Neoadjuvante Chemoradiotherapie beim Ösophaguskarzinom

Im Focus Onkologie, Dec 2018

Die Effizienz einer präoperativen neoadjuvanten Chemoradiotherapie wird beim lokal fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre kontrovers diskutiert. Neue Studiendaten unterstützen den Einsatz der Therapie.

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Neoadjuvante Chemoradiotherapie beim Ösophaguskarzinom

Im Focus Onkologie December 2018, Volume 21, Issue 12, pp 53–53 | Cite as Neoadjuvante Chemoradiotherapie beim Ösophaguskarzinom AuthorsAuthors and affiliations Kathrin von Kieseritzky Gastroonkologie Literatur kompakt First Online: 14 December 2018 45 Downloads Die Effizienz einer präoperativen neoadjuvanten Chemoradiotherapie wird beim lokal fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre kontrovers diskutiert. Neue Studiendaten unterstützen den Einsatz der Therapie. Die bisherige Datenlage zur Effizienz einer neoadjuvanten Chemoradiotherapie gefolgt von der Operation beim lokal fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinom des Ösophagus ist widersprüchlich. An der aktuellen Phase-III-Studie nahmen 451 Patienten mit potenziell operablem thorakalem Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre im klinischen Stadium T1-4N1M0/T4N0M0 (Stadium IIB oder III) teil. Randomisiert erhielten sie eine neoadjuvante Chemoradiotherapie vor der Operation (n = 224) oder wurden nur operiert (n = 227). Die Chemotherapie bestand aus Vinorelbin (25 mg/m2 Körperoberfläche [KOF] i. v. an Tag 1 und 8) und Cisplatin (75 mg/m2 KOF i. v. an Tag 1 oder 25 mg/m2 KOF i. v. an Tag 1 und 4) alle 3 Wochen für 2 Zyklen. Die begleitende Strahlendosis betrug 40,0 Gy (20 Sitzungen à; 2,0 Gy, an 5 Tagen pro Woche appliziert). In beiden Gruppen unterzogen sich die Patienten einer Ösophagektomie nach McKeown oder Ivor Lewis. Primärer Endpunkt in der Studie war das Gesamtüberleben. Das mediane Follow-up betrug 41 Monate in der Gruppe mit neoadjuvanter Chemoradiotherapie und 34,6 Monate in der Operationsgruppe. In der Chemoradiotherapie-Operationsgruppe wurde eine Rate für das pathologische komplette Ansprechen von 43,2 % erreicht. Im Vergleich zur Operationsgruppe gab es in der Chemoradiotherapie-Operationsgruppe eine höhere Rate an R0-Resektionen (98,4 vs. 91,2 %; p = 0,002), ein längeres medianes Gesamtüberleben (100,1 vs. 66,5 Monate; Hazard Ratio [HR] 0,71; 95 %-Konfidenzintervall [95 %-KI] 0,53–0,96; p = 0,025) und ein verlängertes progressionsfreies Überleben (100,1 vs. 41,7 Monate; HR 0,58; 95 %-KI 0,43–0,78; p < 0,001). Die häufigsten Nebenwirkungen vom Grad 3 oder 4 unter der Chemoradiotherapie waren Leukopenie (48,9 %) und Neutropenie (45,7 %). Die Inzidenzen postoperativer Komplikationen waren in beiden Gruppen ähnlich, mit Ausnahme der Arrhythmie, die in der Gruppe mit neoadjuvanter Chemoradiotherapie häufiger auftrat (13 vs. 4,0 %; p = 0,001). Die Mortalität während der Behandlung lag in der Gruppe mit neoadjuvanter Chemoradiotherapie und Operation bei 2,2 %, in der Operationsgruppe bei 0,4 % (p = 0,212). Fazit: In dieser Studie verbesserte bei lokal fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom des Ösophagus die präoperative neoadjuvante Chemoradiotherapie gegenüber der alleinigen Operation die Überlebensaussichten der Patienten, bei akzeptablen Nebenwirkungen. Literatur Yang H et al. Neoadjuvant Chemoradiotherapy Followed by Surgery Versus Surgery Alone for Locally Advanced Squamous Cell Carcinoma of the Esophagus (NEOCRTEC5010): A Phase III Multicenter, Randomized, Open-Label Clinical Trial. J Clin Oncol. 2018;36(27):2796–803CrossRefGoogle Scholar Copyright information © Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018 Authors and Affiliations Kathrin von Kieseritzky11.http://www.springermedizin.de


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Kathrin von Kieseritzky. Neoadjuvante Chemoradiotherapie beim Ösophaguskarzinom, Im Focus Onkologie, 2018, 53-53, DOI: 10.1007/s15015-018-4364-5