NEUES GESCHÄFTSMODELL: APOBANK WILL FRANCHISE-PRAXEN GRÜNDEN

Der Freie Zahnarzt, Apr 2018

SAS

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NEUES GESCHÄFTSMODELL: APOBANK WILL FRANCHISE-PRAXEN GRÜNDEN

NEUES GESCHÄFTSMODELL: APOBANK WILL FRANCHISEPRAXEN GRÜNDEN rationsmodelle auseinanderzusetzen. Der Einladung des FVDZ folgten neben der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) und der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) auch die Apotheker- und Ärztebank (APO-Bank) sowie die größte zahnärztliche Genossenscha„ ABZ und die Abrechnungsge - nossenscha„en ZA. Es war das erste Mal, dass Vertreter dieser Organisationen sich gemeinsam mit dem ‡ema „Zukun„ der Zahnarztpraxis“ auseinandersetzten. „Es ist an uns, die Zukun„ der Zahnärztescha„ zu gestalten“, sagte der FVDZBundesvorsitzende Harald Schrader zum Au„akt der ersten Gesprächsrunde. „Und es ist ein gutes Zeichen, dass alle, die die freie Berufsausübung als Wert an sich betrachten, an einem Tisch sitzen.“ VERSCHÄRFTE SITUATION Bis 2007 war die Situation relativ einfach: Zahnärzte hatten nach ihrer Assistenzzeit nur die Möglichkeit, sich selbstständig zu machen – entweder in einer Einzel- oder einer Gemeinscha„spraxis. Eine Anstellung war nur in Kliniken oder in der Forschung möglich. Das hat sich grundlegend geändert. Von der Einzelpraxis bis hin zu einer Anstellung in einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) mit teilweise eingeschränktem Behandlungsspektrum ist heute für junge Zahnmediziner quasi alles denkbar. Für die niedergelassenen Zahnärzte in Einzelpraxen oder Berufsausübungsgemeinscha„en führen MVZ mit vielen Angestellten oder gar Praxisketten zu einer zunehmenden Belastung und einem Wettbewerb, der nicht mit gleichen Mitteln geführt werden kann, da es für die niedergelassenen Zahnärzte Wachstumsgrenzen ihrer Praxen gibt. Sie dürfen nur maximal zwei Zahnärzte angestellt beschä„igen, während dies für MVZ nicht gilt. Zudem werden die meisten MVZ in Großstädten und stadtnahen Gebieten gegründet, so dass perspektivisch die ›ächendeckende zahnärztliche Versorgung gerade in den ländlichen Gebieten in Gefahr geraten wird. Zunehmend mischen auch Finanzinvestoren mit, die mit ihrem Kapital MVZ mittelbar betreiben und so erheblichen Ein›uss auf die zahnärztliche Versorgung und ‡erapie erhalten. „Dies sind große Herausforderungen für die freiberu›iche Praxis“, sagte FVDZ-Justiziar Michael Lennartz in seinem Referat beim Runden Tisch. VERANTWORTUNG TEILEN Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und auch dem Trend zum ökonomiegetriebenen Fremdbesitz etwas entgegenzuhalten, setzt sich der FVDZ dafür ein, alternative Praxismodelle für die freie Berufsausübung zu entwickeln. Dabei geht es darum, zum einen Synergien zu nutzen und beispielsweise bürokratische Aufgaben zu bündeln, sich zu Einkaufs-, Abrechnungs- oder Gerätegemeinscha„en zusammenzu schließen – und ganz schlicht so viele der unliebsamen Aufgaben und auch der ¢nanziellen Verantwortung wie möglich in einer Praxis auf viele Schultern zu verteilen. „Es ist eine Aufgabe, die wir gemeinsam anpacken müssen, um nicht zum Spielball von Geschä„s modellen zu werden, sondern die zahnärztliche Berufsausübung in zahnärztlicher Hand zu behalten“, betonte der FVDZ-Bundesvorsitzende Schrader. KZBV-Vorstandschef Dr. Wolfgang Eßer betonte die Komplexität des ‡emas. „Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass wir mit den Entscheidungen von heute die Weichen für die Versorgung von morgen und übermorgen stellen und damit auch die Rahmenbedingungen prägen, unter denen wir dann arbeiten werden. Die Frage, ob und welche Rolle MVZ dabei spielen sollen, muss also heute von uns im Diskurs mit der Politik einer versorgungspolitisch sinnvollen Antwort zugeführt werden.“ Die Dynamik der Gründungen sei ungebrochen. Etwa 480 MVZ gebe es derzeit bundesweit, was sich angesichts von mehr als 45.000 Zahnarztpraxen verschwindend gering ausnimmt, wenn da nicht die Größe der Strukturen wäre Die Apotheker- und Ärztebank (apoBank) will ihre Prozesse überarbeiten, e¦ zienter werden und ihre Produktwelt überdenken. Dies sagte der apoBank-Vorstandsvorsitzende Ulrich Sommer in einem Interview mit der Börsenzeitung. Die Bank will dazu ihr Geschä„smodell in Teilen modernisieren. Dafür ist die genos senscha„lich organisierte Bank o¨enbar bereit, ganz neue Wege einzuschlagen, auch um dem schrumpfenden Finanzierungsmarkt entgegenzuwirken: Als Erwei terung des Geschä„smodells kann sich Sommer „gut vorstellen, dass wir Fran chise-Praxen anbieten, die Infrastruktur hinstellen, das Kapital geben und dem zunächst im Anstellungsverhältnis tätigen Arzt so die Sorge vor hohen Investi tionen nehmen“, heißt es in dem Interview. Ziel bleibe es allerdings, dass sich der Arzt, nachdem er sich angeschaut habe, wie die Praxis laufe, dann niederlasse. Zudem wolle die ApoBank laut Sommer ihren Kunden einen Mehrwert bieten – „auch jenseits des originären Bankgeschä„s“. Gerade was die technische und betriebs wirtscha„liche Beratung angehe, sollte ein Arzt diese Leistungen von seiner Stan desbank erwarten dürfen. Dem apoBank-Chef zufolge könne sich das Geldinstitut in dieser Hinsicht noch viel breiter aufstellen, auch eine Kooperation mit So„ warehäusern sei denkbar. Der Strukturwandel im Gesundheitssektor, aber auch demogra¢sche, technische und regulatorische Entwicklungen verlangten laut Sommer den Anbietern massive Anpassungsprozesse ab. Die Bank stehe in einer Wettbewerbssituation zu Investoren, die beispielsweise ambulante Zentren auªau„en und betrieben. „Wir werden uns auch deshalb umstellen müssen, weil die Zentren andere Bedürfnisse haben als ein niedergelassener Arzt“, sagte der apoBank-Chef. SAS


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SAS. NEUES GESCHÄFTSMODELL: APOBANK WILL FRANCHISE-PRAXEN GRÜNDEN, Der Freie Zahnarzt, 2018, 17-17, DOI: 10.1007/s12614-018-7283-0