Suche nach optimaler Bestrahlungsdosis

Info Onkologie, Mar 2017

Judith Neumaier

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Suche nach optimaler Bestrahlungsdosis

Suche nach optimaler Bestrahlungsdosis NPM -mutierte minimale Resterkrankung bei AML Bisher ging man davon aus dass eine Steigerung der Bestrahlungsdosis bei der Radiochemotherapie des nichtkleinzel- ligen Lungenkarzinoms (NSCLC) die Überlebenschancen verbessert. Ergebnis- se einer aktuellen Untersuchung legen eine di«erenziertere Betrachtung nahe. Eine Steigerung der Bestrahlungsdosis über Gy hinaus war zwar mit einem verbesserten Gesamtüberleben bei NS- CLC-Patienten im Stadium III assoziiert allerdings erreichte der Nutzen bei Gy ein Plateau. Weitere Dosissteigerun- gen auf ≥ Gy brachten keine weitere Verbesserung des Gesamtüberlebens. Für die populationsbasierte Beobach- tungsstudie wurden die Daten der natio- nalen Krebsdatenbank der USA (Natio- nal Cancer Database NCDB) verwendet. Balsat M et al. Postinduction Minimal Residual Disease Predicts Outcome and Benefit From Allogeneic Stem Cell Transplantation in Acute Myeloid Leukemia With NPM1 Mutation: A Study by the Acute Leukemia French Association Group. J Clin Oncol. 2017;35(2):185-93. - Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung stützen bei Patienten mit akuter myeloischer Leukämie (AML) die starke prognostische Bedeutung der NPM1-mutierten minimalen Resterkrankung im peripheren Blut (NPM1m-PB-MRD). Wird nach einer Induktionstherapie, unabhängig vom zytogenetischen und molekularen Kontext keine de†nierte Reduktion der NPM1m-PB-MRD erreicht, geht dies mit einem schlechteren ‡erapieerfolg einher. Von 152 der 229 in der ALFA-0702-Studie behandelten Patienten war in erster Remission eine MRD-Evaluation möglich. Patienten, bei denen laut ELN-Klassi†kation eine AML mit ungünstiger Prognose vorlag, kamen für eine Stammzelltransplantation infrage. Patienten, bei denen nach einer Induktionstherapie der Spiegel der NPM1m-PB-MRD nur um < 4 LogStufen reduziert war, hatten eine höhere kumulative Inzidenz für ein Rezidiv als Patienten mit einer Senkung des Spiegels um ≥ 4 Log-Stufen (p < 0,001). Auch das Gesamtüberleben war kürzer; die 3-Jahres-Überlebensrate betrug 40,8% gegenüber 91,2% (Hazard Ratio [HR] 10,99; p < 0,001). Die Multivarianzanalyse ergab, 33.566 Patienten, die eine Radiochemotherapie mit Bestrahlungsdosen von 59,4 und 85 Gy erhielten, wurden eingeschlossen. Der primäre Endpunkt war das Gesamtüberleben. dass ein abnormaler Karyotyp, das Vorliegen einer FLT3-internal Tandem-Duplikation (ITD) und eine Reduktion der NPM1m-PB-MRD-Spiegel um <  4 LogStufen signi†kant mit einer höheren Rezidivinzidenz und einem kürzeren Gesamtüberleben einhergingen. In der Subgruppe von Patienten mit FLT3-ITD blieben nur das Alter, die Leukozytenzahl und die Reduktion der NPM1m-PB-MRDSpiegel von signi†kantem prognostischem Wert, nicht aber das allelische Verhältnis Die Rate für das 2-Jahres-Überleben betrug in der Gesamtkohorte 43,1 %, für das 5-Jahres-Überleben 18,5%. Die Analysen zeigten einen Anstieg des Gesamtüberlebens mit steigender Dosis: Das mediane Gesamtüberleben betrug 18,8 Monate bei einer Bestrahlung mit 59,4–60 Gy, 21,1 Monate bei 66 Gy, 22,0 Monate bei 70 Gy und 21,0 Monate bei Bestrahlungsdosen von ≥ 71 Gy. Patienten, die mit 66, 70 oder ≥ 71 Gy bestrahlt wurden, hatten ein signi†kant besseres Gesamtüberleben als Patienten, die mit 59,4–60 Gy bestrahlt wurden (p < 0,001). Dagegen bestand kein signi†kanter Unterschied im Gesamtüberleben beim Vergleich von Bestrahlungen mit 66 Gy und ≥ 71 Gy (p = 0,38). Judith Neumaier Brower JV et al. Improved survival with doseescalated radiotherapy in stage III non-small-cell lung cancer: analysis of the National Cancer Database. Ann Oncol. 2016;27(10):1887-94. der FLT3-ITD. Das klinische Ergebnis von Patienten mit einer geringen NPM1m-PBMRD-Reduktion konnte durch eine Stammzelltransplantation verbessert werden (krankheitsfreies und Gesamtüberleben: jeweils Hazard Ratio 0,25; p = 0,047). Bei Patienten mit einer NPM1m-PBMRD-Reduktion um ≥ 4 Log-Stufen hatte die Stammzelltransplantation jedoch keinen Nutzen. Christina Berndt Adenokarzinom der Lunge: Ein Baustein der Tumorentstehung entdeckt Ect2 („epithelial cell transforming sequence 2“) zählt zu den Guanin-Nukleotid-Austauschfaktoren (GEF) und scheint eine Rolle bei der Entwicklung von Adenokarzinomen der Lunge zu spielen. Ect2 reguliert in gesunden Zellen den letzten Schritt der Zellteilung. In Lungenadenokarzinomzellen wird Ect2 dagegen nicht für die Zytokinese benötigt. Wie Forscher der Mayo Clinic in Rochester, MN/USA, zeigen konnten, steigert Ect2 dort die Ribosomenproduktion. Ect2 fördert somit eine erhöhte rRNA-Synthese. Seit Langem war bekannt, dass die Ribosomenspiegel in Tumorzellen erhöht sind. Nun konnte also gezeigt werden, wie es dazu kommt. Diese Erkenntnisse könnten zu einer neuen Strategie für die Behandlung von Adenokarzinomen der Lunge mit KRAS-Mutationen und überexprimiertem Ect2 führen. In präklinischen Studien wird derzeit Auranofin untersucht. Dies ist eine Substanz, die Ect2 und somit auch die Ribosomensynthese inhibiert [Justilien V et al. Cancer Cell. 2017;31(2):256-69]. Judith Neumaier


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Judith Neumaier. Suche nach optimaler Bestrahlungsdosis, Info Onkologie, 2017, 36, DOI: 10.1007/s15004-017-5628-5