Intoxikationen mit Liquid Ecstasy

Medizinische Klinik - Intensivmedizin und Notfallmedizin, Jan 2018

M. Richter

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Intoxikationen mit Liquid Ecstasy

Intoxikationen mit Liquid Ecstasy M. Richter 0 1 0 Dr. M. Richter Pettenkoferstr. 14, 10247 Berlin , Deutschland 1 Berlin , Deutschland Leserbrief zu Im von Herrn Prof. Dr. Joannidis verfassten Artikel zum Thema „Vergiftungen mit psychotropen Substanzen“ wird Liquid Ecstasy/GHB als eine in Europa eher selten verwendete Partydroge beschrieben. Dies widerspricht meinen persönlichen Erfahrungen im Berliner Notarztdienst sowie meinen Erfahrungen im Rahmen meiner Tätigkeit in einer zentralen Notaufnahme eines Berliner Maximalversorgers. Liquid Ecstasy/GHB ist zumindest in Berlin insbesondere in der homosexuellen Partyszene mehr als fest etabliert. Eine statistische Erfassung, die dies auch zahlenmäßig belegt, liegt für Berlin meines Wissens jedoch nicht vor. Sehr regelmäßig, teilweise täglich besteht mit einer Häufung der Fallzahlen am Wochenende Patientenkontakt zu Personen, die mit entsprechenden Intoxikationen behandelt werden müssen. Problematisch ist hierbei, dass häufig Mischintoxikationen mit Alkohol und auch Ketamin sowie auch anderen psychotropen Substanzen vorliegen. Ich kann von schwerwiegenden Komplikationen, wie Aspirationen, hypoxischen Zuständen bis hin zu Reanimationen infolge des Konsums von Liquid Ecstasy/GHB, berichten. Auch Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung und Raub sind mir im Kontext mit dem Konsum dieser Substanzen im Notarztdienst bereits begegnet. Insofern möchte ich, zumindest aus Berliner Sicht, zu dem Schluss kommen, dass der Konsum von Liquid Ecstasy/GHB weiter verbreitet ist als im Artikel dargestellt. Insofern sollte, gerade im großstädtischen Bereich und in den Metropolregionen, das notfallmedizinische Personal für den Konsum von Liquid Ecstasy/GHB seiner Patienten sensibilisiert werden. Hierbei ist auch der Hinweis wichtig, dass Liquid Ecstasy/GHB oftmals in Tropfpipettenflaschen mitgeführt wird. Entsprechend durchsuchen wir suspekte Patienten auch dahingehend. Typisch ist aus meiner Sicht auch das plötzliche Erwachen der Patienten aus tiefster Bewusstlosigkeit heraus. Dies kann unter Umständen eine mögliche weitere Selbstgefährdung nach sich ziehen (unkontrollierte Extubation u. ä.). Entsprechende Warnungen an potenzielle Konsumenten hinsichtlich Konsum und Mischkonsum von Liquid Ecstasy/GHB wurden z. B. auch von der Drogenberatungsstelle „Fixpunkt Berlin“ verfasst [1]. Korrespondenzadresse Interessenkonflikt. M. Richter gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht. Literatur 1. http://www.fixpunkt-berlin.de/fileadmin/user_ upload/PDF/Infomaterial/Party-Flyer/6_GHB_2. 0.pdf. Zugegriffen: 02.11.2017


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M. Richter. Intoxikationen mit Liquid Ecstasy, Medizinische Klinik - Intensivmedizin und Notfallmedizin, 2018, 157-157, DOI: 10.1007/s00063-017-0398-2