Glukoseabhängige Insulinsekretion kann sich regenerieren

Info Diabetologie, Jun 2012

red

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Glukoseabhängige Insulinsekretion kann sich regenerieren

Vorteile durch strukturierte Blutzuckerselbstmessung Kurz notiert Quelle: Presseveranstaltung, ATTD-Congress Advanced Technologies and Treatments for Diabetes), Barcelona, 9.2.2012, Veranstalter: Roche Diagnostics Quelle: Sanofi-Aventis - ■ Die individuellen Gegebenheiten bei Typ­2­Dia ­ betikern unterscheiden sich sehr. Je nach Alter, Le­ bensgewohnheiten und Komorbidität sollte die Therapie mehr oder weniger intensiv gestaltet und im Verlauf angepasst werden. Ein wichtiges diagnos­ tisches Basiswerkzeug ist die Blutglukoseselbstmes­ sung (BGSM), auch bei Patienten ohne Insulinthe­ rapie. Eine strukturierte BGSM hat im Vergleich zu einer unstrukturierten deutliche Vorteile. „Die Blutzuckerselbstmessung ist die wichtigste Entdeckung nach der des Insulins“, sagte Prof. Ema­ nuele Bosi von der San Raffaele Vita­Salute Univer ­ sität in Mailand. Leider gebe es bislang keinen Kon­ sens über den Nutzen der BGSM bei nicht mit In­ sulin therapierten Diabetespatienten, obwohl viele Studienergebnisse dafür sprächen. Eine dieser Stu­ dien ist die aktuelle, laut Bosi bisher größte rando­ misierte kontrollierte Studie zur BGSM mit dem Akronym PRISMA[1]. Sie bezog 1024 oral oder mit Allgemeinmaßnahmen therapierte Typ­ 2­ Diabetiker aus 39 Diabeteskliniken in Italien ein. In ihr wurde zwölf Monate lang verglichen, ob die Teilnehmer mit einer strukturierten BGSM (ISM­ Gruppe) einen Vorteil hatten im Vergleich zur aktiven Kontroll­ gruppe (AC) mit einer unstrukturierten BGSM. Die strukturierte BGSM bestand aus Vierpunkt­ Ta­ gesprofilen dreimal wöchentlich sowie der Informa­ tion der Patienten über den richtigen Zeitpunkt der Messung, die richtige Frequenz und das Umsetzen sinnvoller Maßnahmen als Folge der Messung. Die Basisbedingungen waren zunächst für beide Grup­ pen gleich: Beide erhielten zu Beginn eine Schulung hinsichtlich Ernährung, Bewegung, BGSM und Diabetestherapie (AccuChek eduCare®) und hatten ähnliche demografische Basisdaten sowie HbA1c­ Werte (7–9%). Die Intention­ to­ treat­ Analyse des wichtigsten primären Endpunkts HbA1c­Wert ergab einen mitt ­ leren Abfall in der AC­ Gruppe von 0,27 Prozent­ punkten und in der ISM­Gruppe von 0,39 Prozent ­ punkten nach einem Jahr, ein signifikanter Unter­ schied von 0,12 Prozentpunkten. Auch in der Per­ protocol­ Analyse sei der Unterschied signifikant gewesen, so Bosi. Zusätzlich habe man in beiden Analysen bei der ISM­ Gruppe signifikant mehr The­ rapieanpassungen durch die behandelnden Ärzte feststellen können. Erstaunlich sei zudem ein Trend zur Reduktion des Body­ Mass­ Index von anfänglich im Mittel 30 kg/m2 gewesen, der in der Per­ protocol­ Analyse zugunsten der ISM­ Gruppe signifikant wurde (–0,3 vs. –0,6 kg/m2). Dies könne laut Bosi möglicherweise auf die stärkere Auseinandersetzung mit der Erkrankung in der ISM­Gruppe zurückge ­ führt werden. Die relativ hohe Drop­ out­ Rate führte er auf mangelnde Compliance bei der Blutzucker­ messung zurück. Bosis Fazit fiel dennoch positiv aus: Die struktu­ rierte BGSM ist ein Werkzeug, das Patienten und Ärzten hilft, die Therapie zu optimieren, und dies nicht nur bei Patienten mit eingangs schlechter Blut­ zuckerkontrolle. spa Glukoseabhängige Insulinsekretion kann sich regenerieren Bei Typ-2-Diabetikern können sich die körpereigene glukoseabhängige Insulinsekretion und damit auch die Betazellfunktion wieder erholen, wenn der Blutzucker mit Insulin glargin (Lantus®) frühzeitig normnah eingestellt wird. Zu diesem Ergebnis kamen Pennartz C et al. in einer Studie, in der Typ-2Diabetiker, die bereits mit Metformin vorbehandelt waren, acht Wochen lang jeden Abend Insulin glargin bekamen. Diese Behandlung verbesserte die Insulin- und C-Peptid-Konzentrationen signifikant, und auch die postprandiale endogene Insulinsekretion erhöhte sich, und zwar sowohl in der frühen als auch in der späten Phase. „Wir haben wirklich eine große Chance, mit der Gabe von Basalanaloginsulin bei diesen Menschen durch eine Erholung der Betazelle deutlich bessere Sekretionskapazitäten wieder herzustellen“, erklärte Prof. Petra-Maria SchummDraeger, Klinikum München. Dass die Patienten von einem frühen Start der basalunterstützten oralen Therapie (BOT) mit Insulin glargin und Metformin profitieren, belegt eine Metaanalyse über elf randomisierte Studien. Darin wurde die zusätzliche Gabe von Insulin glargin bei Typ-2-Diabetikern verglichen, die Metformin, einen Sulfonylharnstoff oder eine Kombination von Metformin und einem Sulfonylharnstoff bekamen. Patienten, die Metformin plus Insulin glargin erhielten, schnitten bei der HbA1c-Senkung und der Vermeidung von Hypoglykämien deutlich besser ab als Patienten mit Therapieregimen, die Sulfonylharnstoff enthielten. Der HbA1c-Wert sank unter Metformin plus Insulin glargin um zwei Prozentpunkte, bei Patienten, die zuvor einen Sulfonylharnstoff als Monotherapie oder in Kombination mit Metformin erhalten hatten, signifikant jeweils um 1,7 Prozentpunkte. Außerdem traten unter der Kombination Metformin und Insulin glargin signifikant weniger Hypoglykämien als mit Sulfonylharnstofftherapien auf. red


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red. Glukoseabhängige Insulinsekretion kann sich regenerieren, Info Diabetologie, 2012, 52, DOI: 10.1007/s15034-012-0140-3