Menstruelle Migräne nicht mit prämenstruellem Syndrom assoziiert

Schmerzmedizin, Jan 2019

Haben Frauen mit prämenstruellem Syndrom häufiger eine menstruationsassoziierte Migräne als Frauen mit einer „normalen“ Migräne? Hormonelle Dysbalancen lassen theoretisch einen Zusammenhang vermuten. Eine populationsbasierte Untersuchung schafft Klarheit.

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Menstruelle Migräne nicht mit prämenstruellem Syndrom assoziiert

Schmerzmedizin January 2019, Volume 35, Issue 1, pp 16–16 | Cite as Menstruelle Migräne nicht mit prämenstruellem Syndrom assoziiert AuthorsAuthors and affiliations Barbara Kreutzkamp Literatur kompakt First Online: 22 January 2019 15 Downloads Haben Frauen mit prämenstruellem Syndrom häufiger eine menstruationsassoziierte Migräne als Frauen mit einer „normalen“ Migräne? Hormonelle Dysbalancen lassen theoretisch einen Zusammenhang vermuten. Eine populationsbasierte Untersuchung schafft Klarheit. Die menstruelle Migräne (MM) wird laut International Classification of Headache Disorders 3rd edition (ICHD 3) definiert als Migräneattacken, die 2 Tage vor und bis zu 3 Tage nach Beginn der Regelblutung auftreten. Weiter unterteilt wird die MM in die ausschließlich menstruationsbezogene Migräne („pure menstrual migraine“, PPM) und die menstruationsassoziierte Migräne („menstrually-related migraine“, MRM), bei der Migräneattacken zusätzlich auch zu anderen Zykluszeitpunkten vorkommen. Ob eine MM mit dem Vorliegen eines prämenstruellen Syndroms (PMS) korreliert, wurde bisher kontrovers diskutiert, eine Verbindung über Sexualhormone erscheint theoretisch aber plausibel. Nicht vergessen werden darf bei solchen Diskussionen allerdings, dass die meisten Frauen während der Menstruation leichte Beschwerden haben, aber nur ein Bruchteil dieser Frauen die PMS-Kriterien mit einer deutlichen Beeinträchtigung des Alltagslebens erfüllt. In einer bevölkerungsbasierten Studie wurden unter Anlegung von klinischen PMS-Diagnosekriterien erneut Zusammenhänge überprüft. Einbezogen in die Studie waren 126 Frauen im gebärfähigen Alter mit diagnostizierter Migräne und ohne Einnahme von Kontrazeptiva. Einer PMS wurde anhand des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM) diagnostiziert. 78 Frauen hatten eine MM und 48 eine MRM. Beim Vergleich zwischen den Frauen mit MM und den Frauen mit „normaler“ Migräne ergaben sich keine Unterschiede beim Auftreten von PMS-Symptomen zwischen den beiden Gruppen (5,4 vs. 5,9, p = 0,84). Frauen mit einer menstruellen Migräne berichteten im Vergleich zu den Frauen mit nicht menstruationsassoziierter Migräne über mehr Migränetage im Monat, längere Attackendauer und höhere Scores im Headache Impact Test (HIT-6). Beim Migraine Disability Assessment Score (MIDAS) bestanden keine Unterschiede. Fazit: Ein prämenstruelles Syndrom kommt bei Frauen mit einer menstruellen Migräne statistisch gesehen genauso häufig wie bei Frauen mit einer „normalen“ Migräne vor. Bei der menstruationsassoziierten Migräne scheinen also andere (hormonelle) Pathomechanismen eine Rolle zu spielen als beim PMS. Open image in new window Migräneattacken können abhängig von der Regelblutung sein. Zu PMS aber scheint es keine Verbindung zu geben. © stock_colors / Getty Images / iStock (Symbolbild mit Fotomodell) Literatur Vetvik KG et al. Symptoms of premenstrual syndrome in female migraineurs with and without menstrual migraine. J Headache Pain 2018;19:97CrossRefGoogle Scholar Copyright information © Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019 Authors and Affiliations Barbara Kreutzkamp11.http://www.springermedizin.de


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Barbara Kreutzkamp. Menstruelle Migräne nicht mit prämenstruellem Syndrom assoziiert, Schmerzmedizin, 2019, 16-16, DOI: 10.1007/s00940-019-0977-9