Weitergabe des Übergewichts

pädiatrie: Kinder- und Jugendmedizin hautnah, Apr 2018

Springer Medizin

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Weitergabe des Übergewichts

Pädiatrie Lesen verschaltet das Gehirn Dr. Martin Claßen Chefredakteur - Mütterliches Übergewicht ist ein Risikofaktor für Übergewicht beim Kind. Jedoch spielen nicht nur alimentäre Faktoren eine Rolle. In einer prospektiven Studie wurden nun die Ein üsse des Geburtsmodus, des Darmmikrobioms des Kindes sowie des Body-Mass-Index der Mütter auf das Adipositasrisiko von 935 reifen Neugeborenen untersucht [Tun HM et al. JAMA Paediatr 2018 Feb 19]. Es erfolgte darüber hinaus eine Mikrobiomanalyse bei den Kindern. 382 der Mütter (40,9 %) waren übergewichtig. 7,5 % der Kinder zeigten Übergewicht im Alter von 1 Jahr, 10,4 % mit 3 Jahren. Verglichen mit Kindern normalgewichtiger Mütter, die vaginal geboren worden waren, hatten vaginal entbundene Kinder adipöser Mütter ein 3,3fach höheres Risiko für Übergewicht im Alter von 1 Jahr. Bei Kindern von adipösen Müttern, die per Kaiserschnitt zur Welt gekommen waren, war das Risiko 5-fach erhöht. Neben dem Geburtsmodus nahmen bestimmte Darmbakterien (Lachnospiraceae) Ein uss darauf, ob die Kinder ein Überge - wicht entwickelten. Damit ist klar, dass neben genetischen Faktoren auch der Geburtsmodus und die Darmmikrobiota das Adipositasrisiko der Kinder beein ussen. Es ist spannend, wie tiefgreifend die Ein üsse des Dickdarmmikrobioms sind. Darüber hinaus wird klar, wie viel Verantwortung Geburtshelfer, Hebammen und Neonatologen für langfristige Krankheitsrisiken haben. - k c o it S /s e g a m I y tt e G / N irs e i N ; m o c . e b o d a . k c o t/s k iits n V a illt a a N © Bedeutung für kindliche Entwicklung — Das Erlernen des Lesens erfordert die Entwicklung grundlegender kognitiver Fähigkeiten. In einer US-amerikanischen Studie wurde nun untersucht, welchen Ein uss neue Bildschirm-assoziierte Medien auf die „Verschaltungen“ der am Lesen beteiligten Hirnareale haben. Hierzu wurden 19 gesunde Kinder im Alter von 8–12 Jahren untersucht [Horowitz-Kraus T et al. Acta Paediatr 2018; 107:685–93]. Mithilfe von fMRT-Analysen konnte gezeigt werden, dass die Kinder, die mehr Zeit mit Lesen verbracht hatten, eine erhöhte funktionelle Verbindung in den entsprechenden Netzwerken des Gehirns aufwiesen. Es scheint ganz entscheidend darauf anzukommen, den Kindern früh den Spaß am Lesen nahezubringen und andererseits digitale Medien zeitlich zu begrenzen. Oft unerkannt und unbehandelt Obstipation zu selten diagnostiziert — Studien deuten darauf hin, dass Stuhlentleerungsprobleme bei vielen Kindern unerkannt bleiben. Um deren Prävalenz zu bestimmen, wurden 310 gesunde Kinder zwischen 3,5 und 15 Jahren mithilfe eines Fragebogens erfasst (bei den Kindern < 7 Jahre durch die Eltern) [Lindgren H et al. Acta Paediatr 2018 Jan 18]. 19 % der Kinder bis 7 Jahre und 16 % der älteren Kinder zeigten Symptome einer Obstipation. Mehr als die Hälfte der Kinder bekamen keine Behandlung, obwohl 51 % über Bauchschmerzen und 57% über übelriechende Darmgase berichteten. Auch fand man bei 9% Stuhlschmieren sowie bei 5 % eine Stuhlinkontinenz. Die Untersuchung zeigt, dass anamnestische Fragen nur zur Stuhlhäu©gkeit nicht ausreichen, um eine Obstipation zu erkennen. Insbesondere bei Kindern mit Bauchschmerzen muss an eine okkulte Obstipation gedacht werden. Zöliakie bei Kindern Kein Ein uss auf die Schulleistung — Chronische Erkrankungen können das Abschneiden in der Schule negativ beein ussen. Ob dies auch für die Zöliakie gilt, wurde in einer schwedischen Studie untersucht. Dazu wurden die Daten von 445.669 Kindern, die zwischen 1991 und 1994 geboren wurden, analysiert [Namatovu F et al. Arch Dis Child 2018;103:143–8]. Die Schulleistungen wurden mit Abschluss der 9. Klasse bewertet. Bei den Kindern mit Zöliakie gab es keine signi©kanten Unterschiede zu ihren gesunden Altersgenossen. Schlechtere Ergebnisse zeigten hingegen Kinder, die untergewichtig zur Welt gekommen waren und die bei allein erziehenden Eltern aufwuchsen. Diese erfreulichen Daten zeigen, dass Kinder mit Zöliakie unter glutenfreier Kost als gesund gelten können und ihre Gehirnentwicklung nicht negativ beein usst wird. Geburtsmodus und Mikrobiom Weitergabe des Übergewichts


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Springer Medizin. Weitergabe des Übergewichts, pädiatrie: Kinder- und Jugendmedizin hautnah, 2018, 3-3, DOI: 10.1007/s15014-018-1282-0