Asthma — oder nur zu dick?

Pneumo News, Apr 2018

Wenn keuchende, schwer übergewichtige Patienten in der Praxis über „Asthma“ klagen, ist Vorsicht geboten. Denn möglicherweise sind die Symptome eher Folge der überflüssigen Pfunde auf den Rippen als ein pneumologisches Problem. Differenzialdiagnostisch kann das aber eine Herausforderung sein.

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Asthma — oder nur zu dick?

Asthma - oder nur zu dick? aber ohne Sensi- bilisierung oder Typ- -T-Helferzell-Immunreaktion. Ein Prob- lem das mit der steigenden Zahl von Patienten Es muss nicht immer die Chirurgie sein Die Gewichtsreduktion ist bei schwer Übergewichtigen mit Atemwegsproblemen ein wichtiger Bestandteil der Œerapie. Ist sie erfolgreich, verbessern sich auch die Atembeschwerden. So lässt sich mit einer bariatrischen Chirurgie nicht nur innerhalb von zwölf Monaten ein erheblicher Gewichtsverlust erreichen. Auch die Lungenfunktion und der ACQ (Asthma Contraol Questionnaire) verbessern sich, der Gebrauch von inhalativen Steroiden sinkt. „Es muss aber nicht immer die Chirurgie sein“, so Taube. Auch Rehabilitationsprogramme könnten helfen, Gewicht zu verlieren und die Lungenfunktion zu steigern, und hier insbesondere ein High-Intensity Training. - Risiko von Über- und Unterdiagnose Dass die Diˆerenzialdiagnose nicht immer einfach ist, zeigte eine Studie mit 86 adipösen Patienten, die für eine bariatrische Chirurgie vorgesehen waren. Bei 54 Patienten lautete die Überweisungsdiagnose „kein Asthma“, bei 32 Patienten dagegen „Asthma“. Von den vermeintlichen Asthmatikern zeigten jedoch nur 59 % tatsächliche eine reversible Atemwegsobstruktion und/oder eine bronchiale Hyperreagibilität. Bei 41% konnte die Diagnose dagegen nicht bestätigt werden. Umgekehrt wurde bei 31 % der Patienten, bei denen keine Asthmadiagnose gestellt worden war, nun Asthma neu festgestellt. Diese Ergebnisse deuten auf das Risiko einer Unterund Überdiagnose von Asthma bei schwer Übergewichtigen hin. FeNO bestimmen Wegweisend kann der Nachweis einer eosinophilen Entzündung in den Atemwegen sein. „Schauen Sie nach eosinophiler In£ammation“, empfahl Prof. Christian Taube, Direktor der Pneumologie an der Universität Essen. Als Marker für ein durch Eosinophile getriebenes Asthma kann die Messung des fraktionierten exhalierten Stickstoˆmonoxid s(FeNO) herangezogen werden (Kasteleyn MJ et al. Respiratory Research 2017;18:205). Bei Patienten mit Übergewicht und erhöhten FeNO-Wert über 25 ppb kann von Asthma ausgeAsthma bronchiale oder nicht? Wegweisend kann der Nachweis einer eosinophilen Entzündung in den Atemwegen sein. gangen werden. Bei Patienten mit niedrigerem FeNO liegt eher ein mit Übergewicht assoziiertes Asthma vor, bei dem die Symptomatik in Teilen Folge der Adipositas ist. m ceo . b t/skcaood . il p e G © Quelle: Symposium „Personalisierte Asthmatherapie“, 59. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. (DGP), 16. März 2018 in Dresden Asthmadiagnose durch FeNOMessung Die fraktionierte Messung von ausgeatmetem Stickstoffmonoxid (FeNO) ist eine nicht invasive Methode, um Entzündungsprozesse in den Luftwegen beim Asthma bronchiale zu erfassen. Hohe Stickstoffmonoxid-Konzentrationen in der Ausatmungsluft korrelieren mit dem Schweregrad der eosinophilen Entzündung und können daher als Marker für ein durch Eosinophile getrie benes Asthma herangezogenen werden. Die Sensitivität und Spezifität des Verfahrens schwankt allerdings je nach Studie. Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2016 kam auf Werte von 65 % und 82 %. Bei Patienten mit Übergewicht kann bei einem FeNO-Wert über 25 ppb von Asthma bronchiale ausgegangen werden.


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Beate Fessler. Asthma — oder nur zu dick?, Pneumo News, 2018, 41-41, DOI: 10.1007/s15033-018-0893-z