Ibuprofen stört Testosteronstoffwechsel bei Männern

Schmerzmedizin, Mar 2018

Das NSAR Ibuprofen beeinträchtigt offenbar die Funktion der Leydig- und Sertolizellen bei Männern. So blockiert der Wirkstoff die Produktion von Steroidhormonen im Hoden.

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Ibuprofen stört Testosteronstoffwechsel bei Männern

Schmerzmedizin Ibuprofen stört Testosteronsto wechsel bei Männern Das Team von Kristensen kommt sowohl aufgrund einer klinischen Untersuchung als auch anhand von In-vitroExperimenten zu diesem Schluss. Zunächst hatten die Forscher gesunde erwachsene Männer 44 Tage lang mit 600 mg Ibuprofen täglich behandelt. Unter der -erapie blieben die Testosteron - werte zwar weitgehend konstant, allerdings stiegen die Werte für luteinisierendes Hormon (LH) aus der Hypophyse deutlich an, und zwar im Mittel um 23% nach 14 Tagen sowie um 33 % nach 44 Tagen. Dieser Anstieg hing wiederum von den Ibuprofen-Serumwerten ab: Je höher sie lagen, umso mehr LH wurde ausgeschüttet. Auch das für die Spermienreifung benötigte Follikelstimulierende Hormon (FSH) wurde gehäu¡ im Serum der Männer nachgewiesen - die Konzentration war im Schnitt aber nur um 5 % gestiegen. Als Marker für die Funktion der Leydigzellen gilt das Testosteron/LHVerhältnis. Bei den Männern unter Ibuprofen hatte dieses um 23 % abgenommen. Die Forscher um Kristensen vermuteten daher, dass Ibuprofen die Leydigzellenfunktion stört, diese weniger Testosteron ausschütten, was wiederum über Rückkopplungsprozesse die Hypophyse veranlasst, mehr LH freizusetzen, um den Testosteronmangel letztlich zu kompensieren. Ähnliche, wenn auch nicht so stark ausgeprägte Beeinträchtigungen fanden sie bei der Funktion der Sertolizellen, dargestellt als Verhältnis von Inhibin B om zu FSH. Dieses Verhältnis war nach 44 .e Tagen im Schnitt um 12 % gesunken. c b .aod Auch die Werte von Anti-Müller-Hortcko mon (AMH) waren um bis zu 9 % zu/s rückgegangen. Entsprechend vermuten rod die Neurologen, dass Ibuprofen auch die o iiske Sertolizellfunktion beeinträchtigt. n© Unterstützt wird ihre Hypothese von Experimenten mit explantierten Hoden erwachsener Organspender. Wurden - D westlichen Welt hat in den verganie Fruchtbarkeit von Männern in der genen Dekaden o enbar abgenommen. Als eine mögliche Ursache wird eine vermehrte Exposition gegenüber Substanzen angenommen, welche die Produktion von Sexualhormonen stören. Neurologen um Dr. David Møbjerg Kristensen, Kopenhagen haben nun Hinweise gefunden, wonach das NSAR Ibuprofen die hormonproduzierenden Zellen im Hoden deutlich beeinträchtigt und zu einem „kompensierten Hypogonadismus“ führt: Durch eine vermehrte Ausschüttung von Hypophysenhormonen gelingt es zumindest bei gesunden Männern, einen Androgenmangel noch zu vermeiden. Ibuprofen kann die gesamte Steroidsynthese beeinträchtigen. Kristensen DM et al. Ibuprofen alters human testicular physiology to produce a state of compensated hypogonadism. Proc Natl Acad Sci USA 2018;115:E715–24


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Thomas Müller. Ibuprofen stört Testosteronstoffwechsel bei Männern, Schmerzmedizin, 2018, 12-12, DOI: 10.1007/s00940-018-0758-x