Mehr Magenkrebs durch Alkohol — aber nicht bei jedem!

CME, Oct 2015

BS

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Mehr Magenkrebs durch Alkohol — aber nicht bei jedem!

Mehr Magenkrebs durch Alkohol - aber nicht bei jedem! - Alkohol fördert die Entstehung von Magenkarzinomen. Der Effekt scheint sich aber nur bei Menschen bemerkbar zu machen, die nicht mit Helicobacter pylori infiziert sind. Zwei Metaanalysen haben den Konsum von Alkohol als Risikofaktor für Magenkrebs ausgewiesen. Trotzdem ist der Zusammenhang umstritten: Die International Agency for Research on Cancer (IARC) hat Widersprüche in den publizierten Daten festgestellt. Einer Studie aus Korea zufolge könnten die unterschiedlichen Ergebnisse mit dem Helicobacter (H.)-pylori-Status zusammenhängen. Nur bei Teilnehmern ohne den Magenkeim war starker Alkoholkonsum mit einer erhöhten Magenkrebsrate assoziiert. In der Gesamtkohorte mit 18.863 Probanden, darunter 403 Magenkarzinomnicht mehr als Standard festgelegt wurde, bleibt abzuwarten, ob nicht doch bei schwer zu behandelnden Patienten mit Genotyp 3 (vorbehandelt mit fortgeschrittener Leberbrose/Zirrhose) eine Triple- erapie e ektiver und kostengünstiger ist. Ist SVR12 ein sicherer Marker für die Ausheilung einer Hepatitis C? Zahlreiche interferonfreie erapieregime sind seit 2014 für die Behandlung der chronischen Hepatitis C zugelassen worden. Inzwischen wird die Ausheilung einer chronischen Hepatitis C regelhaŒ 12 Wochen nach erapieende (SVR12) im Gegensatz zur interferonbasierten erapie (SVR24) dokumentiert. Inzwischen liegen insbesondere für Sofosbuvir Daten von mehr als 3000 Patienten aus Phase-IIII-Studien mit einer SVR12 vor [10]. Ein später Relapse mehr als 12 Wochen nach erapieende trat nur bei 0,17% der Patienten auf. Die meisten Virämien, die mehr als 12 Wochen nach erapieende auŒraten, waren auf Neuinfektionen zurückzuführen. Somit kann mit sehr hoher Wahrpatienten, war das Risiko für den Krebs signikant erhöht, wenn Alkohol seit mehr als 30 Jahren, mindestens siebenmal pro Woche oder in einer Menge von mindestens 55 g bei einer einzelnen Gelegenheit (Binge-Drinking) konsumiert wurde. Wie ist der Zusammenhang? Für 949 Personen, einschließlich 266 an Magenkrebs erkrankten, waren Daten zum H.-pylori-Status vorhanden. Berücksichtigte man diese Information sowie Alter, Geschlecht, BMI, Bildungsniveau und Rauchstatus der Teilnehmer, waren die Assoziationen zwischen Alkoholkonsum und Krebsraten nicht mehr signikant. Nur Teilnehmer, die keine H.-pylori-spezischen IgG-Antikörper aufwiesen, steigerten durch starken Alkoholkonsum ihr Magenkrebsrisiko: Bei mindestens sieben alkoholischen Getränken pro Woche war scheinlichkeit für eine Sofosbuvir-basierte erapie eine Ausheilung der Hepatitis C bereits 12 Wochen nach erapieende vorhergesagt werden. Praxisrelevanz & Fazit Nach der Evolution der interferonfreien erapie der chronischen Hepatitis C im vergangenen Jahr ist inzwischen eine Konsolidierung eingetreten. Nahezu alle zugelassenen interferonfreien erapieregime weisen extrem hohe Heilungsraten bei guter Verträglichkeit und kurzer erapiedauer auf. Der „einfache Hepatitis CPatient“ kann mit über 90%-iger Wahrscheinlichkeit geheilt werden. Daher fokussiert sich inzwischen die Forschung auf spezielle, schwer zu behandelnde Patientengruppen. Patienten mit HCV-Reinfektion nach Transplantation oder HCV-HIV-koinzierte Patienten gehören hier kaum noch dazu, da sich die Ansprechraten für diese Gruppen denen der Monoinzierten angleichen. Bleiben Patienten mit fortgeschrittener/dekompensierter Leberzirrhose, Patienten mit Niereninsu¦zienz oder seit Kurzem auch Padas Risiko rund 3,5-mal und bei BingeDrinking rund 3,3-mal so hoch wie bei A-l koholabstinenz. Bei den Patienten mit IgG-Antikörpern, die mit H. pylori inziert waren, zeigte sich keinerlei Korrelation zwischen Trinkverhalten und Krebsrate. Warum aber sollte Alkohol bei Menschen mit einer H.-pylori-Infektion weniger Schaden anrichten als bei nicht inzierten? Die Studienautoren um SeungHyun Ma vermuten antimikrobielle E ekte von Alkohol auf den Magenkeim. Hinweise auf eine solche Wirkung hätten sich auch in anderen epidemiologischen Studien ergeben. (BS) Ma SH et al. BJC 2015; online 17. September. doi: 10.1038/bjc.2015.333 tienten mit einem erapieversagen (Relapse) auf eine interferonfreie Ersttherapie. Auch für diese Patientengruppen scheinen erfolgversprechende erapieregime zur Verfügung zu stehen. Beim HCV-Genotyp 3, dem am schwersten zu behandelndem Genotyp, stellt sich nach dem diesjährigen europäischen Leberkongress die Frage, ob nicht doch eine 12-wöchige interferonbasierte Triple- erapie insbesondere bei fortgeschrittener Leberbrose durchgeführt werden sollte, auch wenn nach G-BA-Beschluss für diese erapie kein Zusatznutzen besteht. Dies weist erneut nur auf das Dilemma der neuen wissenschaŒlichen Erkenntnisse und den gleichzeitigen Beschränkungen in der praktischen Anwendung (Zulassung, GBA-Nutzenbewertung, Kosten) hin. Insgesamt hat sich die Datenbasis zur interferonfreien erapie jedoch weiter vergrößert, so dass sich hieraus für die Praxis eine zunehmende erapiesicherheit für den individuellen Patienten mit chronischer Hepatitis C ergibt. Literaturliste beim Verlag


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BS. Mehr Magenkrebs durch Alkohol — aber nicht bei jedem!, CME, 2015, 21-21, DOI: 10.1007/s11298-015-1521-4