Haben Sie auch eine fachliche Frage?

hautnah dermatologie, Mar 2018

red

A PDF file should load here. If you do not see its contents the file may be temporarily unavailable at the journal website or you do not have a PDF plug-in installed and enabled in your browser.

Alternatively, you can download the file locally and open with any standalone PDF reader:

https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs15012-018-2706-9.pdf

Haben Sie auch eine fachliche Frage?

Narbensalben bei Kindern: ab wann und mit was? 0 PD Dr. Christina Schnopp Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein Biedersteiner Str. 29 80802 München der Wunde zu verhindern. Je nach Verletzungsmechanismus (Riss-Quetsch-Wunde oder glatter Schnitt, Verschmutzung ja oder nein, Lokalisation am Körper) kommen in der ersten Woche der Wundheilung desin zierend und leicht antientzündlich wirkende Cremes infrage („Wundheilsalben“), die von verschiede - nen Herstellern rezeptfrei angeboten werden. Unter ihrer Anwendung löst sich der Wundschorf etwas schneller, was in manchen Lokalisationen (z.B. unter der Nase) häu g als angenehm empfunden wird. A-l ternativ kann man aber auch in den ersten Tagen die Wunde einfach trocken halten und einmal täglich mit Octenidin-Lösung abtupfen zur Infektionsprophylaxe. Die Entscheidung für ein Narbengel hängt vor allem vom Risiko einer hypertrophen Narbenbildung ab. Wunden im Dekolleté und am Hals haben ein höheres Risiko, ebenso Wunden über Gelenken (Bewegung während der Wundheilung). Bei chirurgischen Eingri™en steigt das Risiko hypertropher Narbenbildung abhängig von der Spannung an den Wundrändern. Für Kinder mit Verbrennungen wurde gezeigt, dass eine verlängerte Wundheilung über 14 Tage mit einem deutlich erhöhten Risiko einer hypertrophen Narbenbildung assoziiert ist. Topisches Vitamin E, Calcipotriol und Tretinoin zeigten in Studien keine Verminderung einer hypertrophen Narbenbildung. Bei erhöhtem Risiko oder erhöhter Besorgnis der Eltern ist eine regelmäßige Reevaluation der Narbe oder eine prophylaktische Behandlung mit einem Narbengel sinnvoll. - Frage: Ab welchem Zeitpunkt nach einer Verletzung können Narbensalben im Kindesalter zum Einsatz kommen? Welche Therapiekonzepte und welche Inhaltssto“e sind hierbei zu empfehlen? Antwort: Die Wundheilung lässt sich in vier grobe Phasen einteilen. Nach der Verletzung besteht in den ersten Stunden zunächst eine exsudative Phase mit Exsudat von Fibrin und Blutbestandteilen, die koagulieren und den sichtbaren Wundschorf bilden. In der Umgebung sieht man häu g eine leichte Rötung als Zeichen der entzündlichen Reaktion, die dem primären Verschluss der Wunde und dem Schutz vor eindringenden Mikroorganismen dient. Zwischen Tag 1 und etwa Tag 3 folgt die Granulationsphase mit der Ausbildung von Granula tionsgewebe am Wundgrund, Makrophagen phagozytieren die Blutkoagel. Darauf folgt die Proliferationsphase (circa 4.–7. Tag) mit einwandernden Fibroblasten und der Bildung von Kollagen zur Konsolidierung der Wunde. Zuletzt folgt die Reparations- oder Maturationsphase, in der es zur Ausbildung der Narbe kommt (ab Tag 8). Klassische „Narbensalben“ beinhalten als aktive Inhaltssto™e entweder Silikone oder enzymatisch aktive Substanzen, die einer hypertrophen Narbenbildung entgegenwirken sollen (Zwiebelextrakt, Heparin, Allantoin). Flächige Silikonp›aster, möglichst mit Druck aufgebracht, sind in der Versorgung von Verbrennungspatienten ein erprobtes Verfahren, um hypertrophe Narbenbildung zu reduzieren. Silikongele lassen sich deutlich einfacher anwenden. Sie sind an manchen Lokalisationen die einzig mögliche Applikationsform. Der E™ekt ist in einigen kleineren Studien belegt. Der Wirkmechanismus ist nicht vollständig geklärt, entscheidend scheint jedoch der Okklusions- und Hydratationse™ekt zu sein. Des Weiteren soll die Hyperämie reduziert werden und damit auch die Kollagenablagerung. Für Narbengels mit Substanzen, die einer gesteigerten Kollagensynthese entgegenwirken sollen (Heparin, Zwiebelextrakt), gibt es ebenfalls kleinere Studien, die einen E™ekt zeigen. In der einzigen Vergleichsstudie zeigten sich Silikongel und -p›aster der Zwiebelextrakt/Allantoin/Heparin-Salbe überlegen. Beide Gruppen von Narbengelen sollen nur auf geschlossene Wunden, also etwa ab Tag 8 aufgetragen werden; bei kla™enden Wunden kann es auch länger dauern, bis ein vollständiger Verschluss vorliegt. In den ersten Phasen der Wundheilung geht es darum, das Eindringen von Keimen und damit eine Sekundärinfektion Haben Sie auch eine fachliche Frage? Das „consilium Dermatologie“ ist ein Service des Unternehmens InfectoPharm. Als Hautarzt haben Sie die Möglichkeit, Fragen zum gesamten Fachgebiet zu stellen. Schreiben Sie dazu eine E-Mail an . Ihre Frage wirdanonym an einen Experten weitergeleitet, Sie erhalten zeitnah eine schriftliche Antwort. Sie sind an weiteren spannenden Fragestellungen und Expertenstellungnahmen interessiert? Dann können Sie diese im Archiv unter www.infectopharm.com/consilium einsehen. Außerdem werden redaktionell ausgewählte, interessante Expertenstellungnahmen zusätzlich in der Zeitschrift „hautnah dermatologie“ publiziert. red


This is a preview of a remote PDF: https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs15012-018-2706-9.pdf

red. Haben Sie auch eine fachliche Frage?, hautnah dermatologie, 2018, 54-54, DOI: 10.1007/s15012-018-2706-9