Monitoring bei metastasiertem Prostatakarzinom intensivieren?

Im Focus Onkologie, Feb 2019

Ein intensiviertes Monitoring von Patienten mit metastasiertem Prostatakarzinom erhöht signifikant die Gesundheitskosten, verbessert aber nicht das Überleben oder die Qualität des End-of-Life-Care.

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Monitoring bei metastasiertem Prostatakarzinom intensivieren?

Im Fokus Onkologie February 2019, Volume 22, Issue 1, pp 61–61 | Cite as Monitoring bei metastasiertem Prostatakarzinom intensivieren? AuthorsAuthors and affiliations Kathrin von Kieseritzky Uroonkologie Literatur kompakt First Online: 14 February 2019 Ein intensiviertes Monitoring von Patienten mit metastasiertem Prostatakarzinom erhöht signifikant die Gesundheitskosten, verbessert aber nicht das Überleben oder die Qualität des End-of-Life-Care. Bislang existieren keine einheitlichen Standards bezüglich des Monitorings von Patienten mit metastasiertem Prostatakarzinom. Die Ergebnisse der einer US-amerikanischen Studie, in der Daten aus der SEER(Surveillance, Epidemiology, and End Results-Medicare)-Datenbank von 2004 bis 2012 verwendet wurden, können etwas Klarheit bringen. 3.026 Patienten wurden berücksichtigt, die eine Nachbeobachtung von mindestens 6 Monaten erhielten. 791 von ihnen (26 %) wurden als „extrem beobachtet“ eingestuft, weil sie häufiger als 1-mal pro Monat einen Test auf prostataspezifisches Antigen (PSA) durchführen ließen oder über 6 Monate lang häufiger als alle 2 Monate eine Bildgebung oder einen Knochenscan erhielten. Als Indikator für die Qualität der Palliativpflege galt etwa die Einweisung in eine Klinik oder eine Notfallstation innerhalb des letzten Lebensmonats, auch der Zeitpunkt der Einweisung in ein Hospiz wurde herangezogen. Die mediane Nachbeobachtung betrug bei den „extrem Beobachteten” 2,4 Jahre und bei den übrigen Patienten 2,6 Jahre. In der Multivarianzanalyse war ein höheres Lebensalter mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit für extreme Beobachtung assoziiert. Die Extrembeobachtung ging nicht mit einer Verbesserung der Qualität der Pflege am Ende des Lebens einher. Auch gab es keine statistisch signifikanten Unterschiede bezüglich der Gesamtmortalität (29,11 vs. 27,05 Sterbefälle pro 100 Personenjahre bei extrem Beobachteten und den übrigen Patienten) oder der prostatakarzinomspezifischen Mortalität (21,71 vs. 21,90). Die durch die extreme Beobachtung jährlich anfallenden Gesundheitskosten hingegen waren signifikant höher: Um 22,9 % im ersten Jahr nach der Diagnose (95 %-Konfidenzintervall 10,2–35,6; p < 0,001) und um 35,1 % im letzten Lebensjahr (20,2–50; p < 0,001). Fazit: Ein verstärktes Monitoring von Patienten mit metastasiertem Prostatakarzinom erhöht die Gesundheitskosten, verbessert aber weder das Überleben noch die Qualität in der Palliativpflege. Ein Monitoring bezüglich eines Krankheitsprogresses sollte nach Ansicht der Forscher außerhalb von klinischen Studien nur dann stattfinden, wenn daraus auch Veränderungen im Pflegemanagement resultieren. Literatur Golan R et al. Increased Resource Use in Men With Metastatic Prostate Cancer Does Not Result in Improved Survival or Quality of Care at the End of Life. Cancer. 2018;124(10):2212–9CrossRefGoogle Scholar Copyright information © Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019 Authors and Affiliations Kathrin von Kieseritzky11.http://www.springermedizin.de


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Kathrin von Kieseritzky. Monitoring bei metastasiertem Prostatakarzinom intensivieren?, Im Focus Onkologie, 2019, 61-61, DOI: 10.1007/s15015-019-0045-2