Welche Analgetika bei neuropathischen Schmerzen?

Schmerzmedizin, May 2016

Dr. Andreas Häckel

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Welche Analgetika bei neuropathischen Schmerzen?

Erhebung der Techniker Krankenkasse Welche Analgetika bei neuropathischen Schmerzen? 0 Symposium „Sinn und Unsinn von WHO-Stufe- III-Analgetika bei chronischen neuropathischen Schmerzen“ , Frankfurt am Main, 4.3.2016 - E ihrem Ursprung als neuropathisch twa 15,5 % aller Schmerzen sind in einzuordnen [1]. Bezüglich der optimalen erapie bei diesen Schmerzen machte im vergangenen Jahr die Kommunikation einer in Lancet Neurology publizierte Metaanalyse von sich reden [2]. Auf Basis der Auswertung von 229 randomisierten, placebokontrollierten Doppelblindstudien wurden von den Autoren als orale oder topische Erstlinientherapie trizyklische Antidepressiva (TCA), Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemer (SNRI) sowie Pregabalin und Gabapentin empfohlen. Als Zweitlinientherapie wurden Lidocainoder Capsaicin-P–aster oder das schwache Opioid Tramadol genannt, erst in dritter Linie wurde eine „schwache Empfehlung“ für starkwirksame Opioide ausgesprochen. Widerspruch durch falsche Interpretation Dies widerspricht nicht nur klinischer Erfahrung, sondern auch der bekannten S3-Leitlinie zur Langzeitanwendung von Opioiden bei nicht tumorbedingten Schmerzen (LONTS [3]), konstatierte Privatdozent Dr. Michael Überall aus Nürnberg. Seine Analyse der Originalpublikation ergab deutliche Schwächen der Daten sowie deren fehlerhaže Interpretation. Hinsichtlich der „number needed to treat“ (NNT) für eine 50 %-ige Schmerzlinderung seien nämlich TCA und starke sowie schwache Opioide mit NNT zwischen drei und fünf den anderen Substanzen mit NNT zwischen sechs und acht mindestens ebenbürtig oder sogar überlegen. Die positive Einschätzung der Opioide bei neuropathischen Schmerzen spiegele sich auch in den Empfehlungen der LONTS-Leitlinien und den aktuellen DGN-Leitlinien wider, sagte Überall. Dem widerspricht wiederum eine Untersuchung, in der retardiertes Tapentadol neuropathische Schmerzen besser linderte als die Kombination aus Oxycodon und Naloxon [4]. Fragen werfe diese letztere Untersuchung jedoch wegen ihres „alltagsfernen Szenarios“ und hoher Abbruchraten von über 50 % auf, so der Schmerzmediziner. 70 % fand sich nach zwölf Wochen bei etwa 15 % der Patienten unter Tapentadol, aber bei knapp 40% unter dem Opioid. Das bedeute „je härter das Wirksamkeitskriterium für die analgetische Wirkung ist, umso eher sehen wir einen Unterschied in der erapie“, erläuterte Überall. Damit einher ging in beiden erapiegruppen eine Abnahme der als rein neuropathisch de§nierten Schmerzen hin zu nozizeptiven Schmerzen und dem „mixed pain“-Phänotyp. Dr. Andreas Häckel


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Dr. Andreas Häckel. Welche Analgetika bei neuropathischen Schmerzen?, Schmerzmedizin, 2016, 12, DOI: 10.1007/s00940-016-0309-2