Was bewegt den Darm?

MMW - Fortschritte der Medizin, May 2018

sti

A PDF file should load here. If you do not see its contents the file may be temporarily unavailable at the journal website or you do not have a PDF plug-in installed and enabled in your browser.

Alternatively, you can download the file locally and open with any standalone PDF reader:

https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs15006-018-0454-8.pdf

Was bewegt den Darm?

MMW Fortschritte der Medizin „Zum Reisen braucht man Schuhe, zum Sch... braucht man Ruhe!“ • Autointoxikation bei Stuhlverhalt • Ein uss der Darmlänge auf das Stuhlverhalten • Bedeutung von Hormonen • Feste Vorstellung von normaler Stuhlfrequenz (einmal pro Tag). Auch beim €ema „Laxanzien“ gibt es Fehleinschätzungen, nämlich dass die Dauertherapie mit diesen Substanzen • den Darm, genauer gesagt Nerven und/oder Muskulatur schädigt, • die Entstehung von Darmkrebs fördert, • Flüssigkeits- und Elektrolytverluste verursacht, • zu Gewöhnung, Abhängigkeit und Sucht führt. „Von all dem stimmt nichts!“, so Frieling. - eine über die tägliche Trinkmenge von zwei Litern hinausgehende Flüssigkeitszufuhr hat ebenso wenig eine therapeutische Wirkung wie eine intensive körperliche Aktivität. Ballaststoffe vor Laxanzien „Ein Versuch mit Ballaststo¥en lohnt sich immer“, so Müller-Lissner. Schlecht lösliche und schlecht bakteriell spaltbare Ballaststo¥e wie die Weizenkleie sind Quellsto¥en wie Guar und Pektin überlegen. Auch FlohsamenschalenPräparate sind wirksam und verträglicher als Weizenkleie. Bei unzureichender Wirkung kommen Laxanzien zum Einsatz. „Diese sind gut wirksam und auch bei längerfristiger Einnahme sicher“, so Müller-Lissner. Studien hätten gezeigt, dass Laxanzien bei bestimmungsgemäßem Gebrauch nicht zu relevanten Kaliumverlusten und nur ganz selten zur Gewöhnung führen. Der korrekte Gebrauch sei dadurch gekennzeichnet, dass die Dosis und die Einnahmefrequenz der Konsistenz des Stuhls angepasst werden. „Ziel ist ein weicher geformter Stuhl.“ Die Auswahl eines Laxans orientiert sich an der Obstipationsform, der individuellen Verträglichkeit und der Präferenz der Darreichungsform. Macrogol, Was bewegt den Darm? Die Regulation der Magen-Darm-Passage wird maßgeblich von lokalen Nervengeflechten innerhalb der Darmwand, dem sog. enterischen Nervensystem, auch Bauchhirn genannt, gesteuert. Das ZNS steht zwar über Sympathikus und Parasympathikus mit dem enterischen Nervensystem in Verbindung und kann so Einfluss nehmen auf den gastrointestinalen Transit und auch Mitauslöser für Obstipation und Diarrhö sein. Doch die wesentlichen Funktionen wie Motilität, Resorption und Sekretion werden vom enterischen Nervensystem autonom gewährleistet. „Schädigungen des Bauchhirns i. S. einer Neuropathie oder Myopathie sind allerdings nur ganz selten Ursache einer dann meist schweren Obstipation“, so Prof. Thilo Wedel, Kiel. Bisher gebe es keine Belege dafür, dass chronischer Laxanziengebrauch das Bauchhirn schädigt. sti


This is a preview of a remote PDF: https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs15006-018-0454-8.pdf

sti. Was bewegt den Darm?, MMW - Fortschritte der Medizin, 2018, 12-12, DOI: 10.1007/s15006-018-0454-8