Inhalatives Steroid bei Kindern: Keine falsche Zurückhaltung!

Pneumo News, Feb 2018

Die Angst vor Frakturen sollte kein Grund sein, bei asthmakranken Kindern die Therapie mit inhalativen Kortikosteroiden zu beschränken. Falsche Zurückhaltung könnte sogar den gegenteiligen Effekt haben.

A PDF file should load here. If you do not see its contents the file may be temporarily unavailable at the journal website or you do not have a PDF plug-in installed and enabled in your browser.

Alternatively, you can download the file locally and open with any standalone PDF reader:

https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs15033-018-0869-z.pdf

Inhalatives Steroid bei Kindern: Keine falsche Zurückhaltung!

Inhalatives Steroid bei Kindern: Keine falsche Zurückhaltung! Risiko Kortisonangst PNEUMONEWS  2018; 10 (1) 43 - Kein erhöhtes Fraktur-Risiko Die Mediziner um Natasha Gray von der Kinderklinik in Toronto haben anhand von Krankenakten 3.384 Kinder im Alter zwischen 2 und 18 Jahren identioeziert, die nach einer Asthmadiagnose erstmals eine Fraktur erlitten hatten. Diesen „Fällen“ wurden jeweils vier asthmakranke Kinder ohne Fraktur gegenübergestellt, die in Alter, Geschlecht und Alter bei der Asthmadiagnose übereinstimmten. Kommentar von Beate Schumacher Die Behandlung mit inhalativen Kortikosteroiden (ICS) ist bei Eltern von asthmakranken Kindern häufig mit Ängsten besetzt. Das lässt sich auch aus dem Informationsblatt „Asthmatherapie bei Kindern“ herauslesen, das die Deutsche Atemwegsliga gerade fertiggestellt hat. Dort wird explizit darauf hingewiesen, dass „Nebenwirkungen des Kortisons bei dieser Art der Anwendung nur bei Verabreichung hoher Dosen auftreten“. Eine Sorge ist, dass eine ICS-Therapie die Knochenbildung stören und Frakturen fördern könnte. Diese Angst wird jetzt durch eine große FallKontroll-Studie aus Kanada entkräftet: Kinder mit Asthma hatten mit ICS nicht mehr Knochenbrüche als ohne. Eine erhöhte Frakturrate fand sich nur bei einer Behandlung mit oralen Kortikosteroiden. Für die Eltern von asthmakranken Kindern kann das eine wichtige Nachricht sein. Denn die Angst vor Nebenwirkungen verschlechtert die Therapieadhärenz. Eine unzureichende antientzündliche Basistherapie kann indes zum echten Risiko werden. Den Patienten drohen Asthmaanfälle und Aktivitätseinschränkungen und im schlimmsten Fall müssen sogar die mit erheblichen Nebenwirkungen belasteten oralen Kortikosteroide zum Einsatz kommen. Mehr als die ICS-Therapie kann daher die Angst vor ihr zum Risiko werden. Nach dem Abgleich von Risikofaktoren, darunter der Gebrauch oraler Kortikosteroide, war die Wahrscheinlichkeit einer Fraktur unabhängig vom Vorhandensein einer ICS-Behandlung im Vorjahr. Weder eine laufende noch eine kürzer oder länger zurückliegende ‡erapie (letztes Rezept vor 91–180 beziehungsweise 181–365 Tagen) wirkten sich auf die Frakturrate aus. Daran änderte sich nichts, wenn nur Patienten mit vielen Verordnungen oder höheren Dosierungen betrachtet wurden. Geschlecht und Alter waren ebenfalls unerheblich. Im Gegensatz dazu hatten Kinder, die innerhalb der letzten 365 Tage ein Rezept für ein systemisches Steroid erhalten hatten – verglichen mit Kindern ohne orales Steroid – ein um 17 % und damit statistisch signioekant erhöhtes Frakturrisiko. Besonders gefährdet waren hier Mädchen (Frakturrisiko plus 25 %) und Kindern mit einer Prednison(äquivalent)dosis > 30 mg pro Tag (plus 41 %). Laut den Autoren lassen sich die Ergebnisse „ziemlich gut“ mit anderen publizierten Daten vereinbaren. Die wichtigste Bo-t scha«: „Ärzte, die zur optimalen Kontrolle eines kindlichen Asthmas ein ICS verordnen, können wegen der fehlenden Assoziation zu Frakturen beruhigt sein.“ Angst vor Frakturen sei mithin kein Grund, den Gebrauch von ICS einzuschränken. Im Gegenteil könnten ICS die Asthmakontrolle verbessern und damit die Wahrscheinlichkeit für eine Exazerbation und die Notwendigkeit oraler Steroide reduzieren. „Ein breiterer indizierter Einsatz von ICS könnte daher sogar zu einem verminderten Frakturrisiko führen“, so die Autoren. Beate Schumacher Inhalative Kortikosteroide beeinträchtigen die Knochensubstanz von Kindern o enbar nicht. m ceo . b t/skcaaoood . ill o p ©


This is a preview of a remote PDF: https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs15033-018-0869-z.pdf

Beate Schumacher. Inhalatives Steroid bei Kindern: Keine falsche Zurückhaltung!, Pneumo News, 2018, 43-43, DOI: 10.1007/s15033-018-0869-z