Online-Programm hilft vor allem Depressiven ohne Therapie

MMW - Fortschritte der Medizin, Jan 2018

Thomas Müller

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Online-Programm hilft vor allem Depressiven ohne Therapie

MMW Fortschritte der Medizin Online-Programm hilft vor allem Depressiven ohne Therapie Kontrollierte Studie ■ 17. Weltkongress der Psychiatrie und Psychotherapie, Berlin, 8.-12.10.2017. Ein strukturiertes Online-Selbstmanagement-Programm kann Depressionen deutlich lindern. Besonders groß ist die Wirksamkeit bei Patienten ohne bisherige Behandlung, legt eine Studie aus Lübeck nahe. Diagnostische Hilfen Zur Diagnose emp¦ehlt Hüll einfache Instrumente wie die „Confusion Assessment Method (CAM)“. Dabei wird fremdanamnestisch u. a. abgefragt, ob sich der Zustand des Patienten akut verändert hat. Auch Konzentrationsprobleme, Ablenkbarkeit, inkohärentes Denken sowie ein getrübter Bewusstseinszustand ªießen in die Beurteilung ein. Speziell für Demenzkranke wurden Tools wie die „Observational Scale of Level of Arousal (OSLA)“ entwickelt. Hier werden Augenö¡nung, Augenkontakt, Körperposition und Körperbewegungen abgefragt. Vor einer medikamentösen Delirbehandlung sollten Ärzte die Ursachen angehen. Liegt eine Pneumonie, eine Anä mie, eine Herz-Kreislauf-Störung, ein Harnwegsinfekt oder gar eine unbemerkte Fraktur vor? Letzteres sei gerade bei deliranten Demenzkranken immer wieder zu beobachten. Anticholinergika und dopaminerge Medikamente sollten im Delir möglichst abgesetzt werden. Möglichkeiten der Prävention Angesichts der gravierenden Folgen von Deliren bei alten Menschen steht die Prävention im Vordergrund. Hüll verwies auf das in den USA entwickelte multimodale Interventionsprogramm HELP (Hospital Elder Life Program, Infos unter: https://link.springer.com/article/10. 1007%2Fs00108-016-0181-0). HELP ist mittlerweile auch in einigen deutschen Kliniken implementiert worden. In Studien ließ sich damit die Delirprävalenz zum Teil halbieren. Es zielt u. a. darauf, den Stress für Delir-gefährdete Patienten in Kliniken zu reduzieren: So sollten Katheter so früh wie möglich entfernt, akustische und optische Störungen vermieden werden. Hüll nannte etwa piepsende und blinkende Geräte oder eine Dauerbeleuchtung. Hilfreich seien Brillen und Hörgeräte, damit sich die Patienten besser orientieren können. ■ Thomas Müller _ In der Studie, die Christina Späth von der Universität Lübeck auf dem WeltPsychiatrie-Kongress vorstellte, nahmen rund 1.000 Patienten teil. Alle hatten eine milde bis moderate Depression mit 5–14 Punkten auf dem „Patient Health Questionnaire (PHQ-9)“. Die Hilfe kommt online. – ho entlich. d-Wert von 0,4 nach drei sowie 0,3 nach sechs Monaten war die E¡ektstärke insgesamt jedoch eher gering. Subgruppenanalysen ergaben, dass vor allem diejenigen Patienten auf die Online-Behandlung ansprachen, die begleitend weder eine Psychotherapie noch Antidepressiva erhielten. Bei solchen Patienten fanden die Forscher auch mode rate E¡ektstärken (d = 0,5) nach drei und sechs Monaten. Bei den übrigen Patienten zeigten sich nach sechs Monaten keine signi¦kanten Vorteile mehr. Die Online-˜erapie scheint also vor allem für bislang unbehandelte Depressive geeignet – und das, so Späth, sind in Deutschland sehr viele. ■ Thomas Müller


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Thomas Müller. Online-Programm hilft vor allem Depressiven ohne Therapie, MMW - Fortschritte der Medizin, 2018, 14-14, DOI: 10.1007/s15006-018-0064-5