Grundlagenforschung, Epidemiologie und Klinik — Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung im Überblick

Info Diabetologie, Apr 2018

Springer Medizin

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Grundlagenforschung, Epidemiologie und Klinik — Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung im Überblick

Ausbau der Datenbasis für mehr Prävention PD Dr. Wolfgang Rathmann 0 MSPH (USA) 0 0 Stellvertretender Direktor am Institut für Biometrie und Epidemiologie Deutsches Diabetes-Zentrum Düsseldorf (DDZ) und Mitglied im Research Coordination Board des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) Auf'm Hennekamp 65 , 40225 Düsseldorf Grundlagenforschung, Epidemiologie und Klinik - Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung im Überblick Im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) arbeiten Experten aus Grundlagenforschung, Epidemiologie und klinischer Anwendung deutschlandweit zusammen. Durch diesen translationalen Forschungsansatz können Beobachtungen aus epidemiologischen Studien im Labor überprüft und die Ergebnisse aus dem Labor schneller in die klinische Anwendung überführt werden. Ziel des DZD ist es, die Erkenntnisse der Diabetesforschung möglichst schnell zum Patienten zu bringen, um Diabetes vorzubeugen und zu behandeln sowie Folgeerkrankungen zu vermeiden. Partner im DZD sind das Deutsche Diabetes-Zentrum in Düsseldorf, das Deutsche Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke, das Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, das Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen des Helmholtz Zentrum München an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und das Paul-Langerhans-Institut Dresden des Helmholtz Zentrum München am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden. Zur Komplettierung und Stärkung der wissenschaftlichen Kompetenz integrierte das DZD einzelne Diabeteswissenschaftler und -forschungsgruppen an den Universitäten in Heidelberg, Köln, Leipzig, München und Lübeck als assoziierte Partner. Weiterhin sind Wissenschaftler des ehemaligen Kompetenznetzes Diabetes mellitus Projektpartner im DZD. - Was ist denkbar, um die diabetesbedingte Sterblichkeit zu mindern? Rathmann: Laut der Global Burden of Disease Studie mit weltweiten Daten stieg die absolute Anzahl der mit Diabetes assoziierten Todesfälle in den letzten 10 Jahren um 32 %. Allerdings zeigen internationale Studien, dass die altersspezi schen Mortalitätsraten bei Menschen mit Diabetes gesunken sind. Dies ist kein Widerspruch, sondern die Konsequenz aus der Alterung der Bevölkerung und der damit verbundenen Zunahme der absoluten Zahl der Menschen mit Diabetes. Der positive Trend ist sehr wahrscheinlich auf die bessere Versorgung, d.h. verbesserte Einstellung der Glukose-, Lipid- und Blutdruckwerte, zurückzuführen. Dennoch sollte die diabetesbedingte Mortalität weiter reduziert werden, z.B. durch Prävention oder umfassendere Betreuung von Risikogruppen wie Menschen mit niedrigem sozioökonomischem Status. Untersuchungsergebnisse deuten darauf hin, dass vor allem die klassischen Komplikationen wie Myokardinfarkte, Schlaganfälle, Amputationen und Erblindungen reduziert werden konnten. Dies wird in Zukun“ zum Anstieg der durchschnittlich gelebten Jahre mit Diabetes führen. Die klassischen makrovaskulären Komplikationen werden wohl vermehrt im mittleren Lebensalter au“reten, im hohen Alter sind vorrangig altersbedingte kognitive Erkrankungen, Krebserkrankungen und diabetesbedingte Nierenerkrankungen zu erwarten. Schließlich gibt es erste Hinweise aus randomisierten Studien, dass einzelne glukosesenkende Medikamente bei Typ-2-Diabetes-Patienten mit erhöhtem vaskulärem Risiko die kardiovaskuläre Mortalität senken können. Derzeit gibt es aber noch Unklarheiten, z.B. ob die positiven E—ekte auch auf Patienten mit niedrigem vaskulärem Risiko übertragbar sind. Welche Wirkmechanismen den günstigen kardiovaskulären E—ekten zugrunde liegen ist ebenfalls noch unklar. Welche Forschungsprojekte sind in diesem Bereich noch geplant? Rathmann: Derzeit sind zwei Folgeprojekte geplant: Zum einen werden wir die diabetesbedingte Sterblichkeit bei Personen mit unentdecktem Typ-2-Diabetes abschätzen. Wir gehen nämlich davon aus, dass mindestens 2 % der Bevölkerung einen Diabetes haben, ohne dass er diagnostiziert ist. In einem weiteren Projekt werden wir die diabetesbedingte Sterblichkeit der Menschen mit bereits diagnostiziertem Diabetes erstmals komplett anhand von Mortalitätsdaten aus Deutschland berechnen. Für die aktuelle Schätzung lagen uns keine validen Mortalitätsdaten für Deutschland vor, sodass wir Schätzungen aus dem dänischen nationalen Diabetesregister herangezogen haben.


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Springer Medizin. Grundlagenforschung, Epidemiologie und Klinik — Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung im Überblick, Info Diabetologie, 2018, 51-51, DOI: 10.1007/s15034-018-1284-6