/leitlinien - ■ Meet-the-Expert „Herzensangelegenheiten COPD – Rückblick und Ausblick“ , 7. Pneumologietage; Berlin, Februar 2018 (Veranstalter: Novartis) Online-Coaching Das „Cor pulmonale parvus“ bei COPD Normalerweise wird das rechte Herz größer, wenn es wegen einer Lungenerkrankung gegen erhöhte Widerstände arbeitet (Cor pulmonale). Neuen Befunden zufolge kann bei einer COPD mit Emphysem das Gegenteil passieren: Das Herz und die zum Herz führenden Venen werden von der überblähten Lunge komprimiert. Man spricht von einem „Cor pulmonale parvus“, so Prof. Claus Vogelmeier, Marburg, der nicht nur Pneumologe, sondern auch Kardiologe ist. Dies hat negative Folgen für die Herzfunktion. Für eine kardiale Entlastung mit Verbesserung der Herzfunktion kann in solchen Fällen eine pulmonale Entblähung sorgen. Dies deutete zuerst eine placebokontrollierte Studie mit 45 Patienten für Fluticason/Vilanterol an [Stone IS et al. Am J Resp Crit Care Med. 2016;193:217–26]. In der deutschen doppelblinden Cross-overStudie CLAIM konnte gezeigt werden, dass eine starke Bronchodilatation das pulmonale Residualvolumen um 750 ml (25%) verringert und dadurch kardiale Leistungsparameter wie das links- und rechtsventrikuläre enddiastolische Volumen in klinisch relevantem Ausmaß verbessert. Auch die kardiale Auswurfleistung verbesserte sich signifikant. In der CLAIM-Studie waren 62 COPD-Patienten mit Überblähung ohne Herzerkrankung zwei Wochen lang mit Indacaterol/Glycopyrronium (Ultibro®) oder Placebo behandelt worden. Die Arbeit ist für die Publikation in der Zeitschrift Lancet Respiratory Medicine akzeptiert. Fazit von Prof. Vogelmeier: Die COPD ist sicher keine Erkrankung, die nur ein Organ betrifft. Die Befunde der CLAIM-Studie sind interessant, jetzt müssen aber Langzeitstudien folgen. ■ _ Patienten informieren sich online, aber statt von Dr. Google sollten sie Informationen zu ihrer Krankheit und Hilfen zur Umstellung des Lebensstils über ein Internet-Portal erhalten, das ihnen ihr Arzt emp•ehlt. Das –erapiebegleitprogramm –eraKey®, das von Berlin-Chemie entwickelt worden ist, wird zunehmend auch in Praxen genutzt. 6.000 Ärzte und 11.000 Patienten seien derzeit in dem Programm aktiv, berichtete Torsten Flöttmann, Marketingleiter des Unternehmens. Die Arzt-Patienten-Portale zu acht Indikationen (darunter Diabetes mellitus, Hypertonie und COPD) sind in den vergangenen Jahren beständig weiterentwickelt worden und enthalten mittlerweile mehr als 1.000 Unterseiten, knapp 500 Videos, 40 interaktive Tools und 150 Dokumente zum Download, so Flöttmann. Abbau der Wissensasymmetrie Durch das Programm werde die Wissensasymmetrie zwischen Arzt und Patient abgebaut. „Dann haben wir Raum, das Wesentliche anzusprechen“, berichtete Dr. Günther Limberg, niedergelassener Internist und Diabetologe im Nordschwarzwald, von den Erfahrungen seiner Praxis mit dem Portal. Die Patienten erhielten für den nächsten Arztbesuch „gezielte Hausaufgaben“. Später spreche er das dann mit ihnen durch. Ein Pharma-Unternehmen müsse heute mehr bieten als moderne Arzneimittel, führte Flöttmann weiter aus. Bei –eraKey® gehe es darum, dass der Arzt durch Weitergabe eines Zugangcodes seinen Patienten verständliche, produktneutrale Informationen und Alltagshilfen zur Verfügung stelle. Neben dem Onlineportal als digitalem Herzstück des Konzepts unterstützen weitere Materialien den Arzt: Schaukarten, Praxisposter und Broschüren helfen, Gesundheitskompetenz und Krankheitsverständnis der Patienten weiter zu verbessern. Weitere Informationen zum 360°-Kommunikationskonzept –eraKey®: www.therakey.info. ■ Red.


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Red. Neue Wege, Patienten zu informieren, MMW - Fortschritte der Medizin, 2018, 65-65, DOI: 10.1007/s15006-018-0296-4