Ökologische Untersuchungen anPleurobrachia pileus

Helgoland Marine Research, Jun 1972

The tentaculate ctenophorePleurobrachia pileusFabr. is one of the most abundant holoplanktonic invertebrates of the German Bight (North Sea). It has been successfully cultivated under laboratory conditions at Helgoland. Additional information was obtained on reproduction and relationships to abiotic and biotic environmental factors.P. pileus tolerated temperatures from −1° to 26° C, and salinities from 12‰ to 45‰ S; in both cases the lower and upper limits may not represent the ultimate tolerance maximum. Temperature effects on rates of embryonic development, feeding, and growth were studied, as well as the interaction of turbulence and high seston content of sea water and their effects upon the behaviour of the ctenophore.P. pileus selects certain swimming organisms from a variety of possible food sources; it is well adapted to a life in detritus-rich habitats. Planktonic, nectonic and benthonic organisms have been used for testing interrelations toP. pileus. The patterns of these interrelationships are discussed.

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Ökologische Untersuchungen anPleurobrachia pileus

Helgol~inder wiss. Meresunters. Ukologische Untersuchungen an Pleurobrachiapileus W . G R E V E Ecological investigations on Pleurobrachiapileus. 2. Laboratory investigations. The tentaculate ctenophore Pleurobracbia piIeus FAB¢. is one of the most abundant holoplanktonic invertebrates of the German Bight (North Sea). It has been successfully cultivated under laboratory conditions at Helgoland. Additional information was obtained on reproduction and relationships to abiotic and biotic environmental factors. P. pileus tolerated temperatures from - - i ° to 26° C, and salinities from 12 %0 to 45 %o S; in both cases the lower and upper limits may not represent the ultimate tolerance maximum. Temperature effects on rates of embryonic development, feeding, and growth were studied, as well as the interaction of turbulence and high seston content of sea water and their effects upon the behaviour of the ctenophore. P. pileus selects certain swimming organisms from a variety of possible food sources; it is well adapted to a life in detritus-rich habitats. Planktonic, nectonic and benthonic organisms have been used for testing interrelations to P. pileus. The patterns of these interrelationships are discussed. - 2. Laboratorlumsuntersuchungen E I N L E I T U N G Die Ctenophore Pteurobrachia pileus FABR. ist einer der hiiufigsten carnivoren H o l o p l a n k t e r der siidlichen Nordsee und anderer Meeresgebiete (BIGrLow 1928, FRASEI~ 1970, GI~EW 1971, HARTLAUB 1893, KONNr 1952). Es wird vermutet, daf~ diese Spezies y o n groi~er Bedeutung als Feind pelagischer Fischbrut ist (FRAseR t970, LeBOUI~ 1922, i923). Diese Aussage geht zuriick auf die Beoba&tungen yon LEBOUR, die mehrere Heringslarven im P h a r y n x y o n P. pileus fand und sic auch bei einer solchen N a h rungsaufnahme beobachten konnte. Dutch die Pharynxinhaltsanalysen Fi~ASr~S wurde diese Annahme bisher nicht best~itigt. U b e r die N a h r u n g s a u f n a h m e r a t e yon P. pileus liegen erste Ergebnisse yon BISHOP ( 1968, 1969 ) vor. Durch die Entwicklung neuer KuIturmethoden (Gllevr i968, 1970) war es miSglich, I~ingerfristige Experimente zur Okologie von P. pileus unter kontrollierten Bedingungen durchzufiihren, die in Erg~inzung der Freilanduntersuchungen (GREvr 1971) erfolgten. Die Vielzahl der biotischen und abiotischen Umweltfaktoren, welche die Populationsdynamik yon P. pileus beeinflussen k~Snnen, wurde bei den Freilanduntersuchungen deutlich. Nicht nur die Organismen des Pelagials k o m m e n in K o n t a k t rnit der Ctenophore, sondern auch das Benthos mut~ bei der im Untersuchungsgebiet festgestell W. GREvE ten Individuenanreicherung in Sedimenm~ihe in die Untersu&ung mit einbezogen werden. Dadur& stand eine Ftille yon Faktoren zur Untersuchung an, deren 5kologische Bedeutung fiir P. pileus nur wenig bekannt waren. Die Experimente fiihrten daher prim~ir zu qualitativen Ergebnissen; soweit es mSgli& war, wurden diese dur& quantitative Untersuchungen erg~inzt. MATERIAL UND METHODEN Die in den Experimenten benutzten Pleurobrachia pileus stammten aus Planktonf~ingen bei Helgoland. Die Ctenophoren wurden vor der Verwendung im Experiment l~ingere Zeit (1-4 Wochen) im Planktonkreisel (GRew 1968), Phytoplanktonkreisei oder in der Doppelkiivette (Ge,evE 1970) geh~iltert, bis angenommen werden konnte, daft jeder Einflufl yon Fangartefakten auszuschlieflen war. Alte im Versuch benutzten Individuen hatten demgem~il~lange TentakeI. Vor den Versuchen wurden die Ctenophoren so stark gefiittert, dag ein stetiges Wachstum der P. pileus zu registrieren war. Die normale H~ilterungstemperatur betrug ca. 15° C, der Salzgehalt 32 %o + 10/00. Bei vergleichenden Versuchen mit verschiedenen Temperaturen wurden die Versuchstiere in etwa einer Woche an die jeweilige Versuchstemperatur angepagt. Die Beleuchtungsbedingungen wurden nicht kontrotliert, nachdem Vorversuche ergeben hatten, dag auch starke Lichtintensit~itsschwankungen keine Verhaltensiinderungen bei P. piteus bewirken. Die gleichm~itgigeVerteilung der Futterorganismen wurde dennoch durch die methodisch bedingte Turbulenz in den Hiilterungsgefiii~en erreicht. Diese wurde in einem Versuch zum Einflut~ der Seegangswirkung auf die Ctenophoren durch ein yon der Wasseroberfl~icheher wirkendes Ger~it erg~inzt. Mine einfache Automatik (Abb. 1) kippte alle 40 Sekunden aus 30 cm HShe 350 ml Wasser in das VersuchsgefMk Der ,,Seegangserzeuger" (Abb. 1) wurde in Verbindung mit dem Phytoplanktonkreis eingesetzt. Weitere methodische Details werden in Verbindung mit den jeweils untersuchten Faktoren beschrieben. Die £ir die Ern~ihrung insbesondere der Jungtiere erforderlichen Larven verschiedener Evertebraten wurden sowohl durch Konzentration der im Plankton vorkommenden Formen wie auch durch kiinstliche Erbriitung yon Larven beschafi°c.Die letztere Art der Futtergewinnung wird zwar mehrfach erwiihnt (I-IAGIviF~IER1930), nicht abet die benutzte Methodik. Neuere Zusammenfassungen (z. B. HArOZNSCI-ilLD1968) beschr~inken sich praktis& auf die Larven des Salinenkrebses Artemia salina als tierischen Futterorganismus. Dur& die Hilfe einiger erfahrener Mitarbeiter der BAH konnten jedoch Larven der folgenden Arten in gr6tgerer Zahl erbriitet werden: Pomatoceros triqueter, Balanus balanoides, Crangon crangon, Archidoris sp., Lacuna divaricata, Ascidiella scabra, Eupagurus bernhardus und andere marine Species. Die Untersudaung der interpopulativen Wechselwirkungen wurde yon den MSglichkeiten der Materialbeschaffung und H~ilterung stark beeinfluflt, so dat~ in man&en Fiillen nicht die vermutete 6kologische Bedeutung einer Art, sondern die MSglichkeit, ein Experiment mit ihren Vertretern durchzufiihren, zum Auswahlkriterium wurde. Einzelne Individuen der hierbei untersuchten Arten wurden gemeinsam mit P. pileus in kleinen Gef~itgengehiiltert, urn durch den abnorm h~iufigenKontakt die WechselwirUntersu&ungen an Pleurobrachia pileus kung zwischen den Vertretern beider Populationen kiinstlich zu intensivieren. Bei Formen, die adulte P. pileus sch~idigen, konnten dazu meist 5-Liter-Planktonkreisel verwandt werden, da es sich im allgemeinen um gr6t~ere Individuen handelte, die so zu kontrollieren waren. Formen, die yon adulten P. pileus gefressen wurden, liegen si& in der Doppelkiivette iiberwachen. Dieses H~lterungsge£ig kombiniert die Vorteile des Planktonkreisels mit der M6glichkeit der photographischen Kontrolle. Augerdem ist es in ihr m6gli&, die natiirli&e Sterblichkeit yon verfiittertem Copepodenplankton in die Sterbli&keit unter dem Einflut~ yon R~iubern in identischen WasserkSrpern einzubezieWass~rzufluss tl A c h s e Bleiboden A n s c h t a g -Abb. 1: Seegangserzeuger.Die 5.uf~erenLinien geben die Form des Spritzschutzkastens an, in dem sich das Kippgef~il~befindet. Der Anschlagverhindert, dat~ das geklppte Wassergefiit~fiber die gestrichelt eingezeichnetePosition hinaus umschl~igt hen. Die in den Kontrollen ermittelte Sterblichkeit frisch gefangener und verfiitterter Copepoden erreichte in 24 Stunden einen mittleren Wert yon 30 °/0. Diese Rate wurde in Versuchen zur Berechnung der Copepodenvernichmngsrate zugrunde gelegt, in denen aus Futtermanget oder durch technisches Versagen nur eine unvollst~indige Kontrolle mgglich war. Die auf diese Weise ermittelte Copepodenvernichtungsrate durch P. pileus entspricht ann~ihernd der in anderen Versuchen ermittelten Copepodenaufnahmerate, die aus Pharynxinhaltsanaiysen errechnet wurde (GR~vE 1970). Versuche mit frisch geschliip~en P. pileus wurden in Gef~ii~en(250-1000 ml) ohne weitere Installationen durchgefiihrt, da die 150 #m grot;en Individuen nur schwer zu kontrollieren sind. Im Bedarfsfall wurden diese Gef~ii~e mit grot~en LuPcblasen vorsichtig beliif~et. UNTERSUCHUNGSERGEBNISSE Die in Vorbereitung der 5kologischen Experimente durchgefiihrten Versuche zur Kuttur yon Pleurobrachia pileus erlaubten eine Reihe yon Beobachtungen, die fiir die Ukologie der Art yon Interesse sin& Hierzu gehSren Verhaltensbesonderheiten (GR~vE / / i Iti i ! • i / / / . / / ,# / /° -'°" / P •/°~t~'--'--°7 075 Abb. 2: Eiablage und GrSf~enabnahmebei Pleurobrachia pileus. Die Kurven beziehen sich auf zwei Individuen (1. Individuum: durchgezogene Linien, 2. Individuum: gestrichelte Linien), die yon einer GrSf~eyon 6 mm bis zur GrSge yon 15 mm bei Versuchsbeginngehahen wurden. In den letzten 14 Tagen vor Versuchsbeginn erfolgte keine Eiablage. Die Angabe der Eizahl erfolgt addidv. Versuchstemperatur 10° C li& zur Eiablage veranlagt (vgl. GREVE 1970). Innerhalb yon 14 Tagen legten sie ann~hernd 4000 bzw. 7000 Eier. Die sexuelle Stimulation dutch Erhghung der Eigenkonzentration bei Isolierung in kleinen Gefiigen wurde auch genutzt, umbei gut gefiitterten Individuen den Beginn der sexuellen Aktivitgt festzustellen. Di.eser liegt unter den angegebenen Bedingungen etwa beim Errdchen eines KSrperdurchmessers yon 5,5 mm. Friihere sexuelte Aktividit, etwa die Dissogonie, die REMANE(1956) auch far P. pileus schildert, konnte weder durch diese Methode noch bei anderen Kulturversuchen beobachtet werden. Pleurobrachia pileus ist eurySk gegeniJber allen untersuchten abiotischen Faktoren. Die Temperaturtoleranz wird schon durch die natiirliche Verbreitung zwischen der 4 °und der 21°-C-Jahresisotherme wiedergegeben. Gelegentlich wird P. pileus auch bei niedrigeren und hSheren Temperaturen angetroffen. Eine Methode zur Feststellung der Grenze, bis zu der ein Faktor yon einer Population toleriert werden kann, ist die Er50fl 1 0 ~ _ _ ° - - - ~ 4 ' ~ ~ I 24 48 72 S t u n d e n 96 120 144 6'c Abb. 3: Temperatur-Einflu£ auf die Geschwindigkeitder Embryonalentwicklungyon Pleurobrachia pileus. Schraffiert: Eier in der Entwicktung (Zweizeltstadiumbis Schliipfen).Darunter: Einzellstadium; Dariiber: geschliip~eJungtiere mittlung der LD 50/24 Std., d. h. der Dosis, die bei 24stiindiger Einwirkung eine Mortaliditsrate yon 50 % der Versuchstiere verursacht. Dementspredaend wurde die W~irmetoleranz yon P. pileus in einem Planktonkreisel ermittelt. In zwei Versuchen mit je 8 Testindividuen, die vorher mehrere Tage bei 23° C gehalten worden waren, wurde bei t~iglicher TemperaturerhShung um ein Celsiusgrad die Endtemperatur yon 26° C erreidat. Bei dieser Temperatur starben jeweils 4 yon 8 Testindividuen innerhalb yon 24 Stunden. Bereits bei 24° C begannen die Ctenophoren h~iufigabw~irtszuschwimmen. Diese Reaktion wiJrde P. pileus unter nadlrlichen Bedingungen in tiefertiegende kiJhlere Wasserschichten zuriickfiJhren. Unter den Versuchsbedingungen stief~en sie auf die Sandoberfl~che und frai~en Sandk6rner. Da zus~itzlich bei dieser Temperatur die KSrperfestigkeit abgenommen hatte, fiihrte dieses Verhalten zu Verletzungen der mit der WasserstrSmung im Planktonkreisel iiber den Sandboden rolIenden Individuen und trug so zum Absterben der Ctenophoren bei. Die untere Grenze der Temperaturtoleranz liegt im Gefrierpunkt. Zwar gibt PAG~NST~CHER(in K~UMBACH1926) an, dag gefrorene Individuen nach dem Auftauen weiterlebten, doch liefen sich diese Angaben nicht best~itigen. Alle Versuche, P. pileus mit und ohne Glycerinzusatz schnell (einige Minuten) oder langsam einzufrieren, endeten mit dem Tod der Testindividuen. Temperaturen bis zum Gefrierpunkt wurden jedoch 24 Stunden ohne ersichtlichen Schaden ertragen; allerdings nimmt die Wimperschlagfrequenz bei Temperaturen nahe 0° C so stark ab, daft die Versuchstiere zu Boden sinken. ~E1 o E tn /.o /0 /~0/0 o_OJ°20°C ,15oc o/ o / / o / ° / / / " . / .... . - / / ~ ~ o.lo°c ~lzxf I • 6°c z~/ •/ o 5 Tag¢ lO 15 Abb. 4: Wachstum yon Pleurobrachia pileus bei verschiedenenTemperamren. Die Einzelwerte wurden bis zur Dekade gemittelt. Die Wachstumswerte geh6ren jeweils zu den entsprechenden Angaben zur Nahrungsaufnahmerate in Abbildung 5 (gleicheKurvenkennzeichnung) Die Temperatur begrenzt nicht nur den Lebensraum einer Art oder Population; sie greiPc auch entscheidend in die Geschwindigkeit funktioneller Prozesse ein. Die Temperaturabh~ingigkeit der Eientwicklungsgeschwindigkeit konnte an mehreren hun-deft Eiern yon P. pileus untersucht werden (Abb. 3). Die Eiablage erfolgte in den beiden hierzu durchgefiihrten Versuchen bei 12° C, die Eientwicklung bei 6°, 13° oder 18o C. Die Oberfiihrung der Eier in die Versuchstemperaturen erfolgte unmittelbar nach deren Ablage. Der jeweilige Anteil an Eiern im Einzelstadium, im Zweizellstadium bis zum ungeschliipften Jungtier und an freischwimmenden Jungtieren yon P. pileus wurde durch Stichproben ermittelt. Nach 6 Tagen verpilzten die Eier; bis dahin waren in den bei 6° C durchge£iihrten Versuchen erst aus 20 °/0 der Eier Jungtiere geschliip~. In den anderen Versuehen lief~ sich der Anteil an Jungtieren nur 48 Stunden lang ermitteln. Nach dieser Zeitspanne waren 50 % der Jungtiere bei 13° und 75 % der jungen Ctenophoren bei 18° C geschllJp~. Neben dem Einflufl der Temperatur auf die Embryonalentwi&Iung yon P. pileus konnte auch der auf Wachstums- und Futterrate adulter Individuen langfristig untersucht werden (Abb. 4 und 5). Die Versuchstiere, P. pileus yon etwa 3 mill K6rperdurchmesser, wurden am gleichen Tag au£ der Helgol~inder R eede gefangen und vor dem Versuch gemeinsam geh~iltert. Sie wurden anschliefend zu 2-10 Individuen in Doppelkfivetten in die vier verschiedenen Versuchstemperaturen (6°, 10% 15° und 20° C) fiber f~ihrt. Parallelversuche waren nicht in allen Temperaturen mSglich, da bei 6 ° C die Mortalit~it in einer Kfivette zu hoch war. Die Versudlstiere wurden mit Copepoden geffittert, die aus den t~iglichen Planktonf~ingen stammten und durch Filtration und kurze Hiiherung isoliert wurden (zu etwa 90 °/o Acartia longiremis und Temora IongiC / / / o/o/,o o--o/ 20o° C ~A.~.A 6oc 1'5 ....o...oIo_Z~7 /~a--a--a/ 10oc 5 Tage l~D Abb. 5: Nahrungsaufnahme yon Pleurobrachia pileus bei vers&iedenen Temperaturen. Die Einzelwerte wurden bis zur Dekade gemitteh. (Nahrungsaufnahme = Copepodenvernichtungsrate.) Die einzelnen Kurven sind den Wachstumskurvenin Abbildung 4 zuzuordnen cornis; als Ersatzfutter wurden in einem Fall Nauplien des Salinenkrebses Artemia salina angeboten). Besonderer Wert wurde darauf gelegt, dag st~indig lebende Futtertiere in nicht zu hoher Individuenkonzentration in den Kiivetten vorhanden waren. Durch jeweils vor und nach der Fiitterung aufgenommene Fotos konnten R~ickschliisse auf die Nahrungsaufnahmerate der Ctenophoren nachtr~iglich gewonnen werden (vgl. GI~v~ 1970). Augerdem wurden GrSf~enmessungen an den Versuchstieren mSglich, ohne diese zu stSren oder die Tentakei zu verletzen. Auf einigen Kontroll£otos verdecken sich die P. pileus gegenseitig; dies, die Anreicherung yon Copepoden in Bodenn~he und das Versagen der Fotoeinrichtung bewirkten, dai~ ein liickenloses Material iiber den Versuchszeitraum nicht erstelh werden konnte. Es war jedoch m6glich, an Hand der Fotos die Aktividit der einzelnen Individuen soweit zu kontrollieren, \ \ W. GXEVE dai~ in die ermittehen V1-Werte, die Vernichtungsrate pro R~iuber (GREvE1970), keine Fehler dutch absterbende Individuen eingehen. Auch die Wachstumsraten wurden entsprechend korrigiert. Die geringe Grfi~enzunahme der P. pileus bei 6° C widersprach der Beobachtung, dat~ in der kahen Jahreszeit im Untersuchungsgebiet die gr/Sf~tenP. pileus angetroffen werden. Der Versuch wurde daher ohne t~gliche fotografische Kontrolle fortgesetzt (Abb. 6). Innerhalb yon drei Monaten erreichten die Versuchstiere einen mittleren KSrI I 1 0" r I VII VIII I "I IX I I Xl XII I 1 I X M o n a t e Abb. 6: Wachstum und Gr6i~enverlust yon Pleurobrachia pileus bei 6° C. Punkte: mittlerer Durchmesser yon 3 Versuchstierenmit Angabe der Streuung; unterbrochene Senkrechte: Beginn der Hungerperlode perdurchmesser yon 13,5 mm (vier der urspriinglichen 7 Individuen starben am Ende des ersten Versuchsmonats). Die so in ihrer Vorgeschichte bekannten Individuen wurden bei gleichbleibenderTemperatur von 6° C einem Hungerversuch unterworfen. Nach starkem Gr6f~enverlust starb das kleinste Individuum nach dreimonatiger Hungerzeit; die beiden grSf~ten Ctenophoren iJberlebten sogar vier Hungermonate. Ein Parallelversuch - ebenfalls bei 6° C im Planktonkreisel durchgefiJhrt - erbrachte ein ~ihnliches Ergebnis. Von 5 P. pileus-Exemplaren starben die letzten 3 nach dreimonatiger Hungerperiode. In anderen Experimenten wurde festgestelh, daf~ P. pileus auch nach starkem Schrumpfen in der Lage ist, wieder Nahrung aufzunehmen und erneut zu wachsen. P. pileus ist euryhalin. In der Ostsee wurden aduhe Individuen bei 7 %0 S und juvenile bei 10 °/00S angetroffen (MIEtcK & KO~qNE1935, Kl~t3M~Acrt1926, ACtC~FORS 1969). Bei Schottland kommt P. pileus in ozeanischem Wasser yon 35 %0 S vor (FI~ASER 1970). Diese weite Spanne tolerierter Salzgehalte kann jedo& nicht schnell iibersprungen werden. Wird P. pileus yon einem Medium in ein anderes umgesetzt, dessen Salzgehalt sich nur um wenige (2-3 °/00) Promille vom anderen unterscheidet, ~tndert sich die Wimperschlagfrequenz, die KSrpergallerte tr~ibt sich, und in manchen F~illenkommt es zu Schleimabsonderungen. Die Testindividuen sinken zu Boden oder treiben an der Wasseroberfl~che, bis sich ok erst nach Stunden das normale Verhalten wieder einstellt. In weiteren Experimenten wurde versucht, durch langsame Anderungen der Salinit~it die Toteranz yon P. pileus gegentiber hohen Salzgehalten festzustellen. Dazu wurden Versuchstiere in Planktonkreisel gebracht, in denen die durch die st~ndige Bel~iflcung verursachte Verdunstung nicht wie sonst durch H~O-Zugabe ausgeglichen wurde. Auf diese Weise stieg innerhalb yon 3 bzw. 4 Wochen der Salzgehalt bis auf 45 %0 S an. Diese Konzentration wurde yon P. pileus ertragen, obwohl die Versuchstiere erheblich kleiner blieben als die Kontrolltiere. Die Toleranzgrenze wurde nicht erreicht, da die Ftitterung mit Lebendfutter bei diesem hohen Salzgehalt zu schwierig wurde. Die Salzgehaltserniedrigung des H~ilterungswassers im Planktonkreisel wurde durch Zugabe yon Regenwasser erreicht; und zwar konnten die Versuchstiere innerhalb eines Monats auf eine Salinit~it yon 12 %0 S gebracht werden. Sie liegen dabei noch keine Sch~idigung erkennen. Allerdings best~itigte sich die Beobachtung yon MIELC~ & K/2HNE(1935), die berichten, dag bei derart niedrigem Salzgehalt die Festigkeit des CtenophorenkSrpers erheblich abnimmt. Auch dieser Versuch muf~te vor Erreichen der Toleranzgrenze abgebrochen werden, da keine Nahrungsorganismen zur Verftigung standen, die schnell genug an diesen niedrigen Salzgehalt angepaf~t werden konnten, um den Versuchstieren als aktiv schwimmendes Futter zur Verfiigung zu stehen. HARDm~( 1952, 1968 ) gibt an, daf~die Individuendichte yon P. pileus wie auch yon anderen Planktonorganismen an Sprungschichten zunimmt. Dieses Ergebnis lief~ sich nur beschr~inkt bestiitigen. Zwar zeigten sich bei experimentell erzeugten Sprungschichten (22 0/00S/32 °/09S; 14° C/18 ° C) vortibergehend Anreicherungen an allen Grenzschichten (Wasseroberfl~iche, Sprungschicht, Sedimentoberfl~iche); sobald die Versuchsindividuen jedoch zu ihrem normalen Verhalten zur[ickkehrten, das durch die Manipulation beim Umsetzen gestSrt war, verteilten sie sich anniihernd gleichm~i~igim Versuchsgef~ifl. Lichtsinnesorgane sind bei Ctenophoren bisher nicht mit Si&erheit nachgewiesen worden (HoRI~mG~1964). Pleurobrachia pileus lie8 au& bei schnellen _Anderungen der Lichtintensit~it yon nahezu vSltiger Dunkelheit bis zu 60 000 Lux keine photische Reaktion erkennen. Allerdings Riste die durch intensive Bestrahlung bedingte TemperaturerhShung im Wasser der Versuchsgef~it~edas AbwRrtsschwimmen der Ctenophoren aus. Mit dem Seegangserzeuger (Abb. 1) am Phytoplanktonkreisel wurde der natiirIiche Seegang simuliert. Eine experimentelle Untersuchung der einzelnen Wirkungskomponenten des Seegangs (Orbitalbahnen der Wasserteilchen, zerreiflende WasserkSrper, in das Wasser gerissene Luftblasen und Dru&schwankungen) in ihren Auswirkungen auf P. pileus wurde nicht durchgefiihrt. Die mehrt~igigen Experimente im Phytoplanktonkreisel lieflen erkennen, dab der simulierte Seegang die Aufenthaltstiefe der sich normal verhaltenden (mit ausgestre&ten Tentakeln fischenden) P. pileus beeinfluf~t. Im stillen Wasser sammeln sich die Ctenophoren an der Wasseroberfl~iche,bei W. GRzv~ Seegang bevorzugen sie tiefere Wasserschichten. Im Experiment wurden etwa 150 Exemplare yon P. pileus nach mehreren Tagen der H~ilterung im Phytoplanktonkreisel bei normaler Wasserrotation dem Einfluf~ des Seegangserzeugers ausgesetzt. Die Tiefenverteilung der Ctenophoren wurde fotografisch registriert, das Verhalten direkt beobachtet; neben den direkten Fluchtreaktionen der yon einem ,,Brecher" iiberraschten Individuen liet~ sich eine Verringerung der Tentakell~nge beim Treibfang {eststellen. 1. Tag ~ 2. Tag 3. Tag : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : : -- [ :iii!iiiii!i?i!i' ] ~.~'~ [, 11"* Start 20°° 11°° 19"* 14"* 0"* Abb. 7: Anderung der Tiefenverteilung yon Pleurobrachiapileus im Phytoplanktonkreisel unter Seegangseinflul~, wiedergegeben als prozentuale Anteile der Gesamtpopulation im jeweiligen Tiefenviertel; punktiert: oberstes Tiefenviertel, die weiteren nach unten anschlief~end Bei der Auswertung der Fotos wurden jeweils die im I. bis 4. Viertel der Gesamtphytoplanktonkreiselh6he si&tbaren Indivlduen gez~ihlt. Die daraus errechnete prozentuale Verteilung diente als Grundlage fiir die Darstellung (Abb. 7). In ihr wird deutlich, wle sich sofort nach dem Einsetzen des Seegangs die Tiefenverteilung kurzfristig ~indert. Auger dieser kurzfristigen Reaktion erfolgt abet auch eine langfristige Ann~iherung der Ctenophoren an den ,seegangs~irmeren" Tell des Gef~ifles. Die physiologischen Grundlagen einer solchen langfristigen Wirkung des Seegangs als 5kologischer Faktor sind noch ungekl~irt. Ihre Bedeutung wird jedoch auch dutch die Tatsache unterstrichen, dat~ nach Beendigung der Seegangssimulatlon mindestens ein halber Tag ben6tigt wird, bis sich eine Vertikalverteilung mit deutlicher Oberfliichendominanz einstellt (vgl. Scrt6Nz 1970). Neben den seegangsbedingten Turbulenzen an der Wasseroberfl~iche spielen die strgmungsbedingten Wasserbewegungen in Bodenn~ihe eine besondere Rolle far Pleurobracbia pileus (GRzvr 1971). So zeigte sich bei Versuchen im Planktonkreisel, dat~ die L~inge des einzelnen Bodenkontaktes yon der Wasserrotationsgeschwindigkeit abh~ingig ist. Passive Individuen werden dutch die Wasserbewegung reaktiviert. Aut~erdem tr~igt die WasserstrSmung abet auch die im Wasser treibenden P. pileus Benthosbewohnern zu, welche die Ctenophoren z. T. begierig fressen. Mit zunehmender StrSmungsgeschwindigkeit werden derartige Kontakte h~iufiger, die Anzahl erfolgreicher Fanghandlungen nimmt jedoch ab, well die Ctenophoren bei einem kurzen Kontakt nur selten festgehahen werden kSnnen. Um festzustellen, ob allein der Bodenkontakt bei bestimmten Sedimentarten P. pileus sch~idigen kann, wurden Feinsand, Grobsand, Kies und Muschelschill vergleichend in ihrer Wirkung auf P. pileus untersucht. Die vier Sedimentarten wurden auf die oberste Sandschicht im Planktonkreisel aufgetragen. In einem zehnt~igigen Versuch hatten jeweils 10 Ctenophoren bei niedrigem Wasserstand und schneller Rotation h~iufig Bodenkontakt. Es zeigten sich jedoch keine entscheidenden Unterschiede in der Reaktion der P. pileus auf die verschiedenen Sedimentoberfl~ichen. P. pileus ist eine neritische Form, die h~ufig in sestonreichen Meeresgebieten vorkommt. Im Phytoplanktonkreisel wurde untersucht, wie hoher Sestongehah P. pileus beeinflui~t. Dabei stelhe sich heraus, daf~ weder organischer Detritus noch Diatomeen in hoher Konzentration das Fangverhahen der Ctenophoren wesentlich stSren kSnnen. P. pileus frii~t bei nur geringfilgiger Tentakelverkiirzung auch wenige Copepoden, die sich neben dem nicht aktiv schwimmenden Seston im Kreisel befanclen. Nichttierische Partikel konnten anschlief~end in ihrem Pharynx nicht gefunden werden. AIs an Stelle des organischen Sestons Treibsand in den Phytoplanktonkreisel gebracht wurde, blieb dieser zum Boden zuriickfallend an den Fangf~iden der P. pileus h{ingen. Die Ctenophoren fraf~en den Sand, sanken durch diese ErhShung ihres Gewichts ab und gerieten in das dichte Sandtreiben in Bodenn~ihe. Dabei wurde ein Teil der Versuchstiere verletzt. Auch nicht natiiriiche Sestonpartikel stgSrendas Schwlmmverhahen und die Nahrungsaufnahme der aduhen P. pileus nur wenig. In Experimenten mit dem bei der Verklappung yon Abw~isserneiner Titanfabrik bei Helgoland entstehenden Fe2(OH)a (vgl. KAYS~t 1969) und dem als Abfall bei der Aluminiumproduktion entstehenden ,Rotschlamm" wurden Verdiinnungen der Originalabfallsubstanzen bis zu 1 : 25 000 (Substanz in ml bzw. g pro 1Meerwasser) getestet. Es zeigte sick, daf~die Ctenophoren die verf~itterten Copepoden aus Gef~if~enohne k~instliches Seston nur wenig schneller herausfingen als aus den Testgef~if~enmit den in Suspension gehahenen Abfallstoffen. Die Anpassung Pleurobrachia pileus an das Leben in sestonreichen Biotopen unterstreicht auch das Ergebnis eines weiteren Experiments. Darin wurde £estgestelh, dai~ P. pileus aktiv schwimmende Beuteorganismen f~ingt, w~ihrend gleichgrof~e passive DriVer nur sehen gefressen werden. Der Versuch wurde in einer Doppelkiivette durchgefiJhrt, in der nacheinander jeweils 100 Seezungeneier (Solea vulgaris), 100 Seezungenlarven (frisch geschlii~, 2,5-3 mm lang) und 100 Metanauplien des Salinenkrebses (Arternia salina, etwa 3 mm lang) als Futter angeboten wurden. Die Ctenophoren (KSrperdurchmesser je 12 mm) wurden fotografisch und direkt optisch kontrolliert. Abbildung 8 zeigt die Ver{inderungen der Futterorganismenkonzentration w~ihrend der Versuche. Die Organismen mit hoher Schwimmaktivit~it und grof~er Oberfl~iche wurden schneller erbeutet als die inaktiveren, oberfl~chen~irmeren. Diese Selektion aktiv schwimmender Formen als Futter bef~ihigt P. pileus besonders gut zum Leben zwischen vielen Sestonpartikeln. Von den Organismen ihres Biotops haben die Ctenophoren als holoplanktonische Formen natiMich besonders intensive Relationen zu den anderen Holoplanktern. Copepoden und Cladoceren bilden nach BIs~toP ( 1968, 1969 ), Fr.As~R ( 1966, 1967, 1970 ) und LE~otsi~(1922, 1923) den Hauptteil der Nahrung yon P. pileus. Versuche, frisch Abb. 8: Einflug yon Aktividit und Oberfl~&e der Futterorganismen auf die Fangrate yon Pleurobrachia pileus. Ann~hernd gleichgrot~eEier bzw. Larven der Seezunge Solea vulgaris und junge Salinenkrebse (Artemia salina, , ~ 2,5 mm L~inge)wurden angeboten. Die nach Aktividit und Oberfl~i&esdirksten Individuen yon A. salina wurden s&neller als die inaktiveren Fis&larven und die Fischeierzur Beute yon P. pileus geschliipfie P. pileus :nit verschiedenen pelagischen Copepoden zu fiittern, schlugen jedoch regelm~igig feN, da die Vertreter der untersuchten Arten (Calanus helgolandicus, Temora longicornis, Acartia longiremis) die Jungtiere sch~digten. Das ergab ein Experiment, in dem zusammen mit jeweils 10 frisch geschliipfien P. pileus 5 bzw. 20 Copepoden der genannten Arten in Schalen yon I00 bzw. 300 ml iiber 48 Stunden gemeinsam gehSltert wurden. Das Ergebnis (Tab. 1) zeigt die Sch~idigung der Ctenophoren in allen F~illen. Tabelle 1 Einfluflyon 3 Copepodenarten auf £rlschgeschliipitePleurobrachia pileus. Die Einzelwerte geben an, wie vMe junge Ctenophoren nach 48 Std. unter den Versuchsbedingungenno& lebten Species Calanus helgoIandicus Ternora Iongicornis Acartia Iongiremis Kontrolle 20/i 00 0 0 0 10 Copepodenkonzentration (Individuenanzahl/ml) 20/300 5/100 0 0 3 10 1 0 9* 10 5/300 0 2 3 10 * In dieser Schalewaren 3 der 5 Versuchs-Copepodeneingegangen. Dieses Ergebnis wird erg~inzt durch Beobachtungen an adulten Ctenophoren. Nicht alle Beuteorganismen, die sich in den Tentakeln fangen, werden ge£ressen, und nicht alles Futter, das in den Pharynx gelangt, wird verdaut. Bei reichlichem Futterangebot oder St/Srungen der Ctenophoren w~ihrend der Verdauung sttSf~tP. pileus h~iufigihren gesamten Pharynxinhalt wieder aus. Einzelne Beuteorganismen, die am Tentakel h~ingenbleiben, reif~en oi~ Fangf~iden ab und sch~idigendadurch die Ctenophore. In Kulturversuchen mit abnorm hoher Copepodenabundanz konnte beobachtet werden, daf~ dadurch P. pileus im ExtremfaI1 inmitten ihrer Futterorganismen hungerte und schrump~e, da sie sich ohne ihre Tentakel nicht ern~ihren kann; diese wurden aber nur 1,5 bis 2 cm lang, bevor sie erneut abgerissen wurden. Die Tentakeln einer P. pileus werden kontinuierlich regeneriert (KR~M~ACH1926). (3ber die Geschwindigkeit dieses Prozesses k~Snnennoch keine Angaben gemacht werden. In einigen F~illen wurden die Copepoden bei der Tentakelkontraktion mit in die Tentakeltaschen hineingerissen, aus denen heraus sie das umgebende Mesogloeagewehe sch~idigten, wodurch die P. pileus so stark verletzt wurden, dat~ sie eingingen. I3ber die Menge an Copepoden, die yon P. pileus aufgenommen werden, liegen die Ergebnisse yon BIs~tov ( 1968, 1969 ) und Gl~rw ( 1970 ) vor. Eine weitere Gruppe yon Crustaceen, die fi~r die neritische Ctenophore im Plankton yon 6kologischer Bedeutung sein k~Snhen, sind die Mysidaceen. Von ihnen wurden Mesopodopsis slabberi, Mysis mixta und Praunus flexuosus in einigen Aspekten ihrer Beziehungen zu Pleurobrachia pileus untersucht. Alle drei Arten ktSnnen P. pileus aIs Nahrung dienen. W~ihrend Mesopodopsis slabberi jedocl~ in allen Altersstadien yon der Ctenophore erbeutet werden kann, reif~en sich adulte Praunus flexuosus und Mysis mixta fast immer yon deren Tentakeln los. Da die Mysidaceen l~inger als der Pharynx der P. pileus sind, werden sie entweder beim Frat~ geknickt oder ragen teilweise noch aus deren Mund heraus, w~h~end der zuerst aufgenommene K~Srperteil schon verdaut wird; kontinuierlich wird nach und nach so das ganze Tier in den Pharynx eingeflimmert. Fiitterungsversuche mit Mesopodopsis slabberi machten deutlich, dag deren Verhalten - in der Str6mung optisch orientiert an einem Ort zu verbleiben - sie leicht in Kontakt mit den Tentakeln adulter P. pileus zu bringen vermag. Mit hoher Wahrscheinlichkeit l~i~t sich dartiber hinaus sagen, dat~ auch diese Mysidaceen junge Ctenophoren fressen oder zumindest sch~idigen. REMANr (1956) land im Pharynx einer jungen Pleurobrachia pileus ein Exemplar von Sagitta setosa, dem h~ufigsten Chaetognathen der Deutschen Bucht. Obwohl nicht auszuschlief~enist, daf~ es sich hierbei um ein Fangartefakt handelt, kann angenommen werden, dat~ Chaetognathen juvenilen und adulten P. pileus als Futter dienen. ExperimentelIe Untersuchungen mit den schwer zu beobachtenden jungen S. setosa und jungen P. pileus fiihrten zu keinem eindeutigen Ergebnis. Im Planktonkreisel zeigten sie ebenso wie die adulten S. setosa eine geringe Schwimmaktividit. Sie konnten daher ohne grot~e Verluste gemeinsam mit P. pileus (adult) geh~iltert werden. Von besonderer Bedeutung fiir die ESkologie yon P. pileus sind die tibrigen 3 Ctenophorenarten der Deutschen Bucht, fiber die bereits berichtet wurde (GREw 1970). Beroe gracilis ist yon ihnen die £iir P. pileus wlchtigste (auf die Populationsdynamik einflui~reichste) Form, da sie ausschliel~lichyon P. pileus lebt. Diese Ern~ihrungsweise stellte eine Erschwernis der Untersuchungen an der Beroidee dar, da fiir experimentelle Untersuchungen st~ndig ausreichende Mengen yon P. pileus als Nahrung zur Verfiigung stehen miissen. Langfristige H~ilterungsexperimente lieflen sich daher nur an wenigen Exemplaren durchfiihren. Die Lebensgesahiahte eines dieser Versuahstiere in der Zeit der kontrollierten H~lterung veransahaulicht einige der daraus zu erhaltenden Aufsahtiisse tiber Wachsturn, Nahrungsaufnahme und Fortpflanzung von Beroe gracilis. Das Individuum wurde im Februar 1968 auf der Helgol~nder Reede gefangen. Bis Anfang April erfolgte eine unregelm~itgige,unkontrollierte Fiitterung bei 10 bis 12° C. Ab 5. April 1968 wurden die Gr6tge der Beroidee, die Anzahl und mittlere Gr6i~e der verfiitterten Pleurobracbia piIeus, die Anzahl der yon Beroe graciIis gelegten Eier und die Versu&stemperatur registriert. Die Eier wurden abpipettiert, soweit das im Planktonkreiset m~Sgliah war, und die dabei ermittelte Zahl aufgerundet. Nur unverletzte P. pileus wurden verfiittert. Beroe gracilis wird auch bei starker Fiitterung ni&t gr~5t~erals etwa 30 ram. Die Nahrungsaufnahmerate der Beroidee s&wankt stark. Die Werte lagen im Versuchszeitraum zwischen 0,46 P. pileus pro Tag - ein Minimum zwisahen dem 5. April und 2. Mai, bei dem das Versu&stier noah wuahs - und 8,4 P. pileus pro Tag, dem Maximum zwisahen dem 21. Mai und 6. Juni. Sehr h~iufigfolgte 24 Stunden nach der Nahrungsaufnahme die Abgabe der Eier. In der Phase der maximalen Nahrungsaufnahme gab B. graciIis insgesamt 2200 Eier, an einem Tag allein 600 Eier ab. Die Eiablage yon Beroe graciIis erfolgte bei Temperaturen yon 5°bis 20° C. Auah die Embryonalentwi&lung konnte bei diesen Versu&stemperaturen verfolgt werden. Tomopteris helgolandicus ist ein bei Helgoland ni&t seltener Holoplankter; bei der gemeinsamen H~lterung mit P. pileus erwies sich der aktiv sahwimmende Polychaet als eahter Feind der Ctenophore, deren Tentakel er ebenso frag wie Gewebeteile verletzter Individuen. Von den tibrigen auf Helgoland vorkommenden Holoplanktern sind m~igIi&erweise besonders Tintinnen und Appendicularien als Futter junger P. pileus yon Bedeutung. Die experimentelle Untersuahung dieser Fragestellung saheiterte jedo& an methodisahen S&wierigkeiten. Von den meroptanktischen Hydromedusen kommen im Untersuchungsraum einige Arten in ot~ grofger Individuendiahte vor. Naah L ~ o u R ( 1923 ) fressen Cosmetira pilosella und Phialidium hemisphericum P. pileus. Zur Priifung derartiger interspezifisaher Relationen wurden im Planktonkreisel Individuen der Arten Bougainvillia britannica, Eutonina indicans, Nemopsis bachei, Obelia sp., Phialidium hemisphericum, Rathkea octopunctata und Sarsia tubulosa gemeinsam mit Pleurobrachia piIeus geh~iltert. Naah den dabei angestellten, jeweils mindestens einw6ahigen Beobaahtungen war nur Eutonia indicans in der Lage, P. piIeus zu fangen und zu fressen. Phialidium hemisphericum und Rathkea octopunctata halten siah zwar im Planktonfang ot~ an P. pileus lest; bei der gemeinsamen H~ilterung kam es jedo& nie zum Fratk Von gr6tgerer Bedeutung als die Fiydromedusen sind fiir die Population yon P. pileus naah den bisherigen Beoba&tungen mehrere Scophomedusen-Arten (CARGO & SCHVLZ1967, HAGMEIERI930). In den Versuchen mit Aurelia aurita, Rhizostoma octopus, Cyanea lamarckii und Chrysaora hysoscella konnten die Experimente nut bei den beiden ersteren Arten tiber eine Woche hinaus ausgedehnt werden. Die beiden mlt l~ingeren Tentakeln ausgestatteten anderen Arten wurden selbst im grogen Phytoplanktonkreisel in ihrem Fangverhalten gesff5rt. Adulte Rhizostoma octopus und Aurelia aurita fragen in den Experimenten keine adulten Ctenophoren. Cyanea Iamarckii frag P. pileus in einigen Experimenten, s&~idigte jedo& noah mehr Tiere durch Nesselung. P. pileus wird yon dem Nesselgiflcnicht get~itet, schrumpff aber unter Abgabe einer Schleimwolke und ist voriibergehend bewegungsunf~ihig. Chrysaora hysoscella (Schirmdurchmesser 40 ram) fraf~ t~iglich 4-10 Individuen yon P. pileus 10 mm KSrperdurchmesser. Die oben geschilderte Schleimabgabe von P. pileus senkte die Anzahl der erfoIgreichen Fanghandlungen, da der aut[en an der Schteimwolke haftenbleibende Tentakel der Scyphomeduse sich leicht l~iste. Die Relationen junger Individuen alier genannten Arten zueinander wurden nicht untersucht. Das neritische Plankton ist durch seinen hohen Gehalt an Larven benthischer Evertebraten gekennzeichnet (TnoRsoN 1946, GI~R~ 1968). Die Untersuchungen der einzetnen im Larvenplankton beobachteten Arten in ihren Reaktionen zu P. pileus war nur beschr~inkt m~Sgiich.Die Fiitterungsexperimente mit adulten P. pileus zeigten, dat[ aktiv schwimmende Larven im Gr/it~enbereich yon etwa 400 #m bis zu den gr6t[ten vorkommenden Formen, etwa den Larven yon Homarus gammarus, yon den Ctenophoren gefangen und gefressen werden. Inaktive und insbesondere kteine Larven f~ingt P. pileus (adult) nur selten (vgl. auch FRAs~I~1966, 1967, BIsHor 1969). Diese scheinen yon grSt~erer Bedeutung fiir die Jugendstadien yon P. pileus zu sein. In den Ziichtungsexperimenten wurden Erfolge nut verzeichnet, wenn die frisch geschliipffen P. pilem mit Larven von Tunicaten und Polychaeten gef/ittert wurden (hierzu dienten insbesondere die Trochophoren yon Pomatoceros triqueter). Veliger- und Pluteuslarven fiihrten allerdings ebensowenig zum Ziichtungserfolg wie Nauplien yon Balanus balanoides. Ebenfalls meroplanktonisch sind die meisten Fischlarven. Die Experimente mit Eiern und Larven der Seezunge Solea vulgaris (Abb. 8) zeigten bereits, dat~ die geringe Aktivit~it einzelner Formen oder Entwicklungsstadien einen gewissen Schutz vor der Ctenophore darstellen kann. Das wird unterstrichen durch Versuche mit den Larven des Steinpickers Agonus cataphractus, die viei aktiver schwimmen. In einem Planktonkreiset wurden zu 4 P. pileus (8, 10, 10 und 12 ram K/irperdurchmesser) 30 frischgeschliipffe A. cataphractus gegeben. Bereits 5 Minuten sp[iter befanden sich davon im Pharynx der Ctenophoren 10 Individuen ( 0, 3, 3, 4 ). Nach 24 Stunden fehlten 15 Fischlarven, nach 48 Stunden 20, nach 72 Stunden 22 und nach 96 Stunden 23 Individuen. Zwei Larven starben durch Ctenophoreneinwirkung, und 5 Exemplare yon A. cataphractus iiberlebten den Versuch. In einem Parallelversuch fraf[en 2 P. pileus (14, 16 mm K~irperdurchmesser) in 24 Stunden 9 und in 48 Stunden 11 yon 11 Agonus cataphractus-Larven (Versuchstemperatur in beiden Versuchen 10° C). F/itterungsexperimente mit Larven des Sandaals Ammodytes sp. zeigten, dab auch heringsartige Larven yon P. pileus gefangen werden. Larven yon Clupea harengus standen nicht zur Verfiigung. Untersuchungen an adulten Fischen sind off schwieriger durchzufiihren als solche an Larven und Evertebraten; sie muf[ten sich daher auf einige kleinere Experimente und Beobachtungen beschriinken. Das Fre~verhalten yon Cyclopterus lumpus konnte, soweit es Ctenophoren betri~, im Schauaquarium der Biologischen Anstalt Helgoland beobachtet werden. Ein M[nnchen yon etwa 40 cm L~inge, das eingew~Shnt und schon mehrfach mit Ctenophoren gefiittert worden war, erhielt als Nahrung etwa 200 Pleurobrachia pileus, 30 Beroe sp. und 30 Bolinopsis in]undibulum in einem etwa 1,5 m~ grotlen Ff[ilterungsbedien. Als die ersten der gleichzeitig yon oben zugegebenen Ctenophoren sich dem C. lumpus auf 30 bis 50 cm gen~ihert hatten, schwamm der Fisch auf W. GREw und steuerte die Beute gezielt an. Dieser Erkennungsabstand wurde durch mehrere Beobachtungen best~itigt. Aus einem Abstand yon 2-5 cm scheint der Fis& die Ctenophorenarten unterscheiden zu kSnnen. Cyclopterus lumpus verschmiiht stets Bolinopsis infundibulum. Wurde die lobate Ctenophore gemeinsam mit einer P. pileus geschluckt, spuckt der Fisch beide Ctenophoren wieder ans. Eine spezielle Reaktion auf Beroe wurde nicht festgestetlt. Die Nahrungsaufnahmerate betrug direkt nach der Fiitterung 18 P. pileus pro Minute; einige Minuten sp~iter lieflen sich nur 6-10 P. pileus registrieren, die yon dem Fisch in gleichem Zeitraum gefressen wurden. In weiteren Experimenten erwies sich Centronotus gunnellus als Ctenophorenfresser; Gobius sp., Pleuronectes p&tessa und Ctenolabrus sp. liegen angebotene P. pileus unbeachtet. Die Tiefenverteilung yon Pleurobrachia pileus zeigt eine starke Bevorzugung bodennaher Wasserschichten (Ge,Ev~ 197I). Damit mug der Wechselwirkung zwischen Benthos und Pelagial in diesem Zusammenhang verst~irkte Au£merksamkeit gewidmet werden. Die vagile Macrofauna des Nordsee-Benthos besteht zu einem groflen Tell aus decapoden Crustaceen. Unterwasseraufnahmen, Dredge-F~inge und Tauchg~inge im Untersuchungsgebiet zeigten insbesondere ein h~iufiges Vorkommen yon Eupagurus bernhardus. Der Einsiedlerkrebs wurde ebenso wie Galathea squamifera, Carcinus maenas, Portunus holsatus und Crangon crangon bezilglich seiner 6kologischen Be&utung far Pleurobrachia pileus untersucht. Einzelne Exemplare dieser Arten wurden dabei mit jeweils 10 P. pileus in 5-Liter-Planktonkreiseln geh~iltert. T~iglicheinmat wurde festgestellt, wie viete Ctenophoren gefressen worden waren, bevor wieder neue P. pileus in entsprechender Zahl zugegeben wurden. Bei hoher Nahrungsaufnahmerate des Versu&stieres wurde rnehrmals t~iglichkontrolliert. Auf diese Weise liegen sich die in Tabelle 2 zusammengestellten Nahrungsaufnahmeraten ermitteln. Eupagurus bernhardus zeigte in diesen Experimenten eine Verhaltensweise, die besonders geeignet ist, um Pleurobrachia pileus zu fangen. Der Krebs erstieg im Planktonkreisei erhShte Steine und stre&t seine Antennen waagerecht so aus, datg sie quer zur StrSmung stehen. Die im Wasser treibenden Ctenophorententakel bleiben zumindest voriibergehend an den Antennen haRen und werden yon E. bernhardus dabei wahrgenommen. Durch die Reizung des Tentakels wird eine Tentakelkontraktion ausgelSst, durch die sich die Ctenophore an den Einsiedlerkrebs heranzieht. Eupagurus bernhardus spring* gleichzeitig in Richtung des Kontaktes mit der P. pileus; seine Beine und Scheren sind dabei weit gespreizt, und nach mehreren derartigen Sprtingen gelingt es dem Krebs meist, die Ctenophore zu erfassen und unter sich festzuhalten; dann beginnt er sie zu fressen. Erregung und Suchbewegungen kSnnen schon durch einige Trop£en Pret~sai°caus toten P. pileus verursacht werden. Carcinus maenas friflt ebenfalls begierig P. pileus. Die Kiirze der Antennen erlaubt jedoch nur eine geringere Fangeffektivit~it als bei E. bernhardus. Crangon crangon und Pleurobrachia pileus zeigen komplizierter strukturierte Relationen; adulte C. crangon vernichten kleine P. pileus; gr6i~ere P. pileus (so beobachtet bei einem Individuum yon 15 mm K/Srperdurchmesser) fressen bis zu 20 mm lange C. crangon. Vom sessilen Macrobenthos wurden nut Coelenteraten untersucht. Sowohl kleinere Hydroidpolypen wie Podocoryne sp. (ffit~t Ctenophoreneier) als auch groige solit~re Potypen wie Metridium senile (£rigt adulte P. pileus) kSnnten die Populationsdynamik Untersuchungen an Pleuro brachia pileus von Pleurobrachia pileus direkt beeinfiussen. Manche Scyphopolypen entwi&eln sich im Laboratorium nur dann normal, wenn sie Ctenophoren als N a h r u n g bekommen (CAI~GO& SCHULZ1967). Die Ergebnisse der Versuche mit Coelenteraten sind ebenfalla in Tabelle 3 enthalten. Tabelle 2 Frai~ yon Pleurobrachia pileus durch benthische Feinde. Aus den an mehreren Tagen gemessenen Einzelwerten wurde die tiigliche Futterrate ermittelt. Verfiittert wurden nut unverletzte Individuen yon P. pileus yon 7 bis 8 mm Maximaldurchmesser; die Feindspecies find nach der HShe der Tagesfutterrate geordnet Art Metridium s e n i l e Carclnus maenas Eupagurus bernhardus Sagartia sp. Portunus holsatus Galathea squarnifera Alcyonium digitatum Centronotus gunnellus Crangon crangon Gobius flavescens Urticina f e l i n a Pleuroneetesplatessa IndividuengrSi~e (ram) Mundscheidendurch messer 70 Carapaxbreite 41 Carapaxl~nge x-Breite 14 × 10 10 X 8 4 X 3 Tentakelbereichsdurchmesser 50 Carapaxbreite 32 Carapaxl~inge x-Breite 22 × 15 2 Kolonien ~t 40 X 40 × 20 Liinge 120 L~inge 36 L~inge 40 Mundscheibendurchmesser 55 L~nge 60 Versuchsdauer (Tage) 11 7 9 9 9 9 5 5 9 2 8 3 8 9 Mittlere Tagesfutterrate (Individuen) t 9 13,7 11,4 6,3 1,0 9,8 7,8 5,8 2,9 2,0 0,6 0,3 0,3 0,0 Ein weiterer benthischer Feind yon Pleurobrachia pileus wurde durch eine Gelegenheitsbeobachtung gefunden. I n einem Planktonkreisel hielt ein im Sandfilter siedelnder Spionide eine Ctenophore mit seinen Tentakeln lest, bohrte sich mit dem Prostomium in sie hinein und fraf~ sie in 20 Stunden auf. D I S K U S S I O N Die Vielzahl der Versuchsergebnisse und Beobachtungen fiber die Reaktionen y o n Pleurobrachia pileus auf ver~inderte abiotische Umweltfaktoren und die interpoputariven Relationen dieser Ctenophore zu den sie umgebenden Populationen spiegek die Komplexit~it der 6kologischen Situation dieser Art wider. Rtickschliisse von den Laboratoriumsergebnissen auf die Verh~ilmisse im Freiland sind daher nur sehr beschr~inkt mSgli&. Am ehesten lassen si& noch aus den Wachstums- und Nahrungsaufnahmeraten bei verschiedenen Temperaturen (Tab. 3) im Laboratorium Vergleichswerte zmn Freiland berechnen. In der Zeit vom 13.5. 1968 bis zum 5.6. 1968 stieg der mittlere Durchmesser der bei Helgoland gefangenen P. pileus von 3,5 auf 7 mm an. Dabei herrschte eine mittlere Biotoptemperatur yon etwa 9 ° C. Die P. pileus, die bei vergleichbarer Tabelle 3 Wa&stum und mittlere t~iglicheNahrungsaufnahmerate (V1) yon Pleurobrachiapileus bei verschiedenenTemperaturen Temperatur (o C) Anzahl V e r s u c h s individuen Mittlerer Maximaler Durchmesse( mrm) 1. Tag 21. Tag 6 10 10 15 15 20 20 7 4 3 4 8 2 9 3,3 3,4 3,6 3,7 3,3 3,75 3,6 5,7 7,6 6,7 11,6 9,4 12,5 8,3 V1 Copepoden 26,3 37,2 44,9 65,4 52,0 112,0 51,7 Temperatur im Laboratorium einen ~ihnlichen GrSi~enzuwachs erkennen liei~en, fraSen etwa 35 Copepoden pro Tag. Das bedeutet bei einer Abundanz yon 10 P. pileus pro ms einen t~iglichen Copepodenschwund yon 350 Copepoden pro ma. Diese GrS~enordnung kann in Beziehung zur Abundanz der Ctenophoren und Copepoden im Juni 1967 und 1968 gesetzt werden (Juni 1967 etwa 600 Copepoden pro m8 bei 10 P. pileus pro ma; Juni 1968: etwa 3700 Copepoden pro ma bei 2 P. pileus pro m [GREvE 1971]). Obwohl diese Zusammenstellung keine Kausalbeziehung beweist, spricht sie £[ir einen Zusammenhang. Die groSe Anzahl der nicht untersuchten weiteren Faktoren l~it~t eine weitergehende Aussage nicht zu. Verhaltensuntersuchungen und Freilandbeobachtungen sind notwendige Voraussetzungen fiJr die Einsch~itzung yon Teilaspekten der 5kologischen Relationen einer Population zu ihrer Umwelt. Hierzu gehSrt die zeitweilige Bevorzugung der bodennahen Wasserschichten durch Pleurobrachia pileus im Untersuchungsgebiet. Wie die Versuche mit Gliedern des r~uberischen Macrobenthos zeigen, kann dieses Verhalten for die Population mit dem Verlust vieler Individuen verbunden sein. Eine Untersuchung der Feinverteilung in den dicht iiber dem Meeresboden befindlichen Wasserschichten ist hier zur Kl~irung der tats~ichlichen interpopulativen Relationen erforderlich. Das Verhalten yon Pleurobrachia pileus und besonders ihre Bevorzugung aktiv s&wimmender Formen als Beuteorganismen lassen eine Prognose iiber die Zusammensetzung ihrer Nahrung unter Berii&sichtigung des jeweils herrschenden Vorkommens der potentiellen N~ihrtiere zu. FI~ASEI~( 1966, 1967, 1970 ) land haupts~ichlich Copepoden und CIadoceren im Pharynx der yon ibm untersuchten P. pileus; obwohl bei seinen Untersuchungen nicht bekannt war, wie hoch die Abundanz der vers&iedenen N~ihrtiere war, sttitzen seine Ergebnisse diese Annahme. Es wird hierbei besonders deutlich, dag tiber die Entwi&lung einer Population nicht das Angebot an N~ihrtieren an sich oder die Anzahl der potentidl riiuberischen Formen entscheidet. Wichtiger ist, dag dur& die Verhaltensbesonderheiten und andere populationsspezifische Eigens&aften die Wechselwirkungen auf diejenigen Populationen konzentriert, die nach Art eines biologischen Schltissels und Schlosses zueinander passen (wie im extremen Fall yon Pleurobrachia pileus und Beroe gracilis). C~ /& % O -o ¢ ~ A O 9 -, / t / I / ca N" .ql -c c,~ ¢ - ~ ,~° .\e N" C~ P h yt op t ankton Abb. 9: Schema einiger m~t Pleurobrachia pileus in direkter bzw. indirekter Relation stehender Populationen. Innerer Kreis: direkt wirkende Faktoren; diinne Pfeile: indirekte (sekund~ire) Wirkung auf P. pileus fiber Calanus; iiuflererangedeuteter Kreis: indirekt wirkende weitere Faktoren. Pfeilrichtung: Richtung der Einfluflnahmebzw. Schadwirkung Zur Analyse der Situation einer Population und zur Prognose ihrer Entwicklung wird es notwendig sein, die We&selbeziehungen zwis&en allen Entwi&lungsstadien aller beteiligten Populationen einzubeziehen. Es gibt vide Versuche, diese 6kologis&en Relationen darzustellen; jede Beschreibung derart komplizierter Relationen mug zwangsI~iufigzu Vereinfachungen fiihren. So gibt das yon PIMENTELL(1966) gebrauchte Modell der Beziehungen einer Population zu ihrer Umwelt haupts~i&lich einen Eindru& yon der Vers&a&telung der Relationen. Ein entspre&endes, extrem vereinfa&tes Schema fiir Pleurobrachia pileus soll diese Beziehungen veranschaulichen (Abb. 9). Um die untersuchte Population herum sind die in Relation mit ihr stehenden anderen angeordnet. Pfeile deuten die Richtung der Einflugnahme yon den Agenden zu den Reagenden an. Von den weiteren Populationen und abiotischen Faktoren, die ihrerseits jede auf der Kreislinie liegende Population in ihrer Entwi&lung beeinflussen, sind nur W. GI~Ve o o +, ++,, ++, + , , ; , , , , ,, , + + + o + + ++ o + o + + + t + + 0 0 0 0 0 o o o o + + + ++o +o + i i 0 + + + + + + + + + + + + + + + + + + + + Untersuchungen an Pleurobrachia piteus einige fiir Calanus eingetragen. Zur Darstellung alter sekundiiren und terti~iren Relationen, die 6kologisch oft wichtiger sind als die prim~ren, reicht dieses Schema nicht aus. Eine einfache Methode, alle in Wechselwirkung miteinander stehenden Gr6tgen zu ordnen, bietet die Matrix. Die in Abbildung 9 erw~ihnten Populationen bzw. biotischen Faktoren wurden zu einer solchen Matrix zusammengestelh. Dabei gelten sie in der Waagerechten ats Agenden, in der Senkrechten als Reagenden. In Symbolen ist ausgedriickt, wie der einzelne Agend auf die Population des jeweiligen Reagenden wirkt. Die Wirkung ist vereinfachend als positiv oder negativ dargestellt. Da jeder Agend auch als Reagend aufgefiihrt ist, lassen sich schnell die sekund~ren Relationen und entsprechend die terti~ren Relationen in diesem ModelI des ~kosystems herausfinden. Die Lehrstellen in der Matrix zeigen an, wieviel mehr Informationen sie enthahen kann als das Schema (Abb. 9), nach dem sie angelegt wurde. Unbefriedigend bei dieser Darstellungsweise ist vor allem die beschr~nkte Aussagef~ihigkeit der verwendeten Symbole. Am Beispiel der Wechselbeziehung yon Pleuselten h~ufi( Copepodenhatuflgkeit Abb. 10: DreldimensionalesModell der interpopulativen WechselbeziehungenzwischenPleurobrachia pileus und aduhen Copepoden einer Population. Mit steigender Abundanz des Copepoden nimmt seine S&adwirkung auf die jungen Ctenophoren (vgl. Tab. 1) und die positive Wirkung auf die aduhen als Futterorganismus zu. Bei sehr hoher Abundanz sinkt der Effekt wieder unter die Indifferenzebene robrachia pileus und Temora Iongicornis liigt sich das besonders deutlich zeigen. Wie die Experimente erwiesen, werden junge P. pileus yon aduhen Temora entscheidend geschiidigt; aduhe P. pileus leben jedoch haupts~ichlichyon solchen Copepoden. Zu dem dreifachen ,, + + + " mug daher ein ,,--" treten, daf~ aber nut far ein bestimmtes Lebensstadium gilt. Auf der anderen Seite zeigte sich, dab bei extremer Abundanz yon Temora mit einer Sch~idigungauch aduher P. pileus zu rechnen ist. Neben den verschiedenen Altersstadien sollte daher auch die Abundanz des Agenden mit in das Symbol eingehen, das innerhalb der Matrix die Wechselbeziehungen der Populationen repr~sentiert. Ordnet man die drei genannten Variablen, Schad- bzw. Nutzintensit~it, Abundanz des Agenden definierter Art, Altersstufe etc. und die Altersstufen des Reagenden, den drei Koordinaten zu, so l~it~tsich ein Diagramm wie in Abbildung 10 darstellen. Aus ihm l~f~t sich direkt der biologische Effekt des Agenden ablesen: z. B. (vorn von links nach rechts): Je h~iufiger adulte Copepoden sind, um so st~irker werden junge P. pileus gesch~idigt; (hinten yon links nach rechts): Mit zunehmender H~iufigkeit der Copepoden verbessern sich zun,ichst die Lebensbedingungen ffir adulte P. pileus bis zu einem Maximum, bei noch b6herer Abundanz tritt eine Sch~idigungauch der adulten Ctenophoren ein; (rechts yon vorne nach hinten): Je ~ilter P. pileus, um so geringer ist die Schiidigung durch ein Massenvorkommen yon adulten Copepoden. Dieses Schema l~if~tim Zusammenhang mit der Matrix eine recht weitreichende Symbolisierung biologischer Relationen zu. Damit kann es Vorstufe fiir eine Okosystemanalyse sein, die die Vernetzung der interpopulativen Relationen im Gegensatz zum Nahrungskettenmodell nnd anderen Schemata berii&sichtigt. Auf welche Weise weitere Abh~ingigkeiten (z. B. vonder Temperatur) einzubeziehen sind, ist an anderer Stelle dargdegt worden (GlaiVE 1969). Die in diesem wiirfelf6rmigen Diagramm angenommene Schad- und Nutzintensit~it steht f~ir eine Vielzahl yon unterschiedlichen biologischen Relationen. Diese Vereinfachung erschien jedoch notwendig, da nur so die Summe aller die Populationsdynamik beeinflussenden Komponenten in ein Funktionsmodelt einbezogen werden konnte. Es stelit einen der Versuche dar, die WATT (1966) fordert, der die deskriptive Darstellung ~SkologischerZusammenh~inge durch das potentieI1 durch EDV-Anlagen verarbeitbare Modell ersetzt wissen m~Jchte. ZUSAMMENFASSUNG 5. Kiinstlich erzeugter Seegang bewirkt bei P. pileus eine Ver~inderung der Tiefenverteilung; die Ctenophore weicht der Oberfl~chenturbulenz aus. 6. Das Fangverhalten der Ctenophore wird auch yon hohem Sestongehalt des H~Iterungswassers nut wenig gestSrt. Aktiv schwimmende Organismen werden bevorzugt gefangen. Treibsand kann zur Sch~idigung yon P. pileus fiihren. Eisenhydroxidflocken und andere industrielle Abfallstoffe stSrten die Ctenophore nur wenig bei der Nahrungsaufnahme. 7. Die Wechselbeziehungen zwischen P. pileus und anderen Holopianktonten find teilweise sehr kompliziert. Fiir die verschiedenen Altersstufen der Ctenophore kSnhen z. B. adulte Copepoden nacheinander Feinde und Nahrungsorganismen sein. 8. Von den Formen des Meroplanktons sind besonders einige Scyphomedusen als Feinde yon P. pileus yon Bedeutung. Die Larven vieler benthonis&er Evertebraten tragen zur Ern~ihrung insbesondere junger Individuen yon P. pileus bei. Fis&larven werden besonders dann yon P. pileus gefressen, wenn fie aktiv s&wimmen. 9. Bodenlebende Fische und das vagile Makrobenthos sind zum Teii Feinde yon P. piIeus; Cyclopterus lumpus frigt die Ctenophore begierig; Eupagurus bernhardus zeigt ein speziell far den Fang "con P. pileus geeignetes Verhalten. 10. Ein Modell zur Beschreibung der interpopulativen Relationen zwis&en P. pileus und ihren Nachbarpopulationen wird als Mittel zur ~kosystemanalyse vorgeschlagen. Danksagungen. Die vorliegende Arbeit stellt einen gekiirzten, verlinderten und durch weitere Untersuchungen erg~nzten Tell der Dissertation des Verfassers (GR~vEI969) dar. l~iir die Anregung zu diesen Untersuchungen und die Untersttitzung in allen Phasen der Arbeit danke ich dem Leiter der Biologischen Anstalt Helgoland, Herrn Professor Dr. O. KINNE. Augerdem danke ich allen Mitarbeitern der Biologischen Anstalt Hetgoland, die mir geholfen haben, insbesondere dem Werkstattpersonal, das vMe Versuche erst ermSglichte. Mein besonderer Dank fiir ihre Hilfe bei der Versuchsauswertung gilt Fr~iulein M. I-~NCST.Ein Tell der Untersuchu~g wurde mit Unterstiitzung der Deutschen Forschungsgemeinschai°cdurchgefiihrt. Z I T I E R T E L I T E R A T U R 1. Die tentakulate Ctenophore Pleurobrachia pileus FAir,. wurde im Laboratorium kultiviert und ~SkologischenExperimenten unterworfen . Als Kultur- und Experimentiergef~ if~e dienten der Planktonkreisel, der Phytoplanktonkreisel und die Doppelk~ivette. 2. Individuen yon P. pileus (15 mm K6rperdurchmesser) legten in einem Zeitraum yon 14 Tagen bis zu 7000 Eier ab; die kleinsten sexudl aktiven tndividuen maiden 5,5 ram . 3. Versuche zur Temperaturtoleranz zeigten, dai~ P. pileus Temperaturen yon - - 1o bis 2 6 ° C ertr~igt; die extremsten toterierten Salzgehalte tagen bei 12 %0 bzw. 45 %0 S; beide Werte stellen keine absolute Toleranzgrenze dar . 4. Der Einflut ~ der Umgebungstemperatur auf die Entwi&lungsgeschwindigkeit der Ctenophoreneier, die Nahrungsaufnahme- und Wachstumsrate wurde im Temperaturbereich yon 6° bis 20° C untersucht. Innerhalb dieses Bereiches entwi&elte sich P. pileus normal, zeigte jedoch deutlich abgestuRe Reaktionen auf die unterschiedlichen Temperaturen . 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W. Greve. Ökologische Untersuchungen anPleurobrachia pileus, Helgoland Marine Research, 1972, 141-164, DOI: 10.1007/BF01609686