Ansätze zur Asthmaprävention beim Kind

Pneumo News, Feb 2018

Peter Stiefelhagen

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Ansätze zur Asthmaprävention beim Kind

PNEUMONEWS  Ansätze zur Asthmaprävention beim Kind m ceo . b ilrtt/sskcaood . En e an D [] M © Stillen, Vitamin D und saubere Luft - S U LP m tscoo . o h p © Die Bedeutung einiger pränataler bzw. frühkindlicher Faktoren für die Entstehung eines Asthma bronchiale ist unumstritten. Diese Erkenntnisse spiegeln sich in entsprechenden Empfehlungen und neuen Therapieansätzen wider. Eine Kaiserschnittentbindung erhöht einer dänischen Studie zufolge das Asthma-Risiko beim Kind, besonders dann, wenn vorher kein Blasensprung eingetreten war. Dieser E ekt war bei e-i nem familiären Atopierisiko größer [1]. „Diese Ergebnisse unterstützen die Hypothese, dass Veränderungen im Mikrobiom von Neugeborenen die Manifestation eines Asthmas begünstigen“, berichtete Prof. Monika Gappa, Wesel. Dazu passen auch die Ergebnisse einer italienischen Studie, die gezeigt hat, dass eine Antibiotikatherapie der Mutter im dritten Trimenon das Risiko für ein Asthma ebenfalls signi‘kant erhöht [2]. Stillen ist Goldstandard In einer Schweizer Kohortenstudie wurde der Ein”uss des Stillens auf die Manifestation obstruktiver Atembeschwerden im 1. Lebensjahr untersucht. Der protektive E ekt des Stillens war am stärksten bei Mädchen, bei pränataler Tabakrauchexposition, bei Frühgeburtlichkeit und einer Sectio. Der schützende E-f fekt fand sich nicht bei mütterlicher Atopieanamnese und er nahm mit der Zahl der Geschwister und der Zunahme der Feinstaubbelastung in der Wohnumgebung ab [3]. „Auch wenn Stillen keinen absoluten Schutz garantieren kann, gilt es in den ersten Lebensmonaten bei der Asthmaprävention als goldener Standard“, so Gappa. Auch ein höherer BMI der Mutter und eine schnelle postnatale Gewichtszunahme des Kindes erhöhten das Risiko für eine obstruktive Atemwegserkrankung. „Werdende Mütter sollten immer wieder auf die potenziellen Risiken für Kind und Mutter bei einer Wunsch-Sectio und den schützenden E ekt der Muttermilch hingewiesen werden“, riet Gappa. Asthmaprävention mit Vitamin D Vitamin D spielt eine wichtige Rolle bei der Regulation in”ammatorischer Prozesse. Es moduliert Immunantwort und Zellwachstum. Die Vitamin-D-Supplementation bei Schwangeren und Säuglingen ist seit langem etabliert. Es wird vermutet, dass Vitamin D auch eine präventive Wirkung bzgl. der Manifestation von Asthma und Allergien entfaltet. In einer dänischen Studie wurden zwei Vitamin-Dosierungen, 400 IE und 2.400 IE, täglich ab der 24. Schwangerschažswoche verglichen. Dabei ergab sich bis zum 3. Lebensjahr nur ein geringer, aber nicht signi‘kanter Nutzen für die höhere Dosis im Hinblick auf die Lungengesundheit des Kindes [4]. In einer amerikanischen Studie wurden sogar 4.000 IE mit der 400 IE-Standarddosis verglichen. Auch hier fand sich ein kleiner, nicht signi‘kanter Unterschied zugunsten der hoch dosierten Vitamin-D-Gabe [5]. „In beiden Studien war der E ekt geringer als erwartet“, so Gappa. Daher sollte die Standarddosis nur dann gesteigert werden, wenn es Hinwiese für eine insu¢ziente Vitamin-D-Versorgung gibt. Risiko Feinstaub Frühere Studien haben zweifelsfrei belegt, dass eine vermehrte Feinstaubexposition bei Kindern zu einer Minderung der Lungenfunktion führt. Eine vermehrte perinatale Feinstaubbelastung geht mit einem erhöhten Risiko für die Manifestation einer obstruktiven Atemwegserkrankung einher. Jetzt hat eine kalifornische Studie gezeigt, dass eine Verbesserung der Lužqualität auch zu einer besseren Entwicklung der Lungenfunktion beiträgt [6]. Doch trotz besserer Lužqualität besteht weiterhin eine Assoziation zwischen Feinstaubexposition und Lungenfunktion. Liegt die Wohnung weniger als 100 Meter von einer größeren Straße entfernt, nimmt die FEV1 um 99 ml ab, und dies entspricht einem Verlust an Lungenwachstum nach etwa 6 Monaten. „Eine kontinuierliche Feinstaubexposition auch innerhalb der gültigen Grenzen für die Schadsto§elastung kann zu einem relevanten Verlust an Lungenfunktion führen, sodass die Notwendigkeit für strengere Vorschrižen besteht“, so Gappa. Dr. med. Peter Stiefelhagen Literatur


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Peter Stiefelhagen. Ansätze zur Asthmaprävention beim Kind, Pneumo News, 2018, 29-29, DOI: 10.1007/s15033-018-0867-1