Die Hokusai-Welle kommt

CardioVasc, Sep 2013

J. A

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Die Hokusai-Welle kommt

Vergleichsarm Placebo. Das Follow-up betrug im Mit- tel Die Hokusai-Welle kommt Mit Edoxaban will sich ein weiterer oraler Gerinnungshemmer als Alternative zu Warfarin in einem breiten Indikationsspektrum positionieren. Darauf weist ein umfangreiches Studienprogramm hin. Auf dem ESC belegte die Hokusai- VTE-Studie dass die Substanz bei tiefen Venenthrombosen und Lungenem- bolien ebenso e ektiv ist wie Warfarin aber weniger Blutungen verursacht. - ko wegen einer Herzinsu zienz stationär behandelt werden zu müssen, stieg in der Verumgruppe um signi kante 27%, in absoluten Relationen ausgedrückt war es ein Anstieg um 0,7%. Ferner war in der Verumgruppe auch das Hypoglykämierisiko erhöht. An der EXAMINE-Studie nahmen 5 380 Diabetiker teil, die einen akuten Herzinfarkt oder eine instabile Angina Pectoris durchgemacht haben und deshalb stationäre Hilfe aufsuchten. Sie erhielten entweder Alogliptin oder Placebo zusätzlich zu ihrer antihyperglykämischen und kardiovaskulären Basistherapie. Der primäre Endpunkt beinhaltete kardiovaskulären Tod sowie nichttödlichen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Das Resultat war ähnlich: Die kardiovaskulären E ekte von Placebo und Prüfsubstanz waren gleich, Alogliptin also nicht unterlegen. Das HbA1c sank um 0,36%, vermehrte hypoglykämische Episoden traten wohl nicht auf. So ergibt sich für den Stellenwert der Gliptine hinsichtlich ihrer kardiovaskulären Wirkungen eine neue Datenlage, die sicher Anlass für langwierige Diskussionen sein dür e. Darüber ist längst nicht das letzte Wort gesprochen. (J. A.) D Edoxaban ist in Japan schon zu er direkte Faktor-Xa-Inhibitor gelassen. International läu ein aufwendiges Studienprogramm, das den Einsatz bei Vorho immern einschließt. Auf dem ESC präsentierte Prof. Harry R. Büller vom Akademischen Zentrum in Amsterdam die Hokusai-VTE-Studie. Die tiefe Venenthrombose bis hin zur Lungenembolie war ein neues Etappenziel in der Produktentwicklung. Hinter dem besonderem Akronym verbirgt sich ein Zitat. Katsushika Hokusai war ein japanischer Maler in der ersten Häl e des 19. Jahrhunderts, geboren in Edo, dem heutigen Tokio. Eines seiner Meisterwerke ist „die große Welle vor Kanagawa“, die nun der Pate für den Gerinnungshemmer ist. Um die Einsatzmöglichkeiten in der täglichen Praxis zu demonstrieren, waren die Einschlusskriterien weit gefasst bis hin zu schweren Formen von akuten venösen romboembolien (VTE). Die 4 921 Patienten mit tiefen Venenthrombosen und die 3 319 mit Lungenembolien erhielten 5 Tage lang Enoxaparin oder unfraktioniertes Heparin. Danach erfolgte die Randomisierung auf Edoxaban oder Warfarin. Die Standarddosis von Edoxaban war 60 mg/tgl. oral oder 30 mg bei Patienten mit erhöhtem Blutungsrisiko, was bei einer Niereninsu zienz (Creatinin-Clearence: 30–50 ml/min) oder einem Gewicht von 60 kg oder weniger zu erwarten ist. Die Warfarin-Dosis wurde wie üblich INR-adaptiert. Der therapeutische Bereich wurde zu einem höheren Prozentsatz erreicht als in vergleichbaren Doppelblind-Studien mit neuen Antikoagulanzien, nämlich bei 63,5% der Patienten. Die Prüfsubstanz wurde mindestens drei und längstens zwölf Monate gegeben. Primärer Wirksamkeitsendpunkt waren die thromboembolischen Rezidive, wichtigster Sicherheitsendpunkt die Blutungen, und zwar die schweren wie auch die klinisch relevanten kleineren oder mittleren. Die Ergebnisse: Edoxaban erwies sich, was die Wirkung betri , als nicht unterlegen: 130 Ereignisse (3,2%) in der Edoxaban-, 146 (3,5%) in der PlaceboGruppe. Im Sicherheitsendpunkt zeigen sich weniger Blutungen in der Edoxaban(8,5%) als in der Placebo-Gruppe (10,3%). Unter den Patienten mit Lungenembolie entwickelten 938 eine rechtsventrikuläre Dysfunktion, diagnostiziert mithilfe des natriuretischen Peptids. In dieser Subgruppe lag unter Edoxaban die Rezidivrate bei 3,3%, unter Placebo bei 6,2%. Fast nur Hochrisikopatienten beteiligt Die Diskussion über die Studie hob die Besonderheit des Protokolls hervor, nach der die Patienten vor Randomisierung erst mit Heparin behandelt werden. Dies war in Vergleichsstudien mit anderen neuen Antikoagulanzien nicht so vorgesehen. Büller sieht darin einen Vorteil, denn so wurde sichergestellt, dass man vornehmlich Hochrisikopatienten, viele mit großen Gerinnseln, in die Studie aufnahm. Die Schnittstelle zwischen initialer Heparinisierung und dem Umstellen auf Edoxaban nach fünf Tagen bezeichnete Büller als unproblematisch. Ähnlich wie andere neue Antikoagulanzien konnte Edoxaban besonders wirksam intrakranielle und retroperitoneale Blutungen vermeiden. Fazit: Edoxaban hat die Aufnahmeprüfung in den Indikationsbereich akute romboembolien überzeugend bestanden. (J. A.)


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J. A. Die Hokusai-Welle kommt, CardioVasc, 2013, 15-15, DOI: 10.1007/s15027-013-0158-z