Beeinflusst Asparagin die Metastasierung von Tumoren?

Info Onkologie, Mar 2018

Judith Neumaier

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Beeinflusst Asparagin die Metastasierung von Tumoren?

Mehr Metastasen nach Hohlnadelbiopsie 0 Sennerstam RB et al. Core-Needle Biopsy of Breast Cancer Is Associated With a Higher Rate of Distant Metastases 5 to 15 Years After Diagnosis Than FNA Biopsy. Cancer. 2017;125(10):748-56 - Brustkrebspatientinnen, bei denen eine Hohlnadelbiopsie durchgeführt wurde, erkranken langfristig häu¤ger an distalen Metastasen als Patientinnen, die sich einer Feinnadelbiopsie unterzogen hatten. So das Ergebnis einer schwedischen Studie, in der die langfristigen Verläufe von Mammakarzinompatientinnen verglichen wurden, deren Diagnose auf Basis einer Fein- oder Hohlnadelbiopsie gestellt wurde. Berücksichtigt wurden Daten von 354 Patientinnen, die zwischen 1971 und 1976 mit der Feinnadelbiopsie diagnostiziert worden waren, und 1.729 Patientinnen, die zwischen 1991 und 1995 eine Hohlnadelbiopsie erhalten hatten. Für die Analyse mit einem Follow-up von 15 Jahren wurden zwei streng gematchte Kohorten gebildet: 181 Patientinnen in der Feinnadelbiopsie-Gruppe und 203 Patientinnen in der Hohlnadelbiopsie-Gruppe. Im Zeitraum 5–15 Jahre nach der Diagnose waren bei den Patientinnen mit Hohlnadelbiopsie signi¤kant häu¤ger distale Metastasen aufgetreten als bei den Patientinnen mit Feinnadelbiopsie. Die Unterschiede in der Häu¤gkeit distaler Metastasen begannen demnach etwa 25 Monate nach der Diagnose und verstärkten sich nach 60 Monaten. Bezüglich lokaler Metastasen gab es keine Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Während jedoch bei den Patientinnen mit Feinnadelbiopsie 120 Monate nach der Diagnose die Häu¤gkeit lokaler Metastasen stagnierte, war in der Hohlnadelbiopsie-Gruppe diesbezüglich noch immer ein Anstieg zu verzeichnen. Erhaltungstherapie beim Mantelzelllymphom Rituximab verbessert das Überleben Eine Erhaltungstherapie mit Rituximab nach autologer Stammzelltransplantation (ASCT) verlängert bei Patienten mit Mantelzelllymphom das ereignisfreie, progressionsfreie und das Gesamtüberleben, wie sich in einer prospektiven, randomisierten, unverblindeten Phase-III-Studie zeigte. 299 Patienten (Alter 18–65 Jahre) mit biskang unbehandeltem Mantelzelllymphom (Ann-Arbor-Stadium II–IV) wurden in der Studie behandelt. Nach der Induktion mit vier Zyklen R-DHAP (Rituximab, Dexamethason, Cytarabin, Cisplatin, alternativ Carbo- oder Oxaliplatin) und bei Nichtansprechen (n = 20) zusätzlich vier Zyklen R-CHOP (Rituximab, Cykurz notiert Beein usst Asparagin die Metastasierung von Tumoren? Der Serumspiegel an Asparagin hat scheinbar Einfluss auf die Metastasierungwahrscheinlichkeit – zumindest im Tiermodell. Eine Forschergruppe aus Cambridge, Großbritannien, konnte kürzlich zeigen, dass das Ausschalten der Asparagin-Synthetase die Metastasierung bei Mäusen, die an Brustkrebs litten, verhindern kann. Den Tieren half auch die Gabe des Enzyms L-Asparaginase. Auch dadurch konnte die Metastasierungsrate reduziert werden. L-Asparaginase, ursprünglich zur Behandlung von Leukämie gedacht, wirkte ebenfalls über die Senkung der Asparagin-Konzentration im Blut. Zudem stellte sich heraus, dass eine asparaginarme Diät eine weitere Möglichkeit bietet, um die Metastasenbildung bei den Mäusen zu reduzieren. Eine asparaginreiche Ernährung förderte dagegen die Metastasierung. Auf den Primärtumor hatten diese Experimente jedoch keinen Einfluss [Knott SRV et al. Nature. 2018;554(7692):378-381]. Reich an Asparagin sind neben Spargel beispielsweise Milchprodukte, Fleisch, Eier, Fisch, Meeresfrüchte, Kartoffeln und Hülsenfrüchte. Asparaginarm sind vor allem Obst und Gemüse. Ein völliger Verzicht auf asparaginhaltige Lebensmittel wäre allerdings nicht sinnvoll, denn diese Aminosäure wird für den Muskelaufbau und für Regenerationsprozesse im Körper, beispielsweise nach einer Chemo- oder Strahlentherapie, benötigt. Judith Neumaier l o o p r e d ilB d e M V B m r o © Eine aktuelle Studie befasste sich mit dem Metastasierungsrisiko nach Brustbiopsien. Den Grund für die höhere Zahl distaler Metastasen nach einer Hohlnadelbiopsie vermuten die Forscher darin, dass bei dieser Untersuchungsmethode mehr Energie ins Gewebe abgegeben wird, wodurch es zu einer größeren intratumoralen Entzündungsreaktion kommt. Dies – in Verbindung mit der Tumoraussaat durch die Nadeln – könne die distale Metastasierung begünstigen. Kathrin von Kieseritzky clophosphamid, Doxorubicin, Vincristin, Prednisolon) unterzogen sich 257 Patienten einer ASCT. Das Konditionierungsregime vor ASCT war R-BEAM (Rituximab, Carmustin, Etoposid, Cytarabin, Melphalan). 120 Patienten, die auf die ASCT ansprachen, erhielten anschließend eine Erhaltungstherapie mit Rituximab (375 mg/m2 q8w für 3 Jahre nach ASCT) und 120 keine weitere ¡erapie. Primärer Endpunkt war das ereignisfreie Überleben. Als Ereignis galt Krankheitsprogression, Rezidiv, Tod, Allergie auf Rituximab oder schwere Infektion. Die Gesamtansprechrate nach der Induktion betrug 89 % und die Rate vollständiger Remissionen 77 %. Die Häu¤gkeit lebensbedrohlicher Infektionen nach ASCT unterschied sich nicht zwischen den Gruppen. Nach vier Jahren zeigten die Patienten der Rituximab-Kohorte ein höheres ereignisfreies Überleben als die der Kontrollkohorte (79 vs. 61%; p = 0,001). Gleiches galt für das progressionsfreie (83 vs. 64 %; p < 0,001) und das Gesamtüberleben (89 vs. 80%; p = 0,04). Die Überlebensrate nach vier Jahren war in der RituximabGruppe höher (Hazard Ratio für Tod 0,5; p = 0,04). Sophie Christoph


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Judith Neumaier. Beeinflusst Asparagin die Metastasierung von Tumoren?, Info Onkologie, 2018, 36-36, DOI: 10.1007/s15004-018-6025-4