Mäßiger Alkoholkonsum schützt das Herz

Info Diabetologie, Sep 2012

Professor Dr. med. Heinrich Holzgreve

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Mäßiger Alkoholkonsum schützt das Herz

Mäßiger Alkoholkonsum schützt das Herz 0 Prof. Dr. med. Heinrich Holzgreve Internist , Kardiologische Praxis Burgstr. 7, D-80331 München Fragestellung: Wie wirkt sich ein langfristiger moderater Alkoholkonsum auf die kardiovaskuläre Sterblichkeit nach einem Myokardinfarkt aus? Hintergrund: Dass ein Glas Rotwein am Tag das Risiko eines Herzinfarktes und auch die Morbidität und Mortalität infolge kardiovaskulärer Ursachen senken kann, ließen schon die Ergebnisse früherer Studien erkennen. In dieser Studie soll nun auch prospektiv die Wirkung eines längerfristigen moderaten Alkoholkonsums nach dem ersten Infarkt analysiert werden. Patienten und Methodik: An dieser Studie nahmen 51 529 Ärzte teil, die im Jahr 1986 zwischen 40 und 75 Jahre alt, kardiovaskulär gesund und weder an einem Schlaganfall noch an einem Malignom erkrankt waren. Ihr Gesundheitsstatus wurde alle zwei, andere Lebensgewohnheiten, darunter der Alkoholkonsum, alle vier Jahre evaluiert. Bis zum Jahr 2006 starben 486 von 1 818 Patienten, die einen ersten Infarkt überlebten, darunter 243 infolge einer kardiovaskulären Ursache. - Ergebnisse: Bei der Auswertung wurde mithilfe einer Multivarianzanalyse nicht nur berücksichtigt, dass die Probanden mit Alkoholkonsum häufiger rauchten und ASS einnahmen bzw. seltener einen Diabetes hatten, sondern auch eine Vielzahl von anderen potenziellen Einflussfaktoren wie Ernährungsgewohnheiten, Begleiterkrankungen und Medikamenteneinnahme. Dabei stellte sich heraus, dass die Gesamtmortalität und die kardiovaskuläre Mortalität bei moderatem Alkoholkonsum bis 30 g / Tag um 22–52% niedriger war als bei den Abstinenzlern. Bei Mengen über 30 g / Tag ging dieser günstige Effekt dann allerdings wieder weit gehend verloren. Kommentar: Mehrere methodisch unterschiedliche Studien haben bereits gezeigt, dass Alkoholkonsum in moderaten Mengen die Morbidität und Mortalität infolge kardiovaskulärer Ursachen verringert. Die vorliegenden Daten von amerikanischen Ärzten stützen sich auf die erste prospektive Untersuchung zu diesem Thema. Die günstige Wirkung des Alkohols wird durch unterschiedliche biologische Mechanismen erklärt, zum Beispiel durch den Anstieg von HDL-Cholesterin und der Insulinsensitivität bzw. die Abnahme von Fibrinogen, Entzündungsmarkern, CRP und Interleukin-6. Eine geringere Verkalkung und eine langsamere Progression einer KHK sind schon beschrieben worden. Wie bei Medikamenten kommt aber alles auf die richtige Dosis an: Bei starkem und erst recht bei exzessivem Alkoholkonsum geht die günstige kardiovaskuläre Wirkung verloren, und es dominieren schlussendlich die toxischen Effekte auf das Herz und andere Organe.


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Professor Dr. med. Heinrich Holzgreve. Mäßiger Alkoholkonsum schützt das Herz, Info Diabetologie, 2012, 16-16, DOI: 10.1007/s15034-012-0155-9