Prostatakarzinom „high risk“: Chemotherapie plus ADT?

Im Focus Onkologie, Feb 2019

Die Zugabe von Mitoxantron und Prednison zur adjuvanten Androgendeprivation (ADT) kann das Überleben von Patienten mit „high risk“-Prostatakarzinom nach radikaler Prostatektomie nicht verbessern. Die Mortalität an anderen Krebserkrankungen nimmt sogar zu.

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Prostatakarzinom „high risk“: Chemotherapie plus ADT?

Im Fokus Onkologie February 2019, Volume 22, Issue 1, pp 61–61 | Cite as Prostatakarzinom „high risk“: Chemotherapie plus ADT? AuthorsAuthors and affiliations Kathrin von Kieseritzky Uroonkologie Literatur kompakt First Online: 14 February 2019 Die Zugabe von Mitoxantron und Prednison zur adjuvanten Androgendeprivation (ADT) kann das Überleben von Patienten mit „high risk“-Prostatakarzinom nach radikaler Prostatektomie nicht verbessern. Die Mortalität an anderen Krebserkrankungen nimmt sogar zu. Patienten mit lokal fortgeschrittenem „high risk“-Prostatakarzinom nach radikaler Prostatektomie haben ein erhöhtes Sterberisiko. Multimodale Therapiekonzepte sind deshalb gefragt. Zu diesen gehört auch die adjuvante ADT. Deren Effekte noch zu verbessern war das Ziel der aktuellen US-amerikanischen Studie. Studienteilnehmer waren 961 Patienten mit cT1-3N0-Prostatakarzinom mit einem oder mehreren Hochrisikofaktoren nach radikaler Prostatektomie (Gleason Score [GS] ≥ 8; pT3b, pT4 oder pN+; GS 7 und positive Ränder; präoperatives prostataspezifisches Antigen [PSA] > 15 ng/ml, Biopsie-GS > 7 oder PSA > 10 ng/ml plus Biopsie-GS > 6). Patienten mit einem PSA ≤ 0,2 ng/ml nach radikaler Prostatektomie wurden anhand des pT/N-Stadiums, dem GS und dem adjuvanten Bestrahlungsplan stratifiziert und auf adjuvante ADT mit Bicalutamid und Goserelin über 2 Jahre mit oder ohne 6 Zyklen Mitoxantron und Prednison (MP) randomisiert. Primärer Endpunkt war das Gesamtüberleben (OS). 481 Patienten erhielten eine adjuvante ADT allein, 480 Patienten erhielten eine adjuvante ADT plus MP. Im Januar 2007 wurde die weitere Randomisierung auf Empfehlung des Data Safety Monitoring Committee gestoppt, weil unter ADT+MP eine Zunahme von Leukämiefällen zu beobachten war. Die mediane Nachbeobachtung umfasste 11,2 Jahre. Das 10-Jahres-OS betrug unter adjuvanter ADT 87 %, unter ADT+MP 86 % (Hazard Ratio [HR] 1,06; 95 %-Konfidenzintervall 0,79–1,43). Damit lag das OS in der ADT-Gruppe deutlich über dem aus früheren Untersuchungen zu erwartenden Wert von 50 %. Das Prostatakarzinom war bei 18 % der Sterbefälle im ADT-Arm und 22 % im ADT+MP-Arm die Todesursache. Unter ADT-MP starben doppelt so viele Patienten an anderen Krebserkrankungen wie im ADT-Arm (36 vs. 18 %), darunter an Leukämie, Lungenkarzinom und Pankreaskarzinom. Fazit: In dieser Studie konnten Patienten mit lokal fortgeschrittenem „high risk“-Prostatakarzinom nach radikaler Prostatektomie nicht von einer Zugabe von MP zur adjuvanten ADT profitieren Literatur Hussain M et al. Phase III Intergroup Trial of Adjuvant Androgen Deprivation With or Without Mitoxantrone Plus Prednisone in Patients With High-Risk Prostate Cancer After Radical Prostatectomy: SWOG S9921. J Clin Oncol. 2018;36(15):1498–504CrossRefGoogle Scholar Copyright information © Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019 Authors and Affiliations Kathrin von Kieseritzky11.http://www.springermedizin.de


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Kathrin von Kieseritzky. Prostatakarzinom „high risk“: Chemotherapie plus ADT?, Im Focus Onkologie, 2019, 61-61, DOI: 10.1007/s15015-019-0046-1