Herzinfarkt: Keine routinemäßige O2-Gabe mehr?

MMW - Fortschritte der Medizin, Sep 2017

Peter Overbeck

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Herzinfarkt: Keine routinemäßige O2-Gabe mehr?

MMW Fortschritte der Medizin Megastudie stellt Ernährungsempfehlungen infrage Genuss ohne Reue? Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte: Drei bis vier Portionen genügen In der PURE-Studie wurde auch der Zusammenhang zwischen dem Konsum von it/sckSeo Ofrübcsth,tGenemunüdsedeurnMdoHrütalslietnätIttyaegGm Puonrtetirosnucehntp:BroeiTdargeiwbaisr vdiaesr /ka Sterberisiko um 22% gerinkaenp ger als bei weniger als einer tsae Portion. Eine noch höhere n© Zufuhr (die Leitlinien empfehlen derzeit noch mindestens fünf Portionen am Tag) brachte keinen weiteren Zugewinn an Lebenszeit. Trotz ihrer Größe ist diese Studie nicht ohne Limitationen. Die Angaben zur Ernährung wurden nur zu Beginn erfasst. Angaben zur Zubereitungsweise der Nahrungsmittel fehlen, und der Anteil der als besonders schädlich geltenden Transfette wurde nicht erfasst. ■ Veronika Schlimpert ■ ESC-Kongress, 29.8.2017 in Barcelona - Dr. Andrew Mente von der McMaster University in Hamilton hält die aktuellen Ernährungsempfehlungen aufgrund dieser Ergebnisse für fragwürdig: „Wir sollten uns von der Fettrestriktion lösen.“ Menschen mit einem hohen Kohlenhydratanteil in der Ernährung (>60%) sollten diesen auf ein gemäßigtes Maß reduzieren. Von einem hohen Fettanteil gehe dagegen keine Gefahr aus. Von fettreduzierten Lebensmitteln rät Mente ab. Eine fettarme Ernährung ist nach den Ergebnissen einer großen Ernährungsstudie nicht mehr zu empfehlen. _ Für die PURE-Studie wurden 135.335 Menschen aus 18 Ländern zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt und über 7,4 Jahre nachbeobachtet. Dabei stellte sich heraus, dass diejenigen, die sich fettreich ernährten, deutlich länger lebten als jene mit einer niedrigen Fettzufuhr (höchstes vs. niedrigstes Quintil). Die Gesamtmortalität lag signi«kant um 23% niedriger. Selbst ein erhöhter Konsum von gesättigten Fettsäuren ging mit einer 14% gerin geren Sterblichkeit einher, bei einfach gesättigten Fettsäuren war diese um 19% und bei mehrfach gesättigten Fettsäuren um 20% geringer. Eine hohe Zufuhr von Kohlenhydraten ging dagegen mit einem um 28% erhöhten Sterberisiko einher. DETO2X-AMI-Studie Die Zufuhr von Sauerstoff ist bei Patienten mit Verdacht auf Herzinfarkt eine häufige Routinemaßnahme – auch dann, wenn keine Hypoxie besteht. Künftig kann darauf in solchen Fällen wohl getrost verzichtet werden. _ In der DETO2X-AMI-Studie wurde die Überlebensrate von normoxämischen Infarktpatienten durch Sauersto gabe nicht verbessert. Auch auf Rein farkte und die anhand von Biomarkern (Troponine) objektivierbare Myokardschädigung hatte sie keinen Ein‡uss. In die Studie wurden 6.229 Patienten mit Anzeichen für einen akuten Herzinfarkt und einer Sauersto sättigung im Blut von > 90% aufgenommen. Eine Häl-f te bekam über eine Atemmaske knapp 12 Stunden lang Sauersto zugeführt, die andere Häl–e atmete nur Raumlu– ohne Maske ein. Am Ende dieser Phase betrug die Sauersto sättigung in den Gruppen mit und ohne Sauersto gabe 99 bzw. 97%. Kein Unterschied bei der 1-Jahres-Mortalität Nach einem Jahr waren die Mortalitätsraten mit 5,0% (Sauersto -Gruppe) und 5,1% (Kontrollgruppe) nahezu identisch. Die Raten für die in dieser Zeit registrierten erneuten Klinikeinweisungen wegen


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Peter Overbeck. Herzinfarkt: Keine routinemäßige O2-Gabe mehr?, MMW - Fortschritte der Medizin, 2017, 18-18, DOI: 10.1007/s15006-017-0040-5