Arthrose: Paracetamol hat ausgedient

MMW - Fortschritte der Medizin, Mar 2018

Eine große Metaanalyse zu arthrosebedingten Knie- und Hüftgelenksschmerzen weist Diclofenac und Etoricoxib als beste Therapeutika aus. Von Paracetamol sollte man hingegen die Finger lassen.

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Arthrose: Paracetamol hat ausgedient

MMW Fortschritte der Medizin Arthrose: Paracetamol hat ausgedient Prof. Dr. med. 0 Prof. Dr. med. 1 Prof. Dr. med. 2 Prof. em. Dr. med. 3 Prof. Dr. med. 4 0 H. S. Füeßl , Privatpraxis für, Integrative, Innere Medizin, München 1 H. Holzgreve , Internist, München 2 H.-C. Diener, Klinik für Neurologie , Universitätsklinikum Essen 3 Dr. h. c. D. Reinhardt , Kinderklinik und, Kinderpoliklinik im, Haunerschen Kinderspital, München 4 P. Schwarz, Abteilung Prävention, Medizinische Klinik III , Universitätsklinikum, Dresden Eine große Metaanalyse zu arthrosebedingten Knie- und Hüftgelenksschmerzen weist Diclofenac und Etoricoxib als beste Therapeutika aus. Von Paracetamol sollte man hingegen die Finger lassen. Die klinischen Endpunkte waren Schmerz und Funktion. Alle untersuchten Analgetika waren für den Endpunkt Schmerzintensität einer Placebobehandlung überlegen. Statistisch signi•kant war die Wahrscheinlichkeit für einen klinisch bedeutsamen E-ekt aber nur für Diclofenac 150 mg/d, Etoricoxib 30, 60 und 90 mg/d und Rofecoxib 25 und 50 mg/d. Die Wirksamkeit der untersuchten NSAR nahm mit der Dosis zu, wobei sich eine lineare Beziehung nur für Naproxen fand. Eine Untersuchung über längere Zeiträume ergab keinen Hinweis darauf, dass NSAR an Wirksamkeit verlieren. Paracetamol war in der Metaanalyse nur in sehr hohen Tagesdosen von 4.000 mg einer Behandlung mit Placebo überlegen. - _ Im Rahmen einer Netzwerk-Metaanalyse wurden 76 randomisierte Studien analysiert, in denen eines von sieben nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) oder Paracetamol in der Behandlung von arthrosebedingten Knieund Hü‚gelenksschmerzen mit Placebo verglichen wurden. Die Studien mit insgesamt 58.451 Patienten stammten aus dem Zeitraum 1980 bis Februar 2015. Die meisten Arthrosepatienten plagen Schmerzen. k itc o S /se g a m Itt y e G / a i d e m k a e r b e v a W © KOMMENTAR Für arthrosebedingte Gelenkschmerzen gilt also das gleiche wie für chronische Rückenschmerzen: Paracetamol ist entweder nicht wirksam oder muss in so hohen Dosen gegeben werden, dass langfristig eine Beeinträchtigung der Leberfunktion zu befürchten ist. Unter den NSAR waren Etoricoxib und Diclofenac am besten wirksam. Der Vertrieb von Rofecoxib wurde in Deutschland 2004 eingestellt, da kardiovaskuläre Ereignisse unter der Therapie häu—ger geworden waren. Allerdings hat sich die Diskussion über dieses Risikopotenzial in letzter Zeit relativiert. Die große randomisierte PRECISION-Studie hat für Celecoxib keinen Hinweis auf ein erhöhtes Risiko kardiovaskulärer Ereignisse gezeigt [Nissen SE et al. N Engl J Med. 2016;375:2519–29]. Außerdem erhöhen o enbar auch NSAR das kardiovaskuläre Risiko. Auch muss man bei alledem berücksichtigen, dass unbehandelte Patienten durch Schmerz von präventiv wirkender Bewegung und Sport abgehalten werden. ■ Prof. Dr. med. H.-C. Diener


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H. -C. Diener. Arthrose: Paracetamol hat ausgedient, MMW - Fortschritte der Medizin, 2018, 28-28, DOI: 10.1007/s15006-018-0236-3