Verletzungen der Hand
Trauma und Berufskrankheit ,
Aug 2016
Prof. Dr. med. Dr. med. habil. M. Sauerbier , Prof. Dr. med. Dr. med. habil. R. Hoffmann
Verletzungen der Hand
Editorial
Trauma Berufskrankh 2016 · 18:143
DOI 10.1007/s10039-016-0185-y
Online publiziert: 15. August 2016
© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016
M. Sauerbier1 · R. Hoffmann2
1
Abteilung für Plastische, Hand- und Rekonstruktive Chirurgie, BG Unfallklinik Frankfurt am Main gGmbH,
Frankfurt am Main, Deutschland
2
BG Unfallklinik Frankfurt am Main gGmbH, Frankfurt am Main, Deutschland
Verletzungen der Hand
Liebe Leserinnen und Leser,
Verletzungen der Hand stellen Handchirurgen, Plastische Chirurgen sowie
Unfallchirurgen und Orthopäden immer
wieder vor enorme Herausforderungen,
da die Hände mit einer hochkomplexen
Anatomie aus Muskeln, Nerven und
Sehnen ausgestattet sind. Sie gehören zu
den Sinnesorganen des Menschen und
sind gleichzeitig ein bedeutendes Kommunikations- sowie ein hauptsächliches
Arbeitsorgan.
Schaut man sich Statistiken bezüglich
der am häufigsten verletzten Körperregionen bei beruflich bedingten Unfällen
an, so liegen die Handverletzungen
Erhebungen der DGUV in den letzten Jahren zufolge im Schnitt konstant
bei etwa 30 %. Somit entfällt ca. ein
Drittel der meldepflichtigen Arbeitsunfälle auf Verletzungen an der Hand.
Der überdurchschnittlichen Häufigkeit von Handverletzungen wird durch
die gesetzliche Unfallversicherung im
Rahmen des § SGB VII Rechnung
getragen. Eine herausragende Versorgung in den Berufsgenossenschaftlichen
(BG-)Kliniken, den SAV-Kliniken und
den sonderzugelassenen Handtraumazentren sowie eine optimale Steuerung
des Heilverfahrens gemäß des § 1 SGB VII
„Mit allen geeigneten Mitteln“ erscheinen daher ausgesprochen wichtig. Die
Wiederherstellung der Gesundheit und
Leistungsfähigkeit und damit die zeitgerechte Wiedereingliederung in das
Berufsleben werden hierdurch oft erst
ermöglicht.
In den BG-Kliniken wird die Handchirurgie fast ausnahmslos in eigenständigen Abteilungen, meist zusammen mit
der plastisch-rekonstruktiven Chirurgie
und rekonstruktiven Mikrochirurgie auf
höchstem Niveau betrieben. Die Leistungsträger in den einzelnen Kliniken/
Abteilungen führen nahezu ausnahmslos
die Zusatzbezeichnung Handchirurgie.
Der hohe Stellenwert der Handchirurgie in Deutschland wird in diesem
Jahr auch nochmals bei dem 57. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft
für Handchirurgie (DGH) in Frankfurt am Main manifestiert. Er wird
in Kooperation mit der American Association for Hand Surgery (AAHS)
ausgerichtet. Hauptthemen sind hierbei
v. a. komplexe rekonstruktive Verfahren
wie beispielsweise die mikrochirurgische
Rekonstruktion nach schweren Handverletzungen, die Daumenrekonstruktion,
die Behandlung der Skaphoidfraktur und
ihrer Spätfolgen und weitere interessante
Themen. Wie hoch die internationale Reputation der deutschen Handchirurgie
mit über 850 DGH-Mitgliedern mittlerweile ist, zeigt auch die Tatsache, dass
die Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie im Jahr 2019 den Weltkongress
für Handchirurgie (IFSSH) in Berlin
ausrichten wird.
Unter dem Leitthema „Verletzungen
der Hand“ werden Ihnen in dieser Ausgabe von Trauma- und Berufskrankheit
verschiedenste Therapiemaßnahmen zu
Spezialthemen aus einzelnen BG-Kliniken präsentiert. So werden Behandlungsstandards zu Gips- und Casttechniken,
Behandlungen der frischen Radiusfraktur und ihren Korrekturmöglichkeiten
beleuchtet. Ebenso werden die aktuellen Therapiestandards bei Handwurzelfrakturen und Mittelhandfrakturen im
Rahmen von Übersichtsarbeiten aufgezeigt. Bezüglich komplexer Handverletzungen werden Arbeiten über Amputationen an der Hand, Rekonstruktion von
schweren Weichteildefekten, Nervenre-
konstruktionen sowie Beugesehnenverletzungen hinsichtlich ihrer modernen
Therapiekonzepte präsentiert.
Wir bedanken uns bei den Autoren
und Koautoren für die Erstellung dieser aktuellen Übersichtsarbeiten und
wünschen Ihnen, liebe Leserinnen und
Leser, spannende und sicher auch „auffrischende“ Lektüre.
Mit herzlichen Grüßen,
Ihre
Prof. Dr. med. Dr. med. habil.
M. Sauerbier
Prof. Dr. med. Dr. med. habil.
R. Hoffmann
Korrespondenzadresse
Prof. Dr. med. Dr. med. habil. M. Sauerbier
Abteilung für Plastische, Hand- und
Rekonstruktive Chirurgie, BG Unfallklinik
Frankfurt am Main gGmbH
Frankfurt am Main, Deutschland
Prof. Dr. med. Dr. med. habil. R. Hoffmann
BG Unfallklinik Frankfurt am Main gGmbH
Frankfurt am Main, Deutschland
reinhard.hoff
[email protected]
Interessenkonflikt. M. Sauerbier und R. Hoffmann
geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
Trauma und Berufskrankheit 3 · 2016
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Prof. Dr. med. Dr. med. habil. M. Sauerbier, Prof. Dr. med. Dr. med. habil. R. Hoffmann.
Verletzungen der Hand ,
Trauma und Berufskrankheit,
2016, pp. 143-143, Volume 18, Issue 3, DOI: 10.1007/s10039-016-0185-y