Dysthyreosen können dem Herzen schaden

MMW - Fortschritte der Medizin, May 2018

Silke Wedekind

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Dysthyreosen können dem Herzen schaden

MMW Fortschritte der Medizin Ran an den Speck! 0 32. Kölner Schilddrüsen-Seminar „Schilddrüse 2018 - Interaktion mit anderen Organsystemen“; Köln , März 2018, Veranstalter: Sano“-Aventis 1 Launch-Pressekonferenz „Mysimba: Duales Wirkprinzip bei Adipositas“; Frankfurt, Januar 2018, Veranstalter: Cheplapharm Schilddrüsenfehlfunktionen - _ Seit dem 1. Februar 2018 ist mit Mysimba® ein neues Abnehmpräparat verfügbar. Das oral einzunehmende Präparat ist angezeigt als Ergänzung zu einer kalorienreduzierten Diät und vermehrter körperlicher Aktivität bei erwachsenen Patienten mit einem Body Mass Index von ≥ 30 kg/m2. Bei Risikopatienten mit mindestens einer gewichtsbezogenen Begleiterkrankung wie Typ-2-Diabetes ist eine Anwendung bereits bei einem BMI zwischen 27 und 30 möglich. Für eine adjuvante Pharmakotherapie muss mindestens eine der beiden Voraussetzungen erfüllt sein: • Gewichtszunahme > 5% des Ausgangsgewichts innerhalb von sechs Monaten nach einer Phase der Gewichtsreduktion • Gewichtsabnahme < 5% des Ausgangsgewichts innerhalb von sechs Monaten unter Basistherapie. Mysimba® enthält den Opioid-RezeptorAntagonisten Naltrexon (8 mg), der bereits zur Behandlung bei Opioid- und Alkoholabhängigkeit zugelassen ist, sowie Bupropion (90 mg), einen Dopaminund Noradrenalin-WiederaufnahmeHemmer, der bei der Rauchentwöhnung eingesetzt wird. „Der duale ZNS-gängige Wirkmechanismus kann das Hungerund Belohnungszentrum im Gehirn regulieren“, erklärte Prof. Matthias Blüher vom Uniklinikum Leipzig. a ilt o o F /se g a m ir e n r e w © Die Wirksto¨ombination reduziere das Hungergefühl und steigere den Energieverbrauch. Die Wirkung sei dabei in vier Studien mit über 4.500 adipösen Patienten gegen Placebo untersucht worden, darunter auch eine Studie mit Typ-2-Diabetikern. ■ Anne Bäurle _ Schilddrüsenfehlfunktionen können das Risiko spezi«scher Funktionsstörungen und Erkrankungen des Herzens und des kardiovaskulären Systems erhöhen, berichtete Prof. Matthias Schmidt, Köln. „So kann eine Hyperthyreose zu Vorho®immern, Sinustachykardie und Vorhofextrasystolen führen“, führte er aus. Als Langzeite¯ekte eines erhöhten Herzzeitvolumens können sich linksventrikuläre Hypertrophie und Herzinsuf«zienz entwickeln. „Das durch die Hyperthyreose induzierte Vorho®immern kann die Insu° zienz weiter verschlechtern“, so Schmidt weiter. Dementsprechend sei die Herzinsu°zienz dann auch die Hauptursache für die nachweislich erhöhte Mortalität bei älteren Patienten mit Schilddrüsenüberfunktion. Das gelte sowohl für die manifeste als auch für die latente Hyperthyreose. Eine thyreostatische ±erapie bessert die Herzbeschwerden, stellt die Belastungsfähigkeit wieder her und beugt langfristig einer Herzschädigung vor. Zum Schutz des Herzens vor Überlastung können alternativ auch Betablocker zur Kontrolle der Herzfrequenz eingesetzt werden. „Langfristig sollte die Hyperthyreose jedoch de«nitiv behandelt werden, entweder mit einer Radiojodtherapie nach Rekompensation der Sto¯wechsellage oder operativ“, riet Schmidt. Auch bei Hypothyreose kann eine Herzinsuffizienz drohen Bei Patienten mit Hypothyreose kann es zu einer Verschlechterung der kontraktilen und der relaxierenden Funktion des linken Ventrikels kommen sowie zu einem erhöhten peripheren Gefäßwiderstand. Unbehandelt kann sich eine ausgeprägte Herzinsu°zienz manifestieren. Daneben kann eine Hypo thyreose auch eine Atherosklerose fördern. Alle durch Hypothyreose verursachten Veränderungen am Herzen können durch eine rechtzeitige Substitution mit L-±yroxin verhindert werden bzw. sind voll reversibel. Eine Indikation zur Schilddrüsenhormonsubstitution sei dann gegeben, wenn der TSH-Wert ständig bei > 10 mU/l liegt, so Schmidt. ■ Dr. Silke Wedekind


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Silke Wedekind. Dysthyreosen können dem Herzen schaden, MMW - Fortschritte der Medizin, 2018, 57-57, DOI: 10.1007/s15006-018-0490-4