Wie gefährlich ist Feinstaub für die Lunge?

Pneumo News, Apr 2018

Das Thema „Luftschadstoffe und Gesundheit“ wird intensiv und auch kontrovers diskutiert. Mehr zu aktuellen Datenlage erfuhr man auf der Hannover Herz Lungen Messe.

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Wie gefährlich ist Feinstaub für die Lunge?

PNEUMONEWS  Wie gefährlich ist Feinstaub für die Lunge? pH-Metrie eindeutige Hinweise für eine Re'uxkrankheit ergeben“, so Kreuter. Es sei nicht sinnvoll, jeden Patienten mit einem unklaren Husten blind mit einem PPI zu behandeln. Am Ende der diagnostischen Stufenleiter stehen die Bronchoskopie evtl. mit einer Biopsie und die hochau'ösende Computertomogra‹e. Letzteres dient dem Nachweis einer interstitiellen Lungenerkrankung. „Die neuen ¥erapiestrategien bei der Lungen‹brose wie Anti‹brotika und ¥alidomid wirken auch antitussiv“, so Kreuter. In einer neueren Studie ließ sich nachweisen, dass bei diesen Erkrankungen inhalative Chromoglycinsäure den Husten lindern kann. - Ungünstige Gesundheitse ekte von Feinstaub sind sowohl bei relativ niedrigen Konzentrationen wie in Europa und den USA als auch bei hohen Werten wie in Asien nachweisbar, wobei es regionale Unterschiede gibt. Weltweit habe man eine erhöhte Gesamtmortalität belegen können, so Prof. Joachim Heinrich, Direktor des Instituts für Umweltmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Auch das Risiko für eine COPDExazerbation sei weltweit gesteigert, in Europa aber nicht sehr deutlich. Sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen komme es zu einer geringfügigen, aber statistisch signi‹kanten Einschränkung der Lungenfunktion. Das Risiko für eine Asthmaexazerbation ist weltweit erhöht, doch es besteht nur ein geringes bzw. fragliches Risiko bzgl. der Asthmainzidenz sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen. Kinder tragen aber ein deutlich erhöhtes Risiko für Atemwegsinfektionen bzw. Pneumonien und bei Erwachsenen ‹ndet sich ein stark erhöhtes Lungenkrebsrisiko. „Eine erhöhte Feinstaubexposition ist immer mit einer geringen systemischen In‘ammation assoziiert, sodass ein Zusammenhang mit anderen Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall diskutiert werden muss“, so Heinrich. Erhöhtes Risiko für Lungenkrebs Die nachteiligen gesundheitlichen Wirkungen von Lu”schadsto en sind durch experimentelle bzw. Human-Expositionsstudien und durch epidemiologische Studien ausreichend belegt. Dabei wurden auch im Rahmen des Forschungsprojekts ESCAPE (European Study of Cohorts for Air Pollution E ects) Fragestellungen im Hinblick auf die Entstehung von Atemwegserkrankungen untersucht. caen iillrt-c Die Gesundheitsrisiken von Feinstaub a e u p /ap tre en große Teile der Bevölkerung. d rt/au M an ijr a M © Die Analyse der Längsschnittdaten von über 300.000 Probanden ergab nach einem Follow-up von im Mittel 12,8 Jahren ein um 22 % statistisch signi‹kant erhöhtes Risiko für Lungenkrebs. Die Mortalität an nicht malignen respiratorischen Ursachen war nicht statistisch signi‹kant erhöht. Das Risiko für eine COPD war nur bei Frauen und Nierauchern signi‹kant erhöht. Eine Langzeitexposition war nicht mit Symptomen der chronischen Bronchitis wie Husten und/oder Auswurf assoziiert. Für die Inzidenz von Asthma fand sich aber eine statistisch signi‹kante Risikozunahme. Auch das Pneumonierisiko war vor allem bei Kindern erhöht, keine substanziellen E ekte wurden im Hinblick auf das Au”reten von Pseudokrupp beobachtet. „Die Gesundheitsrisiken sind insgesamt gesehen eher klein, aber es sind große Teile der Bevölkerung betro en“, resümierte Heinrich. Das Attributivrisiko sei hoch und Feinstaub sei deshalb einer der wichtigsten Faktoren für die „Global Burden of Disease“. Dazu komme ein enormer volkswirtscha”licher Schaden. Dr. med. Peter Stiefelhagen


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Peter Stiefelhagen. Wie gefährlich ist Feinstaub für die Lunge?, Pneumo News, 2018, 49-49, DOI: 10.1007/s15033-018-0900-4