NSCLC mit Treibermutation: Bessere Prognose unter TKI-Sequenz

Info Onkologie, Apr 2018

Bei EGFR- und ALK-Mutationen profitieren NSCLC-Patienten offenbar von einer sequentiellen TKI-Therapie.

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NSCLC mit Treibermutation: Bessere Prognose unter TKI-Sequenz

NSCLC mit Treibermutation: Bessere Prognose unter TKI-Sequenz 0 59. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin , Dresden, 14. bis 17. März 2018 59. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin, Dresden, 14. bis 17. März 2018 kungen sollten im ‡erapieverlauf systematisch z. B. mittels Tagebuch oder Fragebogen dokumentiert werden. Als wichtig wertete Schumann die Messung der Lungenfunktion, um Pneumonitiden rechtzeitig zu erkennen. Von der European Society for Medical Oncology (ESMO) wurden Leitlinien zum Management immunvermittelter Nebenwirkungen publiziert [Haanen J et al. Ann Oncol 2017;28(suppl 4):iv119-iv142]. Zur optimalen Dauer der Immuntherapie gibt es bislang kaum Daten. Die Studie CheckMate-153, in der Patienten nach einjähriger Nivolumab-‡erapie zur Fortsetzung oder zur Beendigung der Behandlung randomisiert wurden, weist jedoch auf den Vorteil einer längerfristigen Checkpointblockade hin [Spiegel D et al. ESMO. 2017;Abstr 1297O]. Mit Pembrolizumab ist die Checkpointblockade bereits in der ersten ‡erapielinie angekommen. In zahlreichen Studien werden derzeit intensivierte Ansätze geprü¦. So konnte die Vierfachtherapie mit Carboplatin, Paclitaxel, Bevacizumab und Atezolizumab in der Studie IMpower 150 die 1-Jahres-Rate des PFS im Vergleich zum Tripelregime ohne PD-L1-Blocker verdoppeln (37 vs. 18 %; p < 0,0001) [Reck M et al. ESMO-IO. 2017;Abstr LBA1-PR]. Pembrolizumab in Kombination mit einer Standardchemotherapie war der alleinigen Chemotherapie in der Studie Keynote-012 bei PFS und Gesamtüberleben eindeutig überlegen [Papadimitrakopoulou VA et al. ASCO. 2017;Abstr 9094). Und CheckMate-012 liefert positive Hinweise für die hohe E ektivität der dualen Checkpointblockade mit Nivolumab/Ipilimumab, wobei Patienten mit hoher PD-L1-Expression besonders stark pro tierten [Hellmann MD et al. ASCO. 2016;Abstr 3001]. Katharina Arnheim - Anteil älterer NSCLC-Patienten wächst stetigl Deutschland gehört bereits heute weltweit zu den Ländern mit dem höchsten Anteil an ≥ 80-Jährigen – und die Lebenserwartung nimmt weiter zu. Damit steigt auch die Inzidenz von Krebserkrankungen. Die wachsende Zahl älterer Tumorpatienten spiegelt sich in einer Analyse der Evangelischen Lungenklinik Berlin wider, für die Daten von knapp 7.100 zwischen 2001 und 2015 behandelte Patienten mit histologisch gesichertem Lungenkarzinom ausgewertet wurden [Tessmer A et al. Pneumologie. 2018;72(SO1):Abstr. P166]. Im Jahr 2001 waren die Patienten median 67,3 Jahre alt, zehn Jahre später b-e reits median 69,3 Jahre und 2015 median 69,7 Jahre. Entsprechend nahm auch der Anteil ≥ 75-jähriger bzw. ≥ 80-jähriger Patienten mit der Zeit zu: Patienten der ersten Gruppe stellten 2001 nur 11,5%, 2015 aber bereits 26,7% des Gesamtkollektivs und damit ein gutes Viertel aller Patienten des Lungenkrebszentrums. Der Anteil der ≥ 80-Jährigen verdreifachte sich in diesem Zeitraum: von 3,4% in 2001 auf 9,6% bis 2015. Antje Tessmer, die die Untersuchung in Berlin vorstellte, wies darauf hin, dass diese älteren Patienten wegen der häufigen Begleiterkrankungen und der deshalb notwendigen Komedikationen, physiologischer Organveränderungen und geriatrischer Syndrome eine große Herausforderung im klinischen Alltag darstellen. Die Behandlung ist daher komplex, sodass von Fachgesellschaften ein geriatrisches Assessment vor Therapiebeginn empfohlen wird. Katharina Arnheim Checkpointblockade tre en lassen. De niert ist die TMB als Gesamtzahl aller proteinverändernden Mutationen in einer Probe. Neue Leitlinie zum Nebenwirkungs-Management Die Immuntherapie wird generell meist gut vertragen; höhergradige Toxizitäten (Grad ≥ 3) sind selten. Eventuelle NebenwirBericht vom 59. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin vom 14. bis 17. März 2018 in Dresden. Bei EGFR- und ALK-Mutationen profitieren NSCLCPatienten offenbar von einer sequentiellen TKI-Therapie. Beim nichtkleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) mit molekularen Alterationen sind Tyrosinkinaseinhibitoren (TKI) heute Erstlinienstandard, da im Vergleich zur Chemotherapie eine höhere E ektivität bei besserer Lebensqualität erreicht wird. Inzw-i schen gibt es TKI der zweiten und dritten Generation, die nach Resistenzentwicklung unter einem Erstgenerations-TKI wirksam sind, erklärte Julia Roeper, Oldenburg. Eine retrospektive Analyse des NOWEL-Netzwerks verdeutlicht, dass Patienten mit EGFR-mutiertem oder ALK-positivem NSCLC nach Progress möglichst einer Zweitlinientherapie mit einem neueren TKI zugeführt werden sollten, da progressionsfreies (PFS) und Gesamtüberleben (OS) so erheblich verlängert werden [Roeper J et al. Pneumologie. 2018;72(S 01):Abstr P296]. Ausgewertet wurden die Daten von 1.477 Patienten mit nichtpla-t tenepithelialem NSCLC im Stadium IV, von denen 64% auf molekulare Alterationen getestet wurden. Bei 16% wurden EGFRMutationen, bei 4% ALK-Translokationen nachgewiesen. EGFRmutationspositive Patienten überlebten median deutlich länger als Patienten mit EGFR-Wildtyp (27 vs. 11 Monate). Auch war die Anspechrate auf einen EGFR-TKI in der Erstlinie signi kant höher als unter einer Chemotherapie (77 vs. 54%). Patienten, die rstline einen TKI der ersten oder zweiten Generation erhielten, überlebten median 23 Monate. Durch den Einsatz des Drittgenerations-TKI Osimertinib in der zweiten Linie wurde das Überleben mit median 67 Monaten fast verdreifacht. Das PFS verbesserte sich von median nur fünf Monaten unter Erst- und Zweitgenerations-TKI auf elf Monate bei anschließender Osimertinib-Behandlung. Auch bei den ALK-positiven Tumoren gelang bei Verwendung von Zweit- und Drittgenerations-TKI wie Ceritinib und/oder Alectinib/Brigantinib nach Versagen von Crizotinib eine OSVerlängerung auf 25 Monate. Damit führt der sequenzielle Einsatz von EGFR- und ALK-Inhibitoren auch im klinischen Alltag zu einer erheblichen Verbesserung des klinischen Ergebnisses, resümierte Roeper. Katharina Arnheim


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Katharina Arnheim. NSCLC mit Treibermutation: Bessere Prognose unter TKI-Sequenz, Info Onkologie, 2018, 52-52, DOI: 10.1007/s15004-018-6070-z