Auch bei starken muskuloskelettalen Schmerzen am besten Nichtopioide verordnen

Schmerzmedizin, May 2018

Patienten mit schweren chronischen muskuloskelettalen Beschwerden, die trotz Analgetika bestehen bleiben, erhalten häufig ein Opioid. Eine prospektive Untersuchung mit pragmatischem Studiendesign suchte nach Evidenz für diese vielgeübte Praxis.

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Auch bei starken muskuloskelettalen Schmerzen am besten Nichtopioide verordnen

Schmerzmedizin die Schmerzintensität und -dauer sowie die Intensität der Nackenschmerzen ließ in der Übungsgruppe statistisch signioekant nach, Fitness-Level und Wohlbeoenden stiegen. Unterschiede zwischen den beiden Gruppen am Studienende bestanden zudem bei körperlicher Fitness, Ausmaß der körperlichen Aktivitäten und Krankheitslast jeweils zugunsten der Übungsgruppe. Moderates Training kann bei Migräne mit Spannungskopfschmerzen helfen - Patienten mit Migräne plus Spannungskopfschmerzen nützen, postulierten dänische Neurologen und überprü en diese Hypothese in einer prospektiven Studie. Rekrutiert für die Dreimonatsstudie wurden Patienten mit mindestens zwei Migräneattacken, mindestens einem Tag mit Spannungskopfschmerzen und mindestens einem Tag mit Nackenschmerzen pro Monat. Sie wurden per Zufall in eine Übungs- oder Kontrollgruppe eingeteilt. Die Kontrollpersonen sollten ila ihre Tagesaktivitäten weiter wie geo wohnt fortsetzen, die Sportgruppe abo t F /ke solvierte dreimal wöchentlich über 45 sceh Minuten ein aerobes Training auf dem rtKn Fahrrad, dem Cross-Trainer und in eob Form von zügigem Gehen – jeweils unR© ter Aufsicht eines Physiotherapeuten sowie zusätzlich alleine zu Hause. 52 der 70 Patienten beendeten die Studie. Beim primären Endpunkt, der Veränderung der Migränetage zwischen Studienbeginn und -ende sowie einem sechsmonatigen Follow-up, ergaben sich zwischen den beiden Gruppen keine statistisch au•älligen Unterschiede. Jedoch ging die Anzahl der Migränetage innerhalb der Übungsgruppe von 9,2 auf 7,2 (p = 0,025) zurück, ein signioekanter Unterschied mit p = 0,005 blieb auch in der Nachbeobachtungszeit erhalten. Auch Auch bei starken muskuloskelettalen Schmerzen am besten Nichtopioide verordnen Patienten mit schweren chronischen muskuloskelettalen Beschwerden, die trotz Analgetika bestehen bleiben, erhalten häuŽg ein Opioid. Eine prospektive Untersuchung mit pragmatischem Studiendesign suchte nach Evidenz für diese vielgeübte Praxis. PSchmerzen aufgrund chronischer atienten mit mäßigen bis starken muskuloskelettaler Erkrankungen erhalten bei unzureichender Wirkung von Analgetika häuoeg Opioide über einen langen Zeitraum. Qualitativ hochwertige Langzeitstudien, die ein solches Vorgehen unterstützen, gibt es allerdings nicht. Um analgetische und funktionelle Langzeite•ekte sowie Nebenwirkungen von Opioiden versus Nichtopioiden besser beurteilen zu können, initiierten USamerikanische Public-Health-Wissenscha ler eine 12-Monatsstudie im ambulanten Setting. Einbezogen waren 240 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 58,3 Jahren mit chronischen Rückenschmerzen sowie Knie- und Hü gelenkarthrose, deren mäßige bis starke Schmerzen bisher nur unzureichend auf Analgetika angesprochen hatten. Randomisiert teilte man sie einer Opioid- oder Nichtopioidgruppe zu. Flexibel einsetzbar waren in der Opioidgruppe rasch freisetzendes Morphin, Hydrocodon/Paracetamol und rasch freisetzendes Oxycodon, in der Nichtopioidgruppe Paracetamol oder ein nichtsteroidales Antirheumatikum. Bevorzugt wurden in der Opioidgruppe Monotherapien, die Dosis wurde bis zu 100 mg/d Morphinäquivalenten titriert, bei unzureichendem Ansprechen erfolgte ein Opioidwechsel. Primäres Studienziel war die schmerzbezogene Funktion über 12 Monate, gemessen anhand der sieben Items umfassenden Brief-Pain-Inventory (BPI)-Interference-Scale. Es ergab sich kein signioekanter Unterschied zwischen beiden Fazit: Patienten mit Migräne und zu sätzlichen Spannungskopf- und Nackenschmerzen kann ein moderates aerobes Training, etwa in Form von Radfahren oder zügigem Gehen, empfohlen werden. Die Migränetage gehen zurück und die Patienten fühlen sich insgesamt wohler und oetter. Dr. Barbara Kreutzkamp Krøll LS et al. The e ects of aerobic exercise for persons with migraine and co-existing tensiontype headache and neck pain. A randomized, controlled, clinical trial. Cephalalgia 2018 Jan 1:333102417752119 Gruppen (p = 0,58). Die durchschnittliche 12-Monats-BPI-Interference lag bei 3,4 in der Opioid- und bei 3,3 in der Nichtopioidgruppe. Patienten unter Nichtopioiden berichteten im Durchschnitt über eine statistisch signioekant geringere Schmerzintensität als Patienten unter Opioiden, Patienten unter Opioiden über eine statistisch signioekant verminderte Angst. Die klinische Relevanz der beiden letztgenannten Befunde lässt sich allerdings schwer beurteilen, so die Autoren. Nebenwirkungen traten in der Opioidgruppe häuoeger auf, Anzeichen für einen Opioidmissbrauch oder Mehrfachverordnungen gab es nicht. Fazit: Bei Patienten mit starken chroni schen Rücken-, Hü - und Knieschmerzen sind Opioide den Nichtopioiden bei der schmerzbezogenen Funktion über zwölf Monate nicht überlegen, verursachen aber mehr Nebenwirkungen. Dr. Barbara Kreutzkamp Krebs EE et al. E ect of opioid vs nonopioid medications on pain-related function in patients with chronic back pain or hip or knee osteoarthritis pain. The SPACE randomized clinical trial. JAMA 2018;319:872–82


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Barbara Kreutzkamp. Auch bei starken muskuloskelettalen Schmerzen am besten Nichtopioide verordnen, Schmerzmedizin, 2018, 18-18, DOI: 10.1007/s00940-018-0803-9