Vorsicht bei erhöhtem sIgE gegen Nahrungsmittel

HNO Nachrichten, Feb 2019

Die orale Nahrungsmittelprovokation gehört zu den Standardmethoden in der Diagnostik der Nahrungsmittelallergie. Bei erhöhtem Anaphylaxierisiko sollte aber besser auf den Test verzichtet werden. Wer ist besonders gefährdet?

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Vorsicht bei erhöhtem sIgE gegen Nahrungsmittel

HNO Nachrichten February 2019, Volume 49, Issue 1, pp 16–16 | Cite as Vorsicht bei erhöhtem sIgE gegen Nahrungsmittel AuthorsAuthors and affiliations Barbara Kreutzkamp Literatur kompakt First Online: 06 February 2019 9 Downloads Die orale Nahrungsmittelprovokation gehört zu den Standardmethoden in der Diagnostik der Nahrungsmittelallergie. Bei erhöhtem Anaphylaxierisiko sollte aber besser auf den Test verzichtet werden. Wer ist besonders gefährdet? Höheres Alter und bereits durchgemachte anaphylaktische Reaktionen auf das verdächtige Nahrungsmittel gelten als gesicherte Risikofaktoren für eine anaphylaktische Reaktion im Rahmen einer oralen Nahrungsmittelprovokation („oral food challenge“, OFC). In einer prospektiven Kohortenstudie sollte jetzt die Rolle von sIgE als Anaphylaxierisikoparameter bei nahrungsmittelallergischen Patienten überprüft werden. Einbezogen in die monozentrische Studie waren 1.757 Kinder mit einer verifizierten oder vermuteten Nahrungsmittelallergie, die sich insgesamt 2.272 standardisierten offenen OFC mit ansteigenden Mengen des verdächtigen Nahrungsmittels unterzogen hatten. In 1.166 Fällen lag eine Allergie gegen Hühnerei, in 589 Fällen eine Allergie gegen Kuhmilch, in 388 Fällen eine Allergie gegen Weizen und in 129 Fällen eine Allergie gegen Erdnüsse vor. Unter den 979 positiv getesteten Patienten kam es in 334 Provokationen zu einer anaphylaktischen Reaktion. Patienten mit sIgE-Spiegeln gegen das entsprechende Nahrungsmittel entwickelten signifikant häufiger eine anaphylaktische Reaktion während der Provokation (Odds Ratio: 2,71, 95 %-Konfidenzintervall: 1,94–3,78 im Vergleich dritte gegen erste Terzile, p < 0,001). Die Unterschiede beim medianen sIgE (kUA/l) bei der Provokation mit keiner, mit einer nicht anaphylaktischen und einer anaphylaktischen Reaktion betrugen bei Hühnereiweißallergien 7,0, 17,1 und 27,0, bei Milchallergien 10,9, 29,1 und 53,9, bei Weizenallergien 11,2, 32,4 und 67,2 sowie bei Erdnussallergien 9,9, 19,1 und 76,1. Auch bei den Provokationen mit Ovomucoid, Casein, Omega-5-Gliadin und Ara h 2 ergaben sich signifikante Zusammenhänge zwischen sIgE und einer Anaphylaxie im Rahmen der OFC. Gastrointestinale, kardiovaskuläre und neurologische Einzelsymptome waren ebenfalls statistisch signifikant stärker mit erhöhtem sIgE assoziiert, kein Zusammenhang ergab sich dagegen bei den Hautreaktionen. Fazit: Ein erhöhter sIgE-Spiegel gegen Nahrungsmittelallergene ist ein wichtiger Prädiktor für eine anaphylaktische Reaktion in einer offenen Nahrungsmittelprovokation. Literatur Yanagida N et al. Increasing specific immunoglobulin E levels correlate with the risk of anaphylaxis during an oral food challenge. Pediatr Allergy Immunol 2018; 29: 417–24CrossRefGoogle Scholar Copyright information © Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019 Authors and Affiliations Barbara Kreutzkamp11.http://www.springermedizin.de


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Barbara Kreutzkamp. Vorsicht bei erhöhtem sIgE gegen Nahrungsmittel, HNO Nachrichten, 2019, 16-16, DOI: 10.1007/s00060-019-5824-z