Große Unterschiede beim Management von Hirnmetastasen bei NSCLC in Europa

Im Focus Onkologie, Oct 2018

Hirnmetastasen kommen bei Patienten mit nichtkleinzelligem Lungenkarzinom häufig vor, dennoch gibt es kein evidenzbasiertes Vorgehen. Das Routinemanagement sieht in Europa ganz unterschiedlich aus, wie eine Umfrage zeigt.

A PDF file should load here. If you do not see its contents the file may be temporarily unavailable at the journal website or you do not have a PDF plug-in installed and enabled in your browser.

Alternatively, you can download the file locally and open with any standalone PDF reader:

https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs15015-018-4244-z.pdf

Große Unterschiede beim Management von Hirnmetastasen bei NSCLC in Europa

Im Focus Onkologie October 2018, Volume 21, Issue 10, pp 64–64 | Cite as Große Unterschiede beim Management von Hirnmetastasen bei NSCLC in Europa AuthorsAuthors and affiliations Judith Neumaier Pneumoonkologie Literatur kompakt First Online: 01 October 2018 29 Downloads Hirnmetastasen kommen bei Patienten mit nichtkleinzelligem Lungenkarzinom häufig vor, dennoch gibt es kein evidenzbasiertes Vorgehen. Das Routinemanagement sieht in Europa ganz unterschiedlich aus, wie eine Umfrage zeigt. In Europa führen 85 % der Ärzte bei neurologisch asymptomatischen Patienten mit nichtkleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) bereits bei der Diagnose ein Screening auf Hirnmetastasen durch. 52 % verwenden hierzu die Magnetresonanztomografie (MRT). 27 % der Ärzte wenden das Screening bei allen Patienten an. Am häufigsten wurde die Untersuchung bei Patienten mit Treibermutationen (51 %) sowie bei Patienten mit Tumoren im Stadium III (63 %) oder IV (43 %) durchgeführt. 34 % der Ärzte verwenden für initiale Therapieentscheidungen eine prognostische Klassifikation. Die Möglichkeit zu einer stereotaktischen Bestrahlung (SBRT) hatten 90 % der Ärzte. Patienten mit Treibermutationen und mehr als 4 Hirnmetastasen erhielten mit höherer Wahrscheinlichkeit eine SBRT als jene ohne Treibermutationen (27 vs. 21 %; p < 0,01). Nach der Operation einzelner Hirnmetastasen verordneten 50 % der Ärzte grundsätzlich eine SBRT oder eine Ganzhirnbestrahlung, 45 % nur bei unvollständiger Resektion. Die bevorzugte Therapie bei neurologisch asymptomatischen therapienaiven Patienten mit mehr als 5 Hirnmetastasen war die systemische Therapie (79 %). 45 % bzw. 49 % aller Ärzte gaben an, dass Tyrosinkinaseinhibitoren und Immuncheckpointinhibitoren während der SBRT bzw. der Ganzhirnbestrahlung abgesetzt wurden. Das ist das Ergebnis einer Online-Umfrage zum Screening auf Hirnmetastasen und zur Therapie bei NSCLC. 462 Antworten von europäischen Ärzten aus 394 Institutionen wurden analysiert, darunter radiologische Onkologen (53 %), Pneumologen (26 %) und internistische Onkologen (18 %). 84 % der befragten Ärzte hatten über fünf Jahre Erfahrung mit NSCLC. Fazit: Das Management von Hirnmetastasen wird in Europa stark unterschiedlich gehandhabt. Das Screening auf Hirnmetastasen erfolgt nicht einheitlich, die prognostische Klassifizierung wird nicht oft angewendet und Patienten mit Treibermutation erhalten in der Regel eine intensivere lokale Therapie. Literatur Levy A et al. Diversity of brain metastases screening and management in non-small cell lung cancer in Europe: Results of the European Organisation for Research and Treatment of Cancer Lung Cancer Group survey. Eur J Cancer. 2018;93:37–46CrossRefGoogle Scholar Copyright information © Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018 Authors and Affiliations Judith Neumaier11.http://www.springermedizin.de


This is a preview of a remote PDF: https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs15015-018-4244-z.pdf

Judith Neumaier. Große Unterschiede beim Management von Hirnmetastasen bei NSCLC in Europa, Im Focus Onkologie, 2018, 64-64, DOI: 10.1007/s15015-018-4244-z