Vom Gericht gibt’s nur ein paar Euro

MMW - Fortschritte der Medizin, Mar 2018

Springer Medizin

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Vom Gericht gibt’s nur ein paar Euro

MMW Fortschritte der Medizin Marihuana-Fans einfach wegschicken Rufen Sie an! Tel. donnerstags - Er hätte gern ein Cannabis-Rezept – möglichst schnell! ?Dr. S. F., Allgemeinärztin, Nürn berg, Bayern: Seit der Freigabe von Cannabis zur Verordnung schlagen bei mir immer wieder Patienten ll) mit einem Rezeptwunsch auf. Teile odm weise sind es „Neupatienten“. Außero tFo halb der Palliativversorgung mit zuit ldm gelassenen Fertigarzneimitteln habe ilobb aber ich keine spezielle Erfahrung mit ySm der Therapie. Was raten Sie mir? s !MMW-Experte Walbert: Die Verord( k itc o S / e Iagm nung von Cannabis kann aus den y tte verschiedensten Gründen einfach abgeG /RO lehnt werden! Ganz grundsätzlich sollP ion ten fehlende Kenntnisse auf einem Spes i reV zialgebiet die Konsequenz haben, entn In© sprechende Patienten an Spezialisten weiterzuleiten. Zudem ist eine normale Hausarztpraxis in der Regel zeitlich ausgelastet. Die Cannabisbehandlung aber ist aufwändig, weshalb Sie diese Patienten klar und deutlich ablehnen sollten. Immerhin kommen diese „Neupatienten“ ja auch zu Ihnen, weil andere Kollegen ebenso vorgehen. Eine entsprechend klare Haltung spricht sich übrigens in Kürze herum. Unabhängig davon ist das Prozedere um die Verordnung und die Dokumentation so kompliziert und zeitaufwändig, dass die Vergütung keineswegs als adäquat gelten kann. Ich empfehle deshalb, auf die rund 28 Euro extrabudgetäres Honorar zu verzichten und diese Patienten weiterzuleiten. z Vom Gericht gibt‘s nur ein paar Euro ?Dr. W. R., Internist, Bayern: Ich soll für ein Sozialgericht ein Gutachten erstellen über einen Patienten, den ich konsiliarisch untersucht habe. Wie wird dies vergütet? !MMW-Experte Walbert: Maßgeblich ist hier das Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetz (JVEG). Eine davon abweichende Honorarvereinbarung kommt nicht infrage. Der Vergütungsanspruch muss binnen drei Monaten beim Gericht geltend gemacht werden. Laut § 8 JVEG erhalten Sachverständige ein Honorar für ihre Leistungen, Fahrtkostenersatz, eine Entschädigung für bogengutachten, wenn sich die Fragen auf Vorgeschichte, Angaben und Befund beschränken und nur ein kurzes Gutachten erfordern. Bei außergewöhnlich umfangreicher Leistung sind bis zu 75 Euro möglich. Ist der Beaušragte mit der Einstufung des Aušrags nicht einverstanden, muss er umgehend intervenieren. Er kann den Aušrag aus wirtschašlichen Überlegungen ablehnen. Doch Vorsicht: Das Gericht könnte dann eine Vorladung als Zeuge aussprechen. Diese Vorladung ist dann zwingend – und die Vergütung für den Zeitaufwand ist noch unwirtschašlicher. z


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Springer Medizin. Vom Gericht gibt’s nur ein paar Euro, MMW - Fortschritte der Medizin, 2018, 22-22, DOI: 10.1007/s15006-018-0230-9