DAS ZIEL: DER KOMPETENTE PATIENT

Der Freie Zahnarzt, Mar 2018

Nationaler Aktionsplan Gesundheitskompetenz. Infos über gesundheitsrelevante Fragen gibt es zuhauf. Aber verstehen und richtig anwenden können sie in Deutschland nicht viele Menschen. Deshalb hat eine Gruppe von Wissenschaftlern und Praktikern eine Strategie entwickelt, um die allgemeine Gesundheitskompetenz zu stärken.

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DAS ZIEL: DER KOMPETENTE PATIENT

DAS ZIEL: DER KOMPETENTE PATIENT AUTORIN: MELANIE FÜGNER - kcaaBn it /cvaeeonnA r G lf o o cSeoh irt /se H b o © „Bei Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“ – oder mal schnell Dr. Google. Die Flut an Informationen rund um Gesundheit und Krankheit ist heutzutage oƒine wie online grenzenlos. Dennoch zeigt eine aktuelle Studie, dass mehr als die Häl‡e der Bevölkerung in Deutschland eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz besitzt. Das bedeutet, der Mehrheit der ratsuchenden Personen (54 Prozent) fällt es schwer, gesundheitsrelevante Fakten zu ’nden, zu verstehen, einzuschätzen und nicht zuletzt anzuwenden. Das will ein Expertenteam aus Wissenscha‡ und Praxis mit dem „Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz“ ändern. INKOMPETENZ KOSTET ZEHN BIS 15 MILLIARDEN EURO Die Initiatoren – der AOK-Bundesverband, die Hertie School of Governance und die Universität Bielefeld – haben den Plan mit vier Handlungsfeldern und 15 konkreten Empfehlungen Mitte Februar in Berlin Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) übergeben. Oberstes Ziel ist es, das Gesundheitssystem nutzerfreundlicher zu gestalten und die Gesundheitskompetenz jedes einzelnen Bürgers zu stärken. Das scheint auch mit Blick auf vermeidbare Kosten notwendig zu sein. So entstehen nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation drei bis fünf Prozent aller Gesundheitskosten durch unzureichende Gesundheitskompetenz, die sich auf das eigene Wohlbe’nden auswirkt. Für Deutschland bedeutet das: zehn bis 15 Milliarden Euro. Um solchen Kosten vorzubeugen, soll der Aktionsplan in allen Bereichen des Gesundheitswesens verankert werden. Evidenzbasierte, transparente und laienverständliche Gesundheitsinformationen sollen ebenso Standard werden wie Akteure im Gesundheitswesen, die das für jedermann nachvollziehbar erklären können. SO FRÜH WIE MÖGLICH UND AUF ALLEN EBENEN Prävention steht dabei immer im Fokus. Eines der Handlungsfelder heißt: „Die Gesundheitskompetenz in allen Lebenswelten fördern“. Damit ist unter anderem gemeint, ¡emen wie etwa Konsum und Ernährung so früh wie möglich im Erziehungs- und Bildungssystem zu implementieren. Aber auch die Stärkung der Gesundheitskompetenz im Beruf und am Arbeitsplatz sehen die Experten als notwendiges Aufgabengebiet an. Nationaler Aktionsplan Gesundheitskompetenz. Infos über gesundheitsrelevante Fragen gibt es zuhauf. Aber verstehen und richtig anwenden können sie in Deutschland nicht viele Menschen. Deshalb hat eine Gruppe von Wissenschaftlern und Praktikern eine Strategie entwickelt, um die allgemeine Gesundheitskompetenz zu stärken. V. l. n. r.: Kai Kolpatzik (AOK-Bundesverband), Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, Doris Schae£er (Universität Bielefeld), Klaus Hurrelmann (Hertie School of Governance). Weitere Empfehlungen gehen in Richtung Gesundheitssystem, das transparenter, weniger bürokratisch und leichter zu verstehen sein soll. „Patienten müssen wissen, was übernimmt die Kasse oder wie sie im Krankenhaus die eine oder andere Fachabteilung ’nden“, nannte der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, zwei praktische Beispiele. Vorbild sein sollten auch bereits bestehende Projekte wie die sogenannten Faktenboxen, die vereinfacht visualisiert Infos zu bestimmten gesundheitlichen Problemen darstellen, ergänzte Litsch. Darüber hinaus beinhaltet der Aktionsplan auch noch Empfehlungen für den Bereich „Chronische Erkrankungen“ sowie den Aufruf, die Forschung zur Gesundheitskompetenz auszubauen. NETZWERKE AKTIVIEREN, AUF AKTEURE ZUGEHEN Alles in allem klang das für den Moment sehr theoretisch. Minister Gröhe bezeichnete das Papier als „Aufgabenhe‡“ und „Leitfaden“, den es nun abzuarbeiten gelte. Als nächste Schritte stehen an: Netzwerke zu aktivieren, auf Akteure zuzugehen, die Ideen in die Länder und Kommunen zu tragen und unterschiedliche Finanzierungstöpfe aufzutun. Erst danach wird sich zeigen, ob der Aktionsplan etwas bewirkt.


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Melanie Fügner. DAS ZIEL: DER KOMPETENTE PATIENT, Der Freie Zahnarzt, 2018, 29-29, DOI: 10.1007/s12614-018-7194-0