Bei Hormontherapie ist Bewegung die Polypille

Im Focus Onkologie, Apr 2018

Philipp Grätzel von Grätz

A PDF file should load here. If you do not see its contents the file may be temporarily unavailable at the journal website or you do not have a PDF plug-in installed and enabled in your browser.

Alternatively, you can download the file locally and open with any standalone PDF reader:

https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs15015-018-3891-4.pdf

Bei Hormontherapie ist Bewegung die Polypille

Im Focus Onkologie Bei Hormontherapie ist Bewegung die Polypille 33. Deutscher Krebskongress - Bei mit Aromatasehemmern (AI) in Langzeittherapie behandelten Brustkrebspatientinnen sind es u.a. Gelenkschmerzen, die ein erhebliches Problem darstellen und die Compliance gefährden. In einer Studie mit 121 Frauen mit Arthralgien unter AI-™erapie verringerte eine recht intensive Bewegungsintervention mit 150 Minuten aerobem Ausdauertraining pro Woche plus zweimal die Woche intensivem Kra training über zwölf Monate AI-assoziierten Arthralgien im Vergleich zur Kontrollgruppe um knapp ein Drittel. Dabei gelte es, geduldig zu bleiben, so Baumann. Es könnten schon mal neun Monate vergehen, bis die E ekte eindeutig sind [Irwin ML et al. J Clin Oncol. 2015;33(10):1104-11]. Zunehmend werden die E ekte sporttherapeutischer Maßnahmen auch auf andere unerwünschte Folgen einer langjährigen Antihormon-™erapie bei Prostatakarzinompatienten untersucht, etwa typische Veränderungen der Körperkomposition in Richtung einer Verringerung der fettfreien Körpermasse. Dass sich diese Veränderung mit einem relativ intensiven Sportprogramm bremsen bzw. sogar partiell umkehren lässt, wurde bereits vor einigen Jahren gezeigt [Galvao DA et al. J Clin Oncol 2010;28(2):340-7]. Die härteste Nuss bei Antihormontherapie ist der Abbau der Knochendichte. Unterschiedliche Bewegungsinterventionen hatten in Studien keinen Erfolg. Baumann berichtete aber über eine Studie, bei der Krankengymnastik, Kra -/ Ausdauertraining und Impact-Training bei Prostatakarzinompatienten unter Hormontherapie randomisiert verglichen wurden. Nur mit dem Impact-Training, nicht mit Kra -/Ausdauertraining oder Krankengymnastik sei es gelungen, die Knochendichte über sechs Monate konstant zu halten. Impact-Training ist ein relativ intensives Training mit „ruckartigen“ Bewegungen, die die Knochen stark fordern. Philipp Grätzel von Grätz Bericht vom 33. Deutschen Krebskongress vom 21. bis 24. Februar 2018 in Berlin. T ter (Anti-)Hormontherapien waren umorpatientinnen und -patienten unmit die ersten, bei denen klinische Forscher die positiven E ekte von gezielten Trainingsprogrammen auch wissenscha lich nachweisen konnten. Der „Klassiker“ ist die Fatigue. Freerk Baumann, Köln, berichtete über eine Metaanalyse, in die 113 randomisierte Studien Eingang gefunden haben [Mustian KM et al. JAMA Oncol. 2017;3(7):961-8]. Die Kernbotscha : Mit Bewegungstherapie bzw. allgemeiner mit Sport lässt sich die krebsassoziierte Fatigue hoch e ektiv lindern. Dies gelte vor allem dann, wenn sie früh im ™erapieverlauf begonnen werde, so Baumann: „Es ist schwieriger, eine Fatigue, die schon besteht, zu beseitigen. Bewegungstherapie und auch Psychoonkologie sind signi›kant wirksamer als pharmazeutische Interventionen, und sie sollten als Firstline-Behandlung angesehen werden.“ ++ DKK 2018 ++ Themen zur Supportivtherapie und Palliativmedizin gab es auf dem DKK 2018 viele. Erneut wurde auf die Bedeutung von Bewegung im Rahmen der Krebsbehandlung hingewiesen. Bedarfsorientierte Palliativmedizin Nicht am Behandlungspfad, sondern am Bedarf der Patienten sollten palliativmedizinische Angebote orientiert werden, forderte Florian Strasser, Sankt Gallen, Schweiz. roß ist die Skepsis unter einigen Onkologen, bereits vor Beginn einer potenziell lebensverlängernden ™erapie auch über die Möglichkeit zu sprechen, dass diese versagen könnte. Um Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung Ho nung zu geben, setzen viele Kollegen eher darauf, dem Patienten immer wieder jede mögliche ™erapie anzubieten. Das Gespräch über Präferens zen im Falle eines ungünstigen Verlaufs r eh würden sie dabei manchmal zu lange c r zBo verschieben, sagte Strasser. Er emp›ehlt irto einen doppelten Weg, der Chancen ©M sowie einen möglicherweise ungünsti


This is a preview of a remote PDF: https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs15015-018-3891-4.pdf

Philipp Grätzel von Grätz. Bei Hormontherapie ist Bewegung die Polypille, Im Focus Onkologie, 2018, 38-38, DOI: 10.1007/s15015-018-3891-4