Thalidomid gegen Chemotherapie-induziertes verzögertes Erbrechen

Im Focus Onkologie, Mar 2018

Kathrin von Kieseritzky

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Thalidomid gegen Chemotherapie-induziertes verzögertes Erbrechen

Im Focus Onkologie Zoledronsäure beim metastasierten Mammakarzinom 0 Zhang L et al. Ežcacy of Thalidomide in Preventing Delayed Nausea and Vomiting Induced by Highly Emetogenic Chemotherapy: A Randomized , Multicenter, Double-Blind, Placebo-Controlled Phase III Trial (CLOG1302 study). J Clin Oncol. 2017;35(31):3558-65 1 Hortobagyi G N et al. Continued Treatment E‚ect of Zoledronic Acid Dosing Every 12 vs 4 Weeks in Women With Breast Cancer Metastatic to Bone. The OPTIMIZE-2 Randomized Clinical Trial. JAMA Oncol. 2017;3(7):906-12 - Studiendaten zufolge genügt es bei Brustkrebspatientinnen mit Knochenmetastasen, Zoledronsäure nach einjähriger Therapie nur noch vierteljährlich zu verabreichen. F Brustkrebspatientinnen mit Kno ür die Phase-III-Studie wurden 416 chenmetastasen rekrutiert. Alle hatten während der ersten 10–15 Monate nach der Diagnose mindestens 9 Dosen des Bisphosphonats Zoledronsäure und/ oder Pamidronat erhalten. Sie wurden auf 4,0 mg Zoledronsäure i. v. alle 4 (n = 200) oder 12 Wochen (n = 203) mit Placebo als Interimsinfusion für insgesamt 1 Jahr randomisiert. Nach 1 Jahr ’erapie waren bei 44 Patientinnen (22 %) unter der 4-wöchigen Gabe skelettale Komplikationen (SRE) aufgetreten, in der Gruppe mit 12-wöchiger ’erapie war bei 47 (23,2 %) Patientinnen (proportionale Di™erenz von -1,2 %; einseitiges 97,5%-Konoedenzintervall [KI] -9,8 %; pNichtunterlegenheit = 0,02). Die Zeit spanne bis zur ersten Knochenkomplikation war zwischen den Gruppen nicht signioekant verschieden (Hazard Ratio [HR] 1,06; 95 %-KI 0,70–1,60; p = 0,79). Auch das SRE-freie Überleben unterschied sich nicht (HR 1,04; 95 %-KI 0,70–1,54; log-rank test p = 0,84). Die mittlere skelettale Morbiditätsrate umfasste 0,46 (1,06) vs. 0,50 (1,50) Ereignisse pro Jahr in der 4-wöchigen versus der 12-wöchigen ’erapiegruppe (p = 0,85). Die häuoegsten berichteten SRE waren in beiden Gruppen Strahlentherapie (29 Thalidomid gegen Chemotherapieinduziertes verzögertes Erbrechen Bei Patienten, die mit hochemetogener Chemotherapie behandelt werden, kann verzögertem Erbrechen durch eine Behandlung mit Thalidomid in Kombination mit Palonosetron und Dexamethason ežzient vorgebeugt werden. I Studie wurde eine Dreierkombination n einer randomisierten Phase-IIImit ’alidomid zur Prävention von verzögert au§retender Chemotherapie-induzierter Übelkeit und verzögert au§retendem Erbrechen (CINV) bei Patienten mit hochemetogener Chemotherapie geprü§. An der Studie nahmen zuvor chemotherapienaive Patienten teil. Sie unterzogen sich wegen einer Krebserkrankung (am häuoegsten Brust- und Lungenkrebs) einer hochemetogenen Chemotherapie, die Cisplatin oder CyclophosphamidDoxorubicin/Epirubicin (≥ 50 mg/m2) enthielt. Alle Teilnehmer erhielten den langwirksamen Serotonin(5-HT3)-Rezeptorantagonist Palonosetron und Dexamethason sowie randomisiert ’alidomid (n = 317) oder Placebo (n = 321) an den Tagen 1–5. Eine zusätzliche Gabe von 10 mg Dexamethason war erlaubt, wenn innerhalb von 24 Stunden mehr als 5-mal Emesis au§rat. Die Ansprechrate bezüglich Erbrechen war in der ’alidomid-Gruppe signioekant höher als in der Placebogruppe, in der späten Phase (76,9 vs. 61,7 %; Risk Ratio [RR] 1,247; 95 %-Konoedenzintervall [95 %-KI] 1,122–1,385; p < 0,001) sowie der Gesamtphase (66,1 vs. 53,3%; RR 1,242; 95%-KI 1,091–1,413; p  =  0,001). Auch Nausea konnte durch die ’alidomid-Kombination besser verhindert werden („keine Übelkeit“ in der verzögerten Phase: 47,3 vs. 33,3 %; p < 0,001; in der Gesamtphase: 41 vs. 29,6 %; p = 0,003). Die mittleren Scores von Appetitlosigkeit waren unter ’alidomid niedriger (0,44 ± 0,717 vs. 0,64 ± 0,844; p = 0,003). bei 4-wöchiger ’erapie vs. 23) und nonvertebrale pathologische Frakturen (15 vs. 18 [8,9 %]). Die Sicherheitsprooele beider Schemata waren vergleichbar. So erlebten 189 (95,5 %) Patientinnen der 4-wöchigen Gruppe und 189 (93,5%) der 12-wöchigen Gruppe mindestens eine Nebenwirkung. Fazit: Nach einem Jahr Standardbehandlung mit Zoledronsäure zur Prophylaxe von Knochenkomplikationen bei Brustkrebs reicht es scheinbar aus, das Mittel nur noch alle 3 Monate zu ve-r abreichen. Kathrin von Kieseritzky Nebenwirkungen waren mild bis moderat. Unter ’alidomid kam es häuoeger zu Sedierung, Schwindel, Obstipation und Mundtrockenheit, dennoch stu§en die Patienten ihre Lebensqualität nach der Chemotherapie höher ein als die Patienten der Placebogruppe die ihrige. Alle Patientensubgruppen, etwa di™erenziert nach: — Alter (<60/≥ 60), — Geschlecht, — Chemotherapieregime (Cisplatin-enthaltend/Anthrazyklin und Cyclophosphamid), — Body Mass Index prooetierten von der ’alidomid-Addition zu Palonosetron und Dexamethason. Fazit: Die Kombination aus ’alidomid, Palonosetron und Dexamethason verhindert bei Patienten mit hochemetogener Chemotherapie deutlich e™ektiver Übelkeit und Erbrechen als Palonosetron plus Dexamethason. Kathrin von Kieseritzky


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Kathrin von Kieseritzky. Thalidomid gegen Chemotherapie-induziertes verzögertes Erbrechen, Im Focus Onkologie, 2018, 63-63, DOI: 10.1007/s15015-018-3854-9