(Ehe-)Männer dicker Frauen auf Diabetes screenen?

MMW - Fortschritte der Medizin, Sep 2017

Sarah Louise Pampel

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(Ehe-)Männer dicker Frauen auf Diabetes screenen?

MMW Fortschritte der Medizin (Ehe-)Männer dicker Frauen auf Diabetes screenen? 0 53rd Annual Meeting der European Society for the study of diabetes (EASD) , 13.9.2017, Lissabon 1 Sarah Louise Pampel - Leben Männer mit einer übergewichtigen Frau zusammen, erhöht das ihr Risiko für Typ-2-Diabetes zusätzlich zu ihren eigenen Risikofaktoren. _ Als Datengrundlage für die Forscher um Dr. Adam Hulman vom Department of Public Health an der Universität Aar Ist sie sein Risikofaktor? k itc o S /se g a m Itt y e G / a m e n i c e u l b © hus/Dänemark diente die English Longitudinal Study of Ageing (ELSA). Die 3.650 Männer und 3.478 Frauen im Alter über 50 Jahren, die in einer Mann-FrauBeziehung im selben Haushalt lebten, beobachtete man über im Mittel 11,5 Jahre. In mehreren Wellen im Abstand von 2–3 Jahren wurden Daten erhoben zu Body-Mass-Index (BMI, im Mittel 27 kg/m2), Hü—umfang und Diabetesstatus. 4% der (Ehe-)Frauen und 6% der (Ehe-) Männer hatten schon zu Beginn der Erhebung einen Diabetes mellitus Typ 2. Mithilfe von Regressionsmodellen prü—en die Forscher nun, wie sich das Diabetesrisiko mit steigendem BMI des Lebenspartners entwickelt. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen stieg es mit dem BMI des Partners an. Beispiel: Hatte die Frau einen BMI von 30 kg/m2 anstatt 25, war das Diabetesrisiko ihres Mannes um signioekante 33% höher. Bezogen auf die Frau als Indexperson war die Erhöhung mit 15% bei einem adipösen Lebenspartner nicht so ausgeprägt. Und rechneten die Forscher den BMI der Ehefrau selbst mit ein, verschwand das zusätzliche Risiko. Nicht so beim Mann: Selbst bei Adjustierung auf seinen eigenen BMI brachte die Adipositas der Lebenspartnerin für ihn eine größere Gefährdung mit sich (21% mehr). Für den Hü—umfang ergaben sich ähnliche Assoziationen. Eine mögliche Erklärung für diese Zusammenhänge könnte die traditionelle Rollenverteilung sein, bei der vor allem die Frauen für die Ernährung im Haushalt zuständig sind. Hulman schlägt vor, besonders bei adipösen Patientinnen auch den Partner im Auge zu behalten. Ein generelles Screening von Partnern dicker Frauen hält er aber nicht für nötig. ■ 53rd Annual Meeting der European Society for the study of diabetes (EASD), 13.9.2017, Lissabon Mögliche Ursache gefunden Warum Süßstoffe das Diabetesrisiko erhöhen den Placeboteilnehmern der Fall war (20% Unterschied). Entsprechend lagen auch die Plasma-Glukosewerte im Schnitt höher (um 24%). Die GLP1-Anwort auf die Zuckerzufuhr oeel dagegen um 34% geringer aus als in der Placebogruppe. Süßstoffe wirken sich offenbar nachteilig auf die postprandiale Blutzuckerkontrolle aus, wie eine randomisierte Studie belegen konnte. _ Für ihre Untersuchung haben Forscher um Prof. Dr. Richard Young von der University of Adelaide 20 gesunde Probanden süßsto§altige Pillen über zwei Wochen lang konsumieren lassen. Die Dosierung entsprach etwa 1,2 bis 1,5 Liter eines künstlich gesüßten Getränkes pro Tag. Weitere 20 Studienteilnehmer bekamen stattdessen eine Placebopille. Der Süßsto¨-Exzess blieb nicht folgenlos. Als Reaktion auf eine orale Zuckergabe wurde im Darm der Süßsto¨ konsumierenden Probanden deutlich mehr Glukose aufgenommen, als das bei Die mit dem Süßsto©onsum einhergehende verstärkte Glukoseabsorption führe womöglich dazu, dass weniger Glukose die mittleren und distalen Darmabschnitte erreiche und als Konsequenz weniger GLP1 sekretiert werde, erklärt Young diesen Befund. Bei Menschen, die ständig zu sogenannten „Light“-Getränken greifen, besteht somit die Gefahr einer gesteigerten postprandialen glykämischen Reaktion. Bekanntermaßen wird dadurch die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes begünstigt. Unklar ist, ob auch schon geringere Mengen Süßsto¨ die postprandiale Glukosekontrolle beeinträchtigen. ■ Veronika Schlimpert


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Sarah Louise Pampel. (Ehe-)Männer dicker Frauen auf Diabetes screenen?, MMW - Fortschritte der Medizin, 2017, 22-22, DOI: 10.1007/s15006-017-0043-2