Nach der OP: Delir?

Heilberufe, Apr 2018

Springer Medizin

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Nach der OP: Delir?

Das P«egemagazin Beinahe jedes fünfte Kind leidet an Verstopfung 0 Nach der OP: Delir? - Schlingen macht dick! In einer Studie aus Japan gelang es Diabetikern besser, ihr Gewicht zu kontrollieren, wenn sie sich bei der Nahrungsaufnahme Zeit ließen. 59.717 Patienten mit Typ-2-Diabetes wurden nach ihren eigenen Angaben in Langsam-, Normal- und Schnell-Esser eingeteilt. Im Lauf von sechs Jahren hatten die Langsam-Esser ein um 42% – und damit signikant – geringeres Adipositasrisiko als die Schnell-Esser. Bei den Teilnehmern mit normaler Essgeschwindigkeit war das Risiko um 29% reduziert. Das gemächliche Essen war zudem mit einer gegenüber dem „Schlingen“ signikanten BMI-Reduktion und einem schmaleren Taillenumfang verbunden. BMJ Open 2018; 8: e019589 Glutenfrei aber Schwermetallreich Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine glutenfreie Diät – selbst wenn keine Zöliakie vorliegt. O§enbar nehmen sie dabei auch vermehrt Schwermetalle zu sich. So hatten in einer US-amerikanischen Studie Personen mit glutenfreier Diät im Vergleich zu solchen mit glutenhaltiger signikant höhere Blutwerte von Quecksilber, Blei sowie Cadmium. Ebenfalls erhöht waren die Arsenwerte im Urin. Eine kanadische Metaanalyse hat zahlreiche, teils beein«ussbare Faktoren dingfest gemacht, die alte Menschen für ein postoperatives Delir anfällig machen. Ausgewertet wurden 41 Studien mit knapp 9.400 Patienten ab 60 Jahren. Bei 18,7% war ein postoperatives Delir aufgetreten. Am stärksten gefährdet waren Patienten mit einem Delir in der Vorgeschichte (sechsfach erhöhtes Risiko), gefolgt von Patienten mit Gebrechlichkeit oder kognitiven Einschränkungen, mit einem vier- bzw. dreimal so hohen Risiko. Als prognostisch relevant erwies sich zudem die Anwendung psychotroper Substanzen, Rauchen, höheres Alter, ein schlechterer präoperativer körperlicher Zustand (ASA-Status) und Beeinträchtigungen in der Alltagskompetenz (ADL) – sie führten jeweils zu einer Verdoppelung des Delirrisikos. Erhielten die Patienten Unterstützung von Angehörigen oder anderen Bezugspersonen, war das Risiko dagegen um etwa 30% vermindert. Um bei Kindern mit kongenitalen Malformationen des Darms und des Beckenbodens realistische Therapieziele für die Unterstützung der Darmfunktion denieren zu können, haben schwedische Kinderärzte die Verdauung gesunder Kinder untersucht und Erstaunliches zu Tage gefördert. N bis sich die Darmfunktion entwi ach der Geburt braucht es etwas Zeit, ckelt hat und die Verdauung einigermaßen reibungslos funktioniert. Doch auch lange nach der Säuglingsphase macht es selbst bei gesunden Kindern Sinn, ein verstärktes Augenmerk auf die Verdauung zu richten. Denn wie Pädiater aus Schweden festgestellt haben, kämp jedes fün e Kind mit Verdauungsproblemen, speziell mit Verstopfung. Helena Lindgren von der Kinderklinik in Lund und ihre Kollegen hatten bei insgesamt 310 Kindern zwischen 3,5 und 15 Jahren anhand eines validierten Fragebogens die Darmfunktion erfragt. Neben Patienten der Klinik und deren Geschwistern waren auch Kinder von Mitarbeitern darunter. Teilnehmen konnte nur, wer keine Erkrankung oder Fehlbildung von Darm oder Harnwegen hatte und zuvor noch nicht im Bereich des Harntraktes oder der anorektalen Region operiert worden war. Sto’wechselerkrankungen galten ebenfalls als Ausschlusskriterium. Keinerlei Probleme mit der Verdauung gaben 63% der Probanden an. Sie erreichten mit 20 Punkten die maximale Punktzahl im „bowel function score“ (BFS), ein geschlechts- bzw. altersspezi›scher Unterschied bestand nicht. Immerhin 35% der gesunden Kinder litten jedoch unter vermehrter Gasentwicklung im Darm und üblem Geruch, wobei vorwiegend bei den jüngeren Kindern (3,5−7 Jahre) soziale Probleme daraus resultierten. Auch obstruktive Symptome traten vermehrt in jüngeren Jahren auf. Bei den von 19% bzw. 17% der Kinder angegebenen Bauchschmerzen bzw. Obstipationen war hingegen kein altersabhängiger Unterschied feststellbar. Au’allend war allerdings, dass bei über der Häl e keinerlei Maßnahmen ergri’en worden waren, um die Verdauung wieder in Schwung zu bringen, und das, obwohl mehr als die Häl e die Kinder über regelmäßige Bauchschmerzen und unangenehme Geruchsbildung geklagt hatte. ll) e d o m o t o F it m d ill b o b m y S ( a ilt o o F / a n i d o l o v i © Verdauungsprobleme, insbesondere die Obstipation, treten im Kindesalter weitaus häu ger auf als gedacht. Gesunde Kinder berichten häu›g über Verstopfung, Bauchschmerzen und Probleme, die im Zusammenhang mit einer vermehrten Gasbildung im Darm stehen, und zwar Mädchen und Buben gleichermaßen, resümieren die schwedischen Kinderärzte mit Blick auf ihre Ergebnisse. Insgesamt gesehen habe sich zwar mit zunehmendem Alter der Kinder die Darmfunktion verbessert, unter Verstopfung litten die älteren Kinder aber ebenso häu›g wie die jüngeren. Beinahe jedes fün e Kind hatte mit derartigen Verdauungsproblemen zu kämpfen, aber nicht einmal jedes zweite wurde entsprechend behandelt. Die Kinderärzte bewerten die Ergebnisse in zweierlei Hinsicht als wichtig: Zum einen geben sie eine Orientierung für die Betreuung von Kindern mit kongenitalen Malformationen, zum anderen erweitern sie das Wissen über die Darmfunktion bei gesunden Kindern und Heranwachsenden. Und wie sich zeigte, bedarf es in puncto Obstipation größerer Aufmerksamkeit, wie die Kinderärzte betonen. (dk) Lindgren H. et al. Evaluation of bowel function in healthy children: untreated constipation is common. Acta Paediatrics, online 7. Februar 2018


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Springer Medizin. Nach der OP: Delir?, Heilberufe, 2018, 22-22, DOI: 10.1007/s00058-018-3448-0