Intermediärrisiko-Prostatakarzinom: hypofraktionierte RT ohne erhöhte Spättoxizität

Uro-News, Aug 2017

Barbara Kreutzkamp

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Intermediärrisiko-Prostatakarzinom: hypofraktionierte RT ohne erhöhte Spättoxizität

Intermediärrisiko-Prostatakarzinom: hypofraktionierte RT ohne erhöhte Spättoxizität Form eines PSA-Anstiegs. Das BCF-freie 5-Jahres-Überleben errechnete sich mit jeweils 85 % in beiden Gruppen (HR 0,96, 90 %-KonŽndenzintervall 0,77-1,2). In der Kurztherapiegruppe ereigneten sich zehn tumorbedingte Todesfälle im Vergleich zu 12 im Standardarm. Unterschiede bei den Spättoxizitäten vom Grad ≥ 3 im Urogenital- und Gastrointestinaltrakt gab es nicht, bei den GINebenwirkungen ließ sich ein Trend zuungunsten der Standard-RT erkennen. - I male RT-Schemata ermöglichen eine ntensitätsmodulierte und 3-D-konforzielgerichtete Behandlung des Prostatakarzinoms mit geringer Toxizität auf Blase und Rektum. Das erleichtert den Einsatz in hypofraktionierten erapie protokollen mit höheren Strahlendosen in weniger Sitzungen. Aufgrund des niedrigen α/β-Werts des Tumorgewebes lässt sich auch die Gesamtstrahlendosis reduzieren. In einer Nichtunterlegenheitsstudie sollte dieses Vorgehen beim Intermediärrisiko-Prostatakarzinom im Hinblick auf E‰ektivität und Spättoxizitäten überprüŒ werden. Einbezogen waren Patienten mit einem bezüglich GleasonScore und PSA stratiŽzierten intermediären Risiko. Randomisiert unterzogen sie sich einer konventionellen RT mit 78 Gy in 39 Fraktionen über acht Wochen oder einer hypofraktionierten RT mit 60 Gy in 20 Fraktionen über vier Wochen. Primärer Studienendpunkt war das biochemisch-klinische Rezidiv (BCF), deŽniert als PSA-Anstieg (Nadir +  2 ng/mL), Notwendigkeit einer Hormontherapie, klinisches Rezidiv oder karzinombedingter Tod. Als Nichtunterlegenheitsgrenze wurde eine maximale Abweichung von 7,5 % (Hazard Ratio [HR] < 1,32) festgelegt. Nach median sechs Jahren hatten 109 von 608 Patienten in der Hypofraktionierungsgruppe versus 117 der 598 im Standard-RT-Arm ein BCF erlitten, meist in Photodynamische Lokaltherapie versus Active Surveillance beim Niedrigrisiko-Prostatakarzinom Fokale Therapien sind eine zunehmend interessante Alternative zur aktiven Beobachtung beim Niedrigrisiko-Prostatakarzinom. Für die photodynamische Lokaltherapie mit Padelipor›n liegen jetzt die Ergebnisse einer großen Phase-III-Vergleichsstudie vor. D dynamische erapie (PDT) ist eine ie lokale blutgefäßgerichtete photoneue Alternative beim NiedrigrisikoProstatakarzinom. Bei diesem Eingri‰ werden unter transrektaler Ultraschallkontrolle eine oder mehrere dünne optische Fasern in das vorher durch MRTBildgebung festgelegte Behandlungsareal der Prostata platziert. Nach intravenöser Applikation des Photosensitizers PadeliporŽn wird dieser dann lokal über die optischen Fasern durch Laserlicht (753 nm) aktiviert, und es kommt durch die phototoxische Reaktion zum Verschluss der tumornahen Gefäße. In einer multizentrischen Phase-IIIStudie wurde die teilablative Lokaltherapie mit dem Standard Actice Surveillance – mit Biopsien und PSA-Wert-Bestimmung alle zwölf Monate und digitaler rektaler Untersuchung alle drei Monate – verglichen. Randomisiert wurden die Patienten mit lokalisiertem Niedrigrisiko-Prostatakarzinom (Gleasonscore 3) einer von zwei Gruppen zugeordnet: Die eine Gruppe unterzog sich der PDT (n = 206), die andere Gruppe wurde aktiv überwacht (n = 207). Primäre Endpunkte waren eine histologische Progression und ein Gleasonscore-Anstieg innerhalb von 24 Monaten. Nach median 24 Monaten war die Erkrankung bei 58 (28%) der Patienten unter der PDT und bei 120 (58%) unter Fazit: Bei Patienten mit einem Interme diärrisiko-Prostatakarzinom erwies sich ein vierwöchiges hypofraktioniertes Bestrahlungsschema einem achtwöchigen Standardschema beim primären Studienziel BCF als nicht unterlegen. Erhöhte Raten von Spättoxizitäten im Urogenitalund Gastrointestinaltrakt ergaben sich im median sechsjährigen Beobachtungszeitraum nicht. Barbara Kreutzkamp Catton CN et al. Randomized trial of a hypofractionated radiation regimen for the treatment of localized prostate cancer. J Clin Oncol. 2017; 35(17): 1884-90. Active Surveillance vorangeschritten (adjustierte Hazard Ratio 0,34; p < 0,0001). Bei 49 % der Männer in der Interventionsgruppe war die Biopsie nach 24 Monaten negativ, verglichen mit 14% in der Beobachtungsgruppe (adjustierte RisikostratiŽzierung 3,67; p < 0,0001). Die gezielte photodynamische erapie wurde gut vertragen, au‰ällige urogenitale Nebenwirkungen wurden nicht registriert. Fazit: Bei Patienten mit NiedrigrisikoProstatakarzinom bietet die gezielte photodynamische erapie mit partiel ler Prostataablation eine wirksame Alternative zu Active Surveillance. Die gut verträgliche Lokaltherapie könnte bei vielen Patienten die Lücke zwischen Nichtbehandlung und radikaler era pie zumindest über einen mittelfristigen Zeitraum füllen. Barbara Kreutzkamp Azzouzi AR et al. Padelipor›n vascular-targeted photodynamic therapy versus active surveillance in men with low-risk prostate cancer (CLIN1001 PCM301): An open-label, phase 3, randomised controlled trial. Lancet Oncol. 2017; 18(2): 181-91.


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Barbara Kreutzkamp. Intermediärrisiko-Prostatakarzinom: hypofraktionierte RT ohne erhöhte Spättoxizität, Uro-News, 2017, 62-62, DOI: 10.1007/s00092-017-1597-0