Kopfschmerzpatienten nach Therapiepräferenzen fragen

Schmerzmedizin, Jan 2018

Barbara Kreutzkamp

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Kopfschmerzpatienten nach Therapiepräferenzen fragen

Schmerzmedizin Kopfschmerzpatienten nach Therapiepräferenzen fragen Dr. Barbara Kreutzkamp oder alle drei Monate (15 % bzw. 11 %) bevorzugen. Die Angaben im NoceboFragebogen zeigen, dass rund 56 % der Patienten bei ihrer Wahl stark von befürchteten Nebenwirkungen beein§usst wurden. Patienten mit einem NoceboEŒekt-gesteuerten Verhalten sowie mit häu¨gen Migräneattacken bevorzugten stärker als der Durchschnitt die periphere Neurostimulation gegenüber einer Pharmakotherapie. - P schmerzen oder Migräne bevorzu atienten mit chronischen Kopfgen bei der erapieentscheidung das „shared Modell“ mit einer interaktiven Arzt-Patienten-Diskussion. Zumindest gilt das für eine Triptanverordnung. Nicht zuletzt angesichts der wohl in absehbarer Zeit zur Verfügung stehenden neuen erapie- und Prophylaxeoptionen unter anderem mit monoklonalen anti-CGRP-Antikörpern, untersuchten Wissenscha‰ler in einer Fragebogenstudie die Patientenpräferenzen und Nocebo-EŒekte auch unter Berücksichtigung dieser Behandlungen und ihrer Applikationsrouten. 514 ambulante Patienten mit einer primären Kopfschmerzdiagnose entsprechend den IHC-IIIbeta-Kriterien füllten die Fragebögen zur bevorzugten erapie und Prophylaxe ihrer Schmerzen sowie zum Nocebo-EŒekt aus. Über 80 % der Patienten bevorzugten eine erapie mit guter Wirksamkeit, die Verträglichkeit und die Applikationsroute waren sekundär. Obwohl keiner der Befragten eigene Erfahrungen mit der peripheren Neurostimulation hatten, wurde diese sowohl in der aktiven (67,1%) als auch der prophylaktischen (62,8%) Behandlung gegenüber medikamentösen Maßnahmen bevorzugt. Bei den Applikationsrouten wollten die meisten Patienten in der Akuttherapie am liebsten eine Tablette (86%) nehmen. Ähnliche Präferenzen zeigten sich für die Prophylaxe: 52 % würden eine orale Einnahme gegenüber einer subkutanen oder intravenösen Applikation einmal monatlich (9 % und 4 %) Tumorschmerz: PAMORA bessert opioidinduzierte Obstipation Der peripher wirkende μ-Opioidrezeptor-Antagonist (PAMORA) Naldemedin wurde in einer Phase-III-Studie bei Krebspatienten mit opioidinduzierter Obstipation getestet. NstoŒ zur gezielten Behandlung der aldemedin ist ein neuer oraler Wirkopioidinduzierten Obstipation (OIC). Die Wirksamkeit des PAMORA Naldemedin bei Patienten mit nicht malignen Schmerzen wurde bereits in drei PhaseIII-Studien nachgewiesen. Im Dezember 2017 folgten die ersten Phase-III-Resultate für Patienten mit Tumorschmerzen: 193 Krebspatienten mit stabiler Opioiddosis und OIC wurden in einem randomisierten Doppelblinddesign zwei Wochen einmal täglich mit 0,2 mg Naldemedin oder Placebo behandelt. Kriterium für eine OIC waren maximal fünf spontane Stuhlgänge in den zwei Wochen vor Studienaufnahme, davon mindestens 25 % mit Pressen, unvollständiger Entleerung und/oder hartem Stuhl. Der primäre Studienendpunkt, der Anteil der Patienten mit erapieansprechen – mindestens drei Stuhlgänge pro Woche und mindestens ein Stuhlgang pro Woche mehr als vor der erapie – ¨el mit 71,1 % vs. 34,4 % klar zugunsten von Naldemedin aus. Mit der PAMORA erapie wurde außerdem gegenüber dem Ausgangszustand eine signi¨kant Fazit: Kopfschmerzpatienten bevorzugen in der Attackenprophylaxe – vergleichbare Wirksamkeit vorausgesetzt – eher eine Neurostimulation als eine pharmakologische Behandlung, so das Ergebnis der Fragebogenstudie. In der medikamentösen erapie wird der oralen Route der Vorzug gegeben, wobei ein befürchteter Nocebo-EŒekt die Präferenz bei vielen Patienten stark beein§usste. Mitsikostas D et al. Patients’ preferences for headache acute and preventive treatment. J Headache Pain 2017; 18(1):102 größere Zunahme der Frequenz von Stuhlgängen insgesamt (+5,1 vs. +1,5/ Woche) beziehungsweise mit vollständiger Entleerung (+2,8 vs. +0,7/Woche) oder ohne Pressen (+3,9 vs. +1,2/Woche) erreicht als mit der Placebobehandlung. Über Nebenwirkungen berichteten 44,3 % der Patienten unter Naldemedin (Placebo 26,0 %); die häu¨gsten betrafen den Gastrointestinaltrakt, meistens handelte es sich um Diarrhöen (19,6 % vs. 7,3 % unter Placebo). 9,3% der Patienten (vs. 1,0 % unter Placebo) beendeten die Behandlung daher vorzeitig. Vier Fälle von schweren Nebenwirkungen (zweimal Diarrhö, je einmal Emesis und auffällige Leberwerte) wurden auf den PAMORA zurückgeführt. Auch in einer Anschlussstudie, in der 131 Patienten für zwölf Wochen oŒen mit Naldemedin behandelt wurden, waren Diarrhöen die häu¨gsten Nebenwirkungen (18,3 %). Schwere kardiovaskuläre Komplikatio


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Barbara Kreutzkamp. Kopfschmerzpatienten nach Therapiepräferenzen fragen, Schmerzmedizin, 2018, 18-18, DOI: 10.1007/s00940-018-0723-8