mCRPC: Antiandrogenkombination nutzt nichts bei Resistenzen

Im Focus Onkologie, Feb 2019

Resistenzen gegen den Androgenrezeptorantagonisten Enzalutamid beim metastasierten, kastarationsresistenten Prostatakarzinom (mCRCP) resultieren womöglich aus erhöhten Androgenspiegeln. Die Hoffnung, durch eine Kombination des Wirkstoffs mit Abirateron diesem Problem Herr zu werden, erfüllte sich in einer Studie nicht.

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mCRPC: Antiandrogenkombination nutzt nichts bei Resistenzen

Im Fokus Onkologie February 2019, Volume 22, Issue 1, pp 60–60 | Cite as mCRPC: Antiandrogenkombination nutzt nichts bei Resistenzen AuthorsAuthors and affiliations Kathrin von Kieseritzky Uroonkologie Literatur kompakt First Online: 14 February 2019 Resistenzen gegen den Androgenrezeptorantagonisten Enzalutamid beim metastasierten, kastarationsresistenten Prostatakarzinom (mCRCP) resultieren womöglich aus erhöhten Androgenspiegeln. Die Hoffnung, durch eine Kombination des Wirkstoffs mit Abirateron diesem Problem Herr zu werden, erfüllte sich in einer Studie nicht. Enzalutamid unterbindet die Androgen-Rezeptor-Signalkaskade. Abirateronacetat wird in vivo zu Abirateron metabolisiert, das über die Hemmung des Schlüsselenzyms CYP17 (17α-Hydroxylase/C17,20-Lyase) auch die extratestikuläre Androgenproduktion hemmt — anders als die bisher verfügbaren Androgenentzugstherapien. Beide Wirkstoffe können, wenn sie Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom jeweils einzeln verabreicht werden, das prostataspezifische Antigen (PSA) um bis zu 90 % senken [Beer TM et al. N Engl J Med. 2014; 371(5):424-33; Ryan CJ et al. Lancet Oncol. 2015;16(2):152-60]. Jedoch bilden sich oft nach einiger Zeit Resistenzen heraus. In der aktuellen Studie wurden Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom, die noch keine Chemotherapie zuvor erhalten hatten, mit Enzalutamid (160 mg täglich) behandelt. Die Patienten, die nach 13 und 21 Wochen keinen Anstieg von PSA zeigten, wurden weiter bis zum PSA-Progress behandelt (≥ 25 % Anstieg und ≥ 2ng/ml über dem tiefsten Punkt). Ab einem Progress wurden sie in einer zweiten Phase auf Abirateronacetat (1.000 mg täglich) und Prednison (5 mg 2-mal täglich) mit entweder Enzalutamid oder Placebo (Kombinationsgruppe vs. Kontrollgruppe) randomisiert — wiederum bis zum Krankheitsprogress. Primärer Endpunkt war das progressionsfreie Überleben. Zu Studienbeginn wurden 509 Patienten rekrutiert, in Phase II wurden davon 251 Patienten randomisiert. Zum Daten-Cut-Off der primären Analyse setzten 84 (33 %) der 258 nicht für Phase II randomisierten Patienten die Therapie mit Enzalutamid noch immer fort. Die übrigen 174 (67 %) Patienten hatten diese Therapie bereits beendet, in der Regel, weil die Krankheit weiter vorangeschritten war. Von den 251 für Phase II randomisierten Patienten führten 27 (21 %) der 126 Patienten der Kombinationsgruppe und 18 (14 %) der 125 Patienten der Kontrollgruppe die Therapie weiter durch. Das mediane progressionsfreie Überleben betrug in der Enzalutamid-Abirateron-Gruppe 5,7 Monate, in der Kontrollgruppe 5,6 Monate (Hazard Ratio 0,83; 95 %-Konfidenzintervall 0,61–1,12; p = 0,22). Bezüglich PSA-Progression und PSA-Ansprechen als den sekundären Endpunkten der Studie gab es keine Unterschiede zwischen den Gruppen. Hypertonie Grad 3 (10 vs. 2 %) und erhöhte Werte für die Alanin-Aminotransferase (ALAT; 6 vs. 2 %) oder die Aspartat-Aminotransferase (ASAT; 2 vs. 0 %) kamen in der Kombinationsgruppe häufiger als in der Kontrollgruppe vor. Fazit: Werden Patienten mit chemotherapienaivem metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom, die Enzalutamid erhalten, nach PSA-Progression mit Abirateronacetat weiterbehandelt, lohnt es offenbar nicht, zusätzlich die Enzalutamid-Therapie fortzuführen. Das progressionsfreie Überleben verlängert sich dadurch nicht, hingegen sind mehr Nebenwirkungen die Folge. CME-Beitrag Prostatakarzinom Die Behandlung von Prostatakarzinompatienten basiert häufig auf der individuellen Erfahrung des behandelnden Arztes. Diese variiert jedoch stark. Um Erfahrungsunterschiede auszugleichen und bei der Einschätzung des Tumorstadiums und der Prognose des Patienten zu unterstützen, können klinische Hilfsmittel zur Planung von Diagnostik und Therapie eingesetzt werden. Welche und wie erfahren Sie in der CME-Fortbildung „Entscheidungshilfen für die Diagnostik und Therapie des Prostatakarzinoms — Standardisierte Einschätzung“ von Jessica Rührup und Kollegen: https://www.springermedizin.de/link/16251558 Open image in new window Literatur Attard G et al. Abiraterone Alone or in Combination With Enzalutamide in Metastatic Castration-Resistant Prostate Cancer With Rising Prostate-Specific Antigen During Enzalutamide Treatment. J Clin Oncol. 2018;36(25):2639–46CrossRefGoogle Scholar Copyright information © Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019 Authors and Affiliations Kathrin von Kieseritzky11.http://www.springermedizin.de


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Kathrin von Kieseritzky. mCRPC: Antiandrogenkombination nutzt nichts bei Resistenzen, Im Focus Onkologie, 2019, 60-60, DOI: 10.1007/s15015-019-0035-4