Einzelgewichte und Gewichtserträge von Schollen der Deutschen Bucht

Helgoland Marine Research, May 2019

Der Längen-Gewichts-Koeffizient der Schollen ist bei den kleinsten Tieren zunächst hoch, nimmt dann stark ab, um im späteren Leben erneut zu steigen. Bei gleichaltrigen Schollen sind die best- und schlechtestgewachsenen Tiere relativ schwerer als die große Masse. Langsames Wachstum und große Bestandesdichte setzen das auf eine bestimmte Länge bezogene Gewicht herab; mit der Entfernung vom Land steigt es. Die Größe der Schollen in den Marktfängen hängt außer von Alter und Wachstum entscheidend auch von der Marktauslese ab: Ist diese scharf, so ergeben sich selbst für langsam gewachsene Jahrgänge erhöhte Mittelwerte von Gewicht und Länge, die bis zum Fünffachen des Gewichts und dem Zweifachen der Länge der betreffenden Altersgruppen im natürlichen Bestande erreichen. Langsames Wachstum wirkt sich in der Fischerei mehr durch verspätet eintretende Marktgröße aus. Infolge des somit länger anhaltenden natürlichen Abgranges erleidet die wirtschaftliche Ertragfähigkeit langsamwüchsiger Altersgruppen Einbußen, die trotz erhöhten Alters nicht durch größere Stückgewichte ausgeglichen werden.

A PDF file should load here. If you do not see its contents the file may be temporarily unavailable at the journal website or you do not have a PDF plug-in installed and enabled in your browser.

Alternatively, you can download the file locally and open with any standalone PDF reader:

https://hmr.biomedcentral.com/track/pdf/10.1007/BF02178543

Einzelgewichte und Gewichtserträge von Schollen der Deutschen Bucht

Einzelgewichte und Gewichtsertr ige v o n Schollen der D e u t s c h e n Bucht 0 Bundesanstalt ffir Fis&erei, Biologische Anstalt Helgoland, Abteilung fiir Fischereiforsdaung. , Mit 6 Abbildtmgen im Text Yon J o h a n n e s L u n d b e c k Den nadafolgenden Darleffungen liegt der Gedanke zugrunde, dab es bei der Sdaolle in ganz besonderem Mage notwendig ist, die K/Srpergewichte in den Kreis der Untersudaungen einzubeziehen. Dieser Fisch ist seit Jahrzehnten das bevorzugte Objekt der deutschen Meeresforsdaung, insbesondere der Biologisdaen Anstalt Helgoland gewesen, und es hat sida gezeigt, dab bei ihr die 6kologisdaen Aui~enfaktoren aus verschiedenen Griinden besonders wedaselvoll und einflugreida sind. Einmal bestehen zeitlich wie r~umlida erheblidae U n - gleichheiten des Wachstums, die offenbar so~,ohl yon der Bestandsdidate wie yon der Menge der verffigbaren Nahrung abh/ingen. Zum anderen staffeln sich die Alters- und Gr6t~engruppen nach Tiefenzonen, wobei die jahreszeitlidaen Wanderungen zur Kiiste und wieder seew/irts die Verteilung weiter komplizieren. Es besteht also hier in besonderem Mage die M/~glidakeit, die Wedaselbeziehungen zwisdaen K6rperverfassung und Lebensbedingungen zu untersudaen. Allerdings bieten sich praktisda auch ungew6hnlida groge Sdawierigkeiten. I n einer allgemeinen Darstellung der Gewidatsverh~iltnisse bei unseren Nutzfisdaen1) habe-ida die Auffassung vertreten und begriindet, dag das L~ngen-Gewichts-Verh/iltnis weder unver/inderlida sei noda sida nach einfadaen, mathematisch faflbaren Regeln ver/indere, vielmehr mannigfachen, sowohl physiologisda wie /Skologisch bedingten Sdawankungen unterliegt. Auf die besonders starke Ver/inderlichkeit bei der Scholle habe ida dabei hinge~ wiesen. Eine n/ihere Priifung schien mir bei dieser erwfinsdat und wurde erm/~glidat durch einige Reihen von Gewichtsbestimmungen bei Jungschollen aus dem Lister W.attengebiet, fiir deren Uberlassung ida H e r r n Prof. Dr. HAOMEIERund Herrn Tedan. Assist. A. HOLTMANN,ferner einige weitere yon den Terminfahrten des Forschun.gskutters ;,Uth6rn" in die Deutsche Bucht, fiir die ida den Herren Dr. KOTTHAUSund Dr. ZI~.OELM~.I~.RZU Dank verpflichtet bin. Dieses Material reicht allerdings nicht aus, die auftretenden Fragen befriedigend zu 16sen, aber es kann einige widatige Hinweise geben, die ffir die Biologie der Sdaolle yon Bedeutung sind und vielleidat auch zur Weiterarbeit anregen. Augerdem wird versucht, zahlenm/igige Unterlagen ffir die Umreda- - t) LUNVSr~CK,Biologisch-statistische Untersudmngen fiber die deuts&e Hochseefischerei III. Das K6rpergewid~t und das L:~ngengewichts-Verh~iltnis bei den Nutzfischen. Ber., NF, ~, 1951. Dort auch Angaben fiber einschl~igige Literatur, u. a. f~r die Scholle. Helgol/inder Wissenschaftliche Meeresuntersuchungen nung von Stiickzahlen und L/inge auf Gewichte sowohl fiir die wissenschaftlichen Fringe wie ffir die Marktanlandungen zu gewinnen. S c ' h w a n k u n g e n d e s V e r h ~ i l t n i s s e s z w i s c h e n L / i n g e u n d G e w i c h t im n a t f i r l i c h e n S c h o l l e n b e s t a n d e In Tabelle 1 sind zun/ichst die mittleren Stiickgewichte je 1-cm-L/irrgengruppe zusammengestellt. Zugrunde liegen 1531 Sch.ollen a~us dem Lister Wattenmeer 1949--1951 (gleiche L~in.gen gemeinsam gemessen), 504 Schollen aus den F/ingen der ,UthSrn" zuzfiglich einer Probe untermassiger Bei~an,gschollen aus einem Kutterfar~g 1948--1950; dazu sind 437 Schollen aus vergleichbaren Marktf/ingen yon der siidlichen Nordsee gestellt. Um hinreichend sichere Durchschnittszahlen zu gewinnen, sind jeweils mehrere F/ing,e zmammengezogen; auch so noch ist die Vergleichbarkeit beschr/inkt, da das Material aus verschiedenen .}ahren stammt. Nur die .Uth6rn"-F/inge zeigen einen ziemlich ldaren jahreszeitlichen Unterschied: Im Mittel der L/inge yon 12 bis 23 crn ist das Stiickgewicht der S&ollen im Herbst 32 % gr6ger als im Friihjahr. Die Proben ,con List ergeben fiir die einzelnen Jahre unsichere (durch Interpolation erg/inzte) Durchschnittsgewichte, die mir bedeutungsvoll erscheinen: L~mge cm Abgesehen von einem durchsdmittlich (aber nicht ffir jeden Fall) etwas grSgeren relativen (d. h. auf eine bestimmte L/inge bezogen) Gewicht im Herbst zeigt sich, besonders im Jmai--Juli, dag 1949 die Jtmgschollen bedeutend schwerer waren als 1950, w/ihrend das Jahr 1951 dazwischenliegende Zahlen aufweist. Da die kleinsten L/ingen sicher der 0-Gruppe angeh6ren, bezieht sich die Verschiedenheit vorzugsweise auf diese, w/i.hrend bei den grSgeren Tieren geringere und andersartige Unterschiede vorhanden sind. Es steht nun lest, dag im Jahre 1950 die Menge der Schollenbrut weitaus am grSgten war, besonders im Vergleich zu 1949; mad wir kSnnen daraus den Schltt~ ziehen, dag schon bei der jfingsten Brut das relative Gewicht yon der Bestandsdichte abh/ingt. Leider liegen keine Wachstumsbestimmungen vor, die zum Vergleich herangezagen werden kSnnten und den wirklichen, d.h. Gewichtszuwachs zu berechnen gestatten. Als ein ffir alle Grbgen verglei~bares, zugleich feineres Mag fiir das Verh/iltnis zwischen L~nge und Gewicht wird weiterhin zweckm~igig der L/ingen-Gewichts-Koeffizient benutzt in dem Sinne, wie ihn Hv.iNCra~ eingeffihrt hat. Er gibt nach der Formel Gewicht = K 9L/in,fiea die Abweid'mng des beobachteten Gewichtes in Gramm yon dem Kubus der L/in,ge (in Zentimetern) an. Zweifellos ist es nicht berechtigt, fiir die Scholle allgemein den Koefiizienten 1 zu benutzen; da~mit erreicht man nur eine bestenfalls grobe Anngaherung, die nur vereinzelt oder zuf/illig wirklich zutrifft. Die Sdrwankmagen dieses Koeffizienten abet sind zweifellos geeignet, bestimmte, vor allem 6kologisch begrfindete Ungleichheiten in der KSrperverfassung der Sdaolle aufzudecken. In Abb. 1 sind zun/ichst die aus den Marktuntersuchungen mad einigen Literatu~an~aben iusammen,gestellten Kurven der Verh/iltnisse rwischen der L/inffe und dem L/inffen-Gewichts-Koeffizienten der Scholle mit denjenigen aus dem neuen Material vereinigt, alles berechnet fiir 5-cm-L/ingengruppen. Bei aller Verschiedenheit im einzelnen stimmen sie s~ntlich in ihrem V- oder U-f6rmigen Verl.anf fiberein. Nur die Endstiicke der Kurven nach rechts sind unzuverl/issig, da die wenigen zugrundeli.egenden Einzelgewichte der gr6geren Schollen sehr groge Versohiedenheiten aufweisen w .,,vie attch bei anderen Fischen, was vielleicht als eine Art Altersersoheinung aus d e r starken physio Islo~ ~ (unoeschlor ~(n.~'~ning) 97,3 9 I .9,,.7 M~ ~ ~, '~, ./ /aarentsm~r ~ r oIse/o~ne ~,'~7------" . . ' ~ ' . . ' ......."/'" ~l. \ .~'~J'~'RII "~ J'-. "........ N=,~ 9 L,,IS,~P-'"s, ~',"'-...\ \ .,.~'..- "'~~ /~SJ'g/$'-'I)I"rl ~' s,~," 909 Uth6t',n"~k JY~ /" A "...-" /A\ II(gescnl.~II 90 8'L5on"g,e9c~m.~-y/,I W J 10 7'3 20 " 2'_3 30 3~_\ 410~ 15_ 5-0 " :r5 6_0_ 65 70 75 Abb. 1. Mittlere L~ngen-Gewiahts-Koeffizienten yon S&ollen nach Marktuntersuchungen und Literaturangaben, ffir je 5 cm I.~ngen berechnet logischen Belastung durch den Aufbau der Gonaden bzw. aus dem Aufh6ren oder zeitweisen Aussetzen der Entwicklung zur Laichreife herriihrt. Es war schon yon vornherein besonders auff/illig, dab der Verlauf der Kurven fiir die Nordsee in den Jahren 1906 und 1936 sehr verschieden war. Wie sich nun zeigt, schmiegen sich die Kurven ffir d'as Lister Watter~meer und ffir die ,Uth6rn"-F/inge derjenigen der SeglerschoUen yon 1906 ziemlich en.~ an; es best/ifigt sich damit die Vermutung, dab die damaligen Seglerf/inge am flacherem Wasser stammten als die der Darnpfer und Kutter im Jahre 1936. Im letzten Fall~ h.andelt es sich auch um geschlachtete Schollen, w/ihrend nur wenige ungeschlachtete , B f i n n " - o d e r ,Eisschollen" beriicksichtigt werden konnten. Fiir einen richtigen Vergleich mfis man sich also die untere Kurve der Marktschollen yon 1936 nach oben verschoben denken, so dab sie mit derjenigen der ungeschlachteten Schollen zur Deckung kommt. Alsdann w/ire das Ergebnis etwa folgendes: Der L/ingen-Gewichts-Koeffizient sinkt yon d e n kleinsten L/in.gen bis zu einem Minimum ~r 20 und 25 cm L/inge, urn alsdann wieder zu steigen. Bei den in.gr6Beren Tiefen der Nordsee gefangenen Marktschollen liegt der L/ingen-Gewichts-Koeffizient bedeutend h6her, erreicht sein Minimum erst bei 25--30 cm L/in,g~ und sinkt iiberhaupt n u t so wenig, dab ab 25 cm die Kurve angenfi~hert horizontal verl/i'tfft. Einen gleich hohen Koeffizienten erreichen die Schollen geringerer Wassertiefe nidat (s. ,Uth6rn =Kurve) oder erst nach der Abwanderung tie,fenw/irts ab etwa 40 cm L/inge (Kurve fiir 1906). I)a es sich hier nun urn Kombinationen je mehrerer Messungsreihen, also in sich nicht einheitliches Material handelt, ist in Abb. 2 eine m6glichst weitgehende Aufteilung vorgenommen und der Kurvenverlauf des Koeffizienten Helgol~inder Wissenschaftli&e Meeresuntersuchungen n a c h 1 - c m - G r u p p e n g e z e i c h n e t w o r d e n . B e i n a t u r g e m / i S s e h r v i e l g r 6 g e r e r U n r u h e o f f e n b a r e n sich f i b e r d i e s o e b e n g e t r o f f e n e n F e s t s t e l l u n , g e n h i n a u s n o c h e i n i g e w e i t e r e E r s c h e i n u n g e n : E i n G i p f e l , w e r t b e i e t w a 5 c m , g e f o l g t y o n e i n e m M i n i m u m b e i 9 c m , d a n n v o r a l l e m e i n h o h e r m a d o f f e n b a r r e c h t r e g e l m/it~iger G i p f e l b e i 1 4 - - 1 5 c m m i t w i e d e r n a c h f o l g e n d e m A b s i n k e n . D i e g r 6 t ~ e r e n S c h o l l e n d e r v e r g l e i c h b a r e n R e i h e z e i g e n b e i z i e m l i c h e r V e r s c h i e d e n h e i t n a c h d e m T i e f w e r t u n t e r m a d urn 30 c m e i n e g e w i s s e T e n d e n z z u m S t e i g e n . Dat~ es sich b e i d e n j m a g e n S c h o l l e n u m e i n a n d e r a b w e c h s e l n d e S t a d i e n Tabelle I Mittlere Gewichte in Gramm der 1-cm-L~ingengruppen der Scholle L~nge, volle Zentimeter List Sommer~Herbst 1949--1951 Friihl. . Uth6m" 1948--1950 Sommer--Herbst Marktf~nge Sfidl. Nordsee 1937 (geschlachtet) 4 d e s r e l a t i v e n G e w i c h t e s d e r h e r a n w a c h s e n d e n S c h o U e n z w i s c h e n 15 m a d 25 bis 30 c m LCinge e r k l / i r t sic_h v i e l l e i c h t d a r a u s , d a g sie a l l m / i h l i c h i m m e r w e n i g e r zureichende Ern~ihrungsbedingungen finden. Auch BORLEY (1912)*) vermutet, dat~ die Schollen zur Tiefenwanderung nicht nur wegen des Bevflkerungsdruckes gezwungen werden, sondern auch wegen ihres Bedarfes an andersartiger Nahrung, d. h. an gr6l~eren Nahrungstieren. Auch ist anzunehmen, dat~ die bestgewachsenen, damit zugleich die relativ sch~,ersten Schollcn frfiher auf den landfernen Griinden eintreffen als die langsamwiichsigen und weniger fleischigen. Ob und wie der Eintritt der Geschlechts- und Laichreife das Gewicht der geschlachteten Schollen beeinflus hat, bleibt noch zu untersuchen. 9 " ~ .... tO .... tS .... 2b l " " 2~ .... 30 .... 33 .... .<0 " L~nget)Gewichts- 4 Koe[fizien# ,,2" List, $ommer. :~ ,,.9, o,,s,.5, n ttl 'Ii Ku#erfang I Aug.~7 I O a I~'tm. p f e r - ' ~IJ~ \ 1"~ I I :~ / ~...:I Fang r ,i ij ....t, ~': Ldnge Cm ff lO 9 Uth6rn ~ fF9r4o8T"~.i5o0l~Av/X " t5 20 25 30 ~0 . . . . . * * " 35 Abb. 2. Kurven der L~ngen-Gewichts-Koeffizienten yon Sdaollen aus Marktanlandungen und wissensohaftlichen F~mgen, berechnet ffir je l-cm-L~ngengruppen " $ " t~ '1 :?J I : / i : " i 70" ~ " "!~ . . . . 9 O-Go II. ! L /'"....:, II-Gr, ,", u:-:;'r ~-:,~u '"'"" i i "~! ..'t-Gr. i ..... 2 ~ ' Ein weiterer und sehr aufschlugreicher Einblick in die Schwankungen des L~ngen-Gewidats-Koeffizienten wird erreicht bei Berechnung ffir die einzelnen Altersgruppen, wie das in Abb. 3 ffir zwei Proben m6glich war, diejenigen vom Sommer--Herbst 1951 aus dem Lister Wattenmeer und die yon der Herbstfahrt 1950 der ,Uth6rn". Hier zeigt sich unverkennbar, daf~ auch =) BORLEY, A Comparison of the condition Of the plaice of different regions as to weight. 4. Rep. North Sea Fish. Comm. 1909 (1912). Helgol~nder Wissemdaaftli&e Meeresuntersudaungen bei jeder Altersgruppe die Koeffizienten ffir die einzelnen L/ingen eine V- bis U-f6rmige Kurve ergeben. Dag mit der Wachstumsgeschwindigkeit auch das relati~-e Gewicht allgemein steigt, habe ich schon in der genannten Arbeit nachzu~eisen versucht. DaI] gleichzeitig innerh,alb eines bestimmten Fischbestandes be~ gleicher L/inge die /ilteren Tiere ein h6heres relatives Gewicht besitzen, vermutlich wegen ungew6hnlich gedrungener K6rperform, ging dort insbesondere aus einer Probe yon Schollen der Deutschen Bucht hervor. Anscheinend vereinigen sich in den hier vorliegenden Kurvenbildern diese beiden Abweichungen, d. h. die besondere Fleischigkeit der 1/ingsten und die besondere Gedrungenheit der kfirzeren Tiere. Die groSe Masse der normal gewachsenen weist also den kleinsten, gewissermagen normalen L/ingenGewichts-Koeffizienten auf. Aber obwohl das Material zu geringffigig war, um beweiskr/iftig zu sein, ist die Kurve der Frequenzen je L/ingenintervall unverkennbar derjenigen des L~ingen-Gewichts-Koeffizienten spiegelbildlich /ihnlich. Zum mindesten bei den jfingsten Altersgruppen, die in der Kurve der L/ingenh/iufigkeit gesonderte Gipfel bilden, w/ire also auch mit einem Einflu~ des Nahrungswettbewerbs zu rechnen. Vielleicht kann man die starke Schwankung des Koeffizienten bei der 0- mad I-Gruppe aus einer Summierung dieses Bev61kerungsdruckes mit den vorher eriSrterten Ungleich,heiten yon Kfrperform und -dicke erkl/iren, w/ihrend bei den/ilteren Klassen die H/ilafigkeit sich gleichm/i/~ig fiber alle L/ingen verteilen. ~berraschend/ihnlich sind fibrigens die Kurven ffir die I- und II-Gruppe aus dem Watt und der offenen Nordsee, woraus hervorgeht, dat~ die Sch~,ankungen im relativen Gewicht durchaus nicht zuf/illig sind. Da/~ bei diesen Kurvenpaaren die Werte ffir die Nordsee etwas geringer sind als ffir das Watt, l~ann man vielleicht durch die Anstrengungen der Wanderung und die Umstellung in der Lebensweise erkl/iren. Bei einern Vergleich der Kurven der Abb. 3 mit denen der Abb. 2 (beide auf nicht ganz gleichem Zahlenmaterial beruhend) wird deutlich, dat~ die Gesamtkurve des L/ingen-Gewichts-Koeffizienten in hohem iV[aide yon denjenigen der einzelnen Altersgruppen abh/ingt. Da,her wird man auch mit aller Art yon Ver/inderungen rechnen mfissen, je nachdem wie stark die einzelnen Altersklassen sind und auf welche L/ingen sich ihre Mitglieder konzentrieren, was yon der Wachstumsgeschwindigkeit, Jahreszeit usw. abh/ingt. D i e G e w i c h t s e r t r / i g e d e r S c h o l l e n j a h r g / i n g e in A b h / i n g i g k e i t y o n W a c h s t u m u n d M a r k t a u s l e s e Aus dem bisher Gesagten geht hervor, dag das relative Gewicht in jedem .]'ahr, ffir jede Altersklasse und L/inge, ferner auch nach Jahreszeiten und Gebieten verschieden sein kannl Aus diesem Grunde ist es so gut wie unm/Sglich, ffir die Umrechnung der Schollen bestimmter L/ingen allgemein gfiltige Stfickgewichte anzugeben. Ffir die Kutterf/inge der dreigiger Jaixre find diejenigen der damals gewogenen Marktschollen zugrunde gelegt ~orden. Diese sind in Tabelle 2 zusammengestellt. Besonders wichtig ist es nun aber festzustellen, welche Fangausbeuten die einzelnen Altersklassen der praktischen Fischerei gew/ihrt haben und wie sich diese attf die verschiedenen Altersstadien verteilen, Damit ist alsdann die Mbglichkeit gegeben, Vergleiche mit der St/irke ~der Jahrg/inge und mit ihrer Wachsttrmsgeschwindigkeit anzustellen, Zahlenm~igig ist ein soldaer Vergleich Bd. IV. H. 2: Lundbcck, Einzelgewidate und Gewichtsertr~ge von Schollen m6glich durch Gegen/iberstellung der l a u f e n d e n Bestandskontrollen durch BOCI~MANN,KOTTHAUSu n d SCHMIDTm i t den A n a l y s e n der M a r k t a n l a n d u n g e n u n d den Ertragsstatistiken der Hochseekutter y o n LUYDBWCKu n d SCHMIDT3); aber in praktischer Hinsicht ausschla:ggebend sind die Gewichtsmengen. Tabelle 2 Durchschnittliche Stfi&gewichte der Marktschollen aus der Nordsee 1936--1937, berechnet am den gegl~tteten L~ngen-Gewi&ts-Koeffizienten L~nge I cmGruppe *hoo L~ngen- StiickKubus d. Gewidats- gcwicht L~nge Koeffizient G r a m m L/inge 1 cmGruppe lhoo L~ngen- StiickKubusd. Gewichts- gewidat L~nge Koeffizient Gramm 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 74 86 99 114 130 147 166 186 208 231 257 284 313 343 376 411 1,12 1,11 1,10 1,08 1,06 1,02 0,98. 0,91 0,84 0,83 0,83 0,85 0,88 0,91 0,93 0,94 84 95 109 123 138 150 163 170 174 192 213 241 275 312 349 .386 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 Eine U m r e d m u n g w i r d am genauesten, w e n n m a n die L/ingenzusammensetzung der einzelnen Altersklassen zugrunde legt. Ein einfacheres V e r f a h r e n geht y o n der m i t t l e r e n L ~ n g e der Altersklassen aus, indem m a n das diesen entsprechende durdlschnittliche Stfickgewicht ermittelt u n d einfach mit der St/ickzahl multipliziert. Dabei begeht m a n aber einen Fehler: Da das Gewicht als dreidimensionale Grft~e schneller w/ichst als die L/inge, w e r d e n die hohen Gewichte der 1/ingsten T i e r e nicht genfigend einbezogen, das Gewichtsmittel f~illt also zu n i e d r i g aus. In Tabelle 3 sind ffir zwei J a h r e die Ergebnisse beider Berechnungs~veisen untereinandergestellt; es zeigt sich, dab bei dem zweiten V e r f a h r e n his 8 % zu niedrige Gewichte in Anrechnung kommen. Bei den jfingsten J a h r g / i n g e n tritt dieser Fehler nicht a u f oder verkehrt sich sogar in das Gegenteil; das bermht neben einer geringen GrSf~envariation vermutlich d a r a u f , d'af~ diese A l t e r s g r u p p e n n u t m i t einer kleinen Z a h l der Bestgewachsenen in den Marktf/in,gen vertreten sind, fiberdies im Bereich der betreffenden L/ingen der L~ingen-Gewidrts-Koeffizient abnimmt. Irn allgemeinen wird m a n also d a m i t zu rechnen haben, dat~ d i e / i l t e r e n Jahrg/inge im Vergleich zu den jiingsten etwas zu niedrig angesetzt werden. Die mittleren L / i n g e n der A l t e r s g r u p p e n in den A n l a n d u n g e n u n d d a m i t auch die Durchschnittsgewichte w e r d e n n u n nicht allein oder in erster Linie dutch das W,achstum selbst, d. h. dutch die wirkllche Gr6fle der Jahrg/inge in den Best/inden bestimmt, sondern vielmehr dutch die Netz- u n d Marktauslese. 3) Siehe Ber. Deutsch. Wiss. Komm. f. Meeresf., N. F, 6 u. 7 (1932--34) und ,Fischmarkt" 1934..--38. Mitflere L~ngen in Zentimetem: Wissensdaaftlidae F~nge Marktanlandungen Mittlere Gewichte in den Anlandungen in Gramm: A. d. Summe d. Einzelgew. A. d. L~ngenmittel bet. ~ Mittlere. L~ngen in Zentimetern: Wissenschaftliche F~nge Marktanlandungen Mittlere Gewichte in den Anlandungen in Gramm: A. d. Summed. Einzelgew. A. d. Lgngenmittel her. ~ II Helgol~nder Wi~senschaftliche Meeresuntersuchungen Ar~gaben fiber die erste machte BOCKMANN4);aber seine Feststellungen kSnnen nicht sicher und uneingeschr~inkt als fiir die gewerbliche Fischerei giiltig betrachtet werden. Ubrigens spielt die Netzauslese fiir die GrSf~enzusammensetzung der Anlandungen und die der Altersgruppen in ihnen eine geringere Rolle als die Mark~auslese. Eine Analyse der Netzf~inge kSnnte nut auf weniger geeigneter Grundlage die mit Hilfe wissenschaftlicher F~inge durchgeffihrte Bestandesiiberwadaung wiederholen; ihr haupts~ichlicher und in dieser Hinsicht allerdings recht groi~er Wert besteht vielmehr in der zahlenm~ii~igen Feststellung der Marktauslese. Durch diese werden die kleinsten Schollen der Netzf~inge bis zu einer bestimmten Grenze yon der Anlandung ausgeschlossen. Nach meinen frfiheren Angaben wurde 1930--1931 yon den 20 cm langen SchoUen 0 , 1 % verwertet und dann mit steigendem Anteil bis zu den restlos angelandeten 29 cm langen; das bedeutet ffir die Altersgruppe II 0,5 % Marktf~ihige und weiter zunehmend his zur vollst~indigen angelandeten VII-Gruppe. Von jeder Altersgruppe kommen also nut diejenigen Schollen an den Markt, die bereits m a r k t f ~ i g e GrSi~e erreidat haben. Ihre Zahl ist urn so kleiner, je weniger sie in ihrer GrSi~enzusammensetzung die Grenze der Marktfthigkeit iiberschreiten. Die mittlere Gr6ge in den Anlandungen ist also 'hS.her als in den unausgelesenen Netzf~ingen u n d insbesondere in den u.a. infolge Verwendung yon ,Decksteerten" sch~irfer die kleinen Tiere erfassenden der Bestandsuntersuchungen. Der Unterschied ist um so st~irker, je geringer die mittlere GrSi~e ist, Auch dariiber gibt Tabelle 3 Auskunft. Nun ist die Marktauslese nicht unver~inderlich. W e n n man den Scheidewert als Vergleichsmag setzt, d.h. die L~inge, bei der gerade die H~ilfte der 4) B~CKMANN:Die Frage nach der Zweckm~i~igkeit des Schutzes untermassiger Fische,.. Rapp. Pr. Verb. 80, 1932. V gefangenen Schollen als marktf~ihig ausgelesen wird, so ver~inderte sich dieser im Laufe der Jahre in folgender Weise~ J'a.hr . . . . . . 1 9 3 0 1 9 3 1 1 9 3 2 1 9 3 2 1934 Scheidewert cm . 24,1 24,3 24,8 24,5 24,7 Fiir die weiteren Jahre liegen entsprechende Angaben leider nicht mehr vor. 1930--1934 wurde nach diesen Zahlen also die Marktauslese versch~irft, d..h. es wurde ein abnehmender Teil der kleinsten mitgefangenen Schollen verwertet. Die Ursache daffir ist in den Absatzbedingungen zu suchen, die im Jahre 1932 als Folge der allgemeinen Wirtsckaftskrise,besonders schwierig waren. DaB schon die Heraufsetzung des Scheidewertes um wenige Millimeter erhebliche pra,ktische Bedeutung besitzt, habe ich damals nachzuweisen versucht: Bei der Abnahme des Schollenfanges unserer Hochseekutter 1930--1932, die sich auf 30 % der Stiickza'hl und 20 % des Gewichtes belief, fielder kleinere Teil, nach meinen Berechnungen rund 1 Million SchoUen mit 1000 Zentnern Gewicht, infolge schlechten Wachstums, also verzfgerter Erreichung marktf~ihiger Gr6ge, aus, dagegen rund doppelt so viel durch die versch~irfte Marktauslese. Die tats~chliche (durch die wissenschaftlichen F~inge festgestellte) mittlere Gr6t~e der Altersklassen ist ffir diejenige in den Marktanlandungen nur yon untergeordneter Bedeutung. Das sollen die Kurven der Abb. 4 darstellen: Von 1930 auf 1931 verschlechterte sich das ~q'achs~m der Scholle, aber trotzdem waren die jfingeren Altersklassen in den Kutterf~ingen durchschnittlich gr~t~er, weil sie sch~irfer ausgelesen waren. Mit weiter versch~rfter Marktauslese h~itte ffir 1932 eine weitere Steigerung der mittleren Gr~t~e el-wartet werden sollen. Wenn das nicht der Fall war, so beruhte das auf einer weiteren Herabminderung des Wachstums, besonders bei dem reichen, damals vierj~ihrigen Jahrgang 1928; es waren eben einfach keine oder nur sehr wenige Tiere vorhanden, welche die ihrem Alter sonst entsprechende maximale GrSi~e erreicht hatten. Insofern ist also auda die Wachstumsgeschwindigkeit neben der Auslese yon Einilu~. In erster Linie abet wirkt sie auf den Anteil der marktf~ihigen Tiere, der ffir die Dreij~ihrigen 1932 nur mehr 0,8 % betrug gegen 8,5 % ein und 12,9 % z'wei Jahre vorher. Im allgemeinen wiesen damals auch die jfingsten, in den Anlandungen vertretenen Altersgruppen kein geringeres L~ingenmittel als etwa 23 cm und kein niedrigeres ffir das Stfickgewicht als 150 Gramm auf. Eine mittlere L~inge yon 11--12 cm wird also dutch die Marktauslese auf das Doppelte heraufgesetzt, eine grSt~ere entsprechend weniger, bis bei rund 30 cm keine Ver~inderung mehr eintritt. Ffir die Gewichtsmittel gilt genau das gleiche, aber die Erh~hung ist hier sehr viel st~irker und geht bei den gerir~gsten in Frage kommenden Gewichten bis fiber 500 %. Das Ausmas dieser Heraufsetzung der mittleren L~inge und des mittleren Gewichtes ist in Abb. 5 graphisch dargestellt; jedoch gelten die Kurven genau genommen nur ffir eine bestimmte Marktauslese; die eingezeichneten Zahlenwerte ffir 1931 liegen auch s~imtlich fiber denen von 1930, und beide Reihen wfirden je eine besondere Kurve zu ziehen gestatten, w~ihrend das Jahr 1932 wegen der erw~ihnten widerstreitenden Ver~nderungen weniger klare Verh~iltnisse zeigt. Bei der Berechnung des Gewichtsanteiles derAltersgruppen an den Anlandungen sind erhebliche Fehler trotz des mangelhaften Unterlagenmaterials nicht zu erwarten, so.fern die L~ingen-Gewichts-Koeffizienten der vei'schiedenen Helgol~nder Wissenschaftliche Meeresuntersuchungen Zentimeterbereiche in richtigem Verh~iltnis zueinander stehen; das Gesamtgewicht steht statistisch lest, und die Verteilung nach Stfi&zahlen auf Alter und L/ir~gen ist durch Marktproben hinreichend sicher ermittelt. Die Summe der aus Stfickzahl mal St6d<gewicht berechneten Gesamtgewichte iibersteigt diejenigen der Fischereistatistik um durchschnittlich 12 %, bleibt nur in einem l~nge cm 30 20 Markff~nge Miffiere L~ncje der Altersgruppen / / ] 1932 ~ . . Altersgruppe 9 Ill IV II . J Mittleres Gewicht x der Alterscjruppen Gewicht gr Jahre (1932) darunter und erreicht h6chstens reichlich 20 %. Diese Ubereinstimmung kann als befriedigend betrachtet werden; die etwas zu hoch berech' Bd. IV. H. 2: Lundbeck, Einzelgewichtc und Gewichtsertr~ige yon Schollen neten Stfickgewichte erkl/iren sich sehr wahrscheinlich daraus, daf~ Schollen aus den Frfihjahrsmonaten nicht geniigend stark beteiligt sind. Dai~ nicht in jedem Jahre, Gebiet und Monat besondere Gewichtsbestimmungen vorgenommen und verwendet wurden, sondern lediglich berechnete Durchschnitte, ver, bietet allerdings alle Er6rterungen beztiglich etwaiger Schwankungen des relariven Gewichtes in Abh/ingigkeit yon Bestandesdichte und Wachstum ebenso wie beziiglich m6glicher Unterschiede zwischen Markt- und unterrnassigen Schollen usw. Der gewichtsm~i~ige Altersaufbau der Schollenf/inge unserer Hochseekutter in den 8 Untersuchungsj,ahren ist in Abb. 6 dargestellt. Verglichen mit 28 Starkster Jahrgan9 26 27 28 J~l 1931 1932 1933 den entsprechenden Stiickzahlen ergeben sich keine grunds/itzlichcn Abweichungen, nur treten die ~ilteren, gr6fleren und daher schwereren Tiere mit dem Gewicht etwas mehr hervor. Fiir den ganzen Zeitratma ergibt sich ein durchschnittlicher Altersaufbau in % wie folgt: Die IV- und V-Gruppe stellen also die grGf~te Menge sowohl nach Zahl wie nach Gewicht, aber die Gewichtsanteile verschieben sich etwas auf die tilteren Gruppen. Wie grog die Mengen sind, welche yon den einzelnen Jahrg/ingen im Laufe i'hres Lebens insgesamt der Fischerei geliefert worden sind, ltif~t sich nut fGr wenige Geburtsjahre ungef/ihr ermitteln, wie das in Tabelle 4 geschehen ist. Der Vergleich zwischen zahlenmtif~iger Sttirke und Nutzertrag ist entsprechend beschrtinkt. Man kann nur etwa folgende Verh/iltniszahlen einander gegeniiberstellen, wobei der schwtichste :Iahr~'anz 1926 mit 1 als Grundlage gewtihlt ist: J a h r g a n g St~rkeverh~itnis im Bestandc nach Anzahl Verh.~Itnis dcr Nutzertr~ge ~nach Gewicht 1925 1926 1927 1928 1929 Helgol:~nder Wissenschaftliche Meeresuntersuchungen Damit wird best/itigt, dag starke Jahrg/inge nicht einen ihrer zahlenm/igigen St/irke voll entsprechenden h6heren Nutzwert erreichen. Ihr Gewichtsertrag ist demjenigen nach der Anzahl sehr/ihnlich, dean bei langsamerein Wachstum werden die Schollen eben in entsprechend h6herem Alter gefangen, in dem sie das marktwfirdige Gewicht erreicht haben; alas gilt ebenso wie ffir die volksstarken Jahrg/inge selbst wie fiir diejenigen wenig jfingeren (und auch ~lteren), die zwar selbst schwach sind, aber unter der Wirkung der reichen Jahrg~nge ebenfalls langsam wachsen. In solchen F~illen stehen sie statt mit 4 Jahren erst ein oder zwei Jahre sp/iter in wirtschaftlicher Bedeutung auf ihrem H6hepunkt. Vermutlich erkl/irt dies auch, weshalb sie keine so grogen Ausbeuten ergeben, wie es ihrer St~irke entsprechen wfirde: W~ihrend der zur Erreichung martkf~higer Gr6Be erforderlichen 1/ingeren Zeit sinkt ihre Zahl durch natiirliche Sterblichkeit mehr als das bei sdmellwiichsigen Jahrg~ingen der Fall ist. W/h'de groge Volksst~irke nicht mit vermindertem Wachsturn verbunden sein, darf also wohl ein jener roll entsprechender Nutzwert vermutet werden; doch fehlen dar/iber noch Erfahrungen bei anderen Fischarten. W e n n sich aus Tabelle 4 ergibt, das die langsamwiichsigen Jahrg~inge Marktschollen yon durchschnitflich gr6t~erem Stiickgewicht erbrach.t haben (das Mittel aller Jahre bel/iuft sich auf 166 Gramm), so kann das auch allein durch die damals versch/irfte Marktauslese erkl~irt werden. Die gleichzeitig eingetretene Intensivierung der ges'amten SchoUenfischerei dagegen mfithe das mittlere Alter und Gewicht der Marktschollen herabgesetzt haben. Der vorliegende Fall zeigt also das Zusammenwirken verschiedener biol(>gischer Faktoren - Bestandesdichte, Wachstumsgeschwindigkeit, natiirlicher und fischereilicher Abgang - - mit solchen wirtschaftlicher Art Fangintensit~it, Marktauslese - - , wobei der Einflug jedes einzelnen yon ihnen genauer nut durch sehr eingehende Vergleichsuntersuchungen ermittelt werden k6nnte. Z u s a m m e n f a s s u n g . Der Lgngen-Gewi&ts-Koeffizient der Schollen ist bei den kleinsten Tieren zun~id~st hoch, nimmt dann stark ab, um im spgteren Leben erneut zu steigen. Bei gleichaltrigen Schollen sind die best- und schlechtestgewa&senen Tiere relativ s&werer als die groi~e Masse. Langsames Wachstum und groBe Bestandesdichte setzen das auf eine bestimmte L/inge bezogene Gewicht herab; mit der Entfernung vom Land steigt es. Die Gr6Be der Sdaollen in den Marktf~/ngen h~ngt auBer yon Alter und Wachstum entsdaeidend auch yon der Marktauslese ab: Ist diese scharf, so ergeben sich selbst fiir langsam gewadasene Jahrg~inge erh6hte Mittelwerte yon Gewicht und L~nge, die bis zum Ffinffadaen des Gewichts und dem Zweifadaen der L~nge der betreffenden Altersgruppea im natfirlichen Bestande erreidaen. Langsames Wadastum wirk't sich in der Fisdaerei mehr durda verspgtet eintretende Marktgrbl~e aus. Infolge des somit lgnger anhaltenden natfirlidaen Abganges erleidet die wirtschaftliche Ertragfghigkeit langsamwiichsiger Altersgruppen EinbuBen, die trotz erhbhten Alters nidat durch grbBere Stfickgewidate ausgeglidaen werden.


This is a preview of a remote PDF: https://hmr.biomedcentral.com/track/pdf/10.1007/BF02178543

Johannes Lundbeck. Einzelgewichte und Gewichtserträge von Schollen der Deutschen Bucht, Helgoland Marine Research, 161, DOI: 10.1007/BF02178543