KRANKENHAUS-REPORT 2018

Heilberufe, Apr 2018

Springer Medizin

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KRANKENHAUS-REPORT 2018

Das P egemagazin - Das P egeberufegesetz führt die bisher getrennt geregelten P egeausbildungen Alten-, Kranken- und Kinderkrankenp eger zusammen. Nach langer Diskus sion hat sich die Koalition dabei im vergangenen Sommer noch in der alten Legislaturperiode auf eine zweijährige gemeinsame, generalistisch ausgerichtete Ausbildung geeinigt. Im dritten Jahr ist dann eine Spezialisierung möglich. Die einheitliche Ausbildung soll einen Wechsel zwischen den drei bisher getrennten Berufen erleichtern. Davon verspricht sich die Koalition eine höhere Attraktivität des P egeberufs und damit mehr Berufseinsteiger. Auch die Akademisierung der P ege nimmt mit der Verordnung Fahrt auf. Bislang gibt es in Deutschland kaum 10.000 Absolventen von P egestudiengängen in P egemanagement und -praxis. Bundesrat pocht auf Personaluntergrenzen Unterdessen hat der Bundesrat darauf gepocht, Verbesserungen beim P egepersonal in Krankenhäusern nicht auszuhöhlen. Die bereits zum 1. Januar 2019 geplanten Personaluntergrenzen müssten für alle Stationen und Notaufnahmen sowie tagsüber und auch nachts ge-l ten, forderte die Länderkammer in einer Entschließung. Die Personalschlüssel dür‰en nur mit Fachpersonal erfüllt werden, nicht mit Auszubildenden oder Hilfskrä‰en. Zusätzliche Personalkosten sollten voll aus Mitteln der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt werden und dür‰en nicht die Krankenhäuser belasten. Zum 1. Januar 2019 sollen die Spitzenverbände von Krankenkassen und Krankenhäusern Personaluntergrenzen für p egeintensive Bereiche einführen – und auch festlegen, was genau darunter fällt. Sollte eine Vereinbarung nicht zustande kommen, wäre nach Angaben des Bundesrats das Bundesgesundheitsministerium am Zug, dies per Verordnung zu regeln. www.aerztezeitung.de KRANKENHAUS REPORT 2018 Drängender Reformbedarf für die Krankenhäuser Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) sieht in den Ergebnissen des Krankenhaus-Reports 2018 „Bedarf und Bedarfsgerechtigkeit“ einerseits den drängenden Reformbedarf der Krankenhäuser, andererseits aber auch einige Lösungsansätze. „Noch immer leisten wir uns im deutschen Gesundheitssystem teure Doppelstrukturen, die ökonomiegeleiteten Anreize zur Fehl- und Überversorgung in den Kliniken sind unverändert stark, Strukturreformen der Krankenhauslandschaft werden nicht oder nur halbherzig angegangen. In Deutschland wurden 2016 knapp 93 Milliarden Euro für die Krankenhausversorgung ausgegeben. Das ist im europäischen Vergleich Spitze. Die Outcomes dagegen und das Versorgungsniveau sind allenfalls Mittelmaß. Wie ist das den Versicherten, den Patientinnen und Patienten gegenüber noch zu rechtfertigen?“ fragt DBfK-Sprecherin Johanna Knüppel. „Das Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) ist seit mehr als zwei Jahren in Kraft. Es sollte die Qualität der Krankenhausversorgung verbessern und die Pflege auf den Stationen verstärken. Beide Effekte sind bisher nicht erkennbar eingetreten, ganz im Gegenteil. Die Pflege in den Krankenhäusern kollabiert, die Situation ist dramatisch. Für ein Abwarten ist einfach keine Zeit mehr, es darf nicht wieder einmal nur bei Ankündigungen bleiben. Wir fordern die zuständigen Ministerien in Bund und Ländern auf, endlich ernst zu machen mit ihren Ansagen, die professionelle Pflege stärken zu wollen.“ Krankenhausökonomen betrachten Pflege in erster Linie als Kosten-, nicht als Wertschöpfungsfaktor. Wie falsch das ist, wissen betroffene Patienten am besten, sie erleben es Tag für Tag. Der gut gemachte Eingriff reicht nicht. Kein Patient hat etwas davon, einen technisch hochgerüsteten Bettplatz zu haben, aber pflegerisch unversorgt zu sein. Pflege ist in den Krankenhäusern ein wesentlicher Teil des Behandlungsprozesses, kein Nice-tohave, solange das Geld reicht. Die DRGKalkulation sieht derzeit jährlich einen Anteil von ca. 18 Milliarden Euro für Pflege in den Kliniken vor. Viel davon kommt bei der Pflege allerdings nicht an. Wo bleibt das Geld? Für Pflege bestimmte Geldmittel der Krankenhäuser müssen künftig zwingend auch in die Pflege fließen. Der Fokus der Krankenhausversorgung muss grundsätzlich auf Qualität, Ergebnisse und Nachhaltigkeit gelegt werden – betrachtet und gemessen aus der Patientenperspektive. Damit bekommt die Pflege wieder den Stellenwert, der ihr gebührt und den kranke und pflegebedürftige Menschen brauchen. Die deutsche Krankenhaus-Landschaft gehört auf den Prüfstand, das Bett als alleinige Planungsgrundlage reicht bei weitem nicht mehr aus. Wir brauchen einen qualitätsorientierten Umbau der Krankenhausstrukturen. Wir brauchen Gesamtversorgungskonzepte für Regionen, hier muss innovativ, sektorenübergreifend und interprofessionell gedacht und geplant werden. Strukturveränderungen sind in erster Linie eine Chance, die genutzt werden muss. Dazu sind auf allen Ebenen politischer Mut, Kraft und auch eine gewisse Konfliktbereitschaft nötig, um die dringend erforderlichen Veränderungen auch umzusetzen.


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Springer Medizin. KRANKENHAUS-REPORT 2018, Heilberufe, 2018, 57-57, DOI: 10.1007/s00058-018-3474-y