Keine künstliche Flüssigkeitszufuhr in der Sterbephase

MMW - Fortschritte der Medizin, Mar 2018

Peter Stiefelhagen

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Keine künstliche Flüssigkeitszufuhr in der Sterbephase

MMW Fortschritte der Medizin Keine künstliche Flüssigkeitszufuhr in der Sterbephase MMW: Wie wirkt sich die Erfahrung mit dem Sterben im Krankenhaus auf das Verhältnis zum eigenen Tod aus? George: Nur wenige fühlen sich durch ihre Berufserfahrungen besser auf das eigene Sterben vorbereitet, einige sogar schlechter. Das Wissen um die eigene Endlichkeit - die sog. ontologische Konfrontation - ist für Ärzte und P eger hilfreich. Das zeigte sich in unserer Studie auch daran, dass die Erfahrung des Sterbens im persönlichen Umfeld als hilfreich für die beru iche Arbeit beschrieben wird. Umgekehrt stellt die Verdrängung des †emas sicher ein Risiko dafür dar, durch die beru iche Konfrontation mit dem Sterben überfordert zu sein. - MMW: Viele Befragte in Krankenhäusern und P egeheimen sehen ihre Einrichtung nicht als den Ort, an dem sterbende Angehörige gut aufgehoben wären … George: Das ist ein hartes Resümee, gerade weil es ja die Helfer sind, die am besten wissen, dass es gute und legitime Gründe für den Aufenthalt in einem Krankenhaus bzw. in einer P egeeinrichtung gibt. Passend dazu ist der Befund, dass die Kollegen, die in der ambulanten Betreuung arbeiten, das häusliche Umfeld eindeutig präferieren. MMW: Welche Botschaft aus der Studie möchten Sie den Entscheidern in Politik/Gesundheitswesen nahebringen? George: Den Weg weiter zu beschreiten, das Sterben zu Hause als Ziel zu verfolgen bzw. das häusliche Milieu in P ege heimen und auch in Krankenhäusern zu ermöglichen. Das Ideal ist ein inklusives Modell, wie es auch in der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen gefordert wird: menschenwürdiges Sterben im vertrauten Umfeld ermöglichen. Eine starke Konzentration von Sterbenden bringt neue Probleme hervor. Mit einer möglichst lebensnahen und häuslichen Versorgung wird es den Sterbenden und ihren Betreuern besser gehen. ■ Interview: Dr. Beate Schumacher Am Lebensende kann sie eine Belastung sein Den Patienten nicht verdursten lassen – dieser Grundsatz gilt bei Sterbenden nicht mehr. Auf assistierte Hydratation sollte in dieser Phase verzichtet werden. _ Die Frage, ob bei Sterbenden noch eine künstliche Zufuhr von Flüssigkeit erfolgen soll, wird immer wieder kontrovers diskutiert. „Unabhängig von anderen Behandlungszielen hat der Arzt bei Palliativpatienten in jedem Fall für eine Basisbetreuung zu sorgen“, so Dr. Klaus Maria Perrar. Dazu gehöre auch das Stillen von Hunger und Durst. Doch das Sterben dürfe durch Unterlassen, Begrenzen oder Beenden einer begonnenen †erapie ermöglicht werden, wenn dies dem Patientenwillen entspricht. „Dies gilt auch für die künstliche Nahrungsund Flüssigkeitszufuhr, zumal diese für Sterbende eine schwere Belastung dar Quälende Mundtrockenheit lindern! ) n e ll e d o m o t o F it m d ill b o b m y S ( o g a m i / d p e ©


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Peter Stiefelhagen. Keine künstliche Flüssigkeitszufuhr in der Sterbephase, MMW - Fortschritte der Medizin, 2018, 14-14, DOI: 10.1007/s15006-018-0312-8