DGS trauert um Lothar P. Klimpel

Schmerzmedizin, Mar 2018

Oliver M. D. Emrich

A PDF file should load here. If you do not see its contents the file may be temporarily unavailable at the journal website or you do not have a PDF plug-in installed and enabled in your browser.

Alternatively, you can download the file locally and open with any standalone PDF reader:

https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs00940-018-0768-8.pdf

DGS trauert um Lothar P. Klimpel

Schmerzmedizin „Die Krux aller genannten Substanzklassen ist, dass man um die drei Wochen braucht, um festzustellen, ob eine Wirkung da ist.“ 0 SanRat Dr. med. Oliver M.D. Emrich , Ludwigshafen 1 Dr. Lothar Klimpel, „Mannheim- Ludwigshafener“-Anästhesist, Schmerzund Suchtmediziner, war früh zur weiterführenden Laufbahn des Schmerz-und Palliativmediziners berufen und in Ludwigshafen und Speyer tätig. Seine inhaltliche Orientierung begründete sich vor allem auf die bei Dr. Dr. Hans Christoph Niesel erworbenen Fähigkeiten zur diagnostisch therapeutischen Lokalund Leitungsanästhesie und zur interdisziplinären Schmerzbehandlung man um die drei Wochen braucht, um festzustellen, ob eine Wirkung da ist oder nicht. Das muss dem Patienten gut kommuniziert werden. Wann ich welche Medikamente einsetze, hängt von den identi zierten Ursachen der Polyneuropathie und den Begleiterkrankungen ab. Bei jemandem, der Schlafstörungen hat, der depressiv verstimmt ist, würde man mit einem Antidepressivum wie Amitriptylin beginnen. Die verwendeten Dosierungen liegen unter jener für die antidepressive Therapie. Die beachten. Obstipationen lassen sich von vornherein vermeiden, wenn zusätzlich Adjuvanzien oder Kombipräparate wie Tilidin/Naloxon oder Oxycodon/Naloxon verordnet werden. - ? Gibt es topische Behandlungsoptionen? Cegla: Das Lokalanästhetikum Lidocain gibt es als Gel und hilft manchen Patienten mit Polyneuropathie, ist dafür aber nicht zugelassen. Eine Capsaicin-Tinktur ist unpraktikabel und wirkt nur kurzfristig. Anders abendliche Gabe nutzt die schlafanstoßende Nebenwirkung aus. Nach niedrigdosiertem Einstieg würde man die Dosis allmählich etwas erhöhen. Wenn Schlafstörungen nicht im Vordergrund stehen, kann man auch mit Citalopram arbeiten. ? Bei älteren Menschen sind Herzrhythmusstörungen und QT-Zeitverlängerungen nicht selten, eine potenzielle Nebenwirkung gerade der klassischen Antidepressiva. Cegla: In diesem Falle würde ich zum Bei spiel Pregabalin einsetzen, das ebenfalls eine schla‹ördernde Wirkung hat. Dieses hat den Vorteil, dass es zusätzlich anxiolytisch wirkt. Gabapentin ist ebenfalls geeignet, allerdings müssen vergleichsweise viele Tabletten geschluckt werden, und man braucht etwas länger, bis die Zieldosis erreicht wird. Für alle Substanzgruppen gilt: Es treten in der Regel erst die unerwünschten Wirkungen auf, dann die erwünschten. Deshalb ist es so wichtig, niedrig dosiert zu starten. So hat der Patient die Chance, dieses Therapieintervall durchzustehen, um dann sagen zu können, ob die Behandlung etwas gebracht hat. Der Verlauf sollte mithilfe einer Schmerzskala dokumentiert werden. ? Wann werden Opiate bei Polyneuropathie eingesetzt? Cegla: In Abhängigkeit von den Begleiterkrankungen und bestehenden Organschäden. Bei Patienten mit Schmerzen aus dem Bewegungsapparat oder bei Vorliegen einer spinalen Stenose ist ein starkes Analgetikum angezeigt. Die Nierenfunktion ist zu Capsaicin-P—aster: 40 bis 50% der Patienten mit Polyneuropathie pro tieren davon. Das P—aster wird eine halbe Stunde auf das Areal mit neuropathischen Beschwerden geklebt. Das typische Brennen verspüren Patienten oft nicht besonders stark, nur wenige fordern eine Bedarfsmedikation an. Nach Entfernung des P—asters muss die Haut gekühlt und gep—egt werden. Die Wirkung hält bis zu drei Monate an, manchmal auch länger. Lässt sie nach, ist es möglich, die Behandlung zu wiederholen. Allerdings ist sie für die Hausarztpraxis eher zu aufwändig. Ich empfehle, solche Patienten in ein schmerztherapeutisches Zentrum zu überweisen. ? Und wenn das alles nicht hil„? Cegla: Die Ultima Ratio sind Katheterverfahren und Methoden der Neuromodulation, die ebenfalls in schmerztherapeutischen Zentren angeboten werden. Ein prinzipieller Vorteil dieser Zentren ist die dort angebotene Methodenvielfalt, weil dort Fachärzte mehrerer Fachrichtungen zusammenarbeiten. ? Gibt es prophylaktische Optionen, etwa für Diabetes- oder manche Krebspatienten? Cegla: Es gibt keine Nachweise für e‹ektive medikamentöse Prophylaxemaßnahmen. Wichtig ist es, dass die Patienten in Bewegung bleiben und dass die Grunderkrankung gut behandelt wird. Ansonsten heißt es: Wachsam sein, um frühzeitig intervenieren zu können! Dr. Lothar Klimpel war hoch engagiert in der Versorgung seiner Schmerz- und Palliativpatienten. Sein kompetenter und menschenzugewandter Umgang mit ihnen prägte bis zuletzt seine Arbeit. Er hinterlässt eine große Versorgungs- und eine noch größere menschliche Lücke. Mit ihm verlieren wir einen hochgeschätzten und wertvollen Kollegen, Menschen und Freund. Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. wird Dr. Lothar Klimpel ein ehrendes Andenken bewahren.


This is a preview of a remote PDF: https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs00940-018-0768-8.pdf

Oliver M. D. Emrich. DGS trauert um Lothar P. Klimpel, Schmerzmedizin, 2018, 33-33, DOI: 10.1007/s00940-018-0768-8