In memoriam Egon Weiss

The Journal of Juristic Papyrology, Apr 2018

Rafał Taubenschlag

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In memoriam Egon Weiss

JOURNAL OF PAPYROLOGY Seine wissenschaftliche Karriere Avar keine glückliche; es dauer te Jahre bis er das Extraordinariat (1919) und das Ordinariat (1933) erlangte. Doch dies entmutigte ihn nicht und hinderte ihn nicht, trotz aller Verbitterung, an seinem wissenchaftlichen Schaffen. Neben unzähligen Abhandlungen, die in der Savigny-Zeitschrift (Zur Geschichte der römischen Anwaltschaft, 1911; Zur Publizität der Prodigalitätserklärung im hellenistischen Recht 1912; Zwei Bittschriften aus Lydien 1915; Peregrinische Manzipationsakte 1916; Lance et licio 1922; Mandatela et custodela 1922; Zum Rechtsschutz der römischen Wasserleitungen 1924 ; Zum Rechtshilfevertrag aus Stymphalos 1926; Vor julianische Ediktsredaktion 1930; Schwund und Konservierung im römischen juristischen Schrifttum 1950), in den Jahresheften des österreichischen archäologischen Institutes (Bd. X V I I Zu den Milesischen Inschriften aus dem Delphinion; Bd. X V I I I , Zum Stadtrecht von Ephesos; Bd. X X I I I Römisch-germanischer Kaufvertrag vom J. 116 nach Chr.), in den Abhandlungen der athenischen Akademie der Wissenschaften (Die grosse Inschrift von Gortyn und ihre Bestimmungen über Selbsthilfe und Prozess 1948; Professio und testatio nach der lex Aelia Sentia und der lex Pappia 1948; Zwei, Beiträge zur Lehre vom geteilten Eigentum 1948), in Pauly-Wissova's Realenzyclopädie (ius civile, ius gentium, ius bonorum, epistula, Kataster, Kollektiveigentum, Exekution, Sklaven, Grundbücher, Kinderaussetzung, Legatum, Fremdenrecht, Novatio, Notbedarf, legisactio, manumissio, locatio-conductio, Sequester, laudatio, Personenstand), in Fest- und Gedenkschriften (Rechtskraft und Einrede, Festschrift Wach 1919; "Ιερά συγγραφή in Έπιτύμβιον Swoboda 1922; Errinnerung an Ludwig Mitteis 1922 — separat; Das Notenwerk des Probus, in Studi Riccobono 1931; Zum Testament des Ptolemaios Neoteros von Kyrene und seinen Beziehungen zum röm. Staatsrecht Mnemosyna Pappulia 1934; Rechtsvergleichung, Rechtsgeschichte und bürgerliches Recht, Festschrift Maurovic 1934; Die drei Fassungen des Interdictum uti possidetis, Festschrift Krach 1930; Die Verteilung der Vindizien und der Eigentumsschutz bei der legisactio sacramento in rem, Festschrift Peterka 1935; Prozessgesetze und Richterbestellung im Legisaktionenverfahren, Stritti in onore Sjialoja 1947; Zur Stadtrechtsgeschichte von Kyrene, Scritti in onore C. Ferrini 1949; Über das Standortproblem und die Bedeutung neuer Quellen für die historische Forschung, Festschrift Hrozny 1951; Untersuchungen zum neuen Gaius, Festschrift Sohulz 1952; Procurator ex testamento, Scritti in onore Y. Araiigio-Ruiz 1952), in Kongressakten (Der Einfluss der hellenistischen Rechte auf das römische, Roma 1933; Zur Entstehungsgeschichte des kirchlichen Matrikelwesens, Roma 1934; Schriftlichkeit und Mündlichkeit in der röm. Rechtsbildung, Verona 1946); neben zahlreichen Besprechungen in der Savigny-Zeitschrift, Krit. Vierteljahresschrift, Anzeiger für die Altertumswissenschaft, neben Studien in den römischen Rechtsquellen (1923), einer Römischen Rechtsgeschichte (1936) und Institutionen des römischen Privatrechts (I Aufl. 1938; II Aufl. 1948) — ist es hauptsächlich Das griechische Privatrecht auf rechtsvergleichender Grundlage I Bd. 1923, das ihm einen dauernden Platz in der Rechtswissenschaft sichert. Den Plan zu diesem Werk fasste der Verfasser im J. 1914 und ging seine Absicht darin, eine auf eigener Durcharbeitung der Inschriften, Papyri und Schriftsteller beruhende Darstellung des bürgerlichen griechischen Privatrechts, zu geben. Durch diese Zielsetzung sollte sich dieses Werk von den früheren einschlägigen Bearbeitungen (B e a u c h e t, L i p s i u s ) unterscheiden, die lediglich das attische Recht zum Gegenstande hatten. Die Anordnung des Werkes ist die, in der heute die Jurisprudenz, immer öfter, ein Rechtssystem zur Anschauung bringt. Es beginnt daher mit den allgemeinen Lehren, wo eine Bearbeitung bisher überhaupt fehlte und behandelt zunächst die Rechtsquellen, dann die Lehre vom Rechtssubjekt und Rechtsgeschäft, und die Zwangsvollstreckung. Der zweite Band, der leider nicht erschienen ist sollte das Personen- und Sachenrecht enthalten. Das Werk, das in der Literatur einzig dasteht, fand nicht die Anerkennung, die der Verfasser erwartete. Die Kritik P a r t s c h's im Archiv für Papyrusforschung VII, 269 ff. verbitterte ihn sehr. Die Anerkennung, die ihm P. M e y e r in Sav. Z. X L V I , 308 zollte, konnte jene Kritik nicht aufwiegen. Es war für ihn eine grosse Genugtuung, dass die Universität zu Athen ihm gerade für dieses Werk das Ehrendoktorat verlieh und die Akademie der Wissenschaften in Athen ihn zum korrespondierenden Mitglied wählte. Aber W e i s s betätigte sich nicht nur als Romanist; seine wissenschaftliche Tätigkeit erstreckte sich auch auf das moderne Recht. Ausser einer Reihe von tschechoslovakischen Gesetzeseditionen, veröffentlichte er mehrere Abhandlungen im Öst. Zentralblatt für die juristische Praxis (1913, 1915) und in der Juristenzeitung (1932), von denen die Abhandlung Zur Lehre von Schuld und Haftung im öst. Rechte (Zentralblatt 1913) das meiste Interesse erweckte. Die letzten Jahre seines Lebens waren durch politische Ereignisse vertrübt. Im J. 1938 von seinem Lehramte enthoben, verlor er das Recht der Benutzung der Universitätsbibliothek, damit auch jede Möglichkeit einer wissenschaftlichen Betätigung. Er lebte in strengster Zurückgezogenheit, im Kreise seiner Familie. Nach Beendigung des Krieges gelang es ihm nach Ueberwindung vieler Schwierigkeiten an der Universität Innsbruck die Stelle eines Honorarprofessors zu erhalten. In der letzten Zeit stellte sich bei ihm ein schweres Herzleiden ein, von dem ihn am 1 März 1953 der Tod erlöste. Mit W e i s s ist ein Gelehrter von grosser Begabung, grossem Wissen, und unglaublicher Produktivität dahingegangen, dabei ein Mensch von seltenen persönlichen Eigenschaften, den, jene die wie ich das Glück hatten ihm näher zu stehen, nie vergessen werden.


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Rafał Taubenschlag. In memoriam Egon Weiss, The Journal of Juristic Papyrology, 25-28,