Intensivmedizin – Der Mensch im Mittelpunkt

Medizinische Klinik - Intensivmedizin und Notfallmedizin, May 2012

Prof. Dr. U. Janssens

A PDF file should load here. If you do not see its contents the file may be temporarily unavailable at the journal website or you do not have a PDF plug-in installed and enabled in your browser.

Alternatively, you can download the file locally and open with any standalone PDF reader:

https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs00063-011-0063-0.pdf

Intensivmedizin – Der Mensch im Mittelpunkt

Sehr verehrte Kolleginnen und Kollegen! 0 1 2 0 U.Janssens Klinik fr Innere Medizin und Intensivmedizin, St.-Antonius-Hospital , Eschweiler 1 Bestellen Sie diese Ausgabe zum Preis von 35, - bei Springer Customer Service Center Kundenservice Zeitschriften Haberstr. 7 69126 Heidelberg Tel.: 2 Prof. Dr. U. Janssens Klinik fr Innere Medizin und Intensivmedizin, St.-Antonius-Hospital Dechant-Deckers-Str. 8 , 52249 Eschweiler 238 | Medizinische Klinik - Intensivmedizin und Notfallmedizin 4 2012 - Der Mensch im Mittelpunkt unter diesem Leitthema findet die diesjhrige gemeinsame Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft fr Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) und der sterreichischen Gesellschaft fr Internistische und Allgemeine Intensivmedizin und Notfallmedizin (GIAIN) in Kln statt. Die enormen technischen, diagnostischen und therapeutischen Erfolge der vergangenen Jahrzehnte haben zu einem fundamentalen demographischen Wandel mit immer lteren und multimorbiden Patienten nicht nur auf der Intensivstation gefhrt. Das Behandlungsteam auf der Intensivstation steht angesichts dieser Entwicklung vor immer greren medizinischen Herausforderungen und den hufig damit verbundenen ethischen Problemen. Immer wieder sind im Grenzbereich zwischen Leben und Tod uerst schwierige Entscheidungen zu treffen. Aufgabe des Arztes ist es, unter Achtung des Selbstbestimmungsrechtes des Patienten, Leben zu erhalten, Gesundheit zu schtzen und wiederherzustellen sowie Leiden zu lindern und Sterbenden bis zum Tod beizustehen. Die rztliche Verpflichtung zur Lebenserhaltung besteht daher nicht unter allen Umstnden. Es gibt Situationen, in denen sonst angemessene Diagnostik- und Therapieverfahren nicht mehr angezeigt und Begrenzungen geboten sind. Dann tritt eine palliativmedizinische Versorgung in den Vordergrund. Dieser Auszug aus den Grundstzen der Bundesrztekammer zur rztlichen Sterbebegleitung [1] gilt natrlich und insbesondere fr den schwer kranken Intensivpatienten. Palliativmedizinische Konzepte mssen ihren Weg auch auf die Intensivstation finden, denn gerade dort werden sie dringend bentigt. Eine regelrechte und adquate Kommunikation im Team, zwischen rzten und Schwestern, oder mit Patienten und deren Angehrigen bleibt weiterhin eine zu wenig beachtete Aufgabe. Mngel in der Kommunikation tragen wesentlich zu Fehlern bei. Gerade auf Intensivstationen knnen Fehler die Prognose der Patienten entscheidend zu deren Nachteil verndern. Aus diesem Grund mssen wir uns viel aktiver und strukturierter als bisher um einer Verbesserung der Patientensicherheit kmmern. Ein modernes Risiko- und Qualittsmanagement sollte auf jeder Intensivstation etabliert werden. Bezogen auf Kommunikation, Fehlermanagement und Qualittsverbesserung sollten wir mehr als bisher auch auf die Erfahrungen und Konzepte des kommerziellen Luftverkehrs zurckgreifen. Wir, die verantwortlichen rztinnen und rzte, mssen endlich anerkennen, dass die Intensivmedizin sich als High Reliability Organization (Hochzuverlssigkeitsorganisation) verstehen sollte. Wie in der Flugindustrie, bei Feuerwehren und Kernkraftwerken kommt es ganz besonders auf den professionellen Umgang mit unvorhergesehenen Ereignissen an. High Reliability Organizations [2] arbeiten nach 5 Prinzipien und F richten die Aufmerksamkeit eher auf ihre Fehler als auf ihre Erfolge, F schrecken vor grob vereinfachenden Interpretationen zurck, F entwickeln ein feines Gespr fr betriebliche Ablufe, F streben nach Flexibilitt und F haben groe Achtung vor fachlichem Wissen und Knnen und delegieren demzufolge die Entscheidungsverantwortung vor Ort. Angesichts der zunehmenden Bedeutung der Intensiv- und Notfallmedizin im Gesundheitswesen und gleichzeitig eines wachsenden Mangels an qualifiziertem Fachpersonal (pflegerisch wie rztlich) ist es unabdingbar, den Menschen in den Mittelpunkt unserer Bemhungen zu stellen. Eine qualitativ hochwertige Intensivmedizin darf sich nicht ausschlielich an einer rein medizinisch exzellenten Expertise ausrichten! Ethische Fragestellungen, der empathische Umgang mit Patienten, Angehrigen und Mitarbeitern, die Beachtung der Kommunikation, Stress und Burnout sowie die Etablierung eines robusten Fehlermanagements, aber auch konomische Analysen sind elementare Voraussetzungen einer modernen und vor allem zukunftsfhigen Intensivmedizin. Wir werden ohne langfristige Personalentwicklungsmanahmen in den kommenden Jahren groe Schwierigkeiten haben, Intensivstationen personell adquat auszustatten. Die Fachgesellschaften sind hier gefordert, aber auch die Gesundheitspolitik. Neben einer kontinuierlichen Aus- und Weiterbildung im Schwerpunkt Intensivmedizin muss heutzutage jungen, engagierten Intensivmedizinerinnen und Intensivmedizinern auch eine berufliche Zukunft in der Intensivmedizin garantiert werden. Ich bin als Kongressprsident unserer diesjhrigen Jahrestagung sehr froh, dass mir die Schriftleitung der Medizinische Klinik Intensivmedizin und Notfallmedizin die Mglichkeit gegeben hat, einige dieser Aspekte in einem kongressbegleitenden Themenheft aufzugreifen. Dabei mchte ich den Autoren ausdrcklich fr ihre hervorragenden Beitrge danken! Angesichts der hohen Arbeitsbelastung ist es keine Selbstverstndlich Ich darf Ihnen viel Freude beim Lesen dieser Ausgabe wnschen. Prof. Dr. Uwe Janssens Korrespondenzadresse Risikomanagement in der Akutmedizin Im Mittelpunkt jeder qualittsorientierten Gesundheitsversorgung steht die Sicherheit des Patienten. Gerade die Notfall- und die Akutmedizin ist ein Hochrisikoumfeld, in dem prventivem und systemorientierten Risikomanagement eine zentrale Bedeutung zukommt. Wichtig ist dabei, Dokumentation und Analyse im Risikoassessment gut in den notfallmedizinischen Alltag zu integrieren. In der Ausgabe 1/2012 von Notfall + Rettungsmedizin gibt das LeitthemaRisikomanagement in der Akutmedizin einen berblick ber aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und erfolgreiche Anwendungsstrategien. Die Schwerpunkte des Leitthemenheftes sind: -Risikomanagement und Human Factor in der Akutmedizin -Strukturiertes klinisches Risikomanagement in einer Akutklinik -Critical-Incident-Reporting-System (CIRS) -Risikoassessment zur Schadenprvention in der Akutmedizin -Medikamentengabe durch nichtrztliches Rettungsfachpersonal PS Vieles mehr rund um Ihr Fachgebiet finden Sie auf www.springermedizin.de


This is a preview of a remote PDF: https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs00063-011-0063-0.pdf

Prof. Dr. U. Janssens. Intensivmedizin – Der Mensch im Mittelpunkt, Medizinische Klinik - Intensivmedizin und Notfallmedizin, 2012, 238-239, DOI: 10.1007/s00063-011-0063-0