ARC-basierte Strahlentherapie: höhere Toxizität

Uro-News, Apr 2012

Barbara Kreutzkamp

A PDF file should load here. If you do not see its contents the file may be temporarily unavailable at the journal website or you do not have a PDF plug-in installed and enabled in your browser.

Alternatively, you can download the file locally and open with any standalone PDF reader:

https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs00092-012-0111-y.pdf

ARC-basierte Strahlentherapie: höhere Toxizität

URO-NEWS Zystitis: Cefpodoxim schlechte Alternative für Fluorchinolone Zur Therapie des lokalen Prostatakarzinoms werden ARC-basierte hypofraktionierte, bildgebungsgestützte Radiotherapieregimes als Alternativen zu intensitätsmodulierten Verfahren eingesetzt. Nun gibt es Toxizitätsdaten. - mit unkomplizierter Zystitis verglichen. Das Ergebnis war enttäuschend: So zeigte sich Cefpodoxim (2 x täglich 100 mg) in einer Kurzzeittherapie über drei Tage dem Fluorchinolon (2 x täglich 250 mg) deutlich unterlegen. Letzteres führte in einer Intention-to-Treat-Analyse bei 139 von 150 Frauen mit unkomplizierter Zystitis (93 %) zum klinischen Erfolg; bei diesen Frauen war nach einem 30-tägigen Follow-up keine weitere Behandlung erforderlich. Die Erfolgsrate mit Cefpodoxim war m dagegen mit 82 % (123 von 150 Patien.co tinnen) signifikant schlechter. Das Fluts oh orchinolon lag auch dann noch eindeutig o p© vorne, wenn man davon ausging, dass alle 15 respektive 17 Patientinnen, die nach den 30 Tagen nicht mehr für die Auswertung zur Verfügung standen, nicht auf die Behandlung angesprochen hätten (83% vs. 71%). Nahm man allerdings die Frauen heraus, die im vorangegangenen Jahr mehr als eine unkomplizierte Zystitis hatten – dies betraf immerhin 31 beziehungsweise 50 Patientinnen Harnwegsinfektion: beim Verschreiben von Antibiotika an Resistenzen denken! E in einer randomisierten, doppelin US-amerikanisches Ärzteteam hat blinden Studie die Wirksamkeit des Fluorchinolons Ciprofloxacin mit der des β-Laktams Cefpodoxim bei 300 Frauen Urogenitalsystem 34 % und 9 %, die der gastrointestinalen Nebenwirkungen 25 % und 10 %. Ein Patient mit einem bis dahin nicht diagnostizierten Morbus Crohn erlitt eine akute Toxizität Grad 4. Spättoxizitäten vom Grad 2 und 3 am Urogenitalsystem traten bei 14 % und 5 % der Patienten auf, am Gastrointestinalsystem bei 25 % und 3 %. Eine gastrointestinale Grad4-Spättoxizität wurde bei einem Patienten unter Antikoagulation zur Behandlung einer vaskulären Erkrankung beobachtet. –, war der Unterschied zwischen den beiden Gruppen wesentlich geringer (84 % vs. 80 %). Die Mehrzahl der unkomplizierten Blasenentzündungen in der Studie war auf E. coli zurückzuführen; in insgesamt 75 % war das Bakterium alleiniger Verursacher, in 2 % wurde er als Co-Pathogen identifiziert. In den beiden Gruppen fand sich vor Therapie bei jeweils 82 % der Teilnehmerinnen E. coli im Vaginalabstrich. Fünf Tage nach Behandlungsende hatte sich dieser Anteil auf 16 % in der Ciprofloxacin-, aber nur auf 40 % in der Cefpodoxim-Gruppe verringert. Fazit: Nach den vorliegenden Ergebnissen kann der Einsatz von Cefpodoxim in der Erstlinientherapie der unkomplizierten Zystitis nicht befürwortet werden. In der kürzlich publizierten deutschen S3-Leitlinie „Harnwegsinfektionen“ wird die Substanz ebenso wie Ciprofloxacin als „Mittel der zweiten Wahl“ geführt. Als FirstlineTherapeutika werden Fosfomycin, Nitrofurantoin oder Pivmecillinam empfohlen. Alle drei Substanzen zeichnen sich durch niedrige Resistenzraten und geringe Kollateralschäden aus. Dr. Elke Oberhofer Hooton TM et al. Cefpodoxime vs Ciprofloxacin for Short-Course Treatment of Acute Uncomplicated Cystitis: A Randomized Trial. JAMA 2012; 307: 583–9 Das biochemische krankheitsfreie DreiJahres-Überleben betrug 95 %. Fazit: Die Patienten profitieren von einer ARC-basierten Radiotherapie mit 63,2 Gy bei allerdings leicht gehäuften akuten Grad-3- und späten Grad-2-Toxizitäten im Vergleich zum bisherigen intensitätsmodulierten hypofraktionierten Regime. Daher sollte man dieses Verfahren zunächst mit Vorsicht einsetzen und die Ergebnisse randomisierter Studien mit Daten zu Patientenselektion und Toxizitätsraten abwarten. Barbara Kreutzkamp Lock M et al. A phase II trial of ARC-based hypofractionated intensity-modulated radiotherapy in localized prostate cancer. Int J Radiat Oncol Biol Phys 2011; 80:1306–15


This is a preview of a remote PDF: https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs00092-012-0111-y.pdf

Barbara Kreutzkamp. ARC-basierte Strahlentherapie: höhere Toxizität, Uro-News, 2012, 46, DOI: 10.1007/s00092-012-0111-y