Untersuchungen über das Großplankton in der Deutschen Bucht und im Nordsylter Wattenmeer

Helgoland Marine Research, May 2019

Clemens Künne

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Untersuchungen über das Großplankton in der Deutschen Bucht und im Nordsylter Wattenmeer

U n t e r s u c h u n g e n fiber das Groflplankton in der D e u t s c h e n Bucht u n d im N o r d s y l t e r W a t t e n m e e r I. U b e r das G r o B p l a n k t o n i n d e r D e u t s c h e n Bucht A . E i n l e i t u n g Aus der Biologischen Anstalt Helgoland; List auf Sylt - K / i n n e 1]ber die Verbreitung gr6Berer, als Leitformen ffir verschiedene Wasserk6rper verwertbarer Planktontiere in der sfidlichen Nordsee i m W i n t e r hatte ida bereits frfiher (1937) eine zusammenfassende Darstellung gegeben Es war beabsichtigt gewesen, die in der Zeit yon Oktober bis Mfi.rz ausgefiihrten Untersuchungen auch auf die w a r m e J a h r e s z e i t auszudehnen. Damit wurde vor dem Kriege in Helgoland begonnen, doda ging das auf einigen Fahrten bereits gesam,melte Material verloren. Als nach der ~bersiedlung der Biologischen Anstalt nach List der Forschungskutter ,Uth6rn" im Frfihjahr 1948 in Dienst gestellt worden war, bot sich die Gelegenheit, die unterbrochenen Arbeiten wieder aufzunehrnen. Allerdings konnte d~s nur in engerem Rahmen geschehen, da es noch nicht m6glich war, das ganze frfihere Untersuchungsgebiet - - die gesamte siidliche Nordsee vom 6stlichen Teile des Kanals bis etwa 550 10' Nord - - zu befahren. Es konnte vielmehr nur ;.m 6stlichen Tell der Deutschen Bucht gearbeitet werden. Bei einem so beschrfi.nkten Untersuchungsbereich war es nicht m6glich, die Beziehungen zwischen der Verbreitung der Plankter und der Ausdehnung der verschiedenen Wa.sserk6rper ebenso klarzulegen, wie das bei den obengenannten Arbeiten im Winter durchffihrbar gewesen war. AuBerdem hat es nach frfiheren Feststellungen den Ansche;n, als ob die hydrographischen Unterschiede zwischen den einzelnen Wasserk6rpern in der Nordsee in der warmen Jahreszeit geringer seien als im Herbst und Winter und wom6glich sich teilweise ganz verwischten. Dadurch wiirde es auch sten6ken Arten m6glich sein, sida welter zu verbreiten, als es ihnen sonst erlaubt wfi.re; somit w~iren sie als Leitformen ftir bestimmte Wasserk6rper unter Umst~inden nicht mehr oder nur noch beschrfi.nkt zu gebrauchen. Insgesamt wiirde also irn Einklang mit einer gr6Beren Einheitlichkeit in hydrographischer Beziehung die Planktonbev61kerung eines gr6t~eren Gebietes - - gegebenenfalls fiber die Grenzen der Wasserk6rper hinaus - - ahch gleidifbrmiger sein. Auf unseren Nachkriegsfahrten konnte also zur Frage der Leitformen noch nichts wesentlich Neues, alas fiber das schon frfiher Bekannte welt hinausgegangen w~ire, beigebracht werden. Bei der folgenden Darstellung werden a.ut~er Fischen und ihren Entwicklungsstadien nahezu alle in den F~ingen gefundenen Tierarten erwfi.hnt, also auger den eigentlichen Planktonformen auch acn Boden lebende Arten, die mehr zuffillig in das Netz geraten (mit Ausnahme etwa erwachsener Garnelen und Taschenkrebse sowie der Hydroiden, yon denen Bruchstficke nicht selten bei Tiefenffingen mit erbeutet werden, die aber meist schlecht erhalten und nicht mehr sicher zu bestimmen sind). Das erschien durchaus erwfinscht angesichts der Liickenhaftigkeit unserer Kenntnisse der Fauna der Deutschen Bucht sowie der ~kologie, der Fortpflanzungszeiten und des sonstigen Verhaltens der Tiere dieses Gebietes. Helgol/inder Wissenschaftliche Meeresuntersuchungen B. U n t e r s u c h u n g s g e b i e t u n d F / i n g e Das Untersuchungsgebiet umfat~t den vor der nordfriesischen Kiiste gelegenen Raum (s. Karte Abb. 1) yon siidlich Helgoland his Graa Dyb (westlich yon Fan6). Die Wassertiefe nimrnt yon Land nach See hin zu und ist in der ,,Tiefen Rinne" bei Helgoland am gr61~ten. Die landnahen Stationen vor R6m und Amrum, vor der Hever und Eider (Stat. 1, 4, 8, 9) haben die geringsten Tiefen mit 7--10 m; bei Vyl Feuerschiff messen wir 26 m, bei Stat. 5 21 m, und die Stationen bei Helgoland (Stat. 11--13) haben 33 bis iiber 50 m. Einmal loteten wir in der Rinne siidwestlich yon Helgoland (Stat. 12) 56 m (vgl. Tiefenkarte bei CASPERS 1939). .........9..... ~5 :'~ ") % ( ~ 5~j,rs a,ooorb ~"~k~ '\ ",): ~'r ,d ,".... :: ~' ~ d~ ?~ 8 ~ 8%'0' 9 ~ Abb. 1. Das Untersuchungsgebiet. l]bersicht fiber die Stationen der Terminfahrten In dem bezeichneten Gebiet liegen 15 Untersuchungsstationen, die auf insgesamt 6 Fahrten befischt wurden. Die siid6stlich yon Helgoland nahe bei der Insel gelegene Star. 13 konnte allerdings nur wenige Male bearbeitet werden, da sie im Helgol/inder Sperrgebiet liegt. Die Fahrten fanden statt im Bd. IV. H. 1: Kfinne, Untersuchungen fiber das Grot~plankton in der Deutschen Bucht Mai, Juli, Oktober 1948 und Mfirz, Mai und September 1949. Auf jeder Station wurde ein Fang mit dem Knfippelneg (Petersens Jungfischtrawl) mit Beutel aus Hanfstramin (lichte Maschenweite etwa 1 mm 2) gemacht. ~ b e r die Durchffihrung und Verarbeitung der F/inge siehe MIELCK u n d K/ONNE 1935. In meiner eingangs erwfihnten Ver6ffentlichung (1937) hatte ich in der sfidlichen Nordsee im wesentlichen vier Wasserk6rper unterschieden: 1. Von Norden her eindringendes sogenanntes N 6 r d l i c h e s W a s s e r , das leBten Endes ozeanischer Herkunft ist. 2. K a n al s t r o m, der, ebenfalls zur Hauptsache vom Ozean kommend, nach Eintritt in die Nordsee in nord/3stlicher und dann n6rdlicher Richtung weiterflieflt; diese beiden Wasserarten sind durch hohen Salzgehalt, w/ihrend des ganzen Jahres ziemlich gleichm~flige Temperatur und vor allem dadurch ausgezeichnet, daf~ sie Hochseeplankter, z.T. solche ausgesprochen ozeanischen Charakters, mitffihren. 3. F l f i m i s c h e s K f i s t e n w a s s e r , das der belgisch-holl/indischen Kfiste vorgelagert ist und yon dem Teile durch den Kanalstrom mitgerissen und .in Ridltung Deutsche Bucht transportiert werden. 4. D e u t s c h e s K f i s t e n w a s s e r , das der deutschen Kfiste in wechselnder Ausdehnung unmittelbar vorgelagert ist. Die beiden le~tgenannten Wasserarten haben herabgese~ten Salzgehalt, stehen infolge der geringen Wassertiefe hinsichtlich ihrer Temperaturverh~ltnisse stark unter dem Einflut~ der.Atmosph/ire und des zustr6menden Flul3wassers und enthalten einen besonders hohen Prozentsa~ meroplanktischer Formen. Die verschiedenen Wasserk6rper kommen nicht immer rein, sondern vielfach . zu einem mehr oder minder grot~en Teile miteinander vermischt vor. Wirbelbildungen k6nnen das Bild komplizieren. Der h6chste Salzgehalt land sich stets im Norden des Untersuchungsgebietes und bei Helgoland. Bei Vyl Feuerschiff enthielt das Tiefenwasser im M~irz 1949 34,07 ~ Salz::'), sonst wurden hier mehr als 33 %0 und nur im September 1949 etwas weniger, 32,99 %o in der Tiefe festgestellt. Daffir waren es auf le~tgenannter Fahrt bei Graa Dyb und vor R6m (Star. 14 und 1) fiber 33 %0. Bei Helgoland und siidlich davon (Stat. 12 und 11) wurden im M/irz und Mai 1949 fiber 33 %0 gemessen; im September 1949 war das allerdings nur bei Helgoland der Fall, w/ihrend Stat. 11 noch nicht 31%0 hatte. Im Oktober 1948 erreichte selbst die Helgol/inder Station nur den Betrag yon 32,38 %0 in der Tiefe, sfidlich davon waren es 31,18 %0. Der geringste Salzgehalt wurde 6stlich yon Helgoland (Star. 9 und 10) festgestellt, wo er auch in der Tiefe manchmal 30 ~ nicht erreichte und im H/Schstfalle 31,62 %0 betrug. Der verh~ltnism~flig hohe Salzg,ehalt im Norden und bei Helgoland ist natfirlich auf verst/irkte Beimischung yon Hochseewasser (yon Norden bzw. Nordwesten oder aus dem Kanal) zurfickzuffihren. Der geringe Salzgehalt auf Stat. 9 und 10 und im September 1949 auch Stat. 11 dfirfte auf dem Zustrom yon Elbwasser beruhen. Im iibrigen geh6rten S/imtliche Stationen dem Ktistenwasser an, das sich planktologisch auch noch im M~rz 1949 auf der Station bei Vyl Feuerschiff mit fiber 34 %o Salzgehalt bemerkbar machte. *) Unsere Wasserproben wurden dankenswerterweise vom Deutschen Hydrographischen Institut in Hamburg titriert. Helgot~nder WissenschaftlicheMeeresuntersuchungen Die Wassertemperaturen, auch die des Tiefenwassers, zeigen keine besonders charakteristischen Verh~ltnisse, so dal~ an dieser Stelle nicht welter darauf eingegangen werden soll. D. A l l g e m e i n e B e m e r k u n g e n fiber das G r o t ~ o l a n k t o n des U n t e r s u c h u n g s g e b i e t e s Die hydrographischen Verh~iltnisse in unserem Gebiet sind so, dat~ yon See her Wasser herandringt und mehr oder wen!ger weit vorstSt~t. Dieses Eindringen yon Hochseewasser wechselt aut~erordentlich nach Richtung und St/irke; am st/irksten ist es nach den bisher vorliegenden Beobachtungen in der Zeit yon Sp/itherbst bis Sp~itwinter, w~ihren,d in der wfirmeren Jahreszeit der Zustrom schwach ist oder ganz versiegt. Dieses Hochseewasser, wie es der Kfirze halber genannt wurde, kann aus zwei Wasserk6rpern bestehen (vgl. Abschn. C): Aus n 6 r d l i c h e m W a s s e r , das, aus der nbrdlichen Nordsee kommend, yon Westen, Nordwesten oder Norden her in unser Gebiet vorst6t~t, oder aus K a n a 1w a s s e r, das als Kanalstrom (der gleich dem nSrdlichen Wasser lenten Endes ozeanischen Ursprungs ist) yon Sfidwesten oder auch Westen heranstr6mt. 'Wohl niemals werden diese Wasserk6rper rein und unvermischt sein, wenn sie die Deutsche Bucht erreichen. So gut wie immer werden manmgfache Mischungsvorg/inge ihren ursprfinglichen Charakter ver/indert, den hohen Salzgehalt herabgese~t und die Temperatur. den jeweiligen 6rtlichen Verh/iltnissen angen/ihert haben. In der Kfistenn/ihe der Deutschen Bucht erfolgt dann die Mischung mit dem d e , u t s c h e n K i i s t e n w a s s e r , wobei der Salzgehalt des eingestr6mten Wassers noch welter heruntergeht. Ein gegenfiber der Umgebung erh6hter Salzgehalt deutet selbstverst~indlich darauf hin, dag an die betreffende Ste[le mehr bzw. reineres Hochseewasser hingelangt ist als in ihre Nachbarschaft. Im allgemeinen sind dann dort auch rnit gl/8t~erer Wahrscheinlichkeit und zahlreichere planktische Leitformen des Hochseewassers zu erwarten als anderswo. Unsere Beobachtungen haben aber immer wieder gezeigt, da~ Vorkommen und H/iufigkeit der Leitformen des Hochseewassers nicht unbedingt mit erhShtem Salzgehalt am Fangpla.t5 verbunden sein mfissen. Wenn die Tiere genfigend eury/Sk sind - - ganz streng sten6ke Forrnen, z. B, an hohen Salzgehalt angepal~te Tiere, kommen ffir unser Gebiet doch kaum in Frage m k6nnen sie dank der ausgiebigen Wassermischung auch an Stellen mit niedrigem Salzgehalt und ver/inderter Temperatur vorkommen. Hier zeigen sie besonders eindrucksvoll ihren Charakter als Leitformen, bekunden sie doch, dat~ mehr oder weniger viel yon dem Hochseewasser, ffir das die Tiere typisch sind, nach der betreffenden Stelle gelangt ist, auch wenn in physikalisch-chemischer Hinsicht nichts lnehr yon dem Zustrom zu spfiren ist. Als Leitformen ffir Hochseewasser wurden auf unseren Fahrten gefunden Aglantha digitalis rosea, Themisto abyssorum, JYyctiphanes couchi und Sagitta e. elegans. Diese Tiere sind als im nord6stlichen Atlantik bzw. seinen K/isten- und Randgebieten (Aglantha d. rosea) verbreitete Arten ursprfinglich sowohl dem nSrdlichen Wasser wie dem Kanalstrom eigen. N a d / a l i e n bisher vorliegenden Beobachtun,gen mfissen wir annehmen, d'at~ die auf den hier behandelten Reisen gefundenen Tiere ausschliet~lich oder doch zum allergrSt~ten Teile durch das n6rdliche Wasser herangeffihrt wurden bzw. yon solchen Individuen abstammten. Aus dem Kanal stammende Exemplare dieser Bd. IV. H. 1: Kfinne,Untersuchungenfiberdas Grot~planktonin der DeutschenBudat Arten scheinen nur selten soweit nach Osten zu gelangen. Immerhin ist es schwierig oder unmSglich, im Einzelfalle eine sichere Entscheidung fiber das Herkommen der Tiere zu treffen, wenn nicht gleichzeitig gemachte Beobachtungen aus den weiter seewtirts gelegenen Gebieten vorliegen. Die Frage, ob die Liste der Leitformen ffir Hochseewasser~-- das heit~t also in unserem Gebiet im wesentlichen n6rdliches Wasser - - noch erweitert werden kann, ltit~t sich auf Grund der Un.tersuchungen in einem so eng umgrenzten Bereich schvcer beantworten. Wahrscheinlich kann hier noch Staurophora mertensi genannt werden. Calanus finmarchicus erreicht seine HaupterLtwicklung zwar in salzreicheren tieferen Meeresgebieten, doch ist die Art auch in der Deutschen Bucht sttindig anstissig. Das schliel~t nicht aus, dag doch mehr oder weniger zahlreiche Exemplare mit dem Einstrom in unser Gebiet gelangen. Le~teres gilt natfirlich auch ffir andere Arten. Es ist nicht ausgeschlossen, daft die in die Deutsche Bucht v.erfrachteten Hochseeplankter unter gfinstigen Bedingungen sich hier fortzupflanzen verm6gen. So wurden im Juli 1948 und Mai 1949 yon Aglantha, z. T. neben gr6geren (bis zu 18 mm Glockenh6he) geschlechtsreifen oder abgelaichten Medusen, viele kleine bis knapp mittelgrof~e Tiere mit noch unreifen Gonaden gefangen, bei denen die M6glichkeit, dal~ es im Untersuchungsgebiet oder dessen Umgebung entstandene Nachkommen der in den vorhergehenden Monaten beobachteten Medusen waren, nicht ganz yon tier H a n d zu weisen sein diirfte. Es kommen sicher nur die ganz widerstandsftihigen Arten in Frage, bei denen auch die bei den Tieren ja vielfach besonders empfindlichen Keime die Vertinderung der Augenbedingungen zu ertragen verm6gen. Die im Mai 1948, Mtirz und Mai 1949 gefangenen Sagitta elegans waren z. T. reif. Es kann mit ziemlicher Sicherheit angenommen werden, daft auch diese Art sich in den kfistennahen Gewtissern der Deutschen Bucht fortpflanzen kann, und doch fiihrt das bei dieser und anderen Arten nicht zu einer dauernden festen Besiedlung dieses Gebiets. Durch den Kanalstrom in die Deutsche Bucht verfrachtet sind der Hydroidpolyp Clytia pelagica und die Mysidee SirielIa armata. Beide sind in der sfidwestlichen Nordsee heimisch, C. pelagica ist Leitform ffir das vor der belgischholI~indischen Kfiste befindliche fl/imische K/istenwasser (K~NNE 1937), von dem, wie man annehmen mug, der Kanalstrom Teile gewissermaflen losreigt und mit sich fortnimmt. So kann dieser Hydroid bis in die Deutsche Bucht gelangen. Es ist der gleiche Verfrachtungsvorgang, dem wir auch die im M/irz in unserem Gebiet gefundene Mysidee Siriella armata zu verdanken haben. Zu beachten ist, dat~ Clytia im Laufe des Sommers bei uns erschien, zu einer Zeit also, in der nach allgemeiner Ansicht der Einstrom yon Westen, besonders Siidwesten her nur sehr schwach ist oder fehlt. Es scheinen aber im Sommer 1949 besondere Verh/iltnisse vorgelegen zu haben. Selbstverstandlich haben wir auch mit der M6glichkeit zu rechnen, dag C. pelagica doch irgendwo an der Kfiste der sfid6stlichen Nordsee, vielleicht im Wattenmeer, dauernd vorhanden, aber bisher fibersehen worden ist. Nach den bis jest vorliegenden Beobachtungen ist es aber sehr zweifelhaft, ob diese M6glichkeit irgendwo verwirklicht ist. C. pelagica scheint also nur sporadisch in der Deutschen Bucht aufzutauchen. Die Art wurde schon in deutschen Flui~mfindungen, z. B. in der Elbe, gefunden (ebenso wie auch die typische Kanalstrom-Meduse Turritopsis polycirrha), doch ist sie hier, soweit wir wissen, nicht dauernd vorhanden, wird also nur zeitweise mit der Str6mung eingeffihrt. Im n6rdtichen Sylter Wattenmeer kam sie M i t t e O k t o b e r 1949 zuerst zur Beobachtung, w / i h r e n d sie v o r der Kfiste im S e p t e m b e r 1949 g e f a n g e n w u r d e . H i e r ist es also nicht schwer, einen Z u s a m m e n h a n g h e r a u s z u l e s e n u n d a n z u n e h m e n , dat~ die in die Deutsche Bucht v e r f r a c h t e t e n Clytia im S e p t e m b e r o d e r auch schon frfiher v o r Sylt a n g e l a n g t w a r e n (n6rdlichster F u n d o r t w a r v o r W e s t e r l a n d , Stat. 3) und etwas sptiter in das Lister W a t t e n m e e r g e t r i e b e n w u r d e n . Bei der B e h a n d l u n g des W a t t e n r n e e r p l a n k t o n s w i r d fiber l e ~ t g e n a n n t e n V o r g a n g noch weiteres zu s a g e n sein. M6glicherweise w i r d die C a p r e l l i d e Phtisica marina ebenso aus d e r sfidwestlichen N o r d s e e h e r a n g e f f i h r t wie Clytia u n d Siriella. Bei G r a a D y b (Star. 14), wo der zweithSchste Salzgehalt a u f dieser F a h r t festgestellt w u r d e (32,86%o in der T i e f e ) , w u r d e eine Phtisica marina g e f a n g e n . Diese nicht n u r a n Substraten, s o n d e r n sehr a u s g i e b i g auch frei im P e l a g i a l l e b e n d e C a p r e l l i d e f a n d e n w i t a u f den F a h r t e n friiherer J a h r e im Sptitherbst und W i n t e r in der sfidwestlichen N o r d s e e bisweilen in sehr grot~er M e n g e , so dat~ in einigen Ftillen der F a n g des grot~en g r o b m a s c h i g e n P l a n k t o n n e ~ e s z u m gr6t~ten T e l l aus diesen T i e r e n b e s t a n d . Bei H e l g o l a n d w u r d e die A r t auch schon in g r 6 ~ e r e r Z a h l m i t d e m P l a n k t o n n e ~ g e f a n g e n . Es w a r a b e t seinerzeit a u f G r u n d des v o r l i e g e n d e n M a t e r i a l s noch nicht rn6glich gewesen, m i t Sicherheit a n z u g e b e n , ob Phtisica L e i t f o r m f f i r eine b e s t i m m t e W a s s e r a r t ist. Soviel scheint a b e r festzustehen, d a ~ sie, zum m i n d e s t e n in d e n grot~en M e n g e n pelagischer I n d i v i d u e n , d e m deutschen K/.istenwasser a n sich f r e m d ist u n d die hier a n g e t r o f f e n e n E x e m p l a t e wenigstens zu e i n e m groi~en T e i l e aus dern Siidwesten der N o r d s e e h e r a n g e f f i h r t w e r d e n . Vielleicht hat dieselbe Str6mung, der wit die Clytia pelagtca zu verdanken haben, auch die im Sommer 1949 in der Deutschen Budat erschienenen Entemnusdaeln herangeftihrt. Im Juli und August wurde Lepas anati[era L. an Trelbk6rpern sitzend in grSgerer Zahl in den Sylter Gew~issern bzw. am Strande yon Sylt angetrieben gefunden. Im August (wahrscheinlich 6rtlich auch sdaon im Juli) zeigte sich au]~erdem am Sylter Strande Lepas fascicularis Ell. & Sol. und zwar in sehr grot~er Zahl. Allerdings ist aus diesem Vorkommen nicht mit Sicherheit zu schlie~en, dat~ die Lepas aus der sfidwestlichen Nordsee kamen, sie k6nnten auch aus Norden oder Nordwesten herangetrieben sein. Wie mir Herr Professor ANKEL,Darmstadt, freundlicherweise brieflich mitteilte, fand er L. fascicularis Ende Juli auf der ostfriesischen Insel Spiekeroog ,,ziemlich auff~illig h~ufig~ im Spfilsaum am Strande. Auf Norderney wurden diese Tiere allerdings nicht bemerkt, wobei aber doah die M6glichkeit besteht, dat~ sie /ibersehen wurden. Jedenfalts scheint mir das Vorkommen auf Spiekeroog zusammen mit dem Erscheinen unserer Clytia ~ darauf hinzudeuten, dat] die Lepas aus der s/idwestlichen Nordsee in die Deutsche Bucht kamen (aus weldaer Richtung sie in die sfidwestliche Nordsee gelangten, ob aus dem Kanal oder mit dem osteng!ischen Kfistenstrom yon Norden her, entzieht sich unserer Kenntnis). In diesen Zusammenhang geh6rt, wenn es auch kein eigentli'ch planktisches Objekt betrifft, das Erscheinen yon leeren Geh/iusen yon Patella vulgata L., denen ein Transport yon ihrer Heimat her m6gtich geworden war dadurch, dab sich auf ihnen Tange (Fucus und Himanthalia) angesiedelt hatten, die ins Treiben geraten waren. Solche Stiicke sind in der Deutschen Bucht sehr selten, ,-m Jahre 1949 wurden abet gleich mehrere am Strande yon Sylt angespfilt gefunden. Mir wurden yore Nordstrand des Ellenbogens (Nordende yon Sylt) solche F~ille bekannt yon Ende April, August und Anfang September. Am Weststrand yon Sylt sollen noch weitere Exemplare bemerkt worden sein. Wenn auch ein Beweis f/it die Richtigkeit der Vermutung nicht zu erbringen ist, so glaube ich doch annehmen zu sollen, dab die Schalen ebenfalls aus dem Sfidwesten stammten. Ferner k6nnte noch erw~hnt werden, dat~ Anfang Januar 1950 auffallend viele Schulpe yon Sepia of[~cinalis L. am Ellenbogen angespfilt wurden und zwar auch sehr viele klei.ne his zu einer L/inge yon 30 ram herunter~). Solche kleinen Stticke wurden hier, mindestens in dieser Menge, meines Wissens noch nicht beobachtet. Auch in diesem Falle m6chte ida *') Eine Darstellung der Beobachtungen und Messungen an Sepia-Schulpen im Angespfil yon Januar bls M~irz 1950 und Januar 1951 ist yon Dr. ZIEGELMEIER,List, in Bearbeitung. Bd. IV. H. 1: Kiinne, Untersuchungen fiber das Grot~plankton in der Deutschen Bucht glauben, dag die Schulpe durch die Str6mung aus der sfidlichen Nordsee, also aus etwa siidwestlicher Richtung, herantransportiert wurden. Sehr fang konnte eigentlich der yon ihnen zurfickgelegte Weg nicht sein, da die Mehrzahl der Schulpe bemerkenswert gut erhalten war. Das Vorkommen all der in diesem Zusammenhang genannten Tiere - - es kann auch noch auf die fiberraschend vielen Sardelleneier in der Deutschen Bucht, auch im nordfriesischen Gebiet (AuRIC~q 1950), hingewiesen werden - - und ihrer Reste scheint darauf hinzudeuten, dag 1949 bis in den Winter hinein der Zustrom yon Wasser aus der siidwestlichen Nordsee bes0nders kr~iftig war und damit, soviel wir beurteilen k6nnen, ein Ausnahmefall beobachtet werden konnte. Als Leifform fiir das d e u t s c h e K / f i s t e n w a s s e r im Friihjahr betradate ida die Anthomeduse. Sarsia tubulosa. Ohne Frage werden f/fir diese Wasserart im Frfihjahr u n d Sommer noda andere A r t e n als Leitformen aufzustellen sein. Da jedoch das rfiumlida beschr~inkte Untersudaungsgebiet keinen geniigenden ~berblick gestattet, wird yon einer Erweiterung unserer Leitformen-Liste in dieser Richtung abgesehen. W e n n m a n das mit dem Kniippelneg gefisdate Groflplankton unseres Gebietes als Ganzes im Verlaufe der w a r m e n Jahreszeit charakterisieren will, so ist dazu folgendes zu sagen. Dabei liegen die auf unseren Fahrten angetroffenen Verh~iltnisse zugrunde, die aber mi't den auf den Fahrten friiherer Jahre festgestellten (nidat ver6ffentlidaten) B e f u n d e n in den groflen Ziigen iibereinstimmen. W/ihrend im W i n t e r das Plankton weder qualitativ noch quantitativ reichhaltig zu sein pflegt, madat sida im M~irz der l[lbergang zum Friihjahr mit einer Z u n a h m e des Planktons nada beiden Ridatungen hin deutlida b e m e r k bar. L e i t f o r m e n f/Jr Hochseewasser, die vor allem im W i n t e r mit dem in dieser Jahreszeit kr~iftigen Strom herangef/ihrt werden, sind im M/irz noch in mehreren A r t e n vorhanden. Das Groflplankton des Frfihjahrs ist allgemein als Coelenteraten-Plankton zu bezeidanen, u n d das beginnt sich sdaon im M/irz zu zeigen. Die A n t h o m e d u s e n sind mit m e h r e r e n auf das Friihjahr besdar~inkten Arten vertreten, w/ihrend yon L e p t o m e d u s e n nur einige an keine bestimmte Jahreszeit gebundene Formen g e f u n d e n werden; f/fir'unsere iibrigen dieser Gruppe angeh6rigen Arten ist es im M~irz noch zu friih. Entwicklungsstadien yon Scyphomedusen sind vorhanden. V o n Ctenophoren ist Pleurobrachia pileus auf einigen Fangpl~i~en bereits in ~ot~er Zahl vorhanden; ihre Menge n i m m t im Laufe des Friihjahrs noch weiter zu. W e n n Mysideen manchmal in grot~er Zahl gefangen werden, so ist das nidat an eine bestimmte Jahreszeit gebunden. D e c a p o d e n - L a r v e n sind wohl vorhanden, treten abet an Zahl noda ganz zuriick. Sagitta setosa ist nidat selten, stellenweise sogar zahlreida. Auch im Mai sind Leitformen des Hodaseewassers vorhanden. Neben A n t h o m e d u s e n zeigen sida f/fir das Friihjahr typische L e p t o m e d u s e n in mandamal nicht geringer Zahl. V o n Scyphomedusen sind Ephyren an Zahl sehr zurfickgegangen, /iltere Stadien herrsdaen durchaus vor. V o n Cyanea lamarclei k/innen sogar sdaon reife Exemplare. vorkommen, die aber vielleidat aus westlidaer gelegenen Gebieten stammen. Besonders ist das sp~itere Fr/fihjahr in unserer Gegend ausgezeichnet durch die H~iufigkeit der Ctenophoren. Vor allem Pleurobrachia pileus tritt in oft sehr grot~er Menge auf, doda sdaeint dieses Massenauftreten nidat in allen J a h r e n gleida s'tark zu sein u n d auda zeitlida etwas zu sdawanken. Bolinopsis infundibulum war auf unseren Maifahrten nidat h/iufig, wurde aber in fr/fiheren J a h r e n im Mai u n d Juni in der Deutsdaen Budat auda s&on in groger Zahl angetroffen. Gleidaes gilt fiir Bero~ gracilis. A n d e r e Tiere treten gegen/fiber den Coelenteraten zurii&. V o n Helgol~inder WissenschaftlicheMeeresuntersuchungen Krebsen sind m abgesehen yon den unabh~ingig yon der Jahreszeit manchmai in groi~er Zahl im Fang vertretenen Mysideen Decapoden-Larven am hSufigsten. Die Larven yon Crangon crangon sind mancherorts zahlreich; die Larven yon Carcinus maenas und Portunus holsatus, die im Sommer in Menge auftreten k6nnen, beginnen jest zu erscheinen. Larven yon Echinodermen sind auf diesen Fahrten nicht notiert worden. Sie sind wegen ihrer Kleinheit und zarten K6rperbeschaffenheit in den Knfippelne~f/ingen gar zu unregelm/it~ige Zufallserscheinungen. Immerhin 1/igt sich auf Grund friiher gemachter Beobachtungen sagen, dab/iltere Larven yon Asterias rubens, die verm6ge ihrer Gr6ge in Knfippelne~f/ingen erscheinen k6nnen, im Mai in unserem Untersuchungsgebiet bisweilen recht h/iufig sind. Sagitta setosa ist allgemein sp/irlicher als im M/irz. Oikopleura dioica ist vorhanden. Im Juli is't noch Aglantha zu finden, doch handelt es sich m6glic.herweise um Nachkommen yon im Frfihjahr eingeschleppten Tieren. Antho- und Leptomedusen sind mit Arten vertreten, die z. T. im Frfihjahr noch nicht vorhanden waren. Stellenweise ist die Zahl der Leptomedusen sehr grof~. Scyphomedusen sind vorhanden. Die Ctenophoren sind an Zahl sehr zurfickgegangen. Wfirmer treten etwas st~irker hervor als bisher (Tomopteriz helgolandica, Larven yon Lanice conchilega). Ffir Mysideen gilt das oben Gesagte. Die bedeutendste Ver~nderung im Charakter des Grogplanktons gegenfiber den bisherigen Verh~Itnissen zeigt sich in der Zunahme der Decapoden,Larven. Besonders Brachyuren-Larven sind zahlreich, stellenweise beherrschen sie durch ihre groge Menge das Plankton. Sagitta setosa ist ziemlich sp~irlich, yon Oikopleura dagegen mfissen stellenweise betr~ichtliche Mengen vorhanden sein, da das Knfippelne~ mit seinen fiir dieses Tier an sich zu weiten Maschen6ffnungen z. T. reichlich davon enth/ilt. Auch im September ist Aglantha vorhanden. Besonders bemerkenswert ist im September 1949 das Auftreten yon Clytia pelagica, das dem gleichen Strom (Kanalstrom) zuzuschreiben ist wie vielleicht das in diesem Sommer beobachtete Erscheinen yon Lepas anatifera und L. fascicularis. Leptomedusen sind artenreicher als Anthomedusen und an manchen Fangpl~i~en in Menge vorhanden. Unter den Scyphomedusen ist jest die Zeit des Auftretens yon Chrysaora hysoscella und Rhizostoma octopus. Ctenophoren treten zuriick, sind aber auf fast allen Fangpl~i~en vorhanden. Decapoden-Larven sind immer noch zahlreich und bestimmen auf manchen Stationen das Bild des Fanges in augenf~illiger Weise. Sagitta setosa ist stellenweise zahlreich, Oikopleura vorhanden. Im 0ktober sind wie im Sommer Leitformen ffir Hochseewasser sp~irlich, wenn iiberhaupt vorhanden. Hydromedusen sind allgemein an Zah! zurfickgegangen. Scyphomedusen sind noch vorhanden. Unter den Ctenophoren ist bei Pleurobrachia eine Zunahme gegeniiber Juli eingetreten; auch im September war das schon der Fall, wenn .auch nicht so deutlich. Dieses ira Untersudaungsgebiet in zwei Jahren beobachtete Ansteigen der PleurobrachiaMenge im Herbst scheint auch nach Befunden im Wattenmeere die Regel zu sein. Decapoden-Larven sind sehr zurfickgegangen, dagegen hat sich Sagitta setosa vermehrt und ist stellenweise in gros Zahl anwesend. Oikopleura, die offensichttich das Maximum in der warmen Jahreszeit hat, ist nut noch vereinzelt vertreten. Bd. IV. H. 1: Kiinne,Untersuchungenfiberdas Grogplanktonin der DeutsdaenBucht f i b e r d i e e i n z e l n e n A r t e n Hydrozoa Sarsia tubulosa (M. Sars) Gefunden im M~irz und Mai. W~ihrend im M~irz neben grof~en und auch schon reifen Tieren ein grgt~erer Prozentsa~ kleiner und mittelgrof~er jugendlicher Individuen vorhanden war, erwiesen sich die im Mai gefangenen Stficke fast ausnahmslos als reif. Bei den in Formol konservierten Medusen betrug die Glockenhghe bis 13 ram. Hybocodon prolifer L. Agassiz Im Mfirz, Mai und Juli nachgewiesen, im Juli allerdings nur auf Star. 15 bei Vyl Feuerschiff. Im M/irz hatten die Medusen Knospen, waren aber unreif; im Mai besagen sie allermeist reife Gonaden und ein Teil hatte auflerdem immer noch Knospen. Bei dieser Art greifen also die Stadien der ungeschlechtlichen und der geschlechtlichen Fortpflanzung ziemlich weitgehend ineinander, w~ihrend bei Rathkea die Knospenbildung mit dem Reifen der Gonaden in der Regel eingestellt wird. Die wenigen im Juli gefangenen Tiere waren reif und ohne Knospen. Lizzia blondina Forbes (?) Auf der Julifahrt fanden sich in den F~ingen yon Stat. 1, 2, 9 und 11 einzelne sehr kleine Medusen, die stark kontrahiert und schlecht erhalten waren. Ich h a r e sie ffir diese Art, die grot~e Ahnlichkeit mit Rathkea hat. Rathkea octopunctata (M. Sars) Gefunden im M/irz und Mai. W/ihrend im M~irz nur Exemplare mit Knospen beobachtet wurden, waren die Tiere im Mai fast alle reif und daher ohne Knospen, nut wenige befanden sich noch im Stadium der ungeschlechtlichen Fortpflanzung, Bougainvillia britannica Forbes Im Mai, Juli und September angetroffen, im Juli und September allerdings nut wenige Exemplare. Die Art ist eine recht ausgesprochene Frfihjahrsform, die aber bis in den Sommer hineinreicht (HARTLAU~ in BRANDT U. APSTEIN 1901 ft.). Ein unzweifelhaft zu dieser Art gehgriges ~ wurde noch am 10. IX. 1949 auf Stat. 10 gefunden. Bereits im Mai kamen neben kleinen und mittelgrot~en auch schon ausgewachsene reife Exemplare vor. Der eine Julifang (Stat. 12), der B. britannica enthielt, erbrachte sowohl junge wie reife Tiere. Bougainvillia superciliaris (L. Agassiz) Diese frfiher im Jahre als vorige Art erscheinende Meduse zeigte sich schon im M~irz in stellenweise mittleren Stfickzahlen und z.T. grogen reifen Exemplaren. Im Mai war die Anzahl im ganzen genommen schon wieder zurfickgegangen, und im Juli war die Art verschwunden. BougainviUia ramosa (van Beneden) In wenigen Exemplaren gefunden im September und Oktober. Wenn die Tiere schlecht erhalten sind, ist ihre Unterscheidung yon kleinen jungen Stricken anderer Bougainvillia-Arten manchmal nicht leicht; einen gewissen Anhaltspunkt bietet in Zweifelsf~illen natfirlich die Jahreszeit des Fanges. Die Tiere waren meist reif; Mundgriffel 2 3 real, vielleicht auch 4 real dichotom verzweigt, je Bulbus etwa 5m6 Tentakel oder auch mehr und ungef~ihr ebenso viele ziemlich grot~e Ocellen. GlockenhShe bis etwa 3 ram, m e i s t weniger. Bisweilen fehlen die Tentakel teilweise oder alle, es sind dann nur kurze Stiimpfe am Bulbus zu sehen. Es macht den Eindruck, als seien die Tentakel abgebrochen und zwar merkw/irdigerweise alle so gleichm~it~ig wie an einer vorgebildeten Stelle. U m eine Kontraktion der Tentakel scheint es sich jedenfalls nidat zu handeln. HARTLAUB(BRANDT und APSTEIN 1901 ft.) berichtet von seiner B. ramosa var. nana, dab h~iufig alle oder einzelne Tentakel an den BuIben fehlten. Bougainvillia macloviana Lesson Im Mai 1949 fanden sida ein junges Tier auf Stat. 9 und ein reifes ~ auf Stat. 11. Die Art wurde wahrscheinlida aus den subantarktisdaen Meeren in die Nordsee eingeschleppt (KONNE 1933), WO sie im Frfihjahr bei Helgoland und im Seegebiet vor der ostfriesischen Kiiste gefunden wurde, Soweit 5stlich wie auf unserer Stat. 11 (Siiderpiep) war B. macloviana frfiher noda nicht nachgewiesen worden. Margelopsis haeckeli Hartlaub Nur im Juli auf Stat. 3. 4, 6--8 angetroffen, und zwar Medusen, keine Polypen. Es ist nicht anzunehmen, dat~ le~tere wirklich fehlten, sie waren wohl nur Zuf/illig in den F/ingen nicht vorhanden bzw. wegen ihrer Kleinheit wieder durch die MaschenSffnungen entkommen. Die Anzahl der Medusen war gering; sie trugen meist sida entwickelnde Eier bzw. Planulae u n d Actinulae. Podocoryne areolata (Alder) Nur ein Sttick im Mai 1949 auf Stat. 1. Die Art kommt in der Deutschen Bucht, soviel wir wissen, in'verschiedenen Monaten. aber anscheinend nur in einzelnen Exemplaren vor. Leuckartiara octona (Fleming) Angetroffen im Juli, September und Oktober in stellenweise nicht geringer Zahl. In allen diesen Monaten fanden sich kleine jugendliche wie auch grot~e und reife Stficke. Staurophora mertensi Brandt Im Mai 1949 auf mehreren Fangplfigen eine kleine Anzahl junger Tiere mit einem Durchmesser yon 20 mm und weniger. Wie schon im vorigen Abschnitt angedeutet wurde, ist Staurophora in der stidlichen Nordsee wahrsdaeinlich Leitform fiir von Norden eingestrSmtes Wasser. Nach KRAMP (BRANDTund APSTEIN 1901 ft.) ist die A r t besonders h/iufig in arktischen Gegenden, dringt aber bisweilen in die borealen Gegenden hinab und ist bisweilen in der Nordsee gefunden, wo sie aber nicht konstant erscheint. Das stimmt also mit unserer Auffassung tiberein. Bemerkenswert ist, dat~, soweit ida mida erinnere, alle zwischen 1929 und dem zweiten Weltkrieg bei den Arbeiten der Biologischen Anstalt Helgoland gemachten F/inge yon Staurophora in das Fr/ihjahr (Mai Juni) fielen und es junge Tiere waren mit fol Bd. IV. H. 1: K/.inne,Untersuchungenfiberdas Groflplanktonin der DeutschenBucht 11 genden zwei Ausnahmen (nach vorhandenen Tagebuchaufzeichnungen). Am 24. 6. 1931 wurden bei Helgoland mehrere groge Staurophora gefangen und lebend im Schauaquarium der Biologischen Anstalt ausgestellt; das gr5gte Tier hatte einen Durchmesser yon etwa 12 cm. Am 25. 5. 1932 sah ich auf Helgoland yon der Ostmole aus im ganz ruhigen Wasser auger zahlreichen anderen Coelenteraten drei groge Medusen dieser Art yon sch/igungsweise I0 cm Durchmesser. Tiaropsis multicirrata (M. Sars) Nur im Mai angetroffen; 1948 nur auf Star. 11, Mai 1949 auf den meisten Fangpl~igen vorhanden, Anzahl aber fast immer gering. Im Nordsylter Wattenmeer wurde die Art schon im April in jungen Exemplaren gefunden. Im Mai waren in See noch junge Tiere vorhanden, augerdem aber auch groge reife. 1948 notierte ich die F/irbung lebender reifer Tiere folgendermaflen: Manubrium gelb, Tentakelbulben violett, Gonaden rot. Obelia Pfiron & Lesueur Bekanntlich ist es nicht mSglich, die einzelnen yon den verschiedenen Arten yon Laomedea- (Obelia-)Polypen aufgeammten Medusenarten sicher zu unterscheiden (KRAMPin BRANDTund APSTEIN 1901 ft.). Die Medusen wurden auf allen unseren Fahrten gefangen, im M/irz allerdings nur auf Stat. 12 bei Helgoland. Die Anzahl war meist gering, nur in wenigen F/illen mittelgrog. Es besteht aber die MSglichkeit, dag kleine und vielleicht auch noch ein Teil der grSgeren Tiere, die ins Knfippelne~ geraten, mit dem abfliegenden Wasser wieder durch die MaschenSffnungen entweichen kSnnen. In allen Monaten fanden sich auch reife Exemplare. Phialidium hemisphaericum (Gronovius) Auf allen Fahrten gefunden. Am zahlreichsten im Herbst (September-Oktober) vertreten, als stellenweise viele oder sogar sehr viele Exemplare in den F/ingen waren. Besonders im September war das auf alien Stationen anwesende Phialidium h/iufig. Auch im Juli, als die Art auf der Hfilfte der Stationen, und zwar den in der Mitre des Untersuchungsgebietes gelegenen (Star. 2--8), gefangen wurde, war die Anzahl auf einigen Fangpl/igen grog. Im M~irz und Mai wurden dagegen in den einzelnen F/ingen nur geringe oder knapp mittlere Anzahlen festgestellt. In allen Fahrtmonaten kamen reife Tiere vor. Die Unterscheidung einer kleinen, kurzlebigen Sommerform mit rundlichen oder ovalen Gonaden und einer lfinger lebenden, grSgeren Winterform mit 1/inglichen Gonaden, die sich erst im Friihjahr fortpflanzt, ist nicht immer mSglich und iiberhaupt unsicher, da alle Uberg~inge vorkommen. Immerhin konnte ich feststellen, dag im September die reifen Tiere verh/iltnism/igig klein waren, w~ihrend allerdings die Gonaden nicht ausgeprfigt eine bestimmte Form zeigten. Im Mai 1949 dagegen waren die reifen Medusen grog und hatten in der Mehrzahl 1/ingliche Gonaden; z.T. waren sie schlecht erhalten, als ob sie jegt, nach Ende des Winters, am Absterben w/iren. Eucheilota maculata Hartlaub Im Juli, September und Oktober angetroffen, fast niemals vereinzelt, aber h~iufig in groger oder sehr groger Zahl. In den beiden legtgenannten Monaten fehlte sie auf keiner Station. Helgol~nderWissenschaftlicheMeeresuntersuchungen Eutonina indicans (Romanes) Nur im Mai gefunden. Anzahl 1948 stellenweise grog, 1949 zwar auf alien Stationen vorhanden, aber nur in kleinen und mittleren Zahlen. Reife Exemplare vorhanden. In friiheren Jahren wurde Eutonina im Frfihjahr in der siid6stlichen Nordsee bisweilen in sehr grot~en Mengen,/ihn,lich den Massenf/ingen yon Pleurobrachia, gefangen. Eutima insignis (Keferstein) Nur auf der Septemberfahrt einige reife Exemplare bei Helgoland (Star. 12). Die Art ist bei Helgoland im Sommer bis in den Herbst hinein ziemlich regelm/igig anzutreffen; dag sie auf unserer Julifahrt dort nicht gefunden wurde, war wohl nur Zufall. Eutima (Octorchis ) gegenbauri Haeckel Wie vorige Art Sommer- und Herbstf0rm; im Juli, September und Oktober angetroffen. Im Juli war Stat. 5 der n6rdlichste Fundort, sp/iter wurde die Art auch auf den n6rdlichen Stationen gefunden, sie breitet sich wohl in der Deutschen Bucht im Laufe des Sommers yon Sfiden nach Norden aus. Die Zahl war im Juli stellenweise sehr grog. Im Herbst war die H/iufigkeit auf den einzelnen Fangpl/i~en recht ungleichm/igig; neben F/ingen, die reichlich oder viele Medusen enthielten, wurden Ziige gemacht, die nur vereinzelte Exemplare erbrachten. Fast oder ganz reife Tiere wurden in alien F a n g monaten bemerkt. Eirene viridula (PSron & Lesueur) Nur ganz vereinzelte Exemplare im Mai 1948 und September. In diesem Monat wurde auf Star. 6 ein reifes 9 gefangen. In frfiheren Jahren wurde die Art in der Deutschen Bucht auch schon wesentlich zahlreicher nach~ewiesen. Clytia (Campanularia) petagica (van Breemen) Nur im September angetroffen. N/iheres fiber die Eigenart ihrer Verbreitung siehe Seite 5. Die Anzahl der gefundenen Kolonien war in einigen F/ingen nicht gering. Eine Beschreibung dieser Clytia-Form hat VAN BRE~EN (1905) gegeben. Eine genaue Nachuntersuchung m6glichst auch an lebendem Material, vor allem hinsichtlich der Artberechtigung sowie der Entwicklung und Fortpflanzung, w/ire dringend erwiinscht. Die sich zun/ichst aufdr/ingende Vermutung, dag es sich um vor nicht langer 'Zeit losgerissene und ins Treiben gekommene Teile yon festsi~enden Polypenst6cken handele, wird hinfiillig dutch die Tatsache, dag die sehr gleichf/irmig gebauten pelagischen St6cke keine Stelle zeigen, an der das Abreigen oder die Losl6sung erfolgt sein k6nnte. Charakteristisch ist eine jedem Stocke zukommende rundliche, manchreal fast blasenf~rmige Anschwellung, an deren Bildung Periderm und Gewebe beteiligt sin& Diese Anschwellung, die stets ungef/ihr im Mittelpunkt des Stockes liegt, kann m.E. nicht eine solche Abreigstelle sein. Worauf diese Bildung zurfickzufiihren ist (Rudiment einer Hydrorhiza?), bzw. ob sie eine Funktion erfiillt, ist bis jest nicht bekannt. In unserem Material umfagte der gr~gte Stock 10 Polypen und 3 Gonangien. Die Gonangien enthielten be:~ diesem und vielfach auch anderen St6cken noch die Gonophoren, die sich nach VAN BRE~M~.N wahrscheinlich als Medusen (Gattung Phialidiura) losl6sen. Iah konnte bei 51teren Gonophoren Tentakelanlagen erkennen, aber an Hand Bd. IV. H. 1: Kfinne,Untersuchungenfiberdas Grol~plankton in der DeutschenBucht des verh/iltnism/il~ig kleinen konservierten Materials keine weiteren Feststellungen mac.hen (Abb. 2). Abb. 2. Clytia pelagicavan Breemen. Durchmesser der Kolonie bis 7 ram. Aglantha digitalis rosea (Forbes) Angetroffen im M/irz, Mai, Juli und September, meist in geringer, selten in mittlerer Anzahl. W i e auf Seite 5 mitgeteilt wurde, fan.den sich junge und reife, z. T. anscheinend schon abgelaichte Exemplare. Einige Tiere waren beachtlich grot~; so wurden im Mai 1949 St/icke yon 17 und 18 mm Glockenh6he gemessen. Leitform ffir Hochseewasser. Scyphozoa Cyanea capiIlata L. und Cyanea lamarcki P~ron ~: Lesueur Die sichere Unterscheidung ganz junger Ephyren yon Cyanea und Aurelia ist kaum m6glich, bis die erste Tentakelanlage sichtbar wird. Bei der CyaneaEphyra erscheinen die Tentakel ungleichm~il~ig. Zuerst sieht man zwischen zwei Randlappen eine knopfartige, opake Anschwellung, die Anlage des ersten Tentakels, der den fibrigen in Entwicklung und Wachstum vorauseilt. Ihm gegenfiber entsteht der zweite Tentakel, dann erscheinen die fibrigen. Im Gegensa~ dazu bilden sich bei der Aurelia-Ephyra die Prim/irtentakel alle etwa gleichzeitig, so dat~ bier also nicht tin bzw. zwei Tentakel den fibrigen im Wachstum vorauseilen. Die Unterscheidung der Entwicklungsstadien der beiden Cyanea-Arten ist mit Sicherheit erst m6glich, wenn bei C. lamarcki die blaue F~irbung erkennbar wird. Cyanea wurde im M~irz, Mai, Juli und Oktober beobachtet. Schon im M/irz gab es aut~er Ephyra- und Postephyra*)-Stadien auch Jugendformen, die sicher a l s C . lamarcki bestimmbar waren. Im Mai sind noch Ephyren und Postephyren vorhanden; aul~er Jugendstadien beider Arten k6nnen aber auch schon Erwachsene yon lamarcki auftreten, wie es im Mai 1948 der Fall war. Es fanden sich reife Exemplare dieser Art mit einem Durchmesser "con 8 cm und mehr. Vielleicht handelte es sich bei diesen Tieren um solche, die aus w/irmeren westlichen Gebieten, in denen Entwicklung und Reife friiher erfol*) Als Postephyra wird ein Stadium bezeichnet, bei dem die Randlappen der Ephyra im Verh/iltnis zum zentralen Teil des Schirmes noch grot~, aber schon mehr Tentakel vorhanden sind. Eine scharfe Grenze zwischen den Entwicklungsstadien Ephyra, Postephyra, Jugendstadium gibt es selbstverst/indlich nicht. Helgolkinder Wissenschaftliche Meeresuntersuchungen gen, herangetrieben waren. Im Juli begegneten uns nur erwachsene bzw. reife Tiere beider Arten, wobei wieder die teilweise sehr geringe Gr/5t~e (ca. 8 crn Durchmesser) der reifen lamarcki auffiel. Im Oktober wurde nur noch capillata von Bord aus beobachtet. Diese Feststellungen decken sich mit den allgemein in der Deutschen Bucht zu machenden Beobachtungen, nach denen erwachsene lamarcki ira sp/iten Frfihjahr und FriShsommer vorherrschen und im Laufe des Hochsommers verschwinden, zu welcher Zeit grof~e capilIata zahlreich sind, die bis in den Herbst ausdauern. In den einzelnen Jahren kfnnen die Zeiten des Dominierens und Verschwindens sowie die.Menge der ffrot~en Cyanea stark schwanken. Aurelia aurita L. Gefunden im M/irz, Mai und September. Im M~irz waren es eine Ephyra und eine Postephyra, im Mai Jugendstadien bis etwa 7 cm Durchmesser, und auf der Septemberfahrt wurden eine ~iltere Ephyra yon etwa 4 mm und eine Postephyra yon 7 turn Durchmesser gefangen (Stat. 8). Soweit bekannt, erfolgt das Abl6sen der Ephyren bei Aurelia in unseren Gew/issern erst ab November--Dezember. Der Fangpla~ im September hatte zusammen mit seiner nordwestlichen Nachbarstation einen gegentiber den umliegenden Stationen etwas erh/Shten Salzgehalt. Das deutet darauf bin, dat~ hier mehr Wasser aus dem Westen war als an anderen Stellen. Vielleicht waren die Tiere aus westlichen bzw. siidwestlichen Gebieten herangetrieben. Dort erfolgt die Strobilation sicher friiher im Jahre, sah ich doch im 6stlichen Teile des Kanals und in den siidwestlichen Hoofden im Dezember bereits halbwiichsige Aurelien. Die Anzahl der Aurelia war weit geringer als die der Cyanea; groBe im Meere treibende Aurelien wurden auf unseren Fahrten gar nicht gesehen. AureIia scheint im ostfriesischen Seegebiet h/iufiger zu sein als bei Helgoland und n6rdlich davon. Chrysaora hysosc.ella L. Eine Sommerform, die bis in den Herbst ausdauert; im September und Oktober beobachtet. W'/ihrend der Septemberfahrt auf Star. 1 ein kleines junges Tier im Fang, sonst nur Erwachsene. Sichere Unterscheidung junger Ephyren nach unseren bisherigen Erfahrungen kaum m6glich; anscheinend sind sie wohl auch selten in der Deutschen Bucht, so daft man annehmen mull dat~ die Medusen zum gr6t~ten Tell hereingetrieben werden. Unzweifelhaft zu dieser Art geh6rige Postephyren werden n/imlich in der Deutschen Bucht auch sehr selten gefangen. Rhizostoma octopus L. Sp/itsommer- und Herbstform. die wir im Oktober bei Helgoland yon Bord aus bemerkten. Die friiher vertretene Ansicht, dai~ Rhizostoma sich in der Deutschen Bucht iiberhaupt nicht forfpflanzt, mug vielleicht revidiert werden. Man findet hier allerdlngs fast ausschliet~lich ~iltere Tiere, deren Schirm einen Durchmesser yon mindestens etwa 12 cm hat, bis zu solchen, die 40 cm und mehr messen. Diese Tiere, deren Menge manchmal groi~ sein kann, werden h6chstwahrscheinlich yon Westen oder Sfidwesten herangetrieben. M/Sglicherweise findet aber ausnahmsweise - - vieUeicht bei besonders gilnstigen Temperaturverh/iltnissen - - doch eine Fortpflanzung in der Deutschen Bucht start. Es wurden bier n~mlich einzelne Funde ganz kleiner Rhizostoma gemacht und zwar bei Btisum, Cuxhaven und List. Die Tatsache, dai~ diese Funde nicht Bd. IV. H. 1: Kfinne,Untersuchungenfiberdas Groflplanktonin der DeutschenBucht 15 etwa bei Helgoland oder sonst in der offenen See, sondern an der Kiiste, ja sogar im Wattenmeer, gemacht wurden, kgnnte dafiir spredaen, dag Scyphistomen und Ephyren sida tats/idalida in der inneren Deutschen Budat entwickelt haben und le~tere bzw. die Postephyren nicht hereingetrieben wurden. G a n z gekl/irt ist die Frage damit noda nicht. Bei 18 in der Sammlung d e r Biologischen Anstalt noda vorhandenen Exemplaren yon Biisum (ohne Datum) betr/igt der Sdairmdurchmesser 20--61 mm, im Mittel 33 mm. Die beiden im Hafen yon List am 7. 7. 1950 gefangenen Rhizostoma haben einen Durdamesser yon 21 und 33 ram. Am wichtigsten sind die Funde, die H e r r Oberprfiparator HiNRiCrtS laut brieflicher Mitteilung bei Cuxhaven machte. Denn dort wurden im Juni und Juli 1950 viele junge Rhizostoma beobadatet mit Durchmesser yon 100 mm bis zu ca. 12 mm herunter. Anthozoa Cerianthus lloydi Gosse, Larve Die vielfada als Larven bezeidaneten pelagischen Jugendstadien fanden sida im Mal in kleinen und mittelgrogen Exemplaren und geringer Zahl. Die F/inge friiherer Fahrten haben gezeigt, dab diese auf das Friihjakr beschr~inkten Stadien mandamal auda recht h/iufig sein k6nnen. Peachia hastata (Gosse), Earve Die pelagisdaen Jugendstadien dieser Art fanden sida in ganz geringer Zahl im September und Oktober an Phialidium hemisphaericum angeheftet. ein Stiick war frei. In frfiheren Jahren wurden diese Tiere in der Deutschen Budat teilweise zahlreida im Friihjahr angetroffen. Ctenophora Pleurobrach~a pileus O. F. Miiller Auf alien Fahrten gefunden. Die weitaus h/iufigste und am regelm~iffigsten vorkommende Ctenophore der sfidlichen Nordsee. Im M/irz war die Anzahl stellenweise sdaon grog; sie nahm noch zu, so dag im Mai mandaerorts Massen yon PIeurobrachia vorhanden waren, die das Bild des Grogplanktons vollkommen bestimmten. Im Juli war die Zahl stark zur/ickgegangen, w/ihrend im September und Oktober wieder eine Zunahme festzustellen war. Im Friihjahr waren alle Grggen vorhanden, wobei im allgemeinen kleinere und mittelgroge Tiere vorherrschten, andererseits abet auda sehr grot~e Tiere vorkamen (so im Mai 1948 auf Star. 1 ein Stii& von 26 mm L/inge). Im Juli waren nur kleine Pleurobradaien zu finden, die Nadakommen der Friihjahrstiere. Auch im September und Oktober war die Mehrzahl klein, doda traten daneben auda mittelgrot~e und grot]e Tiere auf. Unter Vorbehalt nehme ida an, dat~ diese gr6geren Tiere die herangewachsenen Julitiere, die kleinen aber, wenigstens teilweise, deren Nadakommen waren (diese Grgt~enverh~iltnisse tr.afen a u ~ fiir die Juli- und Oktoberfahrt, also ein und desselben Jahres, zu). Auf soldae Weise k6nnte die Zahl der Pleurobrachia im Gebiet ansteigen, ohne dag man Zufuhr neuer Tiere von auflen her annehmen miif~te. Zu weiterreidaenden Sdalugfolgerungen reichen die Ergebnisse dieser nur in der warmen Jahreszeit gemadaten F~inge nidat aus. Weiteres Material zur Frage der Fortpflanzungsverh/iltnisse yon Pleurobrachia werden die Wattenmeeruntersudaungen erbringen. Helgol/inder WissenschaftlicheMeeresuntersu~ungen Bolinopsis infundibulum O. F. Mfiller Eine Art, die in der siidSstlichen Nordsee das Maximum ihres Auftretens ganz ausgesprochen im Friihjahr (etwa Mai--Juni) hat und zu anderen Jahreszeiten sehr sp/irlich zu sein pflegt. Es wurden nur im Mai einige mittelgrof~e und grof~e Exemplare auf wenigen Stationen bemerkt. Dabei besteht aber durchaus die MSglichkeit, daft, vor allem auf der Maifahrt 1948, Tiere bei der Durchmusterung der lebenden F/inge an Bord fibersehen wurden, besonders in grox~en Pl.eurobrachia-Fiingen. Bolinopsis 1/igt sich bekanntlich mit Formol und den allermeisten anderen Konservierungsmitteln nicht konservieren und zerf/illt vollst/indig. GrSt~ere Anzahlen waren aber in den F/ingen keinesfalls enthalten. Auf frfiheren Fahrten in der Deutschen Bucht im Frfihjahr wurde Bolinopsis manchmal in grof~er Zahl angetroffen. Berog gracilis Kfi. Im M/irz, Mai, September und Oktober angetroffen. Es handelte sich um wenige Funde meist vereinzelter Tiere mit Ausnahme der Septemberfahrt, auf der die Art auf fast s/imtlichen Stationen in kleinen bis mittleren Anzahlen gefunden wurde. Alle GrSi]en waren vertreten. Der VoHst~indigkeit halber sei erw/ihnt, dag junge Exemplare yon Berog cucumis Fabricius in seltenen F/illen als Leitformen nSrdlichen Wassers in der Deutschen Bucht zu erscheinen pflegen. Turbellaria Bisweilen enth/ilt in der Deutschen Bucht das KniippelneB, wenn es sehr tief gefischt hat, groi~e Turbellarien (Polycladen) yon manchmal mehreren Zentimetern L~inge. Die Tiere ffihren im Fangglas lebhafte wellenfSrmige KSrperbewegungen aus, durch die sie sich eine Zeitlang schwimmend erhalten kfnnen. Es handelt sich um Discocelides langi. Bergend. und vielleicht noch anderer Arten. Auf unseren Fahrten trafen wir im Oktober in den F~ingen yon Stat. 8 und 11 insgesamt 4 Tiere yon (konserviert) 1--2 cm L/inge. Trematodes In verschiedenartigen Planktontieren, Pleurobrachia, Copepoden, Sagitta, Fischlarven, werden bisweilen Trematoden bzw. deren Entwicklungsstadien gefunden. Es handelt sich um Derogenes varicus (O. F. Miiller) und andere Arten. Es waren im M/irz und Mai 1949 einzelne Sagitta setosa und S. elegans yon diesen Parasiten befallen, die meist in Einzahl in ihren Wirten leben Cestodes Entwicklungsstadien von Cestoden (Abb. in K/2NNE 1950) finden sich in der Deutschen Bucht manchmal nicht selten in Planktontieren, z. B: im Schlund yon Pleurobrachia pileus und im Darm yon Heringslarven. Die L~inge betr/igt nach unseren Beobachtungen bis etwa g u 5 mm. Im Mai 1949 war Pleurobrachia zu einem m/i/Jig grot~en Teile mit diesen Tieren infiziert. Nematodes Nematoden (Ascariden) sind in Sagitta setosa und S. elegans keine allzu seltene Erscheinung; sie wurden, allerdings in sehr verschiedener H/iufigkeit, auf allen unseren Fahrten angetroffen, Recht stark war der Befall im M/irz und Mai 1949: als auch Sagitta setosa zahlreich war; in einigen F~ingen betrug der Anteil der infizierten Tiere bis etwa 30 %. Bei S. elegans war der Anteil Bd. IV. H. I : Kfinne,Untersuchungenfiberdas Groflplanktonin der DeutschenBucht 17 der befallenen Exemplare kleiner. Bisweilen leben zwei Nematoden in einer Sagitta. Im Mai 1949 fand ich eine grofle Pleurobrachia, die zwei Nematoden beherbergte, und zwar einen in der K6rpergallerte zwischen den Organen und einen in einer Tentakeltasche. Vielfach kommen in Planktonf~ingen auch freie Nematoden vor; ob sie mit den in Sagitta gefundenen artlich identisch sind, kann nicht gesagt werden. Polychaeta Tomopteris heIgolar~dica Greeff Auf allen Fahrten nachgewiesen. Im M/irz und Mai wurden nur einzelne Exemplare gefunden. Im Juli, September und Oktober war Tromopteris gleichm~itgiger fiber das ganze Gebiet verbreitet und die Anzahl deutlich grgfler. W~ihrend der Frfihjahrsfahrten kamen kleine und grot~e Tiere bis zu einer L~inge yon 32 mm vor, im Juli wurden aber nur kleine notiert, lm September und Oktober fanden sich Exemplare mit Eiern. Auf der Septemberfahrt wurden auch ganz kleine Stficke yon 2,3 und 2,5 mm L~inge gefangen. Ein Tier yon 2,3 mm L/inge besat~ hinter dem Cirrenpaar 6 flossentragende Parapodienpaare, denen 2 Paar stummelf6rmige Parapodien folgten; die Augen waren verh~iltnism/iffig sehr grofl. Lanice conchilega (Pall.), Larve Auf~er im M~irz in allen Monaten angetroffen. Im Mai waren die Larven erst auf wenigen Stationen in der sfidlichen H/ilfte des Untersuchungsgebietes in geringer Zahl (wahrscheinlich wird sowieso nur ein Tell der gefangenen Individuen vom Knfippelnegstoff zurfickgehalten) und meist kleinen Exemplaren vertreten. Im Sommer und Herbst waren sie fiber das ganze Gebiet verbreitet und stellenweise zahlreich. Magelone papillicornis Fr. Mfiller, Larve Im Juli, September und Oktober in meist wenigen Exemplaren (wegen der Kleinheit der Tiere im allgemeinen wohl nur Zufallsf~inge) festgestellt; nur im Oktober war die Zahl auf Stat. 14 bei Graa Dyb etwas gr6ger. Mehrfach enthielten die Tiere gefressene Muschellarven, in einem Exemplar wurden 9 Stfick gez~ihlt. Echiurida Echiurus echiurus Pallas Im Oktober brachte das Knfippelnet3 auf Star. 11 als Zufallsfang vier junge Echiurus, die konserviert 2--3 cm magen, herauf. Die im Fang gut erhaltenen Tiere saflen wohl sehr oberfl/ichlich im Sediment, so dag das Knfippelneg sie bei kurzer Bodenberfihrung erfagte. Auf dieser Station gerieten auch die oben genannten Turbellarien ins Ne~. Wassertiefe 31 m. Phoronidea Im September auf Stat. 9 eine wahrscheinlich zu Phoronis miilleri de Selys-Longchamps geh6rige Actinotrocha im Fang. Wassertiefe 13 m. Copepoda Calanus [inmarchicus Gunner Auf allen Fahrten und stets fiber das ganze Gebiet und fast alle Fangpl/i~e verbreitet angetroffen. Ganz eindeutig sind die Verh/iltnisse nicht; doch kann man wohl sagen, dag die Anzahl der Calanus im M~irz und Mai im ganzen genommen kleiner war als in den anderen Monaten, und dag die grbgten Fangzahlen - - als ,,reichlida ~ oder ,viel" notiert - - auf den am weitesten westlida gelegenen Stationen festgestellt wurden. Eine klare Abh/ingigkeit des Vorkommens vom Salzgehalt lieg sich auf keiner unsere~' Fahrten erkennen. Auf allen Fahrten wurden reife oder doda reifende Individuen angetroffen. Anomalocera patersoni Templeton Eine Sommer- und Herbstform, die im Mai, Juli, September und Oktober angetroffen wurde. Im Mai erscheinen die Tiere erst, wir fingen nur 1949 ein vereinzeltes Stiick auf Stat. 1. Auda im Juli traf ida sie nur auf wenigen Stationen in geringer Zahl, e s waren aber reife Exemplare darunter. Im September und Oktober war Anomalocera auf der Mehrzahl der Fangpl/i~e, aber nirgends in gr6gerer Zahl, anzutreffen. Nach unseren frfiher gemachten Erfahrungen kann Anomalocera in der Deutschen Budat 5rtlich bisweilen auda in groger Zahl auftreten. Labidocera wollastoni Lubbock Von dieser Art, die wegen ihrer geringen Gr6ge vielleidat nicht mehr mit Sidaerheit yore Knfippelne~stoff zurfickgehalten wird, wurden im September auf mehreren Stationen einige Exemplare verzeichnet. Im tibrigen, ist das Auftreten dieser Art dem der vorigen sehr ~ihnlich. Caligus rapax M.-Edwards Der auf der Haut yon Fisdaen sdamaro~ende C. rapax sdaw~irmt vielfach auch frei im Pelagial umher und ist in Planktonf~ngen eine nicht seltene Erscheinung. Solche Tiere wurden auf allen unseren Fahrten gefangen. Am wenig,sten verbreitet war die Art im M~irz 1949 und Mai 1948, w~ihrend sie in d e n anderen Monaten auf fast s/imtlidaen Fangpl~i6en und auch in etwas grSgerer Zahl als im Frfihjahr gefunden wurde. Exemplare mit Eiers~icken traten in allen Fahrtmonaten auf, am geringsten war ihr Anteil im M~irz und Mai. SYesippus alatus Wilson Diese nordamerikanisdae, vornehmlich an Haien, weniger an Knodaenfischen schmaro~ende Art (Beschreibung siehe WILSON 1908) wird in GRIMp~WAGLER (1925 ft.) wie fiberhaupt die ganze Gattung nicht erw~ihnt; anderswo gemachte Angaben fiber ihr Vorkommen in der Nordsee habe ich vielleicht fibersehen, bzw. sie waren mir nicht "zug~inglich. Ich land je ein C; in den F~ingen yon Stat. 1 und 15 im Juli und yon Star. 6 und 12 im September. Die Tiere zeigen einzelne geringfiigige Abweidaungen yon der Besdareibung yon WILsOrr an Hand des kleinen Materials l~igt sida aber nidat entscheiden, ob es sida um Rassenunterschiede oder nur individuelle Variation handelt. Die Zugeh6rigkeit meiner Tiere zur genannten Art dtirfte jedenfalls auger Zweifel stehen. Wie WILSON angibt, sind die &El sehr beweglich und gute Sdawimmer im Gegensa~ zu den unbeholfenen ~?~?, die nicht schwimrnen k6nnen. Bd. IV. H. 1: Kfinne, Untersuchungen fiber das Groflplankton in der Deutschen Bucht Is0poda Gattung ldotea Fabricius Angeh6rige dieser Gattung gelangen nur zuf/illig in das Planktonne~. Im M~irz fingen sich einzelne 1. baltica (Pallas) auf Stat. 1 und 14. Der Fang yon Stat. 11 im Juli enthielt eine 1. viridis (Slabber). Mehr Interesse als diese Einzelfunde beansprucht der Nachweis eines geschlossenen Vorkommens yon l. linearis (Pennant) im Sfiden unseres Untersuchungsgebietes. Hier wurde die Art teilweise in mehreren Exemplaren je Fang auf Star. 8 ~ 1 2 festgestellt im M~irz, September und Oktober. Im September fanden sich u. a. ein ~ mit Eiern und mehrere Jungtiere. Prodajus ostendensis Gilson Einige ~ dieses Epicariden in der Bruttasche yon Gastrosaccus spinifer Goes im Oktober auf Stat. 8. Die Tiere befanden sich in verschiedenen Reifestadien, CYCYwurden nicht bemerkt. In frfiheren Jahren batten wir Prodajus in der Deutschen Bucht manchmal nicht selten gefunden. Amphipoda Hyperia galba Montagu Auf allen Fahrten angetroffen. Anzahl yon der Menge der vorhandenen groflen Medusen abh~ingig, doch anscheinend niemals besonders grot]. H. galba ist aber nicht unbedingt auf grofle Scyphomedusen angewiesen, sondern kommt auch an kleineren Jugendstadien und m wenigstens in kleinen Exemplaren sogar an Postephyren, grot~en Leptomedusen und Ctenophoren (z. B. Pteurobrachia) vor. Themista abyssorum Boeck Vereinzelte Exemplare im Mgrz auf Stat. l0 und im Mai 1949 auf Stat. 6. Leitform ffir Hochseewasser. Phtisica marina Slabber (= Proto ventricosa Boeck) Vereinzelte Tiere im Mfirz (Stat. 12), Mai 1949 (Star. 15), September (Star. 14) u n d Oktober (Stat. 14). Es zeigt sich also deutlich, dag das Vorkommen auf unseren Fahrten auf Fangpl~itsen festgestellt wurde, nach denen am ehesten Wasser von Westen gedrungen sein konnte. MSglicherweise wird Phtisica yon der StrSmung aus der sfidwestlichen Nordsee herangeffihrt. Mysidacea Siriella armata (M.-Edwards) Im M~irz je ein junges Tier auf Stat. 2 und 11. Diese Mysidee ist zwar keine Hochseeform, sie hat in der Nordsee den Schwerpunkt ihrer Verbreitung im sfidwestIichen Teile, den Hoofden (KONNE 1939). Von bier aus werden die im Pelagial sich aufhaltenden Individuen dutch den Kanalstrom in etwa nord5stlicher Richtung in die 5stliche und sfidSstliche Nordsee hinein verfrachtet, die Tiere kSnnen so gelegenflich bis in die innere Deutsche Bucht gelangen. 2* Gastrosaccus spini[er Goes Mit Ausnahme yon Mai 1948 auf allen Fahrten gefunden. Anzahl in den Ffingen z.T. grog. Tiere mit Brut gab es in allen Fahrtmonaten auger im September, in dem nur wenige juv. erbeutet wurden, was aber wohl n u r Zufall war. Leptomysis mediterranea G. O. Sars Die bisher bekannt gewordenen verhRltnism~igig wenigen Funde dieser Art in der Nordsee lagen in der Mehrzahl bei Helgoland und augerdem vor der ostfriesischen Kfiste sowie in der sfidwestlib.hen Nordsee zwischen der holl~indischen und englischen Kfiste (KONN~. 1935, 1939). Sehr bemerkenswert ist es nun, dag jest Nachweise auch yon anderen Stellen der Nordsee vorliegen. Auf der Oktoberfahrt wurde L. mediterranea auf 5 Stationen gefangen und zwar auf Stat. 9--11, also sfidlich und ~Sstlichyon Helgoland, ferner auf Stat. 4 (sfidwestlich der Sfidspi~e yon Amrum) und Stat. 14 (Graa Dyb). Es sei hier gleich erw~ihnt, dag etwa zu gleicher Zeit und auch noch sp~iter etliche Exemplare im Sylter Wattenmeer bei List gefangen wurden, fiber die im zweiten Teile dieser Arbeit berichtet werden wird. Auf der Oktoberfahrt wurden insgesamt 9 Stfick gefangen. Darunter waren 4 juv. yon 7--11 mm L~inge (yon der SpiBe der Antennenschuppe bis zur Spi~e des iiugeren Uropodenastes gemessen), 3 C~O~ yon 12,7--13,5 mm und 2 ~ , das eine yon 12,5 mm mit groger leerer Bruttasche, das andere yon 14,5 mm L~inge mit Brut. Wie frfiher gel die intensive Pigmentierung auf, manche Tiere waren im Leben ganz dunkelbraun; nach der Konservierung in Formol blagt die Farbe bald ab. Unsere Fundorte hatten Wassertiefen yon 9--31 m, w~ihrend die frfiher yon hair gefangenen Exemplare sich auf Stationen mit 14--42 m Tiefe fanden. Paramysis kervillei (G. O. Sars) Auf allen Fahrten angetroffen, jedoch niemals auf Stat. 12; bisweilen in groger und sehr groger Zahl. In alien Fahrtmonaten kamen reife Tiere, darunter ~ mit Brut, im Mai allerdings nur solche mit leerer Bruttasche, vor. Da auch in der Zeit yon Oktober bis Frfihjahr reife Exemplare gefunden wurden (KONN~. 1939), ist also eine sich fiber das ganze Jahr erstreckende Fortpflanzungszeit anzunehmen. Paramysis splritus (Norman) Auf allen Fahrten gefunden, jedoch niemals auf Stat. 12; manchmal in sehr groger Menge. Der dabei geffihrte Nachweis reifer Tier~e, auch solcher mit Brut, gestattet im Verein mit der frfiher (1939) yon mir gemachten Angabe fiber das Vorkommen reifer Tiere im Winter den Schlug, dag bei P. spiritus, ebenso wie bei der vorigen Ai't, die Fortpflanzungszeit in der sfidlichen Nordsee sich fiber das ganze Jahr erstreckt. Praunus flexuosus O. F. Mfiller Im M~irz, Juli, September und Oktober auf einer Reihe yon Stationen (nicht auf Stat. 14 und 15) in geringen Individuenzahlen gefangen. Reife Tiere, auch solche mit geffillter Bruttasche, gerieten im M~irz und Juli ins Nets. Bd. IV. H. 1: Kiinne,Untersuchungenfiberdas Grot]planktonin der DeutschenBucht 323 Aber selbst wenn tro~ sp/iteren Nachweises noch weiterer Arten im Wattenmeer und tro~ des eben ausgeffihrten, zun/ichst nicht ganz befriedigend erscheinenden Bere&nungsexperimentes die Artenzahl im Wattenmeer hinter der der offenen See zuriickbleibt - - auch vor der Kfiste werden sicher noch weitere Arten nachgewiesen werden kSnnen - - , so mug man doch eine im wesentlichen gleichartige Grot~planktonbev61kerung im Wattenmeer und vor der Kfiste anerkennen. Das ~ i r d noch deutlicher, wenn man auch d i e kleineren, mit dem Knfippelnetz nicht mehr fangbaren Formen berfi&sichtigt. Da zeigt sich, dag beispielsweise die Hauptarten kleiner pelagischer Copepoden der Deutschen Bucht fast s/imtlich auch im Nordsylter Wattenmeer vorkommen. Gleiches gilt auch fiir die Cladoceren und, nur soviel sei hier dar/iber gesagt, fiir bisher aut]er acht gelassene, teilweise benthonisch lebende Gruppen, wie die Mysideen u. a., sowie fiir pelagische Fisch-Eier und -Larven, yon denen zahlreiche Arten der Deutschen Bucht auch im Wattenmeer gefangen wurden. Wenn aber wirklich echt planktische A r t e n d e r Deutschen Bucht i m Wattenmeer fehlen sollten, so dfirfte es schwierig sein, physiologisch6kologische Grfinde hierffir zu finden. Hinsichtlich SaIzgehalt und Temperatur weichen die Verh/iltnisse im Wattenmeer, wie schon erw/ihnt, nur unwesent2 lich yon denen der offenen See ab. Ebenso unbedeutend sind die Unterschiede im p H - W e r t (nach KXNDLER): Reede und Austernb/inke bei List Deutsche Bucht zu gleicher Zeit (bei Hochwasser gelegent~ lich etwas niedriger) Dasselbe gilt ffir den Gehalt an Nanno- und Phytoplankton, die Wassertiefe, die Str6mungen, die, wenn auch 5rtlich sehr stark, doch Sicher yore treibenden Plankter nicht als Reiz empfunden w e r d e n . Nur bei einem Faktor des Wattenmeeres k6nnte man im Zweifel sein, ob er sich vielleicht ungfinstig auf die planktischen Bewohner und hemmend auf ihre Verbreitung auswirken k6nnte. Es handelt sich urn den hohen Gehalt des Wattenmeerwassers an treibendem Detritus, der zarte Plankter mechanisch schfidigen k6nnte, z. B. durch Festkleben an gallertig-schleimiger Kfrperoberfl~che, w i e wit es bisweilen im Fangglase an Medusen und Ctenophoren beobachten k6nnen. W o die Str~Smung stark ist, kann.sogar treibender Sand, wenigstens in bodennahen Wasserschichten, auftreten. Ich halte aber auch diesen Faktor fiir nicht wesentlich verantwortlich fiir das Fehlen yon Planktern im Wattenmeer. Unter natfirlichen Bedingungen ist ja die M6glichkeit, daft die Plankter in gef/ihrliche, enge Beriihrung mit den Detritusteilchen kommen, doch wesentlich geringer als i m Netz und im Fangglase. Auflerdem ist die Menge solch treibenden Materials drauflen im Meere, vor allem in mittleren und h6heren W~/sserschichten, in denen die gr6fleren, und schwereren Teile fehlen, ja doch geringer, als die Konzentration im Fang vort/iuscht. Es ist auch zu bedenken, dag so zarte Tiere wie manche Leptomedusen (z. B. Phialidium, Eutima), Bolinopsis, Oihopleura u. a.'trog treibenden Detritus und Sand im Wattenmeer vorkommen, und zwar z. T. in grofler Menge. Nach meinem Dafiirhalten s i n d die wesentlichen Ursachen fiir die geringere Artenzahl im Wattenmeer: Das Fehlen yon Leitformen des Hochseewassers, die auch vor der K/istel im inneren Winkel der D eutschen Bucht, nur sporadisch und in geringer oder doch nicht besonders grot~er Zahl zu erscheinen pflegen. Ferner das Fehlen yon meroplanktischen Arten, deren Bodenformen im Wattenmeer nicht vorkommen, wie manche Coelenteraten und Decapoden. 3 Meeresuntersuchungen Bd. IV. H. 1 Helgol~inder Wissenschaftlidae Meeresuntersuchungen Eine 6fter gemachte Beobachtung scheint nun aber richtig zu sein, daft n~imlich Arten, die sowohl dem Wattenmeer als auch dem Seegebiet zugeh6ren, vor dem Lister Tief (westlich der Ansteuerungstonne) in gr6t~erer Individuenzahl vorkommen, bzw. dat~ dort mit g,r6t~erer Erfolgsaussicht auf sie gefischt wird als im Wattenmeer. Am 20. 8. 1949 wurde eine Serie yon drei Kniippelne~f~ingen gemacht: im innersten Teil des Lister Tiers nahe der Ellenbogenspi~e, dann am Westausgang des Lister Tiefs bei der Ansteuerungstonne und etwa 6 Seemeilen westlich yon dieser Tonne. Es wurde jedesmal gleichrnki~ig 10 Minuten !ang nach alterprobtem Schema gefischt, so dab die Fangertrfige, soweit das bei Horizontalf~ingen iiberhaupt m6glich ist, einigermat~en quantitativ verglichen werden k6nnen. Das Ergebnis dieser Fangserie ist auf Tabelle 4 dargesteUt. Von insgesamt 24 Arten wurden 14 bei der Ellenbogenspi~e, 6 sm westl. Anst.-Tonne dagegen 20 Arten gefangen. Le~terem Fang kommt der bei der Ansteuerungstonne etwa gleich. Es zeigt sich nun aber, da]] yon den bei der Ellenbogenspi~e nicht gefangenen Arten 7 doch im Wattenmeer vorkommen (W). Einige yon ihnen wurden sogar an fast den gleichen Tagen (18.--24.8.) mit dem Brutne~ an unserem gewohnten Plankton,fangpla~ gefangen, wie Obelia, Phialidium und Beroe. Diese 7 Arten waren, wie wir annehmen miissen, durch reinen Zufall nicht in den Kniippelne6fang an der Ellenbogenspi~e geraten, EUenbogen- Lister Tief Spi~e Anst.-Tonne 6 Seem. westl. L i s t e r T i e f Anst.-Tonne Bd. IV. H. 1: Kiinne, Untersudaungenfiber das Groflplankton in der Deutschen Budat manche vielleicht infolge zu geringer Individuenzahl im Wattenmeer. Anders verhielt sich Oikopleura, die nur an der Ellenbogenspi~e, nicht an den anderen Fangpi~i~en gefangen wurde. W e n n wir uns die Mengenverh~ltnisse in den F/ingen bei den sowohl an der Ellenbogenspige als auch 6 sm westl. Anst.-Tonne erbeuteten Arten ansehen, so zeigt es sich, dat~ bei 8 yon 13 in Frage kommenden A r t e n die Zahl der Gefangenen bei der Station in See gr6t~er ( > ) w a r als an .der Ellenbogenspit~e. Bei einer Art, der ,Larve yon Lanice conchilega, war das VerMltnis umgekehrt (<), und ebenso war es schliefflich auch noch bei der schon erw/ihnten Oikopleura, die auf dem Fangplatz in See gar nicht im Fang gefunden wurde, also wohl sehr selten war, da man g~inzliches Fehlen nicht a n n e h m e n kann. Was diese Fangserie zeigt, erfuhren wir oftmals auch bei Einzel.f~ngen w r dem Lister Tier und dem VergIeich ihrer Ertr~ige mit den in der gleichen Zeitspanne im W a t t e n m e e r erzielten Fangresultaten. W e n n wir nach den Grfinden fiir dieses Verhalten fragen, so beriihren wir damit Punkte, die schon bei Besprechung der m6glichen Gr/inde fiir das Fehlen mancher Arten-im W a t t e n m e e r zur Sprache kamen. Es w~ire denkbar, dat~ es Arten gibt, welche dank zun~ichst noch nicht erkennbaren Faktoren im W a t t e n m e e r doch nicht die ganz gentigenden Lebensbedingungen finden. Vielleicht ist bei solchen Formen die Vermehrung im W a t t e n m e e r m e h r oder weniger beeintr~ichtigt, so dat~ als Ergebnis dieser Umst~inde die Bev61kerungsdichte im W a t t e n m e e r gegenfiber der offenen See als d e m eigentlichen Gedeihgebiet der betr. Arten herabgese~t ist. U n t e r Umst~inden k6nnte es sogar sein, daf~ tier Bestand im W a t t e n m e e r immer wieder yon See aus erg~inzt w e r d e n mut~, wenn er fiberhaupt bestehen bleiben soll. Im extremsten Falle wfirde dies dazu ffihren k6nnen, dat~ in See vorkommende Arten im W a t t e n m e e r nicht gefunden werden (wie z. B. die mehrfach genannten Leitformen ffir Hochseewasser). Andererseits schliel~en diese M6glichkeiten es nicht aus, daf~ es auch Arten gibt, .die im W a t t e n m e e r in Menge vorkommen k6nnen, wie es bei Phialidium, Pleurobrachia u. a. der Fall ist. F. V e r g l e i c h d e s G r o B p l a n k t o n s i n v e r s c h i e d e n e n T e i l e n d e s W a t t e n m e e r e s Am 4.7. 1949 und 14.11. 1949 wurde je eine Serie yon Brutnet3f~ingen in versdaiedenen Teilen des Nordsylter Wattenmeeres bei jeweils einer Tide, und zwar Ebbe, gemadat. 'Bei jedem Fang wurde 10 Minuten lang bei gleicher Schiffsgeschwindigkeit gegen den Strom gefischt, so dat~ die Fangmengen auch quantitativ wenigstens roh vergleichbar sind. Die Fangpl/i.f~e waren: Lister Ley nahe der Ellenbogenspiw Lister Ley vor dem Lister Hafen (nur erste Serie), Lister Ley vor der Blidselbucht, bei der Tonne Pandertief und am Ende des Pandertiefs bei der dortigen Austernbank. Nada Einsetsen der Ebbe wurde mit dem ersten Fang an der Ellenbogenspit3e begonnen und dann bei weiter ablaufendem Wasser auf den fibrigen Stationen gefischt. So erhielt ida also das Plankton, das bei der Fahrt gegen den Strom immer neu durch den Ebbstrom aus den inneren (siidlichen) Teilen des Wattenmeeres herangeffihrt wurde. Zwisdaen dem ersten (n6rdlidasten) und let3ten (sfidlidasten) Fang lag bei jeder Serie ein Zeitraum yon etwa 4 Stunden. Man konnte also annehmen, das ein planktologischer Unterschied zwischen Ellenbogenspit3e und Pandertiefbank, wenn vorhanden, h/itte deutlida werden k6nnen. Das Ergebnis dieser F~inge ist fiir die beiden Serien getrennt in Tabelle 5 dargestellt. Bei der ersten Fangserie wurden yon insgesamt 25 Arten bei der Ellenbogenspi~e 14, bei der Tonne und Bank Pandertief je 15, vor dem Lister H a f e n und vor Blidsel aber 20 bzw. 22 Arten gefangen. Auffallend ist die geringe Zahl der an der Ellenbogenspi~e im Fang vorhandenen Arten, vor 3* Hetgoliinder Wissenschaftliche Meeresuntersuchungen allem dadurch hervorgerufen, da~ sich hier nur zwei Arten Copepoden fanden. Das dfirfte wohl Zufall sein, ebenso wie die hohen Zahlen in den beiden n~ichsten F~ingen. U n d den ZUfall miissen wit auch ftir die Pandertief-F~inge in Anspruch nehmen. ~o ist es wohl zu erkl~iren, dat~ Labidocera bei der Pandertiefbank im Fang fehlte, bei der Pandertieftonne aber vorhariden war.. Bei der zweiten Serie, bei der ja unter den gleichen B e d i n g u n g e n d e r F a n g ' methodik, der Tide usw. gefischt wurde, war dieser Copepode iibrigens ebenso wie die im Sommer dort ebenfalls nicht gesehenen Crangon-Larven bei der zus. 25 14 20 22 15 15 = 14.11.1949 zus, 20 14 + + + + +: + + + + + + + ~ + + + + + + + + + + + ~ + + + + + + ~ + ~ + + - - + + + + + + + Tabe].le 5 Fangergebnis zweier Serien yon Brutne~f/ingen zum Vergleich des Grot~planktons an der Ellenbogenspi~e und in sfidlidaer gelegenen Teilen des Wattenmeeres. + : im Fang vorhanden; ~ : im Fang nicht vorhanden. Pandertiefbank zu finden. Jedenfalls waren bei dieser Fangserie an der Ellenbogenspi~e nicht mehr Arten nachzuweisen als im PandertieL In einigen F~illen war die Individuenzahl im Fang im Pandertief grSt]er als a m Ellen Bd. IV. H. 1: Kfinne, Untersuchungen fiber das GroBplankton in der Deutschen Bucht 3 7 bogen, manchmal war es umgekehrt. Von Pleurobrachia enthielt der Fang an der Pandertiefbank Wesentlich mehr und zum Tell gr6i~ere Exemplare, als die F~inge der fibrigenStationen aufwiesen. Bei der zweiten Fangserie vom 14. 11. 1949 waren die Zahlen der gefangenen Arten auf allen Fangpl/igen sogar s/imtlich fast gleich. Die tndividuenzahlen der gefangenen Tiere liegen keine eindeutigen Unterschiede zwischen den einzelnen P1/iBen erkennen. Auf Grund dieser beiden Serien, yon denen ja kaum anzunehmen ist, dab sie Ausnahmef~ille darstellen, kann gesagt werden, dat~ zwischen dem n6rdlichen und sfidlichen Teile des Nordsylter Wattenmeeres - - zum mindesten in seiner westlichen H~ilfte - - hinsichtlich der Bev61kerung an gr6i~eren Planktontieren keine grunds/i~lichen Unterschiede bestehen. G. A n g a b e n f i b e r d i e e i n z e l n e n A r t e n Dinoflagellata Xoctiluca miliaris Suriray Von Oktober bis Dezember 1947 meist h~iufig, auch Januar 1948 noch ziemlich reichlich und dann vereinzelt bis Mitte M/irz nachzuweisen*). Dann fehlte Xoctiluca in den zahlreichen in dieser Zeit gemachten F/ingen und erschien erst wieder Ende April, um bis in den August hinein h/iufig zu sein. Im September wurde Noctiluca nicht notiert, was aber wohl nur auf zuf/illiger Seltenheit oder gar Fehlen nur auf dem Fangpla6 beruht. Dann war sie wieder in geringer Zahl bis Dezember vorhan.den. Ab Januar 1949 wurde das Tier vermit~t und erschien erst wieder Ende April, um bis Ende November auszuhalten. Im Juli waren es viele, Ende Oktober nochmals reichlich Exemplare. Allgemein ist Xoctituca in der warmen Jahreszeit, namentlich im Hochsommer, h/iufig, in der kalten Jahreszeit selten. Daher ist die groih~, im Dezember 1947 beobachtete Individuenmenge beachtenswert. Es ist aber im Winter eine in den einzelnen Jahren etwas verschieden gelagerte und wechselnd lange Periode eingeschoben, in der Xoctiluca in den F~ingen fehlt, also zum mindesten im Gebiet ~iuBerst selten sein muB. In unserem ersten Beobachtungswinter war es die Zeit yon Mitte M~irz bis Ende April; im zweiten Winter yon Januar bis Ende April (1950 ab Ende Januar). (3ber Schw~irmerbildungsstadien wurde folgendes notiert: Im Herbst 1947 und vereinzelt noch in den ersten Tagen des Dezember vorhanden. Dann yon Ende April 1948 mit dem Wiedererscheinen der Xoctiluca bis August, als Schw~irmerbildung zeitweise recht h/iufig war. Im Jahre 1949 yon Juni bis Mitre August und nochrnals Ende Oktober notiert. Es scheint danach, als ob Schw/irmerbildung in den verschiedensten Zeiten des Jahres vor sich gehen kann. Hydrozoa Sarsia tubulosa (M. Sars) Frfihjahrsform, die schon im Laufe des Winters zu erschein'en pflegt. 1947 wurde das erste Exemplar am 9. 7. gefunden. Von da an war sie bis Mitre April 1948 vorhanden, am zahlreichsten um die Wende M~irz/April. Im n/ichsten Jahre wuvden die ersten Sarsien erst am 22. 1. gefangen. Die Art war dann his Anfang Juni re~,elm/ii~igvertreten; die meisten im M/irz/April. *) Wenn kein anderer Ort genannt ist, beziehen sich die Angaben immer auf den n6rdlichen Teil der Lister Ley. Helgol/inderWissenschaftlicheMeeresuntersuchungen N a ~ d e m vorher nur juger~dliche Tiere gesehen worden waren, traten am 11.3. 1948 daneben auch schon reife auf. 1949 war das erst ab 6.4. d e r Fall. Im Mai 1948 batten im Lister Tief zwischen Ost- und Westfeuer die Medusen eine Glockenh6he bis 14 ram. Mehrfach wurden Copepoden als Mageninhalt festgestellt. So hatte ein mittelgrot~es Exemplar 3 Acartia clausi, yon denen sich einer noch bewegte, im Magen. Sarsia (Purena) gemini[era Forbes W a r Anfang August bis Anfang September 1949 regelm~it~ig in den F~ingen zu finden, Mitte bis Ende August in nicht ganz geringer Anzahl. Am 20. 8. 1949 wurde sie auch im Lister Tief und 6 Seemeilen westlich .der Lister Tief Ansteuerungstonne festgestellt. Die Medusen trugen Knospen und waren unreif. Mehrfach wurden Stiicke mit abgerissenem Manubrium beobachtet. Die in ausgestre&tem Zustande weir aus der Glockenh6hle heraush~ingenden Manubrien sdaeinen sich, vor allem natfirlich im Fang, leicht mit treibendem Detritus uaw. zu verfangen und dann abzureigen. Steenstrupia (Cory.morpha) nutans (M. Sars) Im Juli 1947 wurde diese Art nach mfin.dlicher Mitteilung yon Herrn Dr. AtrRIcrI im Lister Wattenmeer festgestellt. Euphysa aurata Forbes? Ein Exemplar Mitte Dezember 1948, dessen Bestimmung aber nicht ganz sicher ist. In friiheren Jahren wurde die Art fibrigens mehrfach yon mir in der siidlichen Nordsee festgestellt. Hybocodon prolifer L. Agassiz Nur dreimal gefangen, am 13. 4. 1948 sowie 8. und 31.3. 1949; Anzahl gering. Die Tiere hatten Knospen. Lizzia blondina Forbes Kam im August 1949 in sSa'ntlichen Brutne~f~ingen in einigen Exemplaren vor. Es wurde nur ein Tier mit einer Medusenknospe gesehen. Rathkea octopunctata (M. Sars) Vom 9. 12. 1947, als Rathkea zum ersten Male gefunden wurde,,bis Ende M~irz 1948 sehr selten und nicht in allen F~ingen; im April h~iufiger und Mitte Mai in Menge; ab Juni selten oder ganz vereinzelt bis Anfang Juli, dann nicht mehr gefunden. Im n~iChsten Jahre wurde die Art zuerst am 25. 1. bemerkt, war dann zun~ichst unregelmS.~ig und in geringer Zahl, ab Anfang M~irz regelm~it~ig, wenn auch immer noch sp~irlich, im April aber zahlreich vorhanden. Sie verschwand schon Mitte Mai aus den F~ingen. Das erste am 9. 12. gefundene Exemplar hatte bereits Medusenknospen. Von Anfang bzw. Mitre Mai an kamen neben solchen mit Knospen auch geschlechtsreife Tiere vor, die sp~iter allein vorhanden waren. Bougainvillia britannica.Forbes Nur ein jugendliches Exemplar Anfang Mai 1949. Vereinzelt land sich B. britannica dann noch im Juni im Lister Tier und Ende August ebenfalls ein Stfick bei der Lister Tier Ansteuerungstonne. Bd. IV. H. 1: Kfinne, Untersuchungenfiber das Grogplankton in der Deutschen Bucht 39 Bougainvillia superciliaris (L. Agassiz) 1948 wurde sie nur Anfang M/irz vereinzelt beobachtet, w~ihrend sie im n~idasten Jahre yon Ende Januar bis Ende M/irz ziemlich regelm/iflig, wenn auch in geringer Zahl zu finden war. In diesem Jahre (1949) waren die Tiere yon Januar bis Mitre Februar jugendlich und klein; dann traten auch grSflere auf, und ab 12.3. gab es auda reife. Im M~irz kam B. superciliaris auch im Lister Tier vor. Margelopsis haeckeli Hartlaub Polypen traten zuerst Anfang Juni 1948 vereinzelt auf; Ende des Monats und im Juli/August waren sie h~iufiger und wurden dann, allerdings nur in einigen F/ingen gefunden, bis Ende September nachgewiesen. Die ersten Medusen zeigten sich in diesem Jahre Mitte Juni, Ende dieses Monats waren sie sehr h/iufig. Dann fanden sie sich in geringer Zahl, in manchen F~ingen allerdings fehlend, bis Anfang September. 1949 war die Art sp/irlicher. Von Polypen konnten nur am 16.8. einige Exemplare gefunden werden. Medusen waren Ende Juli bis Mitte August in meist geringer Zahl v o r h a n d e n (im Lister Tier Medusen noch am 20. 8.). Die Polypen hatten 1948 schon An,fang Juni, als sie zum ersten Male gefunden wurden, Medusenknospen. Am 23.6. notierte ida Polypen mit Knospen, die schon Tentakelanlagen hatten, und aut~erdem kleine, junge Polypen. Le~tere wurden auch noch sp~iter neben grogen, knospentragenden gefunden. Die ersten 1948 gefangenen M e d u s e n - ~ ) trugen bereits in Entwicklung befindlidae Eier un.d Larven, und so war es w~ihrend der ganzen Zeit ihres Auftretens der Fall. Teilweise waren diese Entwicklungsstadien schon mit Tentakeln versehen (Actinulae). Auda 1949 trugen die Polypen Knospen und die Medusen an der Gonade haftende Entwicklungsstadien. Die Medusen hatten z. T. Tentakel am Bulbus. Podocoryne areolata (Alder) Im Wattenmeer nicht gefunden, aber ein Exemplar im Kniippelne~fang bei Lister Tier Ansteuerungstonne am 20.8. 1949. Leuckartiara octona (Fleming) Nur Ende Oktober 1949 vereinzelte, grot~e, reife Individuen. Tiaropsis multicirrata (M. Sars) Einige junge Exemplare yon 3--4 mm Durchmesser am 9.4. 1948. Die Randbl/ischen enthielten je 5--6 Statolithen, also wesentlida weniger als bei den Erwachsenen. Obelia (P&on & Lesueur) Nadadem sie im Oktober 1947 vorhanden gewesen war, dann aber gefehlt hatte, erschien sie erst Anfang April 1948 wieder in den F~ingen. Anfang Juni war sie ziemlich h/iufig, nahm dann aber an Zahl ab und kam meist selten oder vereinzelt bis Ende September vor. 1949 land sich Obelia fast zur gleichen Zeit. Sie wurde Ende April bis Mitte September, wenn auch nicht in allen F~ingen, beobachtet. Ihre Anzahl war meist gering, nur einige Male etwas grSfler. Rei,fe Tiere wurden w/ihrend der ganzen Beobachtungszeit angetroffen, meist neben unreifen Exemplaxen. Die Abl6sung der Medusen yon den Polypenst6cken kann auch noch aut~erhalb der oben angegebenen Beobachtungs~ zeit der Medusen erfolgen. DaB wir nidat auda zu an deren Zeiten Medusen in unseren F~ingen batten, ist wohl nur Zufall. - - In Anbetradat der vlelen, schon vergeblich darauf verwendeten Mfihe besteht w e n i g Hoffnung, dab es noch gelingt, die verschiedenen Arten der Obelia-Medusen sidaer zu unterscheiden.. Es ist allerdings in nordischen Meeren eine im erwadasenen Zustande durda die Art ihrer Pigmentierung ausgezeidanete Form als Obelia nigra Browne untersdaieden worden, die wahrscheinlich yon Laomedea(Obelia) longissima (Pall.) erzeugt wird. Die meisten Obelia-Medusen, die ida untersudate, waren entweder so gut wie farbl0s oder sdawada gelblida gef~rbt oder hatten im auffallenden Lidat gr/inliche Gonaden und M a n u b r i e n . DaB aber auda in unserem Untersudaungsgebiet Tiere mit intensiveren Farben vorkommen, r folgende Protokollaufzeidanungen: ,6.4. 1948. Obelia, mehrere Exemplare. Reif, G0n,aden mit redat intensivem, br/iunlida-sdawarzem Pigment, das besonders im Inneren der Gonade z.T. in Form yon Granulati0nen angeh~iuft ist. Auda am Manubrium k6rniges, braunes Pigment, Von den Tentakelbulben haben die gr6Beren etwas .dunkles, gekSrntes Pigment, im ganzen abet so wenig, dab es nur bei genauerem Zusehen z u entdecken ist. Streckenweise stehen soldae mit Pigment versehenen Tentakel zu mehrei'en nebeneinander; nut ganz kleine TentakeI haben (n0ch?) kein Pigment. DaB ,beinahe jede 6. Tentakelbulbe etwas gr6Ber als die fibrigen und schwarz pigmentiert ist'; wie KRAMP (in BRANDTU. AeSTV.IN1901 ft.)fiir Obelia nigra Browne anffihrt, ist nicht zu erkennen." Ob die Tiere mit der yon mir geschilderten Pigrnentierung individuelle Varianten darstellen oder vielleidat auf einen genetisdaen Zusammenhang hinweisen, kann vorltiufig nidat entschieden werden. Phialidium hemisphaericum (Gronovius) Oktober bis Dezember 1947 in meist ganz geringer Zahl vorhan.den. Anfang April 1948 wieder gefunden, Zahl wedaselnd, Anfang Juni und September ziemlich htiufig. Kam bis Dezember vor. 1949 wurc~en zuntidast nur Mitte Februar und Mitte Juni (13. 6.) vereinzelte Phial~dien festgestellt (ira Lister Tief zwischen Ost- und Westfeuer des Ellenbogens schon am 9. 6. ziemlida reichlich). Von Ende Juli an waren sie aber bis November anzutreffen, erst in geringer Zahl, im September etwas h/iufiger, im Oktober und November mehrmals in gr0Ber Zahl. Wtihrend vor der Kfiste in allen Fahrtmon'aten (M/irz--Oktober) reife Tiere gefunden wurden, machte sich im Wattenmeer eine gewisse Besdar/inkung bemerkbar. Reife Medusen waren vorhanden im Oktober 1947, Ende Juni bis Dezember 1948; im ntichsten Jahre yon August bis November; Das Vorkommen yon Tieren mit rundlichen (sog. Sommerform) und l~nglidaen Gonaden (sog. Winterform) lieB keine deutlichen Beziehungen zur Jahreszeit erkennen. So notierte ich ftir die Gonaden am 23.6. 1948 l~inglida, am 7.7. besonders typisch rund, 9. 7. rund und Itinglich. am 5.9. 1949 rur~.dlida, 13. 9. ltinglich und rundlich, 25.10. und 14. 11. l~inglich. Bei einem Individuum beobadatete ida in einer St~/tocyste zwei Konkretio~aen, wSJarend die tibrigen Bltisdaen die normale Zahl yon je einer Konkretion enthielten. Im November 1949 wurde eine junge Hyperia galba an Phialidium schmaro~end gefunden. Eucheilota maculata Hartlaub War im Oktober 1947 und yon Ende Juni 1948 bis erste Htilfte Dezember regelm~iBig, aber nidat in gr6Beren Individuenzahlen vertreten. Genau so war Bd. IV. H. 1: Kiinne, Untersuchungen fiber das Gro/~plankton in der Deutschen Bucht es 1949, als Eucheilota yon Ende Juni bis Schlut~ in meist geringer Zahl gefangen wurde. Reife Stiicke wurden yon Juli ab notiert. Im Dezember 1948 wurden grof~e, schlecht erhaltene, anscheinend abgelaichte Exemplare beobachtet. Wie bei Phialidium und Obelia kann auch bei Eucheilota in der Aufsicht leuchtend griine F~irbung auftreten. Eutima (Octorchis) gegenbauri Haeckel War November und Dezember 1948 z.T. in gr6f~erer Zahl in den F/ingen, 1949 aber Ende Juli, Ende August und Anfang November in geringer Zahl in je einem Fang vertreten. Im November 1948 wurde die Art auch im Lister Tief zwischen Ost- und Westfeuer des Ellenbogens, am 20.8. 1949 in grof~er Zahl bei Lister Tief Ansteuerungstonne und 6 Seemeilen westlich d a yon mit dem Knfippelne~ gefangen. In allen genannten Monaten wurden auch reife Tiere gesehen. Ich glaube nicht, daf~ der zugeh6rige Polyp (Campanopsis) im Nordsylter Wattenmeer vorkommt und hier Medusen sprossen 1/il~t, ich nehme vielmehr an, d'at~ die Medusen yon See hereinkommen. Im ersten Tell dieser Arbeit habe ich bereits die Vermutung ge~iut~ert,,daf~ die Medusen sich in der Deutschen Bucht im Laufe des Sommers yon Sfiden nach Norden ausbreiten. Im Juli 1948 lag der nSrdlichste Fundort in See etwa auf der H6he yon Amrum, im September 1949 und Oktober 1948 waren auch die n6rdlichsten Stationen des Untersuchungsgebietes bei Graa Dyb und Vyl Feuerschiff yon dieser Meduse bev61kert. Ob 1949, als die Art im Wattenmeer schon Ende Juli festgestellt wurde, auch in See die n6rdlichen Teile der Deutschen Bucht frfiher erreicht wurden als im Vorjahre (was ja Voraussetzung ist, wenn die Medusen yon See her ins Wattenmeer gelangen sollen), entzieht sich mangels entsprechender F/inge leider unserer Kenntnis; ich m6chte es aber annehmen. Clytia (Campanularia) pelagica (van Breemen) Ihr Auftreten im Nordsylter Wattenmeer ist eine sehr auff/itlige planktologische Erscheinung. Am 17.10. 1949 wurden die ersten StScke gefunden und diese Tiere wei,terhin bis Ende November nachgewiesen. Anzahl stets gering, nur am Tage des ersten Fundes waren es etwas mehr. C. pelagica ist Leitform des fl/imischen Kiistenwassers (K/2NNE 1937) und wird durch den Kanalstrom nach Nordosten und Osten verfrachtet, so daf~ sie auch in der Deutschen Bucht erscheinen, sogar bis in deren Flut~mfindungen vordringen kann. Zu beachten ist im Zusammenhang mit dem Erscheinen yon C. pelagica das Massenauftreten yon Lepas und auch die auffallende Menge yon Sardellenbrut in der Deutschen Bucht, auch in unserem Wattenmeer (AuRICH 1950). Alles das scheint auf einen ausnahmsweise recht starken Einstrom yon Wasser aus der sfidwestlichen Nordsee in die Deutsche Bucht im Laufe des Sommers 1949 hinzudeuten. Scyphozoa Cyanea capillata L. und Cyanea lamarcki P~ron & Lesueur l~ber die Unterscheidung der Ephyren yon Cyanea und Aurelia siehe S. 13. Die erste, anscheinend zu Cyanea geh6rige junge Ephyra wurde am 28.11. 1947 gefunden; am 15.12. ring sich eine Postephyra yon etwa 10. mm Durchmesser. Welter kamen junge Ephyren w~ihrend des ganzen Dezembers und einige Male in den ersten Monaten des Jahres 1948 vor. Im n~ichsten Winter erschien eine wahrscheinlich zu Cyanea zu rechnende, kleine Ephyra Helgol~inder.WissenschaftlicheMeeresuntersuchungen bereits am 20. 11. Dann aber wurden merkwfirdigerweise im ganzen Winter und Frfihjahr keine Ephyren oder Postephyren mehr gefangen. Erwachsene Exemplare beider Arten kommen im Nordsylter Wattenmeer vor. Bekanntlich w i r d lamarcki friiher im Jahre reif als die andere Art. Dementsprechend wurden 1948 schon im Mai zahlreiche reife lamarcki im Wattenmeer gesehen. In demselben Monat waren auch vor der Kiiste, und zwar bei Vyl Feuerschiff, reife Exemplave festgestellt worden. Ich hatte im ersten Teile dieser Arbeit die Vermutung ausgesprodaen, da/~ diese Tiere vielleicht yore Westen bzw. Siidwesten herangetrieben waren. Angesichts der schon im Mai im Wattenmeer auftretenden reifen Medusen miigte man diese Vermutung auch auf die Wattenmeertiere ausdehnen. In der Tat kann man bei der geringen Zahl der z.B. 1948 im Wattenmeer beobachteten Ephyren und Postephyren kaum annehmen, dat~ die in Menge auf.tretenden, adulten Medusen alle hier entstanden seien. Ich m/Schte also glauben, dais die Menge der Cyanea yon der offenen See, teilweise vielleicht sogar aus welter westlich gelegenen Gebieten, ins Wattenmeer gelangt, so wie iibrigens auch die Rhizostoma. 1948 nahm die Zahl der lamarcki im Juni schon w i e d e r ab. In der ersten H/ilfte dieses Monats wurden die ersten reifen capitlata beobachtet. Meist pflegen einzelne lamarcki his in den Hochsommer, capillata bis etwa Oktober vorhanden zu sein. Sehr auff/illig war es, dag 1949 im Wattenmeer bei List, soweit wir in Erfahrung bringen konnten, keine Cyanea gesehen wurden. Dabei wurde die Strecke Lister Hafer~wEllenbbgen mehrmals t/iglich befahren, und aut~erdem war das Boot auch sonst noch viel im Gebiet unterwegs; und auf Medusen wurde besonders geachtet. Lediglich im ,Lister Tief wurde Ende M~irz 1949 eine junge Meduse, soweit erkennbar lamarcki, und Mitte Mai eine Postephyra gefangen. Dieses Fehlen, oder mindestens diese grot~e Seltenheit yon Cyanea im Sommer 1949 stimmt mit der Tatsache fiberein, dat~ im vorhergehenden Winter nut" eine einzige Ephyra gefunden wurde. Dabei mfissen wir annehmen, dag die Ephyren, wenn nicht alle, so doch .~ie rneisten, ia'n Wattenmeer ents~ehen. W e n n abet die oben ge/iu~erte Vermutung, dai$ die erwachsenen Cyanea des Wattenmeeres wenigstens zum grStgten Teile yon See hereinkommen, zu Recht besteht, so dfirfte sich das Fehlen der Entwicklungsstadien im Wattenmeer nicht auf das Vorkommen der erwachsenen Stadien auswirken. Wahrscheinlich spielen auch hier wieder Zuf/illigkeiten eine Rolle, im iibrigen bedarf es aber noch weiterer Beobachtungen, um diese Fragen befriedigend beantworten zu k/Snnen, Aurelia aurita L. Zur Frage des Vorkommens yon Aurelia im Nordsylter Wattenmeer ist noch weitere Aufkl/irung notwendig. Wie im ersten Teile dieser Arbeit gesagt wurde, blieb die Zahl der im Untersuchungsgebiet vor der nordfriesischen Kfiste auf unseren Fahrten gefangenen Aurelien weit hinter tier yon Cyanea zuriick; grot~e Exemplare wurden fiberhaupt nicht gesehen. Es wurde die Vermutung ge/iuf~ert, daf~ Aurelia im ostfriesischen Seegebiet h/iufiger sei als bei Helgoland und nfirdlich davon. Im Nordsylter Wattenmeer kommt das Scyphistoma yon Aurelia vor, z.B. auf der am Eingang zum KSnigshafen gelegenen Austernbank ,Ellenbogen". Unter den im W i n t e r in der Lister Ley gefangenen, ganz jungen, noch tentakellosen Ephyren war auch Aurelia vorhanden, wie durch Weiterzucht festgestellt wurde. Aber w/ihrend unserer ganzen Beobachtungszeit wurde niemals ein ~ilteres Entwicklungsstadium oder eine erwachsenr Medusr festgestellt. Bd. IV. H. 1: Kfinne, Untersuchungen fiber das Grogplankton in der Deutschen Bucht 43 Rhizostoma octopus L. Die im Sp~itsom,mer und Herbst im Nordsylter Wattenmeer gefundenen Rhizostoma sind sicher yon See her hereingetriebeI~. Im September--Oktober 1947 waren sie in besonders groger Zahl vorhanden und wurden in Menge an den Sti'and gespfilt. Die Tiere waren z.T. reif und manche-sehr grog (Schirmdurchmesser mehr als 40 cm). In den beiden folgenden Jahren war die Zahl viel geringer. 1948 fanden sida im September vereinzelte Exemplare angespfilt. Im Jahre 1949 wurden bereits am 18. 7. zwischen List und Ellenbogen die ersten Rhizostoma, mehrere kleinere Tiere, gesehen. Die Zahl blieb weiterhin gering, es kamen aber auch groge Stticke vor. Ctenophora Pleurobrachia pileus O. F. Mtiller Neben einigen Copepoden-Arten ist diese Ctenophore der am regelm,igigsten anzutreffende Bestandteil unserer F/inge. So wurden vo~ Oktober 1947 bis November 1949 auf unserem Fangplatz in der Lister Ley nur wenige Brutnetzf/inge gemacht, in denen Pleurobrachia fehlte. I.m Dezember, Januar und Juni war sie manchmal reichlich im Fang, im November wurden viele notiert..1949 waren es im April bis Anfang Juni manchmal reichlich und viele. In den fibrigen Zeiten war die Zahl geringer. Oktober und November 1947 fehlten groge Exemplare. Solche traten neben sehr kleinen und kleinen erst im Dezember auf, und so waren bis Juni 1948 alle Gr6gen vertreten. Dabei h,atten die kleinsten Tiere (deren Vorkommen im Dezember, Januar, M~irz, Mai besonders notiert wurde) einen Durchmesser yon etwa l m 2 mm, die gr6gten (Dezember, Januar) waren 20 mm und mehr lang. Ab Juli fehlten die grot~en Exemplare, die erst im November wieder auftraten und bis Anfang Juli 1949 neben sehr kleinen bis mittelgrogen vorhanden waren. Dann fehlten die grogen bis September und erschienen erst im Oktober wieder. Entsprechen,d dem Auftreten groger reifer und ganz junger Tiere kann man eine Fortpflanzungszeit vom Winter (etwa Dezember oder etwas friiher) bis in den Sommer (etwa JunimJuli) hinein annehmen. Dabei ist aber viellei~t diese Fortpflanzungszeit nicht einheitlich, sondern es handelt sich m6glicherweise um die ineinander greifenden Vermehrungsperioden zweier Generationen. Das auf unseren Fahrten in See festgestellte zeitliche Auftreten kleiner, und groger Tiere stimmt mi,t unseren Beobachtungen im Wattenmeer grunds~i~lich ~berein. - - Die Fangserie am 4. 7. 1949 zeigte, dag Pleurobrachia im Inneren des Wattenmeeres bei der Pandertiefbank h/iufiger sein kann als am ~ingang des Wattenmeeres unweit des Ellenbogens. Bei jener Bank wurden auch groge Tiere gefangen, w/ihrend die tibrigen F/inge der Serie nur kleine Exemplare enthielten. Die F~inge i~n Lister Tief entsprachen denen in der Lister Ley. - - Pleurobrachia ist sehr gefr~igig und verschlingt im Fangglase oft Mysideen, Fischlarven usw., die so grog sind, dag sie im Schlunde der Ctenophore nicht vollst/indig Platz haben. Am 17. 5. 1949 waren die grogen Pleurobrachia im Fangglase vollgestopft mit den reichlich vorhandenen kleinen Copepoden. Bolinopsis infundibulum O. F. Miiller Ein Exemplar im November 1947 und wenige Tiere in den Monaten Juni bis August 1948. Im n~ichsten Jahre trat Bolinopsis Ende Mai vereinzelt, Mitre Juni in etwas gr6t~erer Zahl, aber im,mer noch sp/irlich, auf. Alle Tiere waren klein, Bero~ gracilis Kfi' W a r im Dezember 1947 bis Februar 1948 ziemlich regelmtit~ig in den Ftingen vorhanden, meist in einzelnen oder doch wenigen Exemplaren; nur Ende Januar waren es etwas mehr. D a n n fand sie sich wieder November bis Anfang Februar 1949 in ganz geringer A:nzahl~ Anfang Juli, Ende August in etwas grSt~erer Zahl und Mi.tte November. K1eine und grot~e Exemplare kamen im Winter und Sommer vo~; im Dezember 1947 notierte ich als kleinste GrSl~e zum Vergleich die eines Hirsekorns. Ende August 1949 konnte im Glase die Abgabe yon Eiern beobachtet werden, Fiir die Gefrtii~igkeit auch dieser Ctenophore spricht die Tatsache, dat~ ich im Fangglase eine kleine Bero~ sah, die eine etwa dreimal so gro~e Pleurobravhia mit den Lippen gepackt und sich fSrmlich daran festgesogen hatte. Die Bero~ liet~ erst los, als ich versuchte, beide Tiere aus dem Fangglase herauszuholen. Turbellaria Alaurina composita Metschn. Ende Juni 1948 im Fang vorhanden. Wegen ihrer geringen KSrpergrft~e nur Zufallsfang im Brutne~; das Tier kann am Fangpla~ vorhanden sein, ohne d a g die dort mit diesem Ne~ gemachten F~inge es enthalten. Polycladida Zwar nicht im Wattenmeer, wohl aber im Lister Tief wurden grot~e Turbellarien gefunden, die der Art Discocelides langi Bergend. und vietleicht noch anderen Arten angeh6rten. Nematodes Nematoden als Parasiten in Sagitta setosa wurden im Dezember 1948, Februar und April 1949 gefunden. Im Fr/ihjahr I949 wurde vor der Kiiste ein auffallend starker Nematoden-Befall d e r Sagitten festgestellt. Bisweilen findet man die Nematoden auch frei im Plankton. Polychaeta Tomopteris helgolandica Greeff .Ira ersten Beobachtungsjahr wurden wenige Exemplare in einigen Ftingen der verschiedensten Monate festgestellt (Dezember 1947, Januar, Juni, September, November, Dezember 1948). Ferner wurden im August 1949 einige Exemplare gefangen, wtihrend im iibrigen Tomopteris wtihrend dieses ganzen Jahres nicht erbeutet wurde; im September land sie sich aber im Lister Tier zwischen Ost- und Westfeuer. Im Juni zeigten sich einige Individuen mit Eiern in der Leibesh6hle, Sacconereis Die als Sacconereis bezeichnete pelagisch lebende weibliche Geschlech~sform yon Autolytus proli[er (O. F. Mtiller) wurde in einzelnen Individuen im Mai und September 1948 sowie September und - - vor Blidsel und an der Pandertiefbank - - i m November 1949 festgestellt. Eiertragende Tiere wurden im September und Novr (vor Blidsel) notiert, Andere Polychaeten Die Natur des Wa.ttenmeeres m i t der starken GezeitenstrSmung 4n den Rinnen bringt es mit sich, dai~ bisweilen bodenbewohnende, durch irgend Bd. IV. H. 1: Kfinne,Untersuchungenfiberdas Grot]planktonin der DeutschenBucht 45 welche Ursachen ins Treiben geratene Polychaeten auch in das an der Oberfl~iche fischende Brutnetz geraten. U. a. wurden einzelne Male auch geschickt schwimmende Xereis gefangen, so am 9. 4. 1948 eine zur Fortpflanzungszeit schw/irmen.de Nereis virens Sars (am n/ichsten Tage wurden viele am Strande angesp/.ilt gefunden). Bisweilen waren Phyllodociden (Eteone spec.) im Fang, so im Winter 1947/48 und zeitigen Fr/ihjahr (M/irz 1948), Juli 1948 und M~irz 1949. Lanice conchilega (Pall.), Larve Am 3.12. 1947 noch vereinzelt vorhanden. 1948 war sie Yon Mai bis November, im n/ichsten Jahre yon Ende April bis November vertreten. Ende Mai bis Mitte August war die Anzahl zeitweise sehr grog, entsprechend dem reichlichen Vorkommen der ausgebildeten Wfirmer im Wattenmeer. - - Man kann an den Tieren nicht selten den Vorgang der Def/ikation beobachten, der recht eigenartig und wohl schon beschrieben, aber noch wenig bekannt ist. Die Larve kr/im~nt in der R6hre den Kgrper, streckt das Hinterende neben dem Vorderende aus der R6hre hervor, def~iziert und streckt sich sofort wieder gerade. Nur selten 1/iuft der Vorgang anders ab, dab das Tier sich nicht herumkrfimmt oder die Def/ikation schon w~ihrend des Herumkrfimmens in der R6hre erfolgt. Magelone papillicornis Fr. Miiller, Larve Vereinzelt im September 1948 und Mitre Mai bis Anfang Juli 1949 in einigen F/ingen vorhanden. Ende August land sie sich im Knfippelnetzfang 6 Seemeilen westlich der Lister Tief Ansteuerungstonne. Wie in See enthielten auch im Wattenmeer die Larven z. T. gefressene Muschellarven. Andere Polychaeten-Larven Larven (Nectochaeta-Stadien) anderer Polychaeten wurden vielfach in den FSngen gefunden, In der Hauptsache handett es sich um die Larven yon Sabellaria spinulosa, Leuckart und Polydora spec. Augevdem sin,d natiirlich noch viele andereArten im Plankton vorhanden entsprechend der recht grogen Zahl der im Wattenmeer vorkommenden Polychaeten. Auch die Larven yon Schuppenwfirmern wurden mehrmals gefunden. Polychaeten-Larven fehlten im keiner Jahreszeit ganz; am zahlreichsten waren sie natiirlich in der Hauptfortpflanzungszeit der Wfirmer, im Friihjahr und Sommer, 1949 z.B. Ende Mai bis Mitte Juli. Kleinere Arten bzw. Stadien werden vom Stoff des Brutnetzes nicht regelm~igig zurfi&gehalten. Phoronidea Am 25.10. 1949 far~d ich eine ziemlich grof~e Actinotrocha im Fang. Kleinere Exemplare k6nnen die Maschen/iffnungen des Brutnetzstoffes passieren. Phyllopoda Evadne spinifera P. E. Mfiller Anfang Juli 1949 in geringer Zahl gefunden; auch vor Blidsel und im Pandertief. Wegen der geringen Kgrpergr6fle nur Zufallsfang im Brutneg. Podon intermedius Lilljeborg Anfang August 1948 vereinzelt. Podon leuckarti G. O. Sars April bis Juli in geringer Zahl in einigen F/ingen vorhanden. Dabei ist aber zu bedenken, .daig yon den beiden Podon-Arten vielleicht nur die grot~en Exemplare vom Brutnetz regelm/it~ig zurfickgehalten werden. Copepoda Calanus finmarchicus Gunner Von Beginn der Beobachtungen im Oktober 1947 bis M~rz 1948 vorhanden. Mitre Juni wiedergefunden und bis Anfang April 1949 anzutreffen. Dann wieder im Mai, Juli, August," Oktober bis November gefangen. Die Anzahl wahr sehr wechselnd, meist waren es nur wenige im Fang, im Winter war die Zahl manchmal etwas gr6t~er. Reife Exemplare wurden in der kalten Jahreszeit bis M~rz nofiert, doch ist es m6glida, dab bei den meist geringen Individuenzahlen in der anderen Jahreszeit reife Tiere nur zuf~illig nicht gefunden wurden. Vor der K/iste wurden auf allen zwischen M~rz un,d Oktober stattgefundenen Fahrten reife oder doch reifende Individuen festgestellt. Calanus fand sida auda im inneren Wattenmeer bei der Pandertiefbank. Pseudocaianus elongatus Boeck Von Anfang.Dezember 1947 bis April 1948 in einigen Ftingen, ferner Anfang Juli in einem Fang und .dann wieder im November/Dezember in mehreren Ftingen angetroffen. Im ntichsten Jahre wurde die Art im Mtirz, Mitte Juli'und Mitte September bis November in einer Anzahl Fringe gefunden. Das Vorkommen ist also ein redat ungregelmtit~iges; vielleicht ist Pseudocalanus in der kiihleren Jahreszeit etwas htiufiger als zu anderer Zeit. Im Januar, Mtirz und April zeigten sida reife Individuen. Acartia clausi Giesbrecht Eine der am regelm~ifiigsten vorkommenden Copepoden-Arten. Wurde w~ihrend der ganzen Beobachtungszeit nur in ganz wenigen F~ingen nicht gefunden und auch an der Pandertiefbank bemerkt. Reife Tiere beobachtete ida im Dezember, Februar, Mtirz und Mai. Im Dezember 1947 war ein Exemplar mit Cysten yon Foettingeriiden (parasitischen Ciliaten) behaftet. Temora longicornis O. F. Mfiller Ebenfalls mit grofier Regelmti~igkeit vorhanden, nur in wenigen Ftingen, besonders isa den Monaten Mai bis Juli fehlen.d. Temora wurde auch an der Pandertiefbank gefunden. Im Dezember 1947, an demselben Tage wie vorige Art, mit Cysten yon Foettingeriiden behaftete Exemplare. Isias clavipes Boeck Wurde nur a.m 7.6. 1949 vereinzelt gefunden. Anomalocera patersoni Templeton Vereinzelte Individuen fanden sich noch im Oktober und November 1947. Dann wurde Anomalocera aber erst Mitre Juli 1948 wieder beobadatet, kam im September sehr regelmtit~ig und weiterhin bis Ende November vereinzelt vor. 1949 wurden yon Januar bis Anfang Mt~rz ziemlida regelmtif~ig einzelne Exemplare erbeutet, die wahrsdaeinlich noch zu der Bev61kerung des Vorjahres geh6rten. Dann zeigte sich die Art wieder Anfang Juni und blieb bis Mitte September ein Bestandteil der meisten Fringe. Im Sommer wurden die Bd. IV. H. 1: Kiinne, Untersuchungenfiber das Grot~plankton in der Deutschen Bucht 47 meisten Exernplare festgestellt, Ende Juni und Ende August waren es sogar viel. Im Juni wurden reife Individuen verzeichnet. Labidocera wollastoni Lubbock Kam Ende Oktober 1947 noch vereinzelt vor. Dann wurde sie aber bis September 1948 vermith und war yon da ab bis Ende November zu finden. Im n~ichsten Jahre wurde Labidocera im Juni, Juli und September in einigen F/ingen nachgewiesen. Auch an der Pandertiefbank kam die Art vor. Die Anzahl war stets gering. Reife Tiere wurden im September und Oktober festgestellt. Labidocera ist /ihnlich der vorigen Art eine Sommer- und Herbsfform. Es mug die Unregelm/it~igkeit des Auftretens im Wattenmeer, wie sie sich auf Grund unserer F/inge ergab, auffallen; man beachte z. B. das Fehlen in den F/ingen vom August 1949. Daher sei folgendes auch mit Rficksicht auf die Verh/iltnisse bei manchen anderen Arten betont. Sicher geben die regelm/if~ig an einer Stelle ausgeffihrten F/inge eine gute l~bersicht fiber die vorkommenden Arten und ihr Auftreten in den einzelnen Jahreszeiten. Das gilt vor a!lem ffir die h~iufigen Formen. Je geringer aber die Individuenzahl wird, in der die Tiere vorkommen, desto gr61~er wird die Rolle des Zufalls, welcher .die Plankter ins Ne~ ffihrt oder vom Fang fernh/ilt. Die Abwesenheit yon Labidocera in den F/ingen yore August 1949 beruhte sicher nur auf Zufall. Je grSt~er die Zahl der F/inge und je 1/inger die Beobachtungszeit ist, desto deutlicher wird die Norm erkennbar. Bei dieser Darstellung kam es mir zun/ichst darauf an, nicht zu sehr zu schematisieren, sondern die tats&chlichen Befunde mitzuteilen. Schliet]lich sei gesagt, dal~ bei solch unregelm/it~igem Auftreten yon Arten im Wattenmeer noch eine andere MSglichkeit besteht; dat~ n&mlich die Tiere in ganz unregelm&t~iger Folge durch die StrSmung yon der offenen See ins Wattenmeer gelangen, wo sie sich nicht fortpflanzen und infolgedessen nicht dauernd heimisch sind; vgl. als Beispiele die Leptomeduse Eutima gegenbauri oder die Scyphomeduse Rhizostoma. Centropages hamatus Lilljeborg Von Beginn der Beobachtungen im Oktober 1947 bis Ende November 1948 recht regelm~it~ig, wenn auch nicht in allen F~ingen vorhanden. Nachdem die Art also im ersten Beobachtungswinter st/indig zu finden gewesen war, wurde sie yon Ende November 1948 bis Mitre Februar 1949 vermifh, war dann aber bis November in fast allen F&ngen vertreten. Reife Individuen wurden im April, August und Oktober verzeichnet. C. hamatus kam auch bei Pandertiefbank vor. ParapontelIa brevicornis Lubbock Wurde in wenigen Exemplaren im Juli und September 1948 sowie Juli 1949 beobachtet. Oithona similis Farran Nur im Juli 1949 in einigen F/ingen in nicht ganz wenigen Indivi,duen nachgewiesen. Bei den am 4.7. durchgeftihrten Serienf/ingen wurde O. similis noch bei der Pandertieftonne gefun.den. Corycaeus anglicus .Lubbock War Mitre September his Mitre November 1949 in mehreren F/ingen vorhanden. Die Individuenzahl in den F/ingen war gering, doch besteht bei Helgol~inder WissensdaaftlicheMeeresuntersuchungen diesem kleinen Tier die M6glichkeit, dai~ ein vielleicht nicht unbetr/ichtlicher Teil das Ne~ durch die Maschen/fffnungen wieder verl~ii]t. Die Art ist im Sommer in der Deutschen Bucht nicht selten und dann auch im Helgol/inder Plankton h/iuiig. Euterpina acutifrons (Dana) Diese Art fand sich yon Ende Oktober 1949 bis SchluI~ des Berichtsjahres Ende November. Sie kam auch an .der Pandertiefbank vor, wo am 14. 11. 1949 ein ~ mit Eiern gesehen wurde. Gleich der vorigen Art ist E. acuti[rons im Sommer in der Deutschen Bucht und bei Helgoland n.icht selten. Sonstige Harpacticiden, die bisweilen in das Fangmaterial geraten, wurden nicht berficksichtigt. Cymbasoma rigidum Thompson In vereinzelten Exemplaren im Juli 1948 sowie Juli (vor Blidsel) mad September 1949 angetroffen. Z. T. trugen die Tiere Eier. Caligus rapax M.-Edwards August bis November 1948 fanden sich einzelne Exemplare in einigen F~ngen. Dann sah ich im Januar und Februar 1949 sowie Juni bis November wi.eder wenige Tiere in einer geringen Anzahl F/inge. Caligus kam auch bei der Pandertiefbank vor. Im Kniippelne~fang war er augerhalb der oben genannten Zeiten im Juli 1948 im Lister Tier zwischen Ost- und Westfeuer mad in der Lister Ley; im Mai 1949 im Lister Tief. Individuen mit Eiers~icken wurden beobachtet im Februar, August u n d November. Copepoden-Nauplien Sie fehlen wohl in keiner J ahreszeit ganz, sind aber gr6i~tenteils zu klein, um yore Stoff des Brutne~es regelm/ii~ig zurfickgehalten zu werden. Daher k6nnen Brutne~f/inge kein richtiges Bild ihres Auftretens vermitteln. Cirripedia Lepas anatifera L. un,d fascicularis Ell. & Sot. Im Juli 1949erhielten wir eine im Lister Tief treibend gefundene Kiste, die mit zahlreichen Lepas anatifera besetzt war. Im August wurden weitere Exemplare gesammelt, die an treibenden H~lzern und anderen Treibk~rpern. auch a n flottierendem AscophyUum nodosum sateen und am Nordstrand und an der Ostspi~e des Ellenbogens angetrieben wurden. Sie gelangten aber auch noch weiter ins Wattenmeer hinein; so wurden z. B. aro 8.8. lebende L. anatifera an Ascophyllurn im Hafen yon List gefunden. In viel gr~t~erer Menge erschien L. fascicularis. Die ersten Stiicke bemerkten wir an Fucus Vesiculosus und F. platycarpus si~end am 5. 8. nach mehrt~igigem Weststurm am Nordstrand des Ellenbogens angetrieben. Es ist natiirlich m6glich, daf~ auch schon frfiher, vielleicht im Juli, Exemplare ankamen, aber nicht bemerkt wurden. Weiterhin nahm dann ihre Zahl im Laufe des August zu, so dat~ fiberall am Ellenbogen und am Wattstrand (in viel gr6~erer Menge noch am Weststrand yon Sylt) die Tiere, z. T. noch lebend, am Strande angespiilt und im Wattenmeet, auch wieder im Hafen yon List, treibend gefUnden wurden. Wie im ersten Teile-.dieser Arbeit begriindet wurde, ist die. Annahme berechtigt, dat~ diese -Lepas aus der sfidwesflichen Nordsee herangetrieben waren, Bd. IV. H. 1: Kfinne,Untersuchungenfiberdas Grot~planktonin der DeutschenBucht 49 Balanus-Larven Im Untersuchu.ngsgebiet kommen Balanus balanoides (L.) un.d B. crenatus Brug. vor. F/Jr die kleinen N a u p l i e n gilt das bei den Copepoden-Nauplien Gesagte. Gr6gere Nauplien waren in betrfichtlicher Zahl im M/irz/April 1948 und, wenn auch nicht in allen F~ingen und nicht immer gleich h~iufig, yon M~irz bis August 1949 vorhanden. Cypris-Stadien erschienen in beiden Jahren im April in gr6gerer Zahl. In den iibrigen M o n a t e n ' d e r w/irmeren Jahreszeit waren die beiden Larvenformen, wenn fiberhaupt, nur sp~irlich vertreten. Bei Balanus balanoides (L.) scheint das Ausschw~irmen tier Nauplien am frfihesten im Jahre zu beginnen, und zwarschon im Laufe des Februar. Idotea Fabricius Auch Idotea gelangt nur zuf/illig ins Planktonne~, vielleicht auf losgerissenem Seegras treibend. So wurde I. viridis (Slabber)im April 1948 und November 1949 gefangen, w~ihrend I. linearis (Pennant) im August 1949 etwas augerhalb der Ellenbogenspi~e, frfiher aber auch schon direkt im Wattenmeer, erbeutet wurde~ Amphipoda Hyperia galba Montagu Nur einige junge Tiere, und zwar am 15. 12. 1948 ein Stfick an Cyanea (juv.) und einige am 14.11. 1949, davon ein Ind'ividuum an der Leptomeduse Phialidium hemisphaericum. Augerdem erbrachten die KnfippelneBf~inge im Mai 1948 im Lister Tief und im Juli im Wattenmeer vereinzette Exemplare. Vor der Kiiste ist H. galba in der warmen Jahreszeit nicht selten, wenn auch die Anzahl niemals besonders grog und im einzelnen yon der Menge tier vorhandenen grogen Medusen abh/ingig ist. Es mug daher auffallen, dag H. galba im Wattenmeer auch im Frfihjahr und Sommer 1948, als Scyphomedusen reichlich vorhanden waren, nur vereinzelt ins Ne~ ging." Mysidacea Leptomysis mediterranea G. O. Sars Nachdem bisIang nur wenige Funde dieser Art in der Nordsee bekanntgeworden waren - - bei Helgoland, vor der ostfriesischen Kfiste und in der siidwestlichen Nordsee - - , bedeutete es eine (3berraschung, als L. mediterranea erstmals im W,attenmeer nachgewiesen und unmittelbar ~darauf auch vor der nordfriesischen bzw. jfitischen Kfiste gefangen wurde. Am 24. und 25.9. 1948 wurden in der Lister Ley 11 Stfick und am 1.10. mit dem Kniippelne~ weitere 5 Exemplare erbeutet. Im Jahre 1949 wurden am gewohnten Fangpla~ mit dem Brutne~ a m 15. und 2 0 . 8 , 8. und 29.9. insgesamt 5 Individuen gefangen. AuBerdem erbrachten die Knfippelne~f~inge am 20.8. im Lister Tief nahe der Ellenbogenspi~e 10 Tiere und am 19.9. zwischen Ost- und Westfeuer des Ellenbogens 2 Stfick. Das sind also im ganzen 33 Exemplare, die im Watten~ meer und Lister Tief in den beiden Beobachtungsjahren gefangen wurden. Die meisten Tiere waren jugendlich und maiden 4,3--I1,0 mm (yon der Spige der Antennenschuppe bis zur Spi~e des fiugeren Uropodenastes gemessen). Ferner fanden sich 7 C~C; yon 9,5--14,0 mm, darunter 3 reife Tiere und 4 ~ yon 11,1--13,0 mm Ltinge, yon denen 2 Stfick Brut (Eier und Embryonen) trugen, wtihrend die anderen kleine, leere Bruttaschen hatten. Die reifen Exemplare traten im August und September auf. Paramysis herviUei (G. O. Sars) Diese meistens am Boden lebende, in der Deutschen Bucht weitverbreitete Art gertit nur zuftillig ins BrutneB; aus ihrem Fehlen in den Ftingen sind keine gfiltigen Sdalfisse fiber ihr Vorkommen zu ziehen. Die Tiere kamen in alien Jahreszeiten in wedaselnder Zahl zur Beobadatung, die wenigsten vielleicht im Sommer. Die meisten der gefangenen Individuen waren junge, die beweglidaer sind als die erwachsenen Mysideen und deshalb leidater in das Brutne~ geraten. Reife Tiere ( ~ mit Brut) sah ida im Mtirz. DaB P. kervillei im Wattenmeer nidat selten ist, zeigt ein KnfippelneBfang im Mtirz 1949, der sehr viele enthielt. Auch im Lister Tief ist die Art sehr htiufig. - - Einer weiteren Nachprfifung bedarf noch die Frage der K8rperftirbung der im Wattenmeer zu findenden Tiere, Ida konnte drei Typen yon Individuen unterscheiden: 1. Tiere mit auf dem K/~rper verstreuten Pigmentgruppen, kein K6rperteil durch seine Pigmentierung besonders herausgehoben, Gesamtftirbung nidat sehr intensiv; zu diesem Typ geh/Srten auger jungen alle erwachsenen Tiere; er ist als ' der ffir die Art normale anzusehen. 2. Kleinere Exemplare mit aufftilligen, kastanienbraunen Pigmentanhtiufungen im hinteren Teile des Thorax und im Uropodensegment. 3. Noda kleinere Tiere mit starker, brauner Pigmentierung am ganzen K6rper. Sonstige morphologische Untersdaiede, besonders soldae in der Ausbildung der taxonomisch wichtigen Antennenschuppe, kormte ida nicht erkennen. Die versdaiedenen Typen kamen gleidazeitig nebeneinander vor. Paramysis spiritus (Norman) Ebenfalls nur ganz zuftiltig im Brutne~, in dem die Art nur wenige Male; im Oktober 1947 und Februar/Mtirz 1949, in ganz geringer Zahl gefunden wurde. Kam auch an der Pandertiefbank vor. Der Knfippelne~fang im Mtirz 1949, der die vielen P. kervillei lieferte, brachte auch sehr viel P. spiritus; im Lister Tief wurde diese Art auch in grot~er Zahl gefangen. Auda im August 1949 fingen wir mit dem Knfippelne~ eben augerhalb der Ellenbogenspi~e und bei der Lister Tief Ansteuerungstonne eine sehr gro~e Zahl dieser Tiere. Das Material yore M~irz und August enthielt auch reife Tiere. Praunus flexuosus O, F. Mfiller Im Wattenmeer das ganze Jahr fiber, wenn auch unregelm/iflig und nur zuf/illig, zu finden; auch im Lister Tief, Reife Tiere wurden im M/irz, April und Oktober gefangen. Diese Art ist in der warmen Jahreszeit bei ruhigem Wetter oft in Menge an den Buhnen am Nordstrand des Ellenbogens und im Wattenmeer am Strande, an Anlegebriicken usw, zu beobadaten. Mesopodopsis slabberi (van Beneden) Diese weitgehend oder ganz pelagisda lebende Art kam im Mtirz, April un,d Juni I948 vereinzelt, y o n Ende Juli bis Frfihjahr 1949 regelmtit~iger, wenn auda durchaus nidat i n allen Ftingen; vor. Die Anzahl war Ende Sep, tember und Anfang November,redat grog, sonst gering. Im April und Juni 1949 wurde die Art vermit~t und zeigte sida dann bis November in einer An, Bd. IV. H, 1: Kiinne, Untersuchungenfiber das Groi~plankton in der Deutschen Bucht zahl F/inge. Im November 1949 war es eine grSBere Anzahl, im fi'brigen nur geringe H~iufigkeit. M. slabberi wurde auch im Lister Tier gefangen. Reife Tiere ( ~ mit Brut) zeigten sich im Mai, August, September und November. C u m a c e a Bodotria scorpioides (Montagu) (= Cuma edwar.dsi G. O. Sars) Die Cumaceen sind Bodentiere, die nur durch besondere Zuf/ille ins BrutneB geraten. B. scorpioides war in wenigen F~ingen im April, Juli, September bis November 1948 und M/irz 1949 in ganz geringer ZahI, meist Einzelexemplaren, vorhanden. Mit dem Knfippelne~ wurde sie im September 1949 im Lister Tief gefangen. Bodotria pulchella (G. O. Sars) Wurde vereinzelt im April und September sowie an der Pandertieftonne im November 1949 gefangen. Im September wurde ein Tier mit Eiern beobachtet. Pieudocuma longicornis (Sp. Bate) Fand sich in den beiden Beobachtungsjahren einige Male in den F/ingen der Monate April bis November. Bei der Lister Tier Ansteuerungstonne wurde sie im August 1949 gefangen. Im April zeigten sich eiertragende Tiere. Lamprops fasciata G. O. Sars War Ende September 1948 bis Januar 1949, M~irz und Juli 1949 vorhanden, ferner im August im Lister Tief eben auBerhatb der Ellenbogenspige. Im M/irz waren in den Knfippelnegf~ingen in der Lister Ley und im Lister Tier ziemlich viele. Reife Stficke wurden im M~irz und Juli gefunden. Diastylis rathkei (Kr6yer) Im eigentlichen Nordsylter Wattenmeer unseres Wissens noch nicht gefunden, wohl aber mit dem KnfippelneB im August 1949 im Lister Tier eben au~erhalb der EllenbogenspiBe und bei der Ansteuerungstonne sowie im M~irz und September 1949 im Lister Tier zwischen Ost- und Westfeuer gefangen. Decapoda Crangon crangon (L.), Larve Von Oktober bis Mitte Dezember 1947 wurden einige Exemplare gefunden. Dann erschienen die Larven Ende M~irz 1948 und waren anschliel~end wieder bis Mitte Dezember vertreten. Die Anzahl war wechselnd, die meisten fanden sich im August und September; im Sp/itherbst waren sie nur vereinzelt. Irn J,ahre 1949 traten sie erst Anfang April in Erscheinung und waren dann Ende Juli und August reichlich und viel, im Oktober/November wieder wenig und unregelm~iffig vorhanden. V0n Ende Mai ab wurden auch postlarvale Stadien gefangen. Eupagurus bernha~dus (L.), Larve Im Jahre 1948 recht sp~irlich, nur Mitre Mai, En.de Juni bis Anfang Juli vereinzelt zu finden; im n~ichste~ Jahre dagegen yon Ende April bis Mitre August in den meisten F/ingen vorhanden, aber nur Anfang Mai in einem Fang etwas mehr Tiere, im fibrigen auch in diesem Jahre geringe Individuenzahlen. Auch die Kniippelne~f~inge im Lister Tier enthielten jeweils nur einige Exemplare. Ausgebildete Eupagurus sind im Wattenmeer sehr h/iufig. Hyas araneus (L.), Larve Nur im Februar 1949 einige wenige Zo~en und im Mai 1948 im Lister Tief vereinzelt Megalopa im Kniippelne~fang, Ausgebildete Tiere sin,d i m Wattenmeer m/i~ig zahlreida. Carcinus maenas (L.), Larve Die Larven waren yon Mai 1948 bis September regelm/it~ig vorhandenl Megalopa-Stadien wurden ab Mitte J u n i beobachtet. Im Juni waren die Larven reichlida, im Juli sogar in gro~er Menge; in den iibrigen Zeiten in geringerer Zahl vertreten. Im Jahre 1949 wurden diese Tiere ebenfalls yon Mai bis September gefunden, wiederum in zeitweise gro~er Zahl. Portunus holsatus Fabricius, ,Larve Im Jahre 1948 fand ida die Larven nur im September i n m/igig grot~er Zahl. Im n/idasten Jahre waren diese Tiere yon En,de Mai bis September in allerdings auda nidat besonders gro~er Menge im Plankton vorhanden. Aufler den Larven wurden bisweilen auda ganz junge frisda verwandelte Schwimmkrabben gefangen. Die Menge der ausgebildeten Portunus ist im Wattenmeer weit geringer als die yon Carcinus. Cancer pagurus L., Larve Einige Megalopa-Stadien im September und Oktober 1948 im Wattenmeer sowie im September 1949 im Knfippelne~fang vom Lister Tier. Ausgebil,dete Cancer sind im Nordsylter Wattenmeer ziemlida selten. Pantopoda Anoplodactylus petiolatus KrSyer Mehrmals in Einzelexemplaren im Wattenmeer nadagewiesen, und zwar im September bis November, aber sidaer auda in anderen Monaten zu finden; auf der Station 6 Seemeilen westlich Lister Tief Ansteuerungstonne im August. Auch vor Blidsel gefunden. SYymphon rubrum Hodge Im November 1948 geriet in der Lister Ley ein Exemplar ins Kn/ippelne~i Gastropoda Litorina~litorea (L.), Eikokon Die Mehrzahl der in das Brutne~ geratenen Eikokons diirfte das Ger~it durch die Masdaen6ffnungen wieder verlassen; doda erm6glidaen die im Fang verbliebenen Exemplare einen Einblick in d.as Auftreten. Ida fand die Kokons in den Beobadatungsjahren yon M~irz bis April bzw. Anfang Mai. Gastropoden-Larven Auda die ganz kleinen Larvenstadien werden vom BrutneB gar nicht oder nur zu einem geringen Tell zuriickgehalten. Gr6t~ere Larven und Ubergangsstadien sind im Frfihj,ahr und Sommer 6fter in den F~ingen anzutreffen. 1948 wurden sie Ende M~irz und Mitre Juli a l s besonders zahlreida notiert. Im n/idasten Jahre waren sie yon Ende April bis Ende Juli in der Mehrzahi der F/inge vorhanden. Im Juli wurden: auch Obergangsstadien yon Crepidula fornicata (L.) bemerkt. Auch weiter im Siiden des Wattenmeeres, bei Pandertiefbank, wurden Sdaneckenlarven gefangen, Bd. IV. H. 1: Kfinne,Untersuchungenfiberdas Grogplankton in der Deutschen'Bucht 53 Lamellibranchiata Fiir das Vorkommen yon Mus&ellarven in den Planktonf~ingen gilt dasselbe wie fiir Schneckenl~rven. Gr6gere Larven wurden als einigermagen zahlreich im Mai und Juli verzeichnet. Muschellarven wurden aber auch schon Ende Januar festgestellt. Asterias rubens (L.), Larve Die ersten, jungen Larven zeigen sich bereits im M~irz oder noch frfiher im Plankton. Altere Stadien, mit wohlausgebil.deten Armen versehene Bipinnarien, Brachiolarien und I~bergangsstadien, wurden im Mai/Juni 1948 und vereinzelt auch sp~iter noch, im September, gefangen. Im Jahre 1949 zeigten sich diese Stadien 1/inger in den F~ingen, in denen sie yon Ende April bis Erode Juli ziemlich regelm/igig gefunden wurden. In diesem Jahre kamen vereinzelte Nachzfigler noch am 17.10. zur Beobachtung. Reichlich und viele" Larven waren vorhanden 1948 Mitte Mai und 1949 Ende Mai und Juni. Am 18.5. 1948 fanden sich bereits Larven mit Anlage des Sternes. 1949 kamen ab Anfang Juni l~bergangsstadien in den F~ingen vor. Andere Echinodermata Einzelne Plutei yon Ophiura spec. waren am 17.5. 1949 im Brutne~fang vorhanden. Ganz junge Boden.stadien yon Ophiura geraten bisweilen auch in die Planktonne~e. In unseren F~ingen au.s dem Wattenmeer (auch yon der Pandertiefbank) und dem Lister Tief in den Monaten Juni bis November fanden sich zu wiederholten Malen solche kleinsten Schlangensterne. Bei der grogen Zahl der im Wattenmeer leben.den Psammechinus miliaris (Gmelin) mut~ es verwundern, dat~ in unseren Brutne~ftingen so sehr wenlg Larven dieser Art gefunden wurden, wenn auch anzunehmen ist, dag die kleinsten Exemplare die Ne~maschen passieren k6nnen. Nur im Juni und August sah ich einzelne Echinoplutei. Chaetognatha Sagitta setosa J. Miiller War von Oktober 1947 bis En~de M/irz 1948, und zwar Mitte Dezember reichlich, vorhanden. Dann wieder "ConMitte Juni 1948 his Anfang Mai 1949 anwesend, im September, November und Dezember 1948 sowie Januar 1949 mehrmals reichlich bis viel. S. setosa erschien wieder Anfang Juli und war bis Schlut~ der Beri&tszeit (November) in den F/ingen zu finden. Reife Tiere gab es in der Zeit yon Mai bis September. S. setosa wurde auch bei der Pandertiefbank nachgewiesen. Sie war bisweilen yon Neumatoden befallen. Es wurde im Fangglase eine iibrigens auch einen Nematoden bergende Sagitta gefunden, die ein grot~es Stii& pflanzlichen Detritus, an dem no& eine Kette der Diatomee Biddulphia aurita haftete, verschlungen hatte. I m N o r d s y l t e r W a t t e n m e e r selbst w u r d e S. elegans nicht g e f u n d e n , wohl a b e r im .Lister T i e f zwischen Ost- ur~d W e s t f e u e r , w o sie im K n i i p p e l n e ~ f a n g yore 25. 11. 1948 in einer A n z a h l j u g e n d l i c h e r u n d r e i f e n d e r E x e m p l a r e g e f a n g e n wurde. N a c h d e m O. dioica y o n O k t o b e r big D e z e m b e r 1947 in einigen F~ingen noch v o r h a n d e n g e w e s e n w a r , zeigte sie sich M i t t e J u n i 1948 w i e d e r u n d hielt auch in diesem J a h r e bis D e z e m b e r durch. 1949 w u r d e sic E n d e A p r i l zum ersten M a l e b e m e r k t , d a n n w a r sic y o n J u n i bis N o v e m b e r in f a s t alien F~ingen zu finden' Sie k a m auch an d e r P a n d e r t i e f b a n k vor. Bisweilen w a r e n die T i e r e ziemlich reichlich im F a n g m a t e r i a l v o r h a n d e n ; dabei ist zu b e d e n k e n , dat~ die k l e i n e n I n d i v i d u e n wahrscheinlich alas N e ~ teilweise d.urch die M a s c h e n S f f n u n g e n w i e d e r verlassen. V o n J u n i big A u g u s t w u r d e n auch reife E x e m p l a r e gesehen. A u r i c h , H. J., 1950, Besteht ffir 1950 Aussicht auf eine Sardellenfischerei in der Nordsee? Fischereiwelt. 2, Brandt, K., und C. A p s t e i n , herausg. 1901 ft., Nordisches Plankton. Kid u. Leipzig. v a n B r e e m e n , P. J., 1905, Plankton van Noordzee en Zuiderzee. Dissertation Leiden. C a s p e r s , H., 1939, Die Bodenfauna der Helgolgnder Tiefen Rinne. Helgol. Wiss. Meeresuntersuchung. 2. G r i m p e , W a g l e r , R e m a n e , herausg. 1925 ft., Die Tierwelt der Nord- und Ostsee. Leipzig. H a g m e i e r , A., 1916, Ober die Fortpflanzung der Auster und die iiskalischen Austernb~nke. Wiss. Meeresunters. N. F..Abt. Helgoland. 11. und R. K g n d l e r , 1927, Neue Untersuthungen im nordfriesischen Wattenmeer und auf den fiskalischen Austernb/inken. Wiss. Meeresunters. N.F. Abt. Helgoland. 16. - - und A. S c h u b e r t , 1930, Die Austernbrut im Wattenmeer. Wiss. Meeresunters. N.F. Abt. Helgoland. 18. K~indler, R., 1928. Verbreitung und Wachstum der Austernbrut im Wattenmeer. Wiss. Meeresunters. N.F. Abt. Helgoland. 17. K f i n n e , CI., 1933, Zur Kenntnis der Anthomeduse BougainviUia macloviana Lesson. Zoolog. Ariz. 101. - - 1935, Ober Leptomysis mediterranea G. O. Sars in der Deutschen Bucht der Nordsee. Zoolog. Anz. Ul, - - 1937, I~ber die Verbreitung der Leitformen des Groi~planktons in der siidlidaen Nordsee im Winter. Bet. D. wiss. Komm. Meeresforsch. N.F. 8. - - 1939, Beitr/ige zur Kenntnis der Mysideenfauna der siidlichen Nordsee. Zool. Jahrb. Syst., Ok., Geogr. Tiere. 72. - - 1950, Das Plankton. In: Handb. d. Seefischerei Nordeuropas, herausg, yon Ehrenbaum, Lfibbert, Wilier, 1. Heft 5 a. L e b o u r , M. V., 1928, The Larval Stages of the Plymouth Brachyura. Proceed. Zool. Soc. London. 1928. Part 2. M i e 1 c k, W. t, und C. K ii n n e, 1935, Fischbrut- und Plankton-Untersuchungen auf dem Reichsforschungsdampfer ,,Poseidon" in der Ostsee, Mai--Juni 1931. Wiss. Meeresunters. N.F. Abt. Heigoland. 19. W H s o n , Ch. B., 1908, North American parasitic copepods belonging to the Family Caligidae. Parts 3 and 4. Proceed. U.S. Nat. Mus. 33. 1. Noctiluca millaris + 2. Eudaeilota maculata + 3. Phialidium hemisphaer. + 4. Pleurobrachia pileus + 5. Bero~ gracills + 6. Lanice conchilega , Larve + 7. Sacconereis - - 8. Centropages hamatus + 9. Acarti clausi + 10. Temora longicornis + 11. Pseudocalanus elong. ~ 12. Corycaeus anglicus + 13. Euterpe acuti#ons + 14. Calanus finmarchicus ~ 15. Labidocera wollastoni - - 16. Caligus rapax - - 17. Hyperia galba + 18. Crangon crangon , Larve - - 19. Sagitta setosa + 20. Oikopleura dioica +


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Clemens Künne. Untersuchungen über das Großplankton in der Deutschen Bucht und im Nordsylter Wattenmeer, Helgoland Marine Research, 1, DOI: 10.1007/BF02126101